Runkel

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Wappen Deutschlandkarte
Runkel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Runkel hervorgehoben

Koordinaten: 50° 24′ N, 8° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 43,71 km2
Einwohner: 9427 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65594
Vorwahlen: 06482,
06431 (Dehrn),
06471 (Wirbelau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LM, WEL
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 013
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgstraße 4
65594 Runkel
Website: www.runkel-lahn.de
Bürgermeister: Michel Kremer (parteilos)
Lage der Stadt Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg
Rheinland-PfalzHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisLahn-Dill-KreisBad CambergBeselichBrechen (Hessen)Dornburg (Hessen)Elbtal (Hessen)Elz (Westerwald)HadamarHünfeldenLimburg an der LahnLimburg an der LahnLöhnbergMengerskirchenMerenbergRunkelSelters (Taunus)VillmarWaldbrunn (Westerwald)WeilburgWeilmünsterWeinbachKarte
Über dieses Bild

Runkel ist eine Stadt im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Aussichtspunkt bei Burg Schadeck auf Runkel
Luftaufnahme 2007, aus Richtung Süden

Runkel liegt im Lahntal auf beiden Seiten des Flusses zwischen Westerwald und Taunus, im Osten des Limburger Beckens, rund acht Kilometer östlich von der Kreisstadt Limburg. Der größte Teil des bebauten Stadtgebiets sowie die Altstadt liegen linkslahnisch innerhalb einer nach Norden ausgestülpten Flussbiegung. Die rechtslahnisch, nördlichen Stadtteile sind seit dem 19. Jahrhundert entstanden. Im Nordosten ist die Wohnbebauung mit der des Nachbarstadtteils Schadeck verschmolzen. Weiter westlich werden die beiden Orte von einem Steilhang getrennt. Im Westen schließt sich das Industriegebiet Kerkerbach an, das wiederum unmittelbar an ein Neubaugebiet des Stadtteils Steeden übergeht. Hier fließen die beiden Bäche Kerkerbach und Tiefenbach der Lahn zu. Im 20. Jahrhundert ist die Stadt insbesondere nach Nordosten und Osten gewachsen.

Die Gemarkung der Kernstadt besteht aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilen. Der größere, in dem das bebaute Stadtgebiet liegt, bildet einen breiten Ausläufer nach Osten und ragt mit einem dünnen Steg beidseitig der Lahn nach Westen. Im Westen grenzt die Gemarkung an Ennerich, im Nordwesten an Steeden, im Norden und Nordosten an Schadeck, allesamt Stadtteile. Im Südosten und Süden schließt sich die Kerngemeinde von Villmar an, im Südwesten der Limburger Stadtteil Lindenholzhausen. Der zweite Teil der Gemarkung umfasst ein großes, geschlossenes Waldgebiet, streckt sich in Südwest-Nordost-Richtung und befindet sich einige Kilometer nordöstlich der Stadt. Er grenzt im Uhrzeigersinn von Westen an Eschenau, Hofen, Schadeck und Arfurt, im Südosten an den Villmarer Ortsteil Seelbach, im Nordosten an den Runkeler Stadtteil Wirbelau und im Norden an den Beselicher Ortsteil Schupbach.

Bannmühle an der Lahnbrücke

Die Stadt selbst liegt unmittelbar am Lahnufer sowie an den steilen Hängen nördlich und südlich des Flusses. Der größte Teil der Gemarkung erstreckt sich über die Ebene südlich der Lahn zwischen 160 und 180 Metern Höhe. Der tiefste Punkt am Lahnufer liegt bei rund 110 Metern Höhe. Der höchste Punkt des abgetrennten Gemarkungsteils im Nordosten liegt bei rund 255 Metern. Die Fläche des südlichen Gemarkungsteiles besteht hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzter Fläche, dazu die bewaldeten Auen der Lahn und einiger Seitenbächen. Dazu kommt der mit Büschen bewachsene Steilhang zwischen Runkel und Schadeck. Der abgetrennte Gemarkungsteil im Nordosten ist fast vollständig von Mischwald bewachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runkel grenzt im Norden an die Gemeinde Beselich und die Stadt Weilburg, im Osten an die Gemeinden Weinbach und Villmar, sowie im Süden und Westen an die Kreisstadt Limburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runkel – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Die Burg von Runkel über der Lahn

Die Stadt besteht aus neun Stadtteilen.

Stadtteil Ew.
1910
Ew.
1961
Ew.
1970
Ew.
2005
Ew.
2008
Ew.
2021[2]
Tag der
Eingemeindung
Arfurt 650 911 858 939 915 834 31. Dezember 1970
Dehrn 1061 1871 1928 2295 2307 2204 01. Juli 1974
Ennerich 317 445 538 865 852 813 01. Dezember 1970
Eschenau 214 285 265 320 273 271 31. Dezember 1970
Hofen 292 373 392 435 440 414 31. Dezember 1970
Runkel 1109 1687 1782 1655 1671 1769
Schadeck 502 650 715 1112 1079 1073 01. Dezember 1970
Steeden 696 1223 1352 1550 1526 1368 01. Dezember 1970
Wirbelau 516 615 669 803 803 788 31. Dezember 1970

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus von 1596 am Schlossplatz

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bei Runkel entdecktes Reihengräberfeld deutet auf eine in der Merowingerzeit bestehende Besiedlung hin. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte im Jahre 1159 in einer Belehnungsurkunde, in der ein Edelherr Siegfried von Runkel als Zeuge auftritt. Vermutlich war dieser Siegfried der Erbauer der Burg Runkel. Spätestens 1230 besaß die Burg eine Kapelle, die damit der erste Runkeler Kirchenbau war. 1288 wurden die Herrschaften Runkel und Westerburg nach jahrelangem Familienstreit getrennt. Das heute noch bestehende Lahnwehr wurde im 11. oder 12. Jahrhundert zum Betreiben einer Mühle angelegt. 1440 begann der Bau der Lahnbrücke, der wegen Auseinandersetzungen zwischen der Runkeler und der Westerburger Linie bis 1448 dauerte.

1543 beherbergte die Burg Runkel Philipp Melanchthon als Gast des Grafen Johann IV. von Wied. 1568 wurde die Reformation eingeführt. 1622 kam es zu einer erneuten Familienspaltung, als Graf Hermann II. zu Wied seinen jüngeren Bruder Philipp Ludwig aus der Herrschaft und von der Burg Runkel vertrieb. 1634 wurden Stadt und Burg im Dreißigjährigen Kriege von Truppen des Grafen Isolani weitgehend zerstört. 1649 folgte der Wiederaufbau der Wohngebäude der Burg als Schlossanlage. Die ersten Anordnungen der Verhütung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten in Textform im Kurfürstentum Trier vom 9. Mai 1721 führten auch im heutigen Stadtteil Arfurt zu erheblichen Verbesserungen der Bauweise der Gebäude.[3] 1791 erhielt Friedrich Ludwig, der Letzte der Linie Wied-Runkel, die Fürstenwürde. 1796 kam es in Runkel zu Straßenkämpfen, als Truppen des Landgrafen von Hessen-Darmstadt Besatzungssoldaten des revolutionären Frankreich aus der Stadt vertrieben.

Im Jahr 1806 fiel der rechtslahnische Teil der Herrschaft Runkel, und damit auch der rechtslahnische Teil der Stadt Runkel, an das von Napoleon errichtete Großherzogtum Berg. Nach dem Wiener Kongress kam das Amt Runkel an das Herzogtum Nassau. 1824 erlosch mit dem Tod von Fürst Friedrich Ludwig die Wied-Runkelsche Linie. Damit fielen Herrschaft und Stadt Runkel an Wied-Neuwied.

Weinbau ist in Runkel ab 1270 nachgewiesen. 1929 wurde der Anbau wegen des Befalls durch die Reblaus und eines kalten Winters aufgegeben. Zuletzt umfasste die Anbaufläche 35 Hektar. 1860 wurde die erste Runkeler Sparkasse unter dem Namen „Vorschuss-Verein“ gegründet. Seit 1914 gibt es eine zentrale Wasserversorgung im Stadtgebiet.

Bergbau war spätestens ab dem 18. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor; die Grube Georg-Joseph bei Wirbelau war 160 Jahre lang eine der größten Erzgruben im Lahngebiet.

Die Katholiken der Stadt Runkel pilgern seit vielen Jahrzehnten zur Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich und geben dort ihren Glauben kund.[4]

Hessische Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der hessischen Gebietsreform fusionierten die bis dahin selbstständigen Gemeinden Steeden, Ennerich und Schadeck am 1. Dezember 1970[5] und Arfurt, Eschenau, Hofen und Wirbelau am 31. Dezember 1970[6] mit der Stadt Runkel. Die diesbezügliche offizielle Urkunde des Landes Hessen übergab Landrat Alfred Schneider im „Roten Salon“ des Hotels „Lord“ in Weilburg.[7] Die Gemeinde Dehrn wurde am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz eingemeindet.[8][9] Für die eingegliederten Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[10]

Der am frühesten erwähnte heutige Stadtteil ist Ennerich; es ist in einer Urkunde von 790 verbürgt.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Staaten und deren nachgeordnete Verwaltungseinheiten, denen Runkel angehörte:[11][12]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Runkel 9691 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1779 Einwohner unter 18 Jahren, 3990 zwischen 18 und 49, 2091 zwischen 50 und 64 und 1830 Einwohner waren älter.[13] Unter den Einwohnern waren 518 (5,3 %) Ausländer, von denen 148 aus dem EU-Ausland, 281 aus anderen europäischen Ländern und 90 aus anderen Staaten kamen.[14] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 7,9 %.[15]) Die Einwohner lebten in 4017 Haushalten. Davon waren 1092 Singlehaushalte, 1227 Paare ohne Kinder und 1320 Paare mit Kindern, sowie 309 Alleinerziehende und 69 Wohngemeinschaften. In 765 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2736 Haushaltungen lebten keine Senioren.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runkel: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
968
1840
  
1.004
1846
  
1.096
1852
  
1.140
1858
  
1.127
1864
  
1.190
1871
  
1.135
1875
  
1.124
1885
  
1.142
1895
  
1.053
1905
  
1.108
1910
  
1.109
1925
  
1.101
1939
  
1.098
1946
  
1.721
1950
  
1.736
1956
  
1.688
1961
  
1.687
1967
  
1.807
1970
  
6.571
1972
  
6.635
1975
  
8.570
1985
  
8.819
1990
  
9.156
1995
  
9.447
2000
  
9.741
2005
  
9.759
2010
  
9.522
2011
  
9.691
2015
  
9.561
2020
  
9.351
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[11]; 1972[16];Hessisches Statistisches Informationssystem[15]; Zensus 2011[14]
Ab 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1885: 1018 evangelische (= 89,14 %), 98 katholische (= 8,58 %), 25 jüdische (= 2,19 %), ein anderes christliche-konfessioneller Einwohner[11]
• 1961: 1178 evangelische (= 69,83 %) und 482 katholische (= 28,57 %) Einwohner[11]
• 1987: 3992 evangelische (= 45,2 %), 4031 katholische (= 45,6 %), 810 sonstige (= 9,2 %) Einwohner[17]
• 2011: 3721 evangelische (= 38,4 %), 3759 katholische (= 38,8 %), 2212 sonstige (= 22,8 %) Einwohner[17]

Hoheitssymbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Runkel führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und zwei Bannerflaggen.


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[18] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[19][20][21][22]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,9 11 33,3 10 34,8 11 42,4 13 42,5 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,6 9 41,7 13 42,2 13 44,7 14 38,9 12
BL Bürgerliste Runkel 24,2 7 20,8 7 17,6 5 12,9 4 14,2 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,3 4 4,2 1 5,1 2 4,4 1
Linke Die Linke 0,3 0
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 54,3 53,1 49,3 45,1 55,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Polizeibeamte Friedhelm Bender (SPD, * 1955) wurde 2007 zum Bürgermeister gewählt und 2013 wiedergewählt. Sein Vorgänger war Hans-Jürgen Heil (CDU). Am 16. Juni 2019 verlor Bender die Bürgermeister-Stichwahl gegen seinen parteilosen Herausforderer Michel Kremer, der 63,28 % der Stimmen erhielt und das Amt am 1. September 2019 antrat.[23][24] 1896 bis 1900 war Friedrich Buchsieb Bürgermeister von Runkel.

Ortsvorsteher der Kernstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 ist der Ortsvorsteher des Stadtteils Runkel René Langrock (SPD).[25]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenturm der evangelischen Kirche, ehemals Turm der Stadtmauer
Schlosstor
  • Die Ruine der Burg Runkel aus dem 12. Jahrhundert, im 14. Jh. erweitert, im Jahre 1634 zerstört. Heute ist sie im Besitz der Familie zu Wied.
  • Die Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jh.
  • Die steinerne Lahnbrücke aus dem 15. Jh.
  • Die Burg Schadeck aus dem 13. Jh.
  • Die Bannmühle wurde 1270 von Runkel und Schadeck gemeinsam flussauf vor der Stadtmauer errichtet. Seit 1800 befindet sie sich in Privatbesitz, seit 1972 wird sie nicht mehr als Mühle, sondern mit einer Turbine zur Stromerzeugung betrieben.
  • Der ehemalige Wachturm der Stadtmauer trägt heute die Glocken der evangelischen Kirche. Er wurde 1634 und 1700 durch Brände zerstört. die erste Glocke wurde 1725 aufgehängt, die jüngste 1986.
  • Das Gebäude der Kirchspielschule, der ersten Runkeler Schule, stammt aus dem Jahr 1543.
  • Das ehemalige Pfarrhaus wurde 1664 erbaut, ging später in Privatbesitz über und war während des Zweiten Weltkrieges Rathaus.
  • Die evangelische Kirche wurde 1641 an der Stelle des 1511 erbauten und 1634 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet.
  • Ab 1802 wurde an einem Witwensitz für die Mutter von Fürst Christian Ludwig gebaut. Als sie im folgenden Jahr starb, war lediglich das Kellergeschoss fertiggestellt. Die Bauarbeiten ruhten, bis die Stadt das Grundstück kaufte und von 1821 bis 1825 dort ein neues Schulgebäude errichtete, in dem anfangs auch ein Teil der Gemeindeverwaltung sowie ein Wachraum untergebracht waren.
  • Der Burgmannen-Sitz der Freiherren Schütz von Holzhausen wurde 1424 erstmals erwähnt. 1651 wurde das Gebäude modernisiert. Ab 1718 war es im Besitz der Grafen von Wied und diente bis 1811 als Dienstwohnung von deren Kanzlei-Vorstehern.
  • Die heutige Amtsapotheke wurde 1681 als Wohnung für einen Amtmann errichtet. 1818 kam das Sichtfachwerkgebäude in den Besitz des Apothekers.
  • Das Haus der alten Lateinschule stammt aus dem Jahr 1711. Nach 1800 war es Rathaus und bis 1818 Hof-Apotheke. Später befand sich dort das Gasthaus Zur Traube.
  • Das Rathaus der Stadt steht auf dem Grundstück des ehemaligen fürstlichen Orangengartens. Von 1883 bis 1887 wurde der Bau von der preußischen Provinzverwaltung als Amtsgericht erbaut. Das Rathaus befindet sich dort seit 1966.
  • Das vorherige Gebäude des Amtsgerichts beherbergte kurz nach 1900 eine Brauerei und das Gasthaus Zum Adler.
  • Der Brunnen an der Lahnuferstraße wurde restauriert und besteht aus einer sehr seltenen, heute nicht mehr abgebauten Lahnmarmorsorte.
  • Der ehemalige fürstliche Viehhof mit Zehntscheune steht am Schlossplatz. Er wurde nach der Verwüstung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg erbaut und im 19. Jahrhundert erweitert. Heute befindet sich dort das Vereinshaus.
  • Das alte Rathaus steht am Ort des einstigen Amtshauses, das Graf Wilhelm IV. von Runkel-Wied im Jahr 1596 erbauen ließ und später seinem Hofarzt Dr. Ersfeld überließ. Ersfeld ließ das Gebäude nach dem Stadtbrand 1634 neu errichten, ebenso sein Sohn, der ihm nach einem weiteren Brand im Jahr 1691 im Amt nachfolgte. Von 1787 bis 1965 war es das Rathaus der Stadt. Heute befindet es sich in Privatbesitz.
  • Die Alte Färberei (früher Haus Wagner) steht direkt am Lahnufer zwischen der steinernen Lahnbrücke aus dem 15. Jh. und dem sog. Börnchen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runkel hat einen Haltepunkt an der Lahntalbahn, an dem nur Regionalbahn-Züge halten. Das Gleiche gilt für den zu Runkel gehörenden Bahnhof Kerkerbach (mit Anschlussgleis zum Steedener Kalkwerk) und den Haltepunkt Arfurt. Die Stadt Runkel liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Die 2009 mit Mitteln von Bund und Land Hessen erfolgte Erneuerung der ehemaligen Kerkerbachbahn-Strecke nach Steeden ermöglicht umfangreiche Kalktransporte über die Schiene. Das Gewerbegebiet Kerkerbach kann bei Bedarf ebenfalls wieder für Güterverladungen auf der Schiene erreicht werden.

Folgende Landesstraßen queren die Stadt Runkel: L 3020 Limburg – Weilburg, L 3022 Hünfelden (Kirberg) – Waldbrunn (Hausen), L 3063 Dehrn – Usingen.

Runkel liegt am Lahntalradweg, der von der Lahnquelle im Siegerland bis zur Mündung in den Rhein verläuft. Zwischen Gießen und Limburg ist der Verlauf identisch mit dem Hessischen Radfernweg R 7. Im Jahr 2009 wurde der Lahntalradweg zum zweiten Mal vom mit vier von fünf möglichen Sternen vom ADFC als Qualitätsroute ausgezeichnet.

Die Lahn ist Bundeswasserstraße vom Badenburger Wehr bei Gießen (Lahn-km −11,075) bis zur Mündung bei Lahn-km 137,300. Die 1842 fertiggestellte Schleuse Runkel überbrückt einen Höhenunterschied von 1,24 m und muss von den Nutzern selbst bedient werden. Ab dem Hafen Dehrn (Lahn-km 70,0) beginnt die voll staugeregelte Strecke bis zur Mündung bei Lahnstein.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Runkel befindet sich die Johann-Christian-Senckenberg-Schule. Dieses ist eine Grundschule mit Eingangsstufe und Integrierte Gesamtschule. Sie wurde nach dem deutschen Arzt und Stifter Johann Christian Senckenberg benannt. Auf Vorschlag von Schülerinnen und Schülern der Schule wurde am 17. November 2020 ein Asteroid nach Runkel benannt: (501132) Runkel.[26]

Weiterhin bestehen Grundschulen in Arfurt, Dehrn und Steeden.

Schüler aus Runkel besuchen darüber hinaus die Gymnasien in Limburg und Weilburg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche „Mariä Heimsuchung“
  • evangelische Kindertagesstätte „Pusteblume“ Runkel
  • katholischer Kindergarten „St. Michael“ Arfurt
  • katholischer Kindergarten „St. Nikolaus“ Dehrn
  • Kindergarten „Regenbogenland“ Ennerich
  • Kindertagesstätte „Konfetti“ Steeden
  • Kindergarten „Wirbelwind“ Wirbelau
  • Freiwillige Feuerwehr Runkel, gegr. 1925 (seit 1. Mai 1981 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Arfurt, gegr. 1901 (seit 1. März 1999 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Dehrn, gegr. 1898 (seit 1. Januar 1969 mit Jugendfeuerwehr und seit 2008 mit Blasorchester)
  • Freiwillige Feuerwehr Ennerich, gegr. 1934 (seit 3. August 1984 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Eschenau, gegr. 1934 (seit 12. Mai 2001 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Hofen, gegr. 1934 (seit 13. August 1992 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Schadeck, gegr. 1933 (seit 26. Juni 1993 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Steeden, gegr. 1934 (seit 29. November 1975 mit Jugendfeuerwehr)
  • Freiwillige Feuerwehr Wirbelau, gegr. 1934 (seit 9. Januar 1981 mit Jugendfeuerwehr)

Die öffentlich-rechtlichen Feuerwehren Runkel und Schadeck schlossen sich zum 15. September 2012 zusammen. Die Feuerwehrvereine existieren weiter in ihrer bisherigen Form.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magistrat der Stadt Runkel (Hrsg.): Runkel 1159–2009. Wie es war – Wie es ist. Runkel 2005.
  • Literatur über Runkel nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2021 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zahlen, Daten, Fakten, Wissenswertes. Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Runkel, abgerufen am 24. August 2022.
  3. Franz-Josef Sehr: Brandschutz im Heimatgebiet vor 300 Jahren. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2022. Limburg 2021, ISBN 3-927006-59-9, S. 223–228.
  4. Franz-Josef Sehr: 250 Jahre Wallfahrtskapelle Maria Hilf Beselich. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2017. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2016, ISBN 3-927006-54-8, S. 137–141.
  5. Zusammenschluß der Stadt Runkel und der Gemeinden Ennerich Schadeck und Steeden im Oberlahnkreis zur Stadt „Runkel“ vom 30. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 50, S. 2339, Punkt 2340 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,8 MB]).
  6. Zusammenschluss von Gemeinden zur Stadt Runkel vom 25. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 139, Punkt 156 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  7. Franz-Josef Sehr: Vor 50 Jahren: Entstehung der Gemeinde Beselich. In: Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg (Hrsg.): Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2021. Limburg 2020, ISBN 3-927006-58-0, S. 41–48.
  8. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 6 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 372–373.
  10. Hauptsatzung. (PDF; 91 kB) § 5. In: Webauftritt. GGG, abgerufen im Dezember 2021.
  11. a b c d Runkel, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 11. Oktober 2021). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  12. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  13. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 22 und 60;.
  14. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen):  Stadt Runkel. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  15. a b Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  16. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  17. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 62;.
  18. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  19. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  21. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  22. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  23. vote iT GmbH – votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Runkel
  24. Bürgermeister-Direktwahlen in Runkel, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  25. Gremien. In: Webauftritt. Stadt Runkel, abgerufen am 19. November 2021.
  26. Minor Planet Center (M.P.C.) 127257 (englisch)