Katzweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Katzweiler
Katzweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Katzweiler hervorgehoben

Koordinaten: 49° 30′ N, 7° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterbach-Otterberg
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 9,42 km2
Einwohner: 1909 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67734
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 017
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Website: www.otterbach-otterberg.de
Ortsbürgermeister: Sven Rheinheimer (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Katzweiler im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Katzweiler ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern. Sie gehört der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzweiler liegt zehn Kilometer nördlich von Kaiserslautern im Nordpfälzer Bergland. Zu Katzweiler gehören auch die Weiler und Wohnplätze Forellenwoog, Hirschhornerhof, Karlshof, Kühbörncheshof, Schafmühle und Sonnenhof.[2]

Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Hirschhorn/Pfalz, Mehlbach, Otterberg, Otterbach, Kaiserslautern, Rodenbach, Eulenbis und Sulzbachtal.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Lauter. Diese nimmt vor Ort mehrere Nebenflüsse auf. Der Eimerbach bildet im Süden teilweise die Gemarkungsgrenze zu Kaiserslautern. Mitten innerhalb der Bebauung münden von rechts der Becherbach und am nördlichen Siedlungsrand der Mehlbach in die Lauter. Der Lauterbach und die von links kommende Mooslauter bilden die Grenze zu Hirschhorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1190 wurde die Gemeinde als Cazwilere erstmals urkundlich erwähnt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war sie Bestandteil der Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Lautern.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Otterbach in den Kanton Otterberg eingegliedert. 1815 gehörte der Ort zunächst zu Österreich. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Otterbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1971 Teil der neu gebildeten Verbandsgemeinde Otterbach. Seit 1. Juli 2014 ist Katzweiler Bestandteil der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mennonitenkirche Kühbörncheshof – Blick von der Empore

2012 waren 56,6 Prozent der Einwohner evangelisch und 20,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Die ersten Mennoniten siedelten sich 1715 auf dem Kühbörncheshof an. Die Gottesdienste fanden in Privathäusern statt. Nachdem 1777 in Sembach eine Mennonitenkirche erbaut worden war, orientierte man sich für Tauf- und Abendmahlsgottesdienste bis 1832 dorthin. Seitdem gibt es auf dem Kühbörncheshof ein eigenes Kirchengebäude, zunächst Lehr genannt, das unter anderem durch Unterstützung durch protestantische Nachbargemeinden errichtet wurde. Bereits zu dieser Zeit hatten die Mennoniten dort einen eigenen Friedhof.

Im Jahr 1845 wurden in der Gemeinde 144 Seelen gezählt, davon 91 Getaufte und 93 Ungetaufte[4]. Hiervon lebten 36 direkt auf dem Kühbörncheshof, eine ungefähr gleich große Zahl in Stockborn und die übrigen anderen in Orten der Umgebung.[5] Für 1940 wurden eine Seelenzahl von 122 angegeben, davon 37 stimmberechtigte, 67 nicht stimmberechtigte, 18 Kinder.[6]

1976 zählte die Gemeinde 131 Personen, davon 117 getauft.[7]

In der Gegenwart – Stand 2016 – hat sie hat 75 Mitglieder. Die Gemeinde bildet eine Gemeindegruppe mit den Mennonitengemeinden in Sembach und Kaiserslautern, wo sie im dortigen „Elim-Zentrum“ zusätzlich Trägerin einer Kindertagesstätte ist. Auf regionaler Ebene gehört sie der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden (ASM) an, auf Bundesebene der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden – abgekürzt AMG– in Deutschland.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Katzweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[9] 6 10 16 Sitze
2014[10] 6 10 16 Sitze
2009 9 7 16 Sitze
2004 7 3 6 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Katzweiler e. V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Katzweiler ist Sven Rheinheimer (FWG). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 71,92 % gewählt und ist damit Nachfolger von Otto Hach (FWG).[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Katzweiler
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer Forsthaken (Wolfsangel).“[12]

Es wurde 1927 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freilichtspiele Katzweiler

Die Freilichtspiele Katzweiler ist eine der größten Freilichtbühnen im Südwesten Deutschlands mit mehr als 10.000 Besuchern pro Jahr. Die Tribüne bietet Platz für knapp 1.000 Besucher.

Neben Aufführungen aus jeweils einem Stück für Erwachsene und einem Stück für Kinder auf der Waldbühne gibt es in jedem Winter eine Komödie in einem Zimmertheater.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mennonitenkirche

Vor Ort existieren insgesamt 15 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die folgenden Bauwerke:

Die evangelische Kirche, die im Zeitraum von 1822 bis 1826 erbaut wurde, ist eine spätklassizistische rechteckige Saalanlage, die in ihrem Innern ein Orgelgehäuse mit einem Schnitzwerk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1747) besitzt. Die Mennonitenkirche auf dem Kührbörncheshof ist ein Saalbau, der auf 1832 datiert wird.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September findet regelmäßig die Kerwe in der Gemeinde statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Eröffnung der Lautertalbahn KaiserslauternLauterecken im Jahr 1883 erhielt die Gemeinde Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der örtliche Bahnhof wurde mittlerweile zum Haltepunkt zurückgebaut. Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert.

Direkt durch die Gemeinde verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 270, die von Kaiserslautern über Wolfstein und Lauterecken nach Idar-Oberstein führt. Von dieser zweigt vor Ort die Landesstraße 388 ab, die nach Schallodenbach führt. Die Die Kreisstraße 23 verbindet den Kühbörncheshof an das Straßennetz an und die Die Kreisstraße 24 stellt eine Verbindung zur zu Kaiserslautern gehörenden Siedlung Stockborn her.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitten durch den Ort verlaufen der Lautertal-Radweg und der Pfälzer-Land-Radweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Motz (1893–1963), Politiker (DVP, FDP)

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Thalheimer (1884–1948), Maler und Grafiker, schuf 1936 das Altarbild in der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Katzweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 152 (PDF; 3 MB).
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  4. Da Mennoniten keine unmündigen Kinder taufen, dürfte es sich um Kinder handeln.
  5. Roland Paul: 300 Jahre Mennonitengemeinde Kühbörncheshof. In: Heimatjahrbuch 2016 des Landkreises Kaiserslautern. ISSN 0946-1361, S. 131–138, hier S. 133 u. 135.
  6. Christlicher Gemeindekalender 49 (1940), S. 125.
  7. Mennonitisches Jahrbuch 1977, S. 145.
  8. Manfred Weber: Porträt des Kühbörncheshofes und der Mennonitengemeinde Kühbörncheshof – Kaiserslautern. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Mennonitisches Jahrbuch 2018. Januar 2015, S. 169, archiviert vom Original am 1. Juni 2016; abgerufen am 26. März 2018 (private Website).
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Katzweiler. Abgerufen am 27. Oktober 2019.
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 27. Oktober 2019 (siehe Otterbach-Otterberg, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile).
  12. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.