Katzweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Katzweiler
Katzweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Katzweiler hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterbach-Otterberg
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 9,42 km2
Einwohner: 1891 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67734
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 017
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Webpräsenz: www.otterbach-otterberg.de
Ortsbürgermeister: Otto Hach
Lage der Ortsgemeinde Katzweiler im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Katzweiler ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern. Sie gehört der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katzweiler liegt 10 Kilometer nördlich von Kaiserslautern an der Lauter und am Rand des Biosphärenreservates Naturpark Pfälzerwald. Zu Katzweiler gehören auch die Weiler und Wohnplätze Forellenwoog, Hirschhornerhof, Karlshof, Kühbörncheshof, Schafmühle und Sonnenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1190 wurde die Gemeinde als Cazwilere erstmals urkundlich erwähnt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mennonitenkirche Kühbörncheshof - Blick von der Empore

2012 waren 56,6 Prozent der Einwohner evangelisch und 20,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Die ersten Mennoniten siedelten sich 1715 auf dem Kühbörncheshof an. Die Gottesdienste fanden in Privathäusern statt. Nachdem 1777 in Sembach eine Mennonitenkirche erbaut worden war, orientierte man sich für Tauf- und Abendmahlsgottesdienste bis 1832 dorthin. Seitdem gibt es auf dem Kühbörncheshof ein eigenes Kirchengebäude, zunächst Lehr genannt, das auch mit Unterstützung durch protestantische Nachbargemeinden errichtet wurde.

Im Jahr 1845 wurden in der Gemeinde 144 Seelen gezählt, davon 91 Getaufte und 93 Ungetaufte[4]. Hiervon lebten 36 direkt auf dem Kühbörncheshof, eine ungefähr gleich große Zahl in Stockborn und die übrigen anderen in Orten der Umgebung.[5] Für 1940 wurden eine Seelenzahl von 122 angegeben, davon 37 stimmberechtigte, 67 nicht stimmberechtigte, 18 Kinder.[6] 1976 zählte die Gemeinde 131 Personen, davon 117 getauft.[7] Heute (Stand 2015) hat sie hat 72 Mitglieder. Die Gemeinde bildet eine Gemeindegruppe mit den Mennonitengemeinden in Sembach und Kaiserslautern, wo sie im dortigen „Elim-Zentrum“ auch Trägerin einer Kindertagesstätte ist. Auf regionaler Ebene gehört sie der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden (ASM) an, auf Bundesebene der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG).[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Katzweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[9]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 6 10 16 Sitze
2009 9 7 16 Sitze
2004 7 3 6 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Katzweiler e.V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister von Katzweiler ist Otto Hach (FWG).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein schwarzer Forsthaken (Wolfsangel)“.

Es wurde 1927 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt.[10] Die Vermutung, dass es sich bei der Wolfsangel um ein altes germanisches Runenzeichen handelt, konnte nicht bewiesen werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freilichtspiele Katzweiler ist eine der größten Freilichtbühnen im Südwesten Deutschlands mit mehr als 10.000 Besuchern pro Jahr. Die Tribüne bietet Platz für knapp 1.000 Besucher.

Neben Aufführungen aus jeweils einem Stück für Erwachsene und einem Stück für Kinder auf der Waldbühne gibt es in jedem Winter eine Komödie in einem Zimmertheater.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mennonitenkirche

Die evangelische Kirche, 1822–1826 erbaut, ist eine spätklassizistische rechteckige Saalanlage, die in ihrem Innern ein Orgelgehäuse mit einem Schnitzwerk aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1747) besitzt.

Die Mennonitenkirche auf dem Kührbörncheshof ist ein Saalbau, der auf 1832 datiert wird.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Katzweiler

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September findet regelmäßig die Kerwe in der Gemeinde statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Motz (1893–1963), Politiker (DVP, FDP),

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katzweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 95 (PDF; 2,16 MB)
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  4. Da Mennoniten keine unmündigen Kinder taufen, dürfte es sich um Kinder handeln.
  5. Roland Paul, 300 Jahre Mennonitengemeinde Kühbörncheshof, in: Heimatjahrbuch 2016 des Landkreises Kaiserslautern, ISSN 0946-1361, S. 131-138, hier S. 133 u. 135.
  6. Christlicher Gemeindekalender 49 (1940), S. 125.
  7. Mennonitisches Jahrbuch 1977, S. 145.
  8. Mennonitisches Jahrbuch 2016, S. 167. - Private Homepage mit weiterführenden Informationen zur Mennonitengemeinde und dem Kühbörncheshof, abgelesen am 12. Februar 2017.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3