Otterbach (Westpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Otterbach
Otterbach (Westpfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Otterbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 29′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterbach-Otterberg
Höhe: 215 m ü. NHN
Fläche: 6,2 km2
Einwohner: 4024 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 649 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67731
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 034
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Website: www.otterbach-otterberg.de
Ortsbürgermeister: Herbert Matz (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Otterbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Der namensgebende Otterbach innerhalb der gleichnamigen Gemeinde

Otterbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt. Gemäß Landesplanung ist Otterbach als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otterbach liegt nordwestlich von Kaiserslautern in der sogenannten Kaiserslauterer Senke. Nördlich schließt sich das Nordpfälzer Bergland an und östlich der zum Pfälzerwald gehörende Otterberger Wald. Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Otterbach und Sambach. Zum Ortsteil Otterbach gehören auch die Wohnplätze Falltal und Sambacher Ziegelhütte.[3]

Nachbargemeinden sind die Ortsgemeinde Katzweiler im Nordwesten, die Stadt Otterberg im Nordosten und die kreisfreie Stadt Kaiserslautern mit den Stadtteilen Erlenbach, Morlautern, Wiesenthalerhof und Erfenbach im Süden.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden des Gemeindegebiets erhebt sich der Schlossberg und im Norden der Galgenberg.

Der Kernort liegt an der Mündung des Otterbachs in die Lauter. Zwischen dem Kernort und dem Ortsteil Sambach mündet von rechts der Ziegelbach in die Lauter. letztere bildet zudem die westliche Gemarkungsgrenze zu Kaiserslautern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Ortschaft befand sich auf dem Schlossberg die verschwundene Burg Sterrenberg. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zur Herrschaft Otterbach, die zur Familie von der Leyen gehörte. Vom 28. bis 30. November 1793 war das Gemeindegebiet teilweise Schauplatz der Schlacht bei Kaiserslautern.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Otterbach in den Kanton Otterberg eingegliedert. 1815 gehörte der Ort zunächst zu Österreich. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Otterbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sambach am 7. Juni 1969 nach Otterbach eingemeindet.[4] Zwei Jahre später wurde die Gemeinde Sitz der neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sechs weitere Ortsgemeinden angehörten. Seit 1. Juli 2014 ist Otterbach Bestandteil der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Otterbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 9 7 1 3 20 Sitze
2009 8 8 1 3 20 Sitze
2004 8 8 1 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Otterbach-Sambach e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Otterbach
Blasonierung: „Ein blauer Schild durch einen silbernen Wellenbalken geteilt. Oben ein silberner Otter mit einem ebenso gefärbten Fisch im Maul. Unten ein goldenes Eichhörnchen eine goldene Eichel in den Vorderpfoten haltend.“
Wappenbegründung: Das Wappen ist eine Kombination der beiden alten Wappen der Gemeinden von Sambach und Otterbach. Der Otter ist der Namensgeber des Ortes Otterbach, genauer für den Bach „Otterbach“. Das Eichhörnchen ist das Wappentier der Abtei im benachbarten Otterberg, die in Sambach eine Mühle besaß. Das silberne Wellenband steht für den Otterbach. Die Farben Blau und Silber erinnern an die frühere Herrschaft der Grafen von der Leyen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht seit 1991 eine Gemeindepartnerschaft mit der thüringischen Gemeinde Mihla.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswerte Bauwerke sind die Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und die Protestantische Christuskirche. Weitere sehenswerte Gebäude listet auch die Liste der Kulturdenkmäler in Otterbach auf.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorrad Museum Heinz Luthringshauser Otterbach

Das Motorrad-Museum ist in der alten, 1847 erbauten, evangelischen Kirche in Otterbach seit etwa 1980 untergebracht. Davor wurde die Kirche fünf Jahre nicht genutzt. Am Bahnübergang Richtung Erfenbach gibt es ein Stellwerkmuseum, das an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat historische Bahntechnik zeigt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zen Bogyo Do e. V. betreibt das Jiu-Jitsu-Bundesleistungszentrum des Deutschen Jiu Jitsu Bundes und trug in der Gemeinde 2002 die Jiu Jitsu Meisterschaft aus. Mitgliederstärkster Verein der Gemeinde ist der TuS Otterbach e. V. Mit dem F. C. Phönix Otterbach beheimatet die Gemeinde auch den Fußballmeister der Kreisliga Kaiserslautern des Jahres 2007. Der SV Sambach 1961 e. V. ist der Fußballverein im Ortsteil Sambach, mit dem 1. LBC/Otterbach, einem Verein für den Boule- und Pétanquesport gibt es ein Team, dessen erste Mannschaft in der Bundesliga spielt.

Die Hobby Singers e. V. sind ein Männerchor und ein gemischter Chor („Hobby-Swingers“) mit rund 700 Mitgliedern. Mit dem Musikverein Otterbach gibt es ein Westpfälzer Blasorchester. Ein weiterer Verein ist die Reservistenkameradschaft Otterbach e. V.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich wird vor Ort eine Kirchweihrede abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Otterbach befindet sich eine Geschäftsstelle der Volksbank Lauterecken.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene
Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach im Jahr 1887

Im Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach hält die 1883 eröffnete Lautertalbahn, die zwischen Kaiserslautern und Lauterecken-Grumbach fährt. Von 1891 bis 1980 zweigten vom Bahnhof eine Stichstrecke nach Otterberg und von 1912 bis 1996 die Bachbahn nach Weilerbach beziehungsweise Reichenbach ab.

Straße

Parallel zu den Gleisen der Lautertalbahn verlief früher die Bundesstraße 270, die seinerzeit im Ortsgebiet von Otterbach mit der „Lauterstraße“ identisch war, ehe im westlichen Gemeindegebiet für diese eine Ortsumgehung entstand. Durch Otterbach verlaufen die Landesstraße 389 sowie die Kreisstraßen 40 und K 62.

Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otterbach verfügt über ein eigenes Rathaus und ein Touristen-Zentrum.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorschulische Bildungseinrichtungen sind der protestantische Kindergarten mit Kindertagesstätte und die Katholische Kindertagesstätte „Arche Noah“. Die einzige Schule am Ort ist die Goetheschule, eine reine Grundschule.

AFN-Sender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Sambach befindet sich bei 49° 29′ N, 7° 43′ O der Mittelwellensender des AFN für den Großraum Kaiserslautern, der bis zum 31. August 2014 auf der Frequenz 1107 kHz mit 10 kW Sendeleistung arbeitete. Er verwendet als Sendeantenne einen 136 Meter hohen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast, der 1951 errichtet wurde. 2014 wurde der Sender abgeschaltet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Reheis (1739–1804), Baumeister des Otterbacher Schulhauses
  • Heinrich Voit (1834–1914), Orgelbauer, baute 1893 die Orgel in der örtlichen katholischen Kirche
  • Markus Merk (* 1962), Fußballschiedsrichter, lebt vor Ort
  • Stephan Müller (* 1971), Maler und Bildhauer, entwarf vor Ort die Skulptur „Der gute Hirte“
  • Thomas Riedl (* 1976), Fußballspieler, spielte in seiner Jugend bei Phönix Otterbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otterbach (Westpfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 97 (PDF; 2,2 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 175 (PDF; 2,8 MB).
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen