Eva-Maria Gradwohl

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Eva-Maria Gradwohl Leichtathletik

Eva-Maria Gradwohl WACHAUmarathon 2008.jpg
Eva-Maria Gradwohl beim Wachau-Marathon, 2008

Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 29. März 1973 (44 Jahre)
Geburtsort Wels, Österreich
Größe 168 cm
Gewicht 58 kg
Karriere
Bestleistung 1:14:33 h Halbmarathon, 2007
2:30:51 h Marathon, 2008
Verein SV ADA Happy Lauf Anger
Karriereende 2010
Medaillenspiegel
Österreichische Meisterschaften 8 × Gold 6 × Silber 0 × Bronze
Österreichische Meisterschaft
0Silber0 2000 5.000-Meter-Lauf
0Silber0 2000 10.000-Meter-Lauf
0Silber0 Salzburg 2000 Halbmarathon
0Silber0 2001 5.000-Meter-Lauf
0Silber0 2001 10.000-Meter-Lauf
0Silber0 Stinatz 2001 Halbmarathon
0Gold0 Wels 2002 Halbmarathon
0Gold0 Hainburg 2003 Halbmarathon
0Gold0 Wien 2003 Marathon
0Gold0 2004 5.000-Meter-Lauf
0Gold0 Wien 2005 Halbmarathon
0Gold0 Graz 2005 Marathon
0Gold0 Krems an der Donau 2007 Halbmarathon
0Gold0 Salzburg 2007 Marathon
letzte Änderung: 11. Januar 2018

Eva-Maria Gradwohl (geb. Wilfing; * 29. März 1973) ist eine ehemalige österreichische Langstreckenläuferin, die sich auf den Marathon spezialisiert hatte.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radsport bis 1991[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steirerin betrieb in ihrer Jugend Radsport und war als 26. bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1990 beste Österreicherin. Ein Jahr später beendete sie ihre Karriere in diesem Sport.

Mutterschaft 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist Mutter eines 1994 geborenen Sohnes und lebt in Baierdorf bei Anger.

Eva-Maria Gradwohl ist 1,68 m groß, wiegt 58 kg, startete für den SV ADA Happy Lauf Anger. Sie wurde von Harald Bauer trainiert.

Marathon seit 1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 startete sie erstmals über die Marathondistanz und beendete den Vienna City Marathon in 3:10 h. Ein Jahr später wurde sie Dritte beim Graz-Marathon in 2:50 h. 2000 und 2001 wurde sie jeweils österreichische Vizemeisterin im 5000- und im 10.000-Meter-Lauf sowie im Halbmarathon.

2002 wurde sie österreichische Meisterin im Halbmarathon, siegte beim Wachau-Marathon auf der Halbmarathon-Strecke mit 1:14:47 h und gewann den Graz-Marathon (den sie auch in den nächsten vier Jahren gewinnen sollte) in 2:40:39 h. Im Jahr darauf holte sie die nationalen Titel über Halbmarathon und Marathon (letzteren beim Vienna City Marathon in 2:39:48 h) und stellte mit 1:13:25 h einen nationalen Rekord im Halbmarathon auf.

2004 wurde sie Vierte beim Vienna City Marathon in 2:38:04 h und österreichische Meisterin über 5000 Meter.
In der darauffolgenden Saison wurde sie erneut nationale Meisterin im Halbmarathon, Zweite beim Vienna City Marathon und Neunte beim Berlin-Marathon.

2006 belegte sie beim Stockholm-Marathon den zweiten Platz. Bei ihrem fünften Gewinn des Graz-Marathon verbesserte sie nicht nur den Streckenrekord, sondern auch ihre persönliche Bestzeit auf 2:37:32 h.

2007 siegte sie kurz nacheinander beim Linz-Marathon und beim Salzburg-Marathon, holte den nationalen Titel im Halbmarathon, schraubte als Zehnte des Berlin-Marathons ihren persönlichen Rekord auf 2:36:21 h und siegte auf der Halbmarathon-Strecke des Graz-Marathons mit Streckenrekord.

Olympische Spiele 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr größter Erfolg war der Sieg beim Linz-Marathon 2008 in 2:30:51 h. Damit stellte sie nicht nur einen österreichischen Rekord auf, sondern unterbot auch deutlich das Limit von 2:33 h, das der ÖLV für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 gesetzt hatte. Beim olympischen Marathon von Peking lief sie auf dem 57. Rang ein.

2009 siegte sie erneut beim Linz-Marathon sowie in Graz beim Halbmarathon-Bewerb und gewann den Florenz-Marathon. 2010 gelang ihr ihr vierter Linz-Marathon-Sieg in Folge.

Von 2006 bis 2012 war der ehemalige Skilangläufer und Langlauftrainer Walter Mayer ihr Lebensgefährte.

Dopingaffäre und Karriereende 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. April 2010 wurde während eines Urlaubs in Medulin (Kroatien) von NADA Austria ein Dopingtest bei ihr anberaumt, als sie gerade eine geplante Bootstour mit Freunden unternehmen wollte. Es kam zu einem Eklat, bei dem ihr Lebensgefährte Walter Mayer die Dopingkontrolleure beschimpfte und schließlich Gradwohl die Kontrolle trotz einer Belehrung über die Folgen verweigerte.[1][2] Am 3. Mai wurde Gradwohl suspendiert und ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen die Doping-Bestimmungen eingeleitet.[3]
Gleichzeitig erklärte die Athletin ihren Rücktritt vom Leistungssport und begründete ihre Aktion mit einer Frustration über die Einengungen, denen sie in ihrem persönlichen Leben durch die Dopingüberwachung ausgesetzt sei.[4] Walter Mayer entschuldigte sich am 6. Mai für sein Verhalten und bescheinigte den Abgesandten der NADA korrektes Verhalten, nachdem er sie zwei Tage zuvor noch als „Schweine und Arschlöcher“ bezeichnet hatte.[5][6] Im Juli 2010 erklärte die NADA eine Sperrung der Athletin für zwei Jahre.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF: Gradwohl macht Schluss. 4. Mai 2010, abgerufen am 7. Mai 2010.
  2. Der Standard: Gradwohl verweigerte Dopingtest und trat zurück. 4. Mai 2010, abgerufen am 7. Mai 2010.
  3. Nationale Anti-Doping Agentur Austria: Dopingverfahren Eva Maria Gradwohl (Leichtathletik) (PDF; 690 kB). 5. Mai
  4. Oberösterreichische Nachrichten: Gradwohl: „Ich will nicht mehr Zielscheibe sein“. 5. Mai 2010
  5. ORF: Gradwohl-Freund zuckte aus. 4. Mai 2010
  6. ORF: „Kontrollore waren korrekt“. 6. Mai 2010
  7. NADA Austria: Pressemitteilung über das bei der Rechtskommission der NADA Austria anhängige Dopingverfahren Eva-Maria GRADWOHL (Leichtathletik) (PDF; 691 kB). 29. Juli 2010
  8. Österreich: NADA zieht Gradwohl aus dem Verkehr. 29. Juli 2010