FC Millwall

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FC Millwall
Millwall logo new.jpg
Basisdaten
Name Millwall Football Club
Sitz London-Bermondsey
Gründung 1885
Vorstand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Berylson
Website www.millwallfc.co.uk
Erste Mannschaft
Trainer EnglandEngland Neil Harris
Stadion The Den, London
Plätze 20.146
Liga Championship
2016/17 6. Platz (League One)
Heim
Auswärts
Alternativ

Der FC Millwall (offiziell: Millwall Football Club), vormals „Millwall Rovers“ und „Millwall Athletic“ – auch bekannt als The Lions (die Löwen) – ist ein englischer Fußballverein im Südosten von London. Seit 2015 spielt der Verein in der drittklassigen Football League One.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Club wurde im Sommer 1885 von schottischen Arbeitern der Konservenfabrik Morton Jam Factory, die Handelsschiffe mit Nahrung versorgte, gegründet. Die Vereinsfarben Blau und Weiß entsprechen denen der schottischen Nationalflagge. Der Name des Vereins leitet sich von den Millwall Docks auf der Isle of Dogs ab.

Das Team spielt im 1993 eingeweihten Stadion The Den an der Zampa Road in Bermondsey, nachdem das alte Stadion, das einige hundert Meter weiter südlich lag, abgerissen worden war. Das neue Stadion, das bis 2007 offiziell „The New Den“ hieß, hat eine Kapazität von 20.146 Zuschauern und erlebte am 10. Januar 1994 im FA-Cup-Spiel gegen den FC Arsenal mit 20.093 Zuschauern den bisher größten Zuschauerzuspruch. In Anlehnung an ihr Vereinslogo wird die Mannschaft auch The Lions genannt.

Das alte Millwall-Logo

Nach rund hundert Jahren in unteren Spielklassen war Millwall am Ende der Saison 1987/88 erstmals in die höchste englische Liga (damals First Division genannt) aufgestiegen. In seiner ersten Saison als Erstligist konnte sich der Verein gut behaupten und stand nach fünf Spieltagen sogar an der Tabellenspitze. Zu Saisonende belegte Millwall den zehnten Platz. In der folgenden Saison 1989/90 schafften die Lions nach anfänglich guten Ergebnissen am Ende nicht den Klassenerhalt und stiegen ab. Seitdem pendelte Millwall mehrmals zwischen der zweiten und dritten Spielklasse.

Einer der größten Erfolge war das Erreichen des FA-Cup-Finales am 22. Mai 2004. Unter der Führung von Dennis Wise verlor das Team 0:3 gegen Manchester United. Da sich die Red Devils jedoch für die Champions League qualifizierten, zog Millwall in den UEFA-Pokal ein. Dort verloren sie 2004/05 in der ersten Runde gegen den ungarischen Rekordmeister Ferencváros Budapest. Dies war der erste und bislang einzige europäische Auftritt des Vereins, ein für die Fans starker Kontrast zu den tristen Dienstagabenden in nordenglischen Kleinstädten, die ein bekanntes Buch eines Millwall-Fans schildert (Barrie Stradling: Tuesday Night at Grimsby: Diary of a Millwall Masochist).

In der Saison 2014/2015 stieg der Verein als Drittletzter der Football League Championship in die Football League One ab. 2015/16 verpasste Millwall durch eine 1:3-Niederlage im Playoff-Finale gegen Barnsley den Aufstieg in die Championship (2. Liga).

Am 20. Mai 2017 stieg Millwall nach einem 1:0 Sieg über Bradford im Endspiel der Qualifikationsrunde wieder in die zweite Liga (Championship) auf. Das Tor schuss Steve Morrison in der 85. Minute.

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Spieler, die bei Millwall unter Vertrag standen, waren Alex Stepney (1963–1966), Teddy Sheringham (1984–1991), Tony Cascarino (1987–1990), Kasey Keller (1990–1996) und Tim Cahill (1997–2004). Von vielen Fans als Idole betrachtet werden jedoch Ex-Spieler, die dem Verein stets loyal gegenüberstanden, immer hundertprozentigen Einsatz zeigten und körperbetont spielten, wie Harry Cripps, Barry Kitchener, Terry Hurlock, Keith Stevens und Neil Harris, der Rekordtorschütze und gegenwärtige Trainer des Vereins ist. Bisher einziger deutscher Spieler bei Millwall war Uwe Fuchs (1995–1996).

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein rekrutiert seine Fans vor allem aus den ärmeren Stadtteilen im Süden und Südosten Londons. Der traditionelle Erzfeind ist West Ham United.[1] Berüchtigt ist Millwall seit Jahrzehnten für seine unbändigen, lautstarken und teilweise gewaltbereiten Fans (z. B. die Millwall Bushwackers). Randale gab es am 2. Mai 2002 in der Umgebung des Stadions, nachdem Millwall ein Playoff-Heimspiel gegen Birmingham City um den Aufstieg in die Premier League mit 0:1 verloren hatte. Am 25. August 2009 kam es erneut zu heftigen Ausschreitungen im Rahmen eines Ligapokalspiels bei West Ham United. Das Spiel musste dreimal vom Schiedsrichter unterbrochen werden, da es zu Schlägereien auf den Rängen kam. In einer Messerstecherei nach Ende des Spiels und außerhalb des Stadions wurde ein Mann im Brustbereich verletzt.[2] Das Hooligan-Image der Millwall-Fans kommt auch in den Filmen Hooligans (mit Elijah Wood); Hooligans 2, Rise of the Footsoldier und The Football Factory zum Ausdruck, in denen Anhänger von Millwall als äußerst brutal und gewaltsuchend dargestellt werden.

Doch im Umfeld des Terroranschlags in London am 3. Juni 2017 sorgte Roy Larner zumindest für einen kurzzeitigen Imagewechsel der sonst so gefürchteten Fans. Nachdem die drei islamistischen Attentäter wahllos auf mehrere Passanten eingestochen hatten, stellte Larner sich unbewaffnet den drei mit Stichwaffen ausgerüsteten Terroristen entgegen. Ihre „Islam! Islam!“-Rufe beantwortete er mit „Fuck you, I’m Millwall“ und wurde zum gefeierten Held der englischen Medien. So kommentierte Moderator Piers Morgan in seiner Sendung Good Morning Britain: „Es gibt Momente, da ist man froh, einen Millwall-Fan in der Nähe zu haben.“[3] Die schwedischen Sänger Anders Fridén und David Mortimer, die in Stockholm die Brauerei Frequency B.W. betreiben, brauten Larner zu Ehren ein neues Bier und gaben ihm den Namen Fuck you, I’m Millwall.[4]

Bekanntester Schlachtruf der Millwall-Fans ist: “No one likes us, no one likes us, no one likes us, we don’t care. We are Millwall, super Millwall, we are Millwall from The Den.” Es wird auf die Melodie von Rod Stewarts Lied „Sailing“ gesungen.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1920–1928: Football League Third Division
  • 1928–1934: Football League Second Division
  • 1934–1938: Football League Third Division
  • 1938–1948: Football League Second Division
  • 1948–1958: Football League Third Division
  • 1958–1962: Football League Fourth Division
  • 1962–1964: Football League Third Division
  • 1964–1965: Football League Fourth Division
  • 1965–1966: Football League Third Division
  • 1966–1975: Football League Second Division
  • 1975–1976: Football League Third Division
  • 1976–1979: Football League Second Division
  • 1979–1985: Football League Third Division
  • 1985–1988: Football League Second Division
  • 1988–1990: Football League First Division
  • 1990–1992: Football League Second Division
  • 1992–1996: Football League First Division
  • 1996–2001: Football League Second Division
  • 2001–2004: Football League First Division
  • 2004–2006: Football League Championship
  • 2006–2010: Football League One
  • 2010–2015: Football League Championship
  • 2015–2017: Football League One
  • 2017–0000: Football League Championship

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barrie Stradling: Millwall for life: Lebenslänglich Millwall. Trolsen Communicate!, Quickborn, 2007, ISBN 3-9809064-6-9
  • „Das Millwall Special“. In: Ballesterer Fußballmagazin Nr. 10, 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise / Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. West Ham v Millwall – A Look at the Rivalry that burns London (englisch; Artikel vom 4. Februar 2012)
  2. FA to probe Upton Park violence. British Broadcasting Corporation, 26. August 2009, abgerufen am 29. März 2016.
  3. Engländer feiern Roy Larner: „Fuck you, I am Millwall“ (7. Juni 2017)
  4. Londoner Terror-Held kriegt sein eigenes Bier (Artikel vom 20. Juni 2017)