AFC Sunderland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von FC Sunderland)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
AFC Sunderland
Das Logo seit 1997
Basisdaten
Name Sunderland Association Football Club
Sitz Sunderland, England
Gründung 1879
Eigentümer Kyril Louis-Dreyfus
Website safc.com
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Alex Neil
Spielstätte Stadium of Light
Plätze 49.000
Liga EFL Championship
2021/22   5. Platz (EFL League One)
Heim
Auswärts

Der AFC Sunderland (offiziell: Sunderland Association Football Club) – auch bekannt als The Black Cats – ist ein englischer Fußballverein aus der Industriestadt Sunderland im Nordosten von England. Sunderland ist ein Gründungsmitglied der Football League und gewann sechsmal die englische Meisterschaft und zweimal den FA Cup. Der letzte große Titel liegt mit dem FA Cup 1973 allerdings schon lange zurück.

Den AFC Sunderland und Newcastle United verbindet eine traditionsreiche Rivalität. Spiele beider Mannschaften werden „Tyne and Wear Derby“ genannt. Seit 1997 spielt Sunderland im 48.707 Zuschauer fassenden Stadium of Light. Zuvor war der Verein im Roker Park beheimatet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sunderland und Aston Villa erschienen 1895 in einer frühen Fußballmalerei von Thomas M.M. Hemy

Der Verein wurde im Jahr 1879 unter dem Namen Sunderland & District Teachers Association gegründet. Sieben Jahre später, nun unter dem Namen Sunderland Association Football Club, wurde der Verein professionell und rekrutierte die ersten „ausländischen“ Spieler aus Schottland. Der AFC war später die erste Fußballmannschaft, die dreimal englischer Meister wurde; der Schotte Johnny Campbell wurde mehrmals Torschützenkönig.

Im Jahr 2003 stieg man aus der Premier League ab und spielte zwei Jahre lang in der Football League Championship. Nach der Saison 2004/05 stieg der Club als Meister der Football League Championship wieder in die Premier League auf, stieg nach der Saison 2005/06 als 20. sofort wieder ab. Ein siebenköpfiges irisches Konsortium mit dem Namen Drumaville Consortium kaufte 2006 den Verein aus der Eigentümerschaft von Bob Murray heraus. Niall Quinn als Mitglied dieser Vereinigung wurde als Trainer eingesetzt. Nach schwachem Abschneiden in der Liga folgte ihm Roy Keane als Trainer; Quinn selbst übernahm den Posten des Vereinspräsidenten. Noch in der gleichen Saison gelang dem AFC Sunderland der Aufstieg in die Premier League. In der Spielzeit 2007/08 wurde die Klasse mit Rang 15 gehalten.

Im März 2013 übernahm Paolo Di Canio den Trainerposten.[1] Di Canio war aufgrund seines klaren Bekenntnisses zum italienischen Faschismus umstritten. David Miliband trat deswegen aus Protest als Vize-Präsident und Aufsichtsratschef zurück.[2] Di Canio wurde im September 2013 entlassen, nachdem eine verbale Auseinandersetzung mit mehreren Spielern die tiefen Gräben in der Mannschaft aufgezeigt hatte. Di Canio hatte zuvor mehrmals öffentlich Spieler kritisiert.[3] Nachfolger wurde Gustavo Poyet.[4]

Im Juli 2016 übernahm David Moyes den Trainerposten. Mit ihm stieg der AFC Sunderland als Tabellenletzter der Saison 2016/17 aus der Premier League mit 24 Punkten ab. Nach Saisonende wechselte Torhüter Jordan Pickford, der seit seinem achten Lebensjahr die Nachwuchsabteilung des AFC Sunderland durchlaufen hatte, für die Rekordsumme von umgerechnet 34 Millionen Euro zum FC Everton.[5] Eine Saison später stieg man als Tabellenletzter auch aus der zweithöchsten englischen Liga ab. Diese Saison wurde in der Netflix-Serie Sunderland 'til I Die dokumentiert.[6] In der Folge verkaufte Ellis Short, der US-amerikanische Eigentümer, den Club an ein internationales Konsortium von Investoren um den englischen Unternehmer und Fußball-Manager Stewart Donald.[7]

In der Saison 2018/19 wechselte der nordirische Stürmer Will Grigg für rund 4,6 Millionen Euro vom Zweitligisten Wigan Athletic zum klassentieferen AFC Sunderland. Es war der bis dahin teuerste Transfer eines Spielers zu einem Klub aus der League One.[8] Das Team schloss in der Liga auf Rang 5 ab und verlor in den Aufstiegs-Playoffs gegen Charlton Athletic. 2022 gelang als Tabellenfünfter nach Play-off-Siegen über Sheffield Wednesday und Wycombe Wanderers die Rückkehr in die EFL Championship.

Daten und Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen des AFC Sunderland von 1972 bis 1997

Titel und Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischer Meister:

Englischer Pokal (FA Cup):

League Cup:

EFL Trophy:

Charity Shield:

  • Sieger 1936

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Aufstellung zeigt jeweils die 10 Spieler mit den meisten Pflichtspieleinsätzen und -toren in der Geschichte des AFC Sunderland.[9]

Einsätze
1 EnglandEngland Jimmy Montgomery 1960–1977 627
2 EnglandEngland Len Ashurst 1957–1970 458
3 Schottland Ned Doig 1890–1904 457
4 EnglandEngland Stan Anderson 1951–1963 447
5 EnglandEngland Gary Bennett 1984–1995 443
6 Schottland Bobby Kerr 1966–1978 433
7 EnglandEngland Gordon Armstrong 1985–1996 416
8 EnglandEngland Charlie Buchan 1911–1925 411
9 EnglandEngland Michael Gray 1992–2004 410
10 Irland Charlie Hurley 1957–1969 401
Tore
1 EnglandEngland Bobby Gurney 1925–1950 228
2 EnglandEngland Charlie Buchan 1911–1925 223
3 Schottland Dave Halliday 1925–1929 165
4 EnglandEngland George Holley 1904–1919 157
5 Schottland Johnny Campbell 1890–1897 154
6 EnglandEngland Raich Carter 1931–1939 130
6 EnglandEngland Kevin Phillips 1997–2003 128
8 Schottland Jimmy Millar 1890–1896, 1900–1904 127
9 EnglandEngland Arthur Bridgett 1902–1912 116
10 Schottland Patsy Gallacher 1929–1938 107

Manager (Trainer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Reid trainierte den AFC Sunderland von 1995 bis 2002

Interimstrainer werden in dieser Liste nicht berücksichtigt.

Zeitraum Trainer
1889–1896 England Tom Watson
1896–1899 Schottland Robert Campbell
1899–1905 Schottland Alex Mackie
1905–1928 Nordirland Bob Kyle
1928–1939 Schottland Johnny Cochrane
1939–1957 Schottland Bill Murray
1957–1964 England Alan Brown
1965–1968 Schottland Ian McColl
1968–1972 England Alan Brown
1972–1976 England Bob Stokoe
1976–1978 England Jimmy Adamson
1978–1979 England Billy Elliott
1979–1981 England Ben Knighton
1981–1984 Wales Alan Durban
1984–1985 England Len Ashurst
1985–1987 England Lawrie McMenemy
1987–1991 England Denis Smith
1991–1993 England Malcolm Crosby
1993 England Terry Butcher
1993–1995 England Mick Buxton
1995–2002 England Peter Reid
2002–2003 England Howard Wilkinson
2003–2006 Irland Mick McCarthy
2006 Irland Niall Quinn
2006–2008 Irland Roy Keane
2008–2009 Schottland Ricky Sbragia
2009–2011 England Steve Bruce
2011–2013 Nordirland Martin O’Neill
2013 Italien Paolo Di Canio
2013–2015 Uruguay Gustavo Poyet
2015 Niederlande Dick Advocaat
2016–2017 Schottland David Moyes
2017 England Simon Grayson
2017–2018 Wales Chris Coleman
2018–2019 Schottland Jack Ross
2019–2020 England Phil Parkinson
2020–2022 England Lee Johnson
2022– Schottland Alex Neil

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Days, John Hudson, Bernard Callaghan, Paul Callaghan: Sunderland AFC: The Official History 1879–2000. Business Education Publishers Ltd., Sunderland 1999, ISBN 978-0-9536984-1-7.
  • Garth Dykes, Doug Lamming: All the Lads: A Complete Who’s Who of Sunderland A.F.C. Polar Print Group Ltd., Leicester 1999, ISBN 978-1-899538-14-0.
  • Rob Mason, Mike Gibson, Barry Jackson: Sunderland AFC – The Absolute Record. Twocan, 2020, ISBN 978-1-913362-79-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: AFC Sunderland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Louise Taylor: Paolo Di Canio confirmed as new Sunderland manager. The Guardian, 31. März 2013. Abgerufen am 1. April 2013
  2. David Miliband quits Sunderland FC in Di Canio protest. The Guardian, 1. April 2013. Abgerufen am 1. April 2013
  3. Louise Taylor: Sunderland sack Paolo Di Canio after training-ground row with players. The Guardian, 22. September 2013.
  4. Poyet übernimmt die „Black Cats“. kicker.de, 8. Oktober 2013.
  5. Tim Beyer: Und der soll Engländer sein?. Zeit Online, 11. Juli 2018. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  6. Sunderland ’Til I Die, and the plight of the merely-very-good football player. The Guardian, 10. Februar 2019. Abgerufen am 23. Februar 2019
  7. Sunderland AFC to change ownership. Presseerklärung AFC Sunderland vom 29. April 2018
  8. Kultstürmer Will Grigg sorgt für Transferrekord. Berliner Zeitung, 1. Februar 2019. Abgerufen am 23. Februar 2019.
  9. Rob Mason, Mike Gibson, Barry Jackson: Sunderland AFC – The Absolute Record. Twocan, 2020, ISBN 978-1-913362-79-9, S. 355 f.