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FDGB-Pokal 1976/77

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FDGB-Pokal 1976/77
Pokalsieger SG Dynamo Dresden (3. Titel)
Europapokal der
Pokalsieger
1. FC Lokomotive Leipzig
Beginn 05. September 1976
Finale 28. Mai 1977
Finalstadion Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin
Mannschaften 78
Spiele 91
Tore 354   3,89 pro Spiel)
FDGB-Pokal 1975/76
Pokalsieger 1977: SG Dynamo Dresden

Zum 26. Mal wurde in der Fußballsaison 1976/77 der FDGB-Fußballpokal ausgespielt.

Am FDGB-Pokal-Wettbewerb 1976/77 nahmen 78 Mannschaften teil. Der Wettbewerb begann mit der I. Hauptrunde, die nach territorialen Gesichtspunkten gelost wurde, an dieser aus der Saison 1975/76 die 15 Bezirkspokalvertreter, 47 Mannschaften aus der DDR-Liga (ohne Aufsteiger und Zweitvertretungen) und die beiden Letzten der DDR-Oberliga teilnahmen. Dabei hatten acht DDR-Ligisten ein Freilos, die direkt in die folgende Zwischenrunde einzogen. Acht Bezirkspokalsieger überstanden die I. Hauptrunde und mussten sich dann in der Zwischenrunde mit den Freilosmannschaften und weiteren 14 Mannschaften der DDR-Liga auseinandersetzen.

Bis zur anschließenden II. Hauptrunde, in der noch vier Bezirkspokalsieger vertreten waren und die 14 Oberliga-Mannschaften in den Pokalwettbewerb eingriffen, wurden die Spiele im einfachen Pokalmodus ausgetragen und gegen falls nach Verlängerung durch Elfmeterschießen entschieden.

Wie im Vorjahr, schieden der FC Karl-Marx-Stadt und die BSG Wismut Aue zwei Oberligisten vor dem Achtelfinale aus, ab dem bis einschließlich Halbfinale die Sieger in Hin- und Rückspielen ermittelt wurden.

Mit der Zweitvertretung von Vorwärts Stralsund schied im Achtelfinale der letzte Bezirkspokalsieger ebenso aus, wie der letztjährige Pokalfinalist FC Vorwärts Frankfurt/Oder, der vom einzig verbliebenen DDR-Ligisten BSG Motor Suhl eliminiert wurde. Für die Suhler war im Viertelfinale Schluss, wo sie sich nach einem torreichen 4:4 im Heimspiel, dann im Rückspiel beim Pokalverteidiger 1. FC Lokomotive Leipzig mit 0:3 aus dem Pokalwettbewerb verabschieden mussten. Die Leipziger kamen nach zwei Halbfinal-Siegen über den HFC Chemie erneut in das Endspiel, wo sie auf den alten und neuen DDR-Meister SG Dynamo Dresden trafen, die ebenfalls mit zwei Siegen den FC Carl Zeiss Jena ausschalteten.

Die Spiele fanden am Samstag, 5. September 1976 um 15:00 Uhr statt.

Ergebnis
BSG NARVA Berlin * 0:3 BSG Stahl Hennigsdorf
BSG Aktivist Brieske-Senftenberg * 0:0 n. V.
(3:5 i. E.)
SG Dynamo Fürstenwalde
ASG Vorwärts Kamenz * 1:4 ASG Vorwärts Plauen
ZSG Leinefelde * 2:1 BSG Kali Werra Tiefenort
BSG Aufbau Schwedt * 4:2 BSG Stahl Brandenburg
BSG Wismut Gera II * 0:1 BSG Zentronik Sömmerda
BSG Chemie Piesteritz * 2:2 n. V.
(3:4 i. E.)
TSG Gröditz
SG Wismut/Rotation Crossen * 0:2 FSV Lokomotive Dresden
BSG Fortschritt Groitzsch (1) 2:6 BSG Chemie Böhlen
BSG Turbine Magdeburg * 1:1 n. V.
(2:1 i. E.)
BSG Aktivist Espenhain
TSG Neustrelitz * 2:1 n. V. BSG Post Neubrandenburg
BSG Stahl Oranienburg * 2:1 BSG Motor Eberswalde
ASG Vorwärts Stralsund II * 5:4 BSG Schiffahrt/Hafen Rostock
BSG Motor Schwerin * 2:2 n. V.
(4:1 i. E.)
BSG CM Veritas Wittenberge
BSG Lokomotive Meiningen * 3:0 BSG Motor Weimar
BSG Lokomotive Bergen 0:1 BSG KKW Greifswald
BSG Einheit Pankow 3:2 BSG Stahl Finow
BSG Chemie Premnitz 2:3 BSG Motor Babelsberg
BSG Motor Bautzen 1:2 BSG Aktivist Schwarze Pumpe
BSG Chemie Schwarza 3:1 BSG Stahl Blankenburg
TSG Bau Rostock 2:1 BSG Einheit Güstrow
ASG Vorwärts Neubrandenburg 2:3 TSG Wismar
BSG Nord Max Matern Torgelow 0:3 BSG Stahl Eisenhüttenstadt
BSG Motor Hermsdorf 2:0 BSG Chemie Buna Schkopau
BSG Einheit Grevesmühlen 1:6 SG Dynamo Schwerin
BSG Lokomotive Stendal 4:1 BSG EAB Lichtenberg 47
BSG Einheit Wernigerode 0:1 BSG Chemie Zeitz
BSG Motor Nordhausen 3:2 BSG Motor Veilsdorf
* 
Bezirkspokalsieger
(1) 
Die BSG Fortschritt Groitzsch (Bezirkspokalfinalist Leipzig) nahm anstelle der aufgelösten Zweitvertretung des 1. FC Lokomotive Leipzig (Bezirkspokalsieger Leipzig) am Wettbewerb teil.

Durch ein Freilos zogen die BSG Energie Cottbus, ASG Vorwärts Dessau, SG Dynamo Eisleben, BSG Wismut Gera, BSG Chemie Leipzig, ASG Vorwärts Stralsund, BSG Motor Suhl und BSG Motor Werdau direkt in die Zwischenrunde ein.

Die Spiele fanden am Sonntag, 3. Oktober 1976 um 14:00 Uhr statt.

Ergebnis
BSG Stahl Hennigsdorf 2:1 BSG Energie Cottbus
BSG Turbine Magdeburg * 0:2 ASG Vorwärts Dessau
BSG Chemie Zeitz 2:1 SG Dynamo Eisleben
BSG Chemie Böhlen 1:2 BSG Wismut Gera
BSG Aktivist Schwarze Pumpe 3:2 BSG Chemie Leipzig
TSG Neustrelitz * 2:1 ASG Vorwärts Stralsund
ZSG Leinefelde * 1:4 BSG Motor Suhl
BSG Chemie Schwarza 0:5 BSG Motor Werdau
BSG Aufbau Schwedt * 3:2 TSG Bau Rostock
BSG Motor Schwerin * 0:1 BSG Lokomotive Stendal
BSG Lokomotive Meiningen * 1:2 BSG Motor Nordhausen
TSG Gröditz 7:2 BSG Motor Hermsdorf
BSG Zentronik Sömmerda 0:1 ASG Vorwärts Plauen
BSG Stahl Oranienburg * 5:3 SG Dynamo Fürstenwalde
ASG Vorwärts Stralsund II * 2:1 BSG KKW Greifswald
BSG Einheit Pankow 1:2 BSG Motor Babelsberg
TSG Wismar 3:5 SG Dynamo Schwerin
BSG Stahl Eisenhüttenstadt 3:1 FSV Lokomotive Dresden
* 
Bezirkspokalsieger

Die Spiele fanden am Samstag, 16. Oktober 1976 um 13:30 Uhr statt.

Ergebnis
BSG Stahl Hennigsdorf 1:6 FC Vorwärts Frankfurt/Oder
BSG Chemie Zeitz 2:6 1. FC Magdeburg
BSG Wismut Gera 0:3 n. V. BSG Stahl Riesa
BSG Aktivist Schwarze Pumpe 0:0 n. V.
(3:4 i. E.)
BSG Sachsenring Zwickau
TSG Gröditz 2:3 SG Dynamo Dresden
ASG Vorwärts Plauen 1:2 FC Rot-Weiß Erfurt
SG Dynamo Schwerin 1:5 F.C. Hansa Rostock
BSG Stahl Eisenhüttenstadt 1:2 1. FC Lokomotive Leipzig
TSG Neustrelitz * 0:3 BFC Dynamo
BSG Motor Suhl 1:0 FC Karl-Marx-Stadt
BSG Motor Nordhausen 1:6 FC Carl Zeiss Jena
BSG Motor Werdau 3:1 BSG Wismut Aue
BSG Motor Babelsberg 0:1 HFC Chemie
BSG Stahl Oranienburg * 2:5 ASG Vorwärts Dessau
BSG Aufbau Schwedt * 0:1 1. FC Union Berlin
BSG Lokomotive Stendal 1:4 ASG Vorwärts Stralsund II *
* 
Bezirkspokalsieger

Die Hinspiele fanden am Samstag, 20. November 1976 um 13:30 Uhr und die Rückspiele am Samstag, 27. November 1976 sowie am Sonntag, 28. November 1976 (Union gegen Riesa) um jeweils 13:00 Uhr statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
BSG Motor Suhl  (a)5:5(a) FC Vorwärts Frankfurt/Oder 2:2 3:3
1. FC Lokomotive Leipzig 5:4 BSG Sachsenring Zwickau 3:1 2:3 n. V.
ASG Vorwärts Dessau 3:4 F.C. Hansa Rostock 1:2 2:2
BSG Stahl Riesa 4:1 1. FC Union Berlin 4:0 0:1
HFC Chemie 8:6 BSG Motor Werdau 5:3 3:3
FC Carl Zeiss Jena  (a)2:2(a) 1. FC Magdeburg 1:0 1:2
ASG Vorwärts Stralsund II * 1:8 FC Rot-Weiß Erfurt 1:4 0:4
SG Dynamo Dresden 5:4 BFC Dynamo 4:1 1:3
* 
Bezirkspokalsieger

Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 15. Dezember 1976 und die Rückspiele am Mittwoch, 22. Dezember 1976 statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
BSG Stahl Riesa 2:3 FC Carl Zeiss Jena 1:0 1:3
FC Rot-Weiß Erfurt 0:3 SG Dynamo Dresden 0:2 0:1
HFC Chemie 6:2 F.C. Hansa Rostock 4:1 2:1
BSG Motor Suhl 4:7 1. FC Lokomotive Leipzig 4:4 0:3

Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 13. April 1977 um 17:00 Uhr und die Rückspiele am Freitag, 21. April 1977 (Dresden) um 18:30 Uhr sowie am Samstag, 22. April 1977 (Leipzig) um 16:00 Uhr statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
HFC Chemie 2:5 1. FC Lokomotive Leipzig 1:3 1:2
FC Carl Zeiss Jena 1:4 SG Dynamo Dresden 0:2 1:2
Paarung SG Dynamo Dresden1. FC Lokomotive Leipzig
Ergebnis 3:2 (0:0)
Datum Samstag, 28. Mai 1977 um 15:00 Uhr
Stadion Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin
Zuschauer 55.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen/Dosse)
Schiedsrichterassistenten Heinz Einbeck (Ost-Berlin), Wolfgang Riedel (Ost-Berlin)
Tore 1:0 Sachse (46.)
1:1 Löwe (55.)
1:2 Sekora (63.)
2:2 Weber (85.)
3:2 Sachse (87.)
SG Dynamo Dresden Claus BodenHans-Jürgen Dörner (C)ein weißes C in blauem KreisGerd Weber, Udo Schmuck, Klaus MüllerReinhard Häfner, Matthias Müller, Hartmut SchadeDieter Riedel (74. Peter Kotte), Rainer Sachse, Gert Heidler
Cheftrainer: Walter Fritzsch
1. FC Lokomotive Leipzig Werner FrieseRoland HammerGunter Sekora, Wilfried Gröbner, Joachim FritscheLutz Eichhorn, Wolfgang Altmann, Henning Frenzel (C)ein weißes C in blauem Kreis (74. Andreas Bornschein), Andreas RothWolfram Löwe, Dieter Kühn
Cheftrainer: Manfred Pfeifer

Das Spiel hatte mit Dynamo Dresden einen klaren Favoriten, die Mannschaft ging nicht nur als frischgebackener Meister, sondern auch mit acht aktuellen Nationalspielern in die Begegnung. Während die Dresdner, die nach dem Finalsieg 1971 ihre letzten drei Pokalendspiele verloren hatten, dass Double von Meisterschaft und Pokal anstrebten, ging es für die Leipziger, nur mit drei gegenwärtigen Nationalspielern antretend, aber auf den Altinternationalen Frenzel hoffend, um die Pokalverteidigung. Trotz der Vorschusslorbeeren für Dresden verlief die Partie völlig ausgeglichen, ein Sieger war lange nicht auszumachen. Die Dynamo-Mittelfeldreihe konnte zunächst keine entscheidenden Akzente setzen, Loks Stürmer zeigte sich zwar torgefährlich, konnten ihre Chancen jedoch nicht verwerten. Nach torloser erster Halbzeit schien Dynamo mit dem schnellen Führungstreffer durch Sachse nach der Pause ein Zeichen setzen zu wollen. Der Dresdner Mittelstürmer hatte in der 46. Minute einen vom Leipziger Eichhorn abgefälschten Ball mit einem Drehschuss im Tor unterbringen können. Obwohl danach Dresden mehrere Möglichkeiten zum 2:0 hatten, wurden durch den Rückstand bei den Leipzigern neue Kräfte freigesetzt, der 1. FC Lokomotive schlug postwendend mit Kontern zurück. Bereits nach neun Minuten war es Rechtsaußen Löwe, der nach einem 30-m-Pass von Frenzel Dresdens Klaus Müller ausspielte und mit einem Scharfschuss den Ausgleich erzielte. Mitten in eine Dresdner Angriffsphase schoss acht Minuten später Rechtsverteidiger Sekora, der Häfner an der Mittellinie abschütteln konnte, zur 2:1-Führung für Leipzig ein. Danach schaltete Dynamo Dresden auf bedingungslosen Angriff um, selbst Libero Dörner schaltete sich in den Sturmlauf mit ein. Die Lok-Mannschaft wurde in die eigene Spielhälfte zurückgedrängt und kam nur noch dazu, ihr eigenes Tor zu verteidigen. Fast 20 Minuten berannten die Dresdner den gegnerischen Strafraum vergeblich, doch mit einem wahren Kraftakt gelang es Dynamo, doch noch das Ruder herumzureißen. Mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten kurz vor Ultimo konnten Weber und Sachse den Leipzigern den sichergeglaubten Sieg noch entreißen. Weber köpfte in der 85. Minute einen von Häfner geschossenen Eckball ein, Sachse kam in 87. Minute mit einem Fernschuss zum Erfolg.

  • Die neue Fußballwoche. Fuwo. Sportverlag, ISSN 0323-8407 (Hefte der Saison 1976 und 1977).
  • DSFS AG Nordost (Hrsg.): DDR-Chronik 1949–1991, DDR-Fußball in Daten, Fakten und Zahlen. Band 5: 1974/75-1978/79. Berlin 2009.