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FDGB-Pokal 1977/78

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FDGB-Pokal 1977/78
Pokalsieger 1. FC Magdeburg (5. Titel)
Europapokal der
Pokalsieger
1. FC Magdeburg
Beginn 06. August 1977
Finale 29. April 1978
Finalstadion Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin
Mannschaften 88
Spiele 101
Tore 380   3,76 pro Spiel)
FDGB-Pokal 1976/77
Pokalsieger 1978: 1. FC Magdeburg

Der 27. Wettbewerb um den FDGB-Fußballpokal wurde in der Saison 1977/78 ausgetragen.

Am FDGB-Pokal-Wettbewerb 1977/78 nahmen 88 Mannschaften teil. Vor der I. Hauptrunde, die nach territorialen Gesichtspunkten gelost wurde, standen zwei Ausscheidungsspiele an. An diesem Abschnitt des Wettbewerbs, waren aus der Saison 1976/77 die 15 Bezirkspokalsieger, 57 Mannschaften aus der DDR-Liga (ohne Aufsteiger) und die beiden Letzten der DDR-Oberliga beteiligt.

Bis einschließlich II. Hauptrunde wurden die Spiele im einfachen Pokalmodus ausgetragen und gegen falls nach Verlängerung durch Elfmeterschießen entschieden. Die Paarungen des Achtel-, Viertel- und Halbfinales fanden mit Hin- und Rückspiel statt.

Nachdem in einer Zwischenrunde bis auf Motor Warnowwerft Warnemünde alle Bezirkspokalsieger eliminiert worden waren, griffen in der II. Hauptrunde die 14 Oberliga-Mannschaften in das Pokalgeschehen ein. Mit dem HFC Chemie, Union Berlin, Chemie Böhlen, Sachsenring Zwickau und Wismut Aue schieden bereits fünf Oberligisten aus. Auch Motor Warnowwerft musste sich aus dem Wettbewerb verabschieden.

Der Vorjahresfinalist 1. FC Lokomotive Leipzig schied bereits im Achtelfinale gegen den BFC Dynamo aus. Von den sieben DDR-Ligisten, die das Achtelfinale erreicht hatten, kamen nur Buna Schkopau, Motor Werdau und Vorwärts Stralsund unter die letzten Acht, schieden jedoch allesamt im Viertelfinale aus. Der letztjährige Pokalsieger Dynamo Dresden kam erneut in das Endspiel, wo er auf den viermaligen Pokalgewinner 1. FC Magdeburg traf.

Ausscheidungsrunde

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Die Spiele fanden am Samstag, 6. August 1977 um 15:00 Uhr statt.

Ergebnis
BSG EAB Lichtenberg 47 3:0 BSG Nord „Max Matern“ Torgelow
BSG Motor Veilsdorf 2:4 BSG Motor Altenburg

Die Spiele fanden am Samstag, 13. August 1977 (Velten, D. Schwerin und Thale) sowie am Sonntag, 14. August 1977 um jeweils 15:00 Uhr statt.

Ergebnis
BSG Sparta Berlin * 3:5 n. V. SG Dynamo Fürstenwalde
BSG Aufbau Großräschen * 2:3 BSG Motor Werdau
BSG Wismut Pirna-Copitz * 2:1 BSG Aktivist Brieske-Senftenberg
ZSG Leinefelde * 1:0 BSG Chemie IW Ilmenau
BSG Empor Beeskow * 2:1 BSG Motor Hennigsdorf
BSG Fortschritt Münchenbernsdorf * 1:4 BSG Umformtechnik Erfurt
BSG Stahl WW Hettstedt * 3:1 BSG Lokomotive Halberstadt
ASG Vorwärts Plauen II * 0:0 n. V.
(3:1 i. E.)
BSG Fortschritt Bischofswerda
BSG DIMO Böhlitz-Ehrenberg * 1:6 FSV Lokomotive Dresden
BSG Aktivist Gommern * 5:7 n. V. BSG CM Veritas Wittenberge
BSG Demminer Verkehrsbetriebe * 0:6 TSG Bau Rostock
BSG Chemie Velten * 1:6 BSG Energie Cottbus
BSG Motor Warnowwerft Warnemünde * 4:1 BSG Einheit Güstrow
ISG Schwerin-Süd * 0:1 ASG Vorwärts Neubrandenburg
BSG Kali Werra Tiefenort II * 1:4 BSG Zentronik Sömmerda
BSG Post Neubrandenburg 1:0 F.C. Hansa Rostock
BSG Stahl Hennigsdorf 6:2 BSG Motor Schwerin
SG Dynamo Schwerin 4:0 BSG Lokomotive Stendal
BSG Chemie PCK Schwedt 0:1 BSG KKW Greifswald
BSG Aktivist Schwarze Pumpe 2:1 BSG Aktivist Espenhain
BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 4:1 BSG Einheit Grevesmühlen
TSG Wismar 2:1 TSG Neustrelitz
BSG Stahl Blankenburg 3:2 n. V. BSG Motor Nordhausen
BSG Motor Weimar 4:0 BSG Einheit Wernigerode
BSG Stahl Thale 2:1 BSG Kali Werra Tiefenort
SG Dynamo Eisleben 3:0 BSG Motor Altenburg
BSG Chemie Buna Schkopau 5:0 BSG Fortschritt Weida
BSG Motor Suhl 5:3 BSG Chemie Leipzig
BSG Rotes Banner Trinwillershagen 2:7 ASG Vorwärts Stralsund
BSG Stahl Finow 2:1 BSG Stahl Brandenburg
BSG Motor Eberswalde 3:0 BSG EAB Lichtenberg 47
ASG Vorwärts Dessau 3:1 BSG Motor Babelsberg
TSG Gröditz 1:1 n. V.
(6:5 i. E.)
BSG Stahl Eisenhüttenstadt
BSG Rotation Berlin 0:1 BSG Stahl Riesa
BSG Motor Hermsdorf 4:3 BSG Fortschritt Krumhermersdorf
BSG Chemie Zeitz 0:1 ASG Vorwärts Plauen
* 
Bezirkspokalsieger

Die Spiele fanden am Sonntag, 18. September 1977 um 15:00 Uhr und am Freitag, 7. Oktober 1977 (Warnemünde gegen Wismar) um 14:00 Uhr statt.

Ergebnis
BSG Wismut Pirna-Copitz * 2:3 ASG Vorwärts Plauen
BSG Stahl WW Hettstedt * 1:2 TSG Gröditz
ASG Vorwärts Plauen II * 1:3 BSG Motor Weimar
BSG Motor Warnowwerft Warnemünde * 3:1 TSG Wismar
ZSG Leinefelde * 0:1 SG Dynamo Eisleben
BSG Empor Beeskow * 1:2 SG Dynamo Fürstenwalde
BSG Umformtechnik Erfurt 1:2 BSG Chemie Buna Schkopau
TSG Bau Rostock 2:3 BSG Stahl Hennigsdorf
BSG Zentronik Sömmerda 2:4 BSG Stahl Thale
BSG Energie Cottbus 4:2 ASG Vorwärts Dessau
ASG Vorwärts Stralsund 3:1 BSG Schiffahrt/Hafen Rostock
BSG Stahl Riesa 2:0 BSG Aktivist Schwarze Pumpe
BSG Motor Werdau 2:1 BSG Motor Suhl
FSV Lokomotive Dresden 4:2 n. V. BSG Motor Hermsdorf
ASG Vorwärts Neubrandenburg 4:0 SG Dynamo Schwerin
BSG KKW Greifswald 1:1 n. V.
(4:2 i. E.)
BSG Post Neubrandenburg
BSG CM Veritas Wittenberge 2:3 BSG Stahl Blankenburg
BSG Stahl Finow 1:2 BSG Motor Eberswalde
* 
Bezirkspokalsieger

Die Spiele fanden am Samstag, 22. Oktober 1977 und am Sonntag, 23. Oktober 1977 (Thale gegen Gera) jeweils um 13:30 Uhr statt.

Ergebnis
FSV Lokomotive Dresden 1:0 n. V. BSG Wismut Aue
BSG KKW Greifswald 0:2 BFC Dynamo
SG Dynamo Fürstenwalde 0:4 SG Dynamo Dresden
BSG Motor Werdau 0:0 n. V.
(3:1 i. E.)
1. FC Union Berlin
SG Dynamo Eisleben 1:0 BSG Chemie Böhlen
BSG Stahl Blankenburg 0:3 FC Rot-Weiß Erfurt
ASV Vorwärts Neubrandenburg 0:2 FC Vorwärts Frankfurt/Oder
BSG Stahl Thale 1:2 n. V. BSG Wismut Gera
BSG Stahl Riesa 4:1 HFC Chemie
BSG Motor Weimar 0:2 FC Carl Zeiss Jena
TSG Gröditz 0:2 FC Karl-Marx-Stadt
BSG Stahl Hennigsdorf 1:6 1. FC Magdeburg
BSG Chemie Buna Schkopau 2:0 BSG Sachsenring Zwickau
ASG Vorwärts Stralsund 7:1 BSG Motor Warnowwerft Warnemünde *
BSG Motor Eberswalde 1:3 BSG Energie Cottbus
ASG Vorwärts Plauen 0:3 1. FC Lokomotive Leipzig
* 
Bezirkspokalsieger

Die Hinspiele fanden am Samstag, 26. November 1977 um 13:30 Uhr und die Rückspiele am Mittwoch, 30. November 1977 um 13:30 Uhr bzw. um 17:00 Uhr (Leipzig, Dresden und Frankfurt/Oder) statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
BFC Dynamo 6:2 1. FC Lokomotive Leipzig 5:0 1:2
FSV Lokomotive Dresden 01:11 SG Dynamo Dresden 1:7 0:4
BSG Energie Cottbus 2:5 FC Vorwärts Frankfurt/Oder 2:1 0:4
FC Carl Zeiss Jena (a)2:2 (a) ASG Vorwärts Stralsund 1:2 1:0
1. FC Magdeburg 7:1 BSG Stahl Riesa 2:1 5:0
SG Dynamo Eisleben (a)3:3 (a) BSG Chemie Buna Schkopau 2:2 1:1
FC Rot-Weiß Erfurt 3:2 BSG Wismut Gera 1:2 2:0
FC Karl-Marx-Stadt 2:4 BSG Motor Werdau 0:1 2:3

Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 14. Dezember 1977 um 13:30 Uhr (Stralsund) bzw. um 17:00 Uhr und die Rückspiele am Mittwoch, 21. Dezember 1977 um 13:00 Uhr (Werdau und Schkopau) bzw. um 17:00 Uhr statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
SG Dynamo Dresden 8:1 BSG Motor Werdau 5:1 3:0
FC Rot-Weiß Erfurt 5:0 BSG Chemie Buna Schkopau 4:0 (1)1:0 (1)
ASG Vorwärts Stralsund 0:7 BFC Dynamo 0:4 0:3
1. FC Magdeburg 5:1 FC Vorwärts Frankfurt/Oder 2:0 3:1
(1) 
Das Rückspiel BSG Chemie Buna Schkopau – FC Rot-Weiß Erfurt wurde am 21. Dezember 1977 in der 16. Minute wegen Nebels abgebrochen und am Samstag, 21. Januar 1978 wiederholt.

Die Hinspiele fanden am Samstag, 11. März 1978 und die Rückspiele am Samstag, 25. März 1978 jeweils um 15:00 Uhr statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
FC Rot-Weiß Erfurt 1:2 SG Dynamo Dresden 1:2 0:0
1. FC Magdeburg 5:1 BFC Dynamo 4:0 1:1
Paarung SG Dynamo Dresden1. FC Magdeburg
Ergebnis 0:1 (0:1)
Datum Samstag, 29. April 1978 um 15:00 Uhr
Stadion Stadion der Weltjugend, Ost-Berlin
Zuschauer 50.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt)
Schiedsrichterassistenten Siegfried Kirschen (Frankfurt/Oder), Horst Di Carlo (Burgstädt)
Tore 0:1 Zapf (8.)
SG Dynamo Dresden Bernd JakubowskiHans-Jürgen Dörner (C)ein weißes C in blauem KreisChristian Helm, Gerd Weber, Klaus MüllerReinhard Häfner, Hartmut Schade, Dieter RiedelGert Heidler, Rainer Sachse (75. Peter Kotte), Frank Richter
Cheftrainer: Walter Fritzsch
1. FC Magdeburg Dirk HeyneManfred Zapf (C)ein weißes C in blauem KreisDetlef Raugust, Wolfgang Seguin, Klaus DeckerJürgen Pommerenke, Axel Tyll, Siegmund MewesJoachim Streich, Jürgen Sparwasser, Martin Hoffmann
Cheftrainer: Klaus Urbanczyk
Gelbe Karten Gelbe Karten keine – Raugust
Pokalsieger 1. FC Magdeburg.
Sparwasser mit der Siegertrophäe, neben ihm v. l. n. r. seine Mannschaftskameraden Raugust, Seguin und Streich.

Das 1978er Pokalendspiel war in mehrfacher Hinsicht ein Gipfeltreffen des DDR-Fußballs. Es standen sich gegenüber die SG Dynamo Dresden: fünffacher DDR-Meister, dreimaliger Pokalgewinner und aktueller Tabellenführer der DDR-Oberliga – und der 1. FC Magdeburg: dreifacher DDR-Meister, viermaliger Pokalsieger und damaliger Oberliga-Zweiter. Auf dem Platz standen 19 Nationalspieler (Dresden 10, Magdeburg 9). Allgemein galt Dynamo Dresden, amtierender Meister und Tabellenführer, als Favorit. Die Magdeburger hatten nach langer Verletztenserie erst im Endspiel wieder die Bestbesetzung beieinander.

Dann die Überraschung: Nicht die hoch gehandelten Dresdner bestimmten das Spiel, Magdeburg diktierte über 90 Minuten den Spielverlauf. Nicht nur dass sie schon nach einem Kopfballtreffer ihres Liberos Manfred Zapf in der 8. Minute frühzeitig in Führung gingen, sie entfachten auch einen wahren Sturmlauf in Richtung des Dresdner Tores, tauchten während des Spiels 23-mal gefährlich am oder im gegnerischen Strafraum auf. Dagegen hatte Dresden erst in der 74. Minute durch Rainer Sachse seine erste echte Torchance. Während die Dresdner Spielmacher Dörner und Häfner das Spiel ihrer Mannschaft nicht in den Griff bekamen und ihre Mitspieler die meisten Zweikämpfe verloren, zeigte sich der FCM gradlinig, einfallsreich und schnell. Ex-Nationalspieler Otto Fräßdorf urteilte als neutraler Beobachter schon vor der 2. Hälfte, dass Magdeburg als klarer Sieger vom Feld gehen würde. Nach der Pause verstärkte Dynamo zwar seine Bemühungen, das Spiel noch zu drehen, doch der eigenen Sturmschwäche stand eine kompakte Magdeburger Abwehr gegenüber, aus der heraus Raugust, Seguin und Decker immer wieder gefährliche Konterzüge einleiteten. Da als einziges Manko auf Seiten der Magdeburger eine eklatante Chancenverwertung zu verzeichnen war, blieb es schließlich bei einem knappen Sieg. Spielleiter Prokop kommentierte abschließend: „Ein gutes Finale. Nicht ein bösartiges Revanchefoul. Auch vom spielerischen Niveau war dieses Treffen ein würdiges Endspiel. Es gab viele spannende Torraumszenen. Eine attraktive Werbung für guten Fußball.“ (Volksstimme Magdeburg, 2. Mai 1978)

Der 1. FC Magdeburg hatte mit seinem Sieg zum fünften Mal den FDGB-Pokal gewonnen. Damit ging die Trophäe endgültig in seinen Besitz über.

  • Die neue Fußballwoche. Fuwo. Sportverlag, ISSN 0323-8407 (Hefte der Saison 1977 und 1978).
  • DSFS AG Nordost (Hrsg.): DDR-Chronik 1949–1991, DDR-Fußball in Daten, Fakten und Zahlen. Band 5: 1974/75-1978/79. Berlin 2009.