FSV Zwickau

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FSV Zwickau
Logo
Voller Name Fußball-Sportverein Zwickau e.V.
Ort Zwickau, Sachsen
Gegründet 1912/1990
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Sportforum „Sojus 31“
Plätze 3615
Trainer Torsten Ziegner
Liga Regionalliga Nordost
2014/15 2. Platz
Heim
Auswärts

Der FSV Zwickau ist ein Fußballverein im westsächsischen Zwickau.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fußball-Sport-Verein Zwickau wurde am 1. Januar 1990 gegründet. Er löste die aus der DDR-Zeit hervorgegangene BSG Sachsenring Zwickau ab, deren Fortbestand nach der politischen Wende von 1989 aufgrund des damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Umbruchs nicht mehr möglich war. Ursprünglich geht der Verein auf den Planitzer SC zurück, der 1912 im heutigen Zwickauer Stadtteil Planitz gegründet wurde und dessen größter Erfolg 1942 als Sachsen-Meister das Vordringen in das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft war (2:3 gegen Vienna Wien). Nachdem 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone alle Vereine zwangsaufgelöst wurden, folgte noch im gleichen Jahr die Gründung der Sportgruppe (SG) Planitz.

Umbenennungen[Bearbeiten]

  • 15. März 1949 Zentralsportgemeinschaft (ZSG) Horch (ein Zusammenschluss von Fußballabteilungen der SG Zwickau-Mitte und Cainsdorf und für nur ein knappes Jahr von Teilen der SG Zwickau-Nord, später noch verstärkt durch Teile der SG Planitz)
  • 1950 BSG Horch
  • 1951 BSG Motor
  • 1968 BSG Sachsenring (durch Fusion mit dem DDR-Zweitligaverein Aktivist Zwickau)
  • 31. Januar 1990 mit Ausgliederung der Sektion Fußball aus der BSG Sachsenring Zwickau wurde der FSV Zwickau gegründet

Schon ab 1954 kam es in der DDR zur Bildung von Sportclubs. Auch die BSG Motor Zwickau erhielt gegen Ende der fünfziger den Status eines Sportclubs; allerdings nur für kurze Zeit. Somit verschwand in der Zeit auch die Abkürzung BSG aus dem Namen der Betriebssportgemeinschaft der Zwickauer Autowerke.

Logohistorie[Bearbeiten]

Horch Zwickau (1949–1950)
Motor Zwickau (1950–1968)
Sachsenring Zwickau (1968–1990)

Bis 1996 befand sich im Vereinswappen an Stelle des Fußballs das Logo der PKW-Baureihe Trabant bzw. des Produktionsunternehmens Sachsenring.[1][2]

Mannschaft[Bearbeiten]

Kader Saison 2015/16[Bearbeiten]

Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum beim FSV seit

Tor

1 Tom Neukam DeutscherDeutscher 06.07.1993 2015
21 Marian Unger DeutscherDeutscher 17.11.1983 2012

Abwehr

2 Patrick Wolf DeutscherDeutscher 12.02.1989 2015
3 Tim Baumann DeutscherDeutscher 22.03.1995 2014
4 Robert Paul DeutscherDeutscher 17.10.1984 2011
6 Christoph Göbel DeutscherDeutscher 23.03.1989 2012
20 René Lange DeutscherDeutscher 22.11.1988 2015
26 Sebastian Mai DeutscherDeutscher 10.12.1993 2014
31 Patrick Göbel DeutscherDeutscher 08.07.1993 2014

Mittelfeld

9 Patrick Grandner DeutscherDeutscher 28.04.1988 2014
10 Michael Schlicht DeutscherDeutscher 13.11.1993 2014
14 Toni Wachsmuth DeutscherDeutscher 15.11.1986 2014
16 Benjamin Keller DeutscherDeutscher 13.01.1997 2015
17 Morris Schröter DeutscherDeutscher 20.08.1995 2015
19 Davy Frick DeutscherDeutscher 05.04.1990 2011
23 Alexander Morosow DeutscherDeutscher RusseRusse 19.07.1992 2014

Angriff

5 Aykut Öztürk DeutscherDeutscher TürkeTürke 07.11.1987 2015
7 Oliver Genausch DeutscherDeutscher 01.06.1991 2014
8 Jonas Nietfeld DeutscherDeutscher 15.01.1994 2015
11 Marc-Philipp Zimmermann DeutscherDeutscher 22.03.1990 2014
27 Kevin Bönisch DeutscherDeutscher 08.08.1994 2015

Aktueller Trainer- und Betreuerstab[Bearbeiten]

Name Funktion
Torsten Ziegner Trainer
Danny König Co-Trainer
Mario Kallisch Mannschaftsleiter
Volker Hendel Mannschaftsarzt
Reha-Zentrum Zwickau Physioteam

Sportliches[Bearbeiten]

Die SG Planitz wurde bei der Fußball-Ostzonenmeisterschaft 1948 erster Ostdeutscher Meister. Im Finale bezwang die Mannschaft am 4. Juli 1948 vor 40.000 Zuschauer die SG Freiimfelde Halle in Leipzig-Probstheida mit 1:0.

Die Meistermannschaft der SG Planitz:
Anton Huber - Erich Merkel, Egon Jugel, Günter Schneider - Herbert Seltmann, Erich Meichsner - Hans Meier, Johannes Breitenstein, Horst Weiß, Karl Dittes, Helmut Fischer

Die sowjetische Besatzungsmacht untersagte der Mannschaft die Teilnahme am Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft, wo sie im Stuttgarter Neckarstadion auf den 1. FC Nürnberg treffen sollte.

In der 1. Saison der DDR-Fußball-Oberliga 1949/50 wurde die Mannschaft unter dem Namen ZSG Horch Zwickau durch einen umstrittenen Sieg am letzten Spieltag gegen Konkurrent SG Dresden-Friedrichstadt erster DDR-Fußballmeister.

Bis zur Saison 1982/83 konnte die ununterbrochene Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse in der DDR, der Oberliga gesichert werden. Sehr erfolgreich spielte Motor bzw. Sachsenring Zwickau im DDR-Pokal („FDGB-Pokal“), der 1963, 1967 und 1975 gewonnen werden konnte.

Seinen größten internationalen Erfolg feierte Zwickau 1975/76 mit dem Erreichen des Halbfinales des Europapokals der Pokalsieger. Zwickau setzte sich gegen Panathinaikos Athen (0:0, 2:0), die AC Florenz (0:1, 1:0/6:5 n.E.) und Celtic Glasgow (1:1, 1:0) durch, bevor man am späteren Cup-Gewinner RSC Anderlecht (0:3, 0:2) scheiterte. Schon in den Sechzigern hatte Motor Zwickau zweimal am Pokalsiegercup teilgenommen. 1963/64 reichte es nach einem Freilos in der Vorrunde nur bis zum Achtelfinale (MTK Budapest, 0:2, 1:0), 1967/68 schied man bereits in der Vorrunde aus (Torpedo Moskau, 0:0, 0:1).

Von der Saison 1994/95 bis 1997/98 spielte der FSV Zwickau in der Zweiten Bundesliga. Während der vier Serien im Profifußball wurde 1995/96 sogar der Aufstieg in die 1. Liga knapp verpasst. Im Jahre 1998 stieg die Mannschaft wieder in das Amateurlager ab. Vorausgegangen war Ende 1996 die Entlassung von Erfolgstrainer Gerd Schädlich.

In der Mitte der ersten Halbserie 1999/2000 spitzte sich dann die finanzielle Lage beim FSV zu, welche in der Zahlungsunfähigkeit des Vereins gipfelte. Das Insolvenzverfahren wurde nach längerer Zeit erfolgreich abgeschlossen. Seitdem heißen die Ziele beim FSV Zwickau Konsolidierung der Finanzen und sportlicher Neuanfang. 2005 stieg der Verein aus der Südstaffel der Oberliga Nordost (damals vierte Liga in Deutschland) in die Landesliga Sachsen ab, der direkte Wiederaufstieg gelang. Ab der Saison 2006/07 spielte der FSV Zwickau wieder in der NOFV-Oberliga Süd (fünfte Liga nach Gründung der 3. Liga in Deutschland). Nach nur einem Punkt aus vier Spielen wurde der Trainer Heinz Dietzsch im September 2007 entlassen und von Peter Keller abgelöst. Nachdem bekannt wurde, dass der Verein Schulden in Höhe von ca. 700.000 € hat, musste der Verein am 8. März 2010 erneut Insolvenz anmelden. Nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens 2010 spielte der FSV Zwickau weiter in der fünften Liga und stand 2012 bereits Wochen vor Saisonschluss als Aufsteiger in die Regionalliga Nordost fest. Dort beendete der Verein die Saison 2012/13 als Tabellendritter hinter RB Leipzig und dem FC Carl Zeiss Jena. In der Spielzeit 2014/2015 verspielte der FSV Zwickau in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem 1. FC Magdeburg erst am vorletzten Spieltag die Meisterschaft der Regionalliga Nordost und damit die Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga.

Die zweite Mannschaft des Vereins beendete die Saison 2010/11 in der Bezirksklasse als Erster und stieg in die Bezirksliga auf. In der Spielzeit 2011/12 beendet die zweite Mannschaft die Saison auf Platz 1 und spielt ab 2012/13 in der Landesliga Sachsen.

Statistik[Bearbeiten]

Platzierungen[Bearbeiten]

Saison Ligenniveau Liga Platz
1949/50 1 DDR-Oberliga 1.
1950/51 1 DDR-Oberliga 3.
1951/52 1 DDR-Oberliga 4.
1952/53 1 DDR-Oberliga 3.
1953/54 1 DDR-Oberliga 11.
1954/55 1 DDR-Oberliga 5.
1955 1 DDR-Oberliga 4.
1956 1 DDR-Oberliga 11.
1957 1 DDR-Oberliga 10.
1958 1 DDR-Oberliga 8.
1959 1 DDR-Oberliga 8.
1960 1 DDR-Oberliga 4.
1961/62 1 DDR-Oberliga 5.
1962/63 1 DDR-Oberliga 7.
1963/64 1 DDR-Oberliga 12.
1964/65 1 DDR-Oberliga 8.
1965/66 1 DDR-Oberliga 10.
1966/67 1 DDR-Oberliga 3.
1967/68 1 DDR-Oberliga 7.
1968/69 1 DDR-Oberliga 5.
1969/70 1 DDR-Oberliga 5.
1970/71 1 DDR-Oberliga 6.
1971/72 1 DDR-Oberliga 7.
1972/73 1 DDR-Oberliga 8.
1973/74 1 DDR-Oberliga 8.
1974/75 1 DDR-Oberliga 7.
1975/76 1 DDR-Oberliga 9.
1976/77 1 DDR-Oberliga 8.
1977/78 1 DDR-Oberliga 10.
1978/79 1 DDR-Oberliga 12.
1979/80 1 DDR-Oberliga 8.
1980/81 1 DDR-Oberliga 11.
1981/82 1 DDR-Oberliga 12.
1982/83 1 DDR-Oberliga 14.
1983/84 2 DDR-Liga 1.
1984/85 2 DDR-Liga 1.
1985/86 1 DDR-Oberliga 14.
1986/87 2 DDR-Liga 2.
1987/88 2 DDR-Liga 1.
1988/89 1 DDR-Oberliga 13.
1989/90 2 DDR-Liga 4.
1990/91 2 DDR-Liga 1.
Saison Ligenniveau Liga Platz
1991/92 3 NOFV-Oberliga Staffel Süd 1.
1992/93 3 NOFV-Oberliga Staffel Süd 5.
1993/94 3 NOFV-Oberliga Staffel Süd 1.
1994/95 2 2. Bundesliga 16.
1995/96 2 2. Bundesliga 5.
1996/97 2 2. Bundesliga 14.
1997/98 2 2. Bundesliga 17.
1998/99 3 Regionalliga Nordost 4.
1999/00 3 Regionalliga Nordost 18.
2000/01 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 4.
2001/02 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 6.
2002/03 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 6.
2003/04 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 8.
2004/05 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 14.
2005/06 5 Landesliga Sachsen 1.
2006/07 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 9.
2007/08 4 NOFV-Oberliga Staffel Süd 14.
2008/09 5 NOFV-Oberliga Staffel Süd 7.
2009/10 5 NOFV-Oberliga Staffel Süd 9.
2010/11 5 NOFV-Oberliga Staffel Süd 9.
2011/12 5 NOFV-Oberliga Staffel Süd 1.
2012/13 4 Regionalliga Nordost 3.
2013/14 4 Regionalliga Nordost 6.
2014/15 4 Regionalliga Nordost 2.


In der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga belegt Zwickau den 9. Platz.

Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Eingangsturm des Westsachsenstadions

Westsachsenstadion[Bearbeiten]

Das tradionelle Heimstadion des FSV Zwickau war das bis 2010 genutzte Westsachsenstadion. Es sollte zu einer drittligatauglichen Spielstätte umgebaut werden; der Umbau wurde seitens der Stadt Zwickau wegen Überschreitung der Kosten gestoppt.

Sportforum „Sojus 31“[Bearbeiten]

Seit der Saison 2011/12 trägt der FSV Zwickau seine Heimspiele im Sportforum „Sojus 31“ in Zwickau-Eckersbach aus.[3] Das Sportforum erfüllt zumindest die Anforderungen an eine Regionalligaspielstätte, verschiedentlich wurde aber Kritik an den Stahlgerüsttribünen geäußert. Gegnerische Fans hatten in der Vergangenheit wiederholt Tribünen bzw. die Umzäunung demontieren können; das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg in der Saison 2014/15 musste wegen eines solchen Vorfalles längere Zeit unterbrochen werden.[4][5][6]

Neues Stadion[Bearbeiten]

Am 26. April 2012 beschloss der Stadtrat von Zwickau in einer Grundsatzentscheidung den Neubau eines Fußballstadions im Stadtteil Eckersbach[7], am 26. September 2013 wurde ein entsprechender Bebauungsplan verabschiedet.[8] Die Spielstätte mit etwa 11.000 Plätzen (erweiterbar bis 15.000 Plätze) sollte rund 20 Millionen Euro kosten. Gerechnet wurde mit einer Bauzeit von zwei Jahren.[9] Die Umbaukosten für das Westsachsenstadion wären demgegenüber auf etwa 25 bis 30 Millionen Euro gekommen.

Im Januar 2015 gab die Stadt Zwickau den 6. Februar 2015 als Termin für die Grundsteinlegung des neuen Fußballstadions bekannt. Die Bauzeit soll kürzer als veranschlagt sein, die Übergabe ist für Sommer 2016 geplant. Die neue, nunmehr auf 18 Millionen Euro veranschlagte Heimstätte des FSV wird 10.000 Plätze bieten und die Anforderungen der 3. Liga erfüllen. Die Stadionmiete für den Verein bemisst sich an der Ligazugehörigkeit. In der 3. Liga würde der FSV Zwickau 350.000 Euro zahlen, eine Spielklasse tiefer in der Fußball-Regionalliga wären es 250.000 Euro.[10]

Fans[Bearbeiten]

Es existiert eine Ultra-Gruppierung namens "RED KAOS".[11] Daneben wird noch eine Fanfreundschaft zum sächsischen Drittligisten Dynamo Dresden gepflegt.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FSV Zwickau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kicker Sportmagazin: Sonderheft Bundesliga 1995/96. Olympia-Verlag, Nürnberg 1995, S. 143
  2. Vereinswappen des FSV Zwickau von 1990 bis 1996
  3. Zwickau stoppt Stadionbau vollständig. Abgerufen am 5. September 2011.
  4. Spielunterbrechung bei Fußballspiel FSV Zwickau gegen Magdeburg. In: welt.de. 12. Oktober 2014, abgerufen am 14. April 2015.
  5. Zwickau gewinnt gegen Magdeburg. Spielunterbrechung nach Randalen. In: freiepresse.de. Freie Presse, 11. Oktober 2014, abgerufen am 14. April 2015.
  6. Polizei prüft Sabotage-Verdacht. Wurde die Tribüne beim FSV Zwickau manipuliert? In: focus.de. 13. August 2012, abgerufen am 14. April 2015.
  7. radiozwickau.de: Stadtrat stimmt für neues Stadion in Eckersbach Artikel vom 26. April 2012
  8. zwickau.de: [1] Beschlussniederschrift der Stadtratssitzung vom 26. September 2013
  9. stadionwelt.de: FSV Zwickau bekommt neues Stadion Artikel vom 27. April 2012
  10. stadionwelt.de: Termin für Spatenstich in Zwickau steht fest Artikel vom 9. Januar 2015
  11. http://www.redkaos.de/index1.htm
  12. http://www.transfermarkt.de/fanfreundschaften/thread/forum/212/thread_id/6527/page/7