Fischer Sports

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Fischer Sports GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1924
Sitz OsterreichÖsterreich Ried im Innkreis, Österreich
Leitung Franz Föttinger
Bernhard Matzner
Mitarbeiter 492 am Standort Ried (AUT)
1167 in Mukatschewo (UKR)
139 an anderen Standorten
Umsatz (2011l12) 184,7 Mio. Euro
(2012l13) 173,7 Mio. Euro
(2013l14) 186,1 Mio. Euro
(2014l15) 159,8 Mio. Euro
Branche Sportartikel
Website www.fischersports.com www.fischer-hockey.com

Die Fischer Sports GmbH ist ein österreichisches Unternehmen, das Artikel für den alpinen und nordischen Skisport herstellt oder vermarktet. Fischer Sports ist Weltmarktführer im nordischen Skisport und einer der größten Skihersteller der Welt. Die Firmenzentrale befindet sich in Ried im Innkreis.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fischer Sports GmbH gehören mehrere Unternehmen an:[1]

  • Fischer + Löffler Deutschland GmbH (GER)
  • OOO Fischer Moskau (RUS)
  • Fischer Mukatschewo (UKR)
  • Fischer Skis US, LLC (USA)
  • Fischer Footwear SRL, Montebelluna (ITA)
  • Fischer France SARL (FRA)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Fischer sen. gründete das Unternehmen 1924 in Ried im Innkreis. Zunächst wurden Leiterwagen und Rodeln hergestellt. Ab dem Winter 1924/25 produzierte man auch Ski.[2] Die damals noch im Holzschuppen von Josef Fischer Senior gefertigten Ski waren zu 100 % handgemacht und alle Unikate. Die für die Erweiterung des Betriebes nötigen Maschinen und Anlagen baute Josef Fischer zum Teil selbst.[3] 1936 begann die Serienfertigung von Skiern. 1938 exportierte Fischer 2000 Paar Ski nach Nordamerika. Nach Kriegsbeginn (1. September 1939) war dies nicht mehr möglich; während der Kriegszeit wurden Skier für die Wehrmacht produziert.

Umbruch und Aufbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Fischer-Logo
Franz Klammer Innsbruck 1976

Gegen Ende der 1940er Jahre begann eine neue Ära in der Skiproduktion. Bis dahin wurden Ski aus einem Stück Holz verarbeitet; ab dann setzte man einzelne Teile zu einem funktionierenden Ganzen zusammen. 1957 wurden nach einem Brand im Fabrikgebäude die Produktionsflächen auf 8000 m² ausgebaut. Zu dieser Zeit wurde bereits ein Viertel der Produktion exportiert; Nordamerika wurde neben Deutschland einer der wichtigsten Auslandsmärkte. Das dreieckige Logo des Unternehmens wurde 1958 von dem Designer Rudolf Ferch entworfen. 1959 übernahmen nach dem Tod von Josef Fischer sen. sein Sohn Josef Fischer jun. und dessen Schwester Selma Sturmberger die Leitung des Unternehmens. 1962 errang Egon Zimmermann die erste Medaille auf einem Fischer-Ski bei Alpinen Skiweltmeisterschaften, als er bei der WM in Chamonix Dritter in der Abfahrt wurde. 1964 errichtete Fischer eine neue Skifabrik am Stadtrand von Ried im Innkreis.

Wachstum und Innovationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1970er Jahre war Fischer die größte Skifabrik der Welt.[3] Man begann nun die Produktion um Langlaufski zu erweitern. Die Fiberglasummantelung des Europa 77 gilt als eine Revolution. Diese Innovation war die Grundlage für die Eroberung des skandinavischen Marktes. Zuvor hatte man hier nur Ski mit Holzlaufflächen. In den 1970er Jahren wurden bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften und den Olympischen Winterspielen zahlreiche Medaillen auf Fischer-Skiern gewonnen. Franz Klammer gewann bei den Olympischen Winterspielen 1976 die Goldmedaille in der Abfahrt auf Fischer-C4-Skiern. Im Juli 1973 übernahm Fischer den Strumpf- und Strickwarenerzeuger Löffler mit dem Ziel, moderne Sportbekleidung zu entwickeln. Ab 1984 konnten mit der Einführung der Vakuumbauweise besonders leichte Ski erzeugt werden. 1988 wurde eine Fabrik in der ukrainischen Stadt Mukatschewo eröffnet.

Aktuelle Entwicklung als Familienunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischer Sports Factory – Ried im Innkreis (AT) – 2013

2002 erfolgte der Rückkauf von Firmenanteilen von einem japanischen Partner, wodurch sich das Unternehmen seither wieder vollständig in Familienbesitz befindet. In der Saison 2007/08 war Fischer laut FIS die erfolgreichste Skimarke. Im Nordic-Bereich ist Fischer (Stand 2013) die Nummer 1.[4] Mit VACUUM FIT brachte Fischer 2011 ein System auf den Schuhmarkt, mit dem Skischuhe binnen weniger Minuten an den Fuß des Trägers angepasst werden können.[5] Heute umfasst die Produktpalette von Fischer Alpin- und Langlauf-Ski, -Bindungen und -Schuhe sowie Sprungski, Zubehör und Eishockeyschläger.

Erfolge im Spitzensport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den olympischen Spielen in Sochi 2014 wurden 39 Gold-, 36 Silber- und 35 Bronzemedaillen von Athleten mit Fischer-Produkten gewonnen, vor allem in den nordischen Disziplinen.[3] In Vancouver 2010 waren es zuvor 74 Medaillen gewesen. Die Norwegerin Marit Bjørgen, die von Fischer ausgestattet wird, ist seit Sochi 2014 die beste olympische Langläuferin aller Zeiten. Der US-Amerikaner Joss Christensen ist erster Olympiasieger in der Disziplin Slopestyle.

Athleten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischer ist ein Ausstatter folgender Athleten (Auswahl):

Athlet Sportart
Anton Schipulin RusslandRussland Biathlon
Darja Domratschawa WeissrusslandWeißrussland Biathlon
Jakov Fak SlowenienSlowenien Biathlon
Johannes Thingnes Bø NorwegenNorwegen Biathlon
Kaisa Mäkäräinen FinnlandFinnland Biathlon
Laura Dahlmeier DeutschlandDeutschland Biathlon
Joss Christensen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Freeski
Eric Frenzel DeutschlandDeutschland Nordische Kombination
Johannes Rydzek DeutschlandDeutschland Nordische Kombination
Ivica Kostelić KroatienKroatien Ski Alpin
Jean-Baptiste Grange FrankreichFrankreich Ski Alpin
Šárka Strachová TschechienTschechien Ski Alpin
Charlotte Kalla SchwedenSchweden Skilanglauf
Dario Cologna SchweizSchweiz Skilanglauf
Marit Bjørgen NorwegenNorwegen Skilanglauf
Martin Johnsrud Sundby NorwegenNorwegen Skilanglauf
Petter Northug NorwegenNorwegen Skilanglauf
Therese Johaug NorwegenNorwegen Skilanglauf
Carina Vogt DeutschlandDeutschland Skispringen
Daniela Iraschko-Stolz OsterreichÖsterreich Skispringen
Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich Skispringen
Noriaki Kasai JapanJapan Skispringen
Severin Freund DeutschlandDeutschland Skispringen

Folgende Athleten wurden in der Vergangenheit von Fischer ausgestattet (Auswahl):

Athlet Sportart
Magdalena Neuner Biathlon
Magdalena Forsberg Biathlon
Sven Fischer Biathlon
Nicole Hosp Ski Alpin
Kristian Ghedina Ski Alpin
Tanja Poutiainen Ski Alpin
Franz Klammer Ski Alpin
Isolde Kostner Ski Alpin
Mario Matt Ski Alpin
Thomas Stangassinger Ski Alpin
Bjørn Dæhlie Skilanglauf
Vegard Ulvang Skilanglauf
Bente Skari (geb. Martinsen) Skilanglauf
Elena Välbe Skilanglauf
Thomas Wassberg Skilanglauf
Adam Małysz Skispringen
Thomas Morgenstern Skispringen
Andreas Goldberger Skispringen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten und Fakten – Alles auf einen Blick. fischersports.com, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  2. Dies belegt eine Rechnung vom 27. Jänner 1925.
  3. a b c 90 Jahre Fischer – Firmenchronik 2014
  4. World Cup Brand Ranking Year 2013. data.fis-ski.com, archiviert vom Original am 2. Januar 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  5. ISPO European Ski Award 2011