Frank Hoffmann (Schauspieler)

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Frank Hoffmann (2010)

Frank Hoffmann (* 16. Juli 1938 in Radebeul; † 4. Juni 2022 in Großmürbisch)[1] war ein deutsch-österreichischer Schauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Hoffmann wurde in Radebeul, in der Nähe von Dresden, geboren. Er besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München. Seine ersten Engagements hatte er dann in Heidelberg, Graz, Dortmund, Stadttheater Basel, Köln. 1967 wurde er Ensemblemitglied des Burgtheaters in Wien. Wobei auch ein Grund der war, dass seine Frau Else Ludwig seit 1965 am Burgtheater bereits Schauspielerin war. Der damalige Direktor des Hauses Ernst Haeusserman fragte ihm:"Wollen Sie ihre Frau hier in Wien alleine lassen?" So kam er von Köln dann nach Wien an die Burg.

In vielen Fernsehfilmen und einigen sehr bekannten Filmen spielte er an der Seite von Jean-Paul Belmondo in Das As der Asse (1982), oder öfters mal mit Senta Berger wie in Die Nacht der Nächte (1996) dabei auch Susi Nicoletti, Tobias Moretti, Lotte Ledl, Wolfgang Gasser, mit dem er in den Skandal-Drama 1988 Heldenplatz von Thomas Bernhard bereits am Burgtheater gespielt hatte; und Bella Ciao (1998) beide unter der Regie von Xaver Schwarzenberger.

Von 1975 bis 1994 gestaltete und moderierte Hoffmann, mit seiner unverkennbaren Stimme die ORF-TV-Sendung Trailer. Frank Hoffmann war außerdem eine der gefragtesten Stimmen im deutschsprachigen Raum. Neben zahlreichen Werbespots war er die Stationsstimme diverser Radiosender. So moderierte er u. a. die Ö3-Sendungen Teestunde und Round Midnight und war regelmäßiger Moderator der Sendung „Die Ö1 Jazznacht“. Zudem lieh er mehreren Hörbüchern seine Stimme, darunter Kannst du nicht schlafen, kleiner Bär? von Martin Waddell und Gut gemacht, Kleiner Bär, das sich auf der hr2-Hörbuchbestenliste platzierte. Die Hörbücher entstanden als Kooperation des JUMBO Verlags Hamburg mit dem ORF.

Von 1978 bis 1981 hatte er mehrere Gastspielrollen bei den Salzburger Festspielen, im Theaterstück von Hugo von Hofmannsthals Jedermann, als Spielansager, Guter Gesell, und Hausvogt. Weiters stand er in der Sprechrolle als "Bassa Selim" in der Oper von Wolfgang Amadeus Mozarts Entführung aus dem Serail auf den Bühnen wie: im Residenztheater (München), am Schauspielhaus Zürich, an der Oper Köln und der San Francisco Opera, am Grand Théâtre de Genève in Genf, im Los Angeles Music Center, im Neues Nationaltheater Tokio; und am Teatro de la Zarzuela in Madrid dort in der Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss als Haushofmeister.

Ab 1991 spielte er dann den Nachtklubbesitzer Georges, im La Cage aux Folles (Musical), an der Seite von Karlheinz Hackl als Zaza/Albin, an der Volksoper Wien.

Frank Hoffmann war Intendant des „Güssinger Kultursommers“.

Er wurde von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger 1986 mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich und von Landeshauptmann Karl Stix 1999 mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Burgenland ausgezeichnet für die Inszenierung Landflucht von Josef Reichl auf Burg Güssing. Frank Hoffmann war Ehrenmitglied des „Kulturvereins Österreichischer Roma und Sinti“. 2008 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien verliehen. Weitere Auszeichnungen siehe unten.

2010 war er Botschafter des Österreichischen Bundesministeriums für Soziales und Arbeit im „Internationalen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“. 2011 war er Botschafter des Österreichischen Bundesministeriums für Soziales und Arbeit im „Internationalen Jahr der Freiwilligen“.

Seit Jänner 2013 war er als Filmexperte bei dem Privatfernsehsender Servus TV in der Sendung Lichtspiele – Das Filmmagazin tätig.[2][3]

Frank Hoffmann lebte seit 20 Jahren auf einem umgebauten Bauernhof in Großmürbisch in Südburgenland. Mit seiner Frau hat er zwei erwachsene Töchter. Er hätte 2022 gleichzeitig mit Willi Resetarits und anderen Künstlern bei einem Termin Anfang Mai das Komturkreuz des Landes Burgenland (die höchste Auszeichnung des Bundeslandes) erhalten sollen. Durch den plötzlichen Tod Resitarits' war die Verleihung verschoben worden. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bedauerte, dass sich das Land Burgenland nicht noch einmal würdig für sein großes Lebenswerk bei ihm bedanken konnte. Er verstarb mit 83 Jahren in Burgenland.

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Frank Hoffmann (actor) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF Burgenland vom 4. Juni 2022: Frank Hoffmann ist tot (abgerufen am 4. Juni 2022)
  2. Lichtspiele – Das Filmmagazin (Memento vom 25. Januar 2013 im Internet Archive) Informationen zur Sendung
  3. "Trailer"-Mann Frank Hoffmann ab nächstem Jahr bei Servus TV in: Der Standard vom 6. Dezember 2012
  4. Stadt Wien Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny überreicht Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien an Frank Hoffmann, RK 3. November 2008.