Gerhard Trabert

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Gerhard Trabert (2015)

Gerhard Trabert (* 3. Juli 1956 in Mainz) ist ein deutscher Arzt für Allgemeinmedizin/Notfallmedizin, Professor für Sozialmedizin/Sozialpsychiatrie und Buchautor. Gerhard Trabert ist der Gründer und 1. Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland, sowie des Vereins Flüsterpost. Außerdem ist er Inhaber des G. Trabert Verlags.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europameisterschaft der Junioren 1975

Gerhard Trabert wurde 1956 in Mainz geboren. Während seiner Kindheit verbrachte er viel Zeit in dem Waisenhaus, in welchem sein Vater als Erzieher tätig war. Dies sensibilisierte ihn schon früh für das Schicksal benachteiligter Menschen. Trabert studierte von 1975 bis 1979 Sozialarbeit an der Fachhochschule Wiesbaden (Abschluss: Diplom-Sozialpädagoge). Er befand sich vor und während seines Studiums im Leichtathletikkader der deutschen Junioren- und Studentennationalmannschaft. Zu seinen sportlichen Erfolgen gehören unter anderem die Silbermedaille im 4-mal-400-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Junioreneuropameisterschaften 1975, sowie die Bronzemedaille im 4-mal-400-Meter-Lauf bei der Universiade 1977. Seine Bestlaufzeit auf 800 m, welche Trabert 1981 aufstellte, ist auch heute noch in der Liste der „Ewigen Top Ten“ des USC Mainz vertreten. Nach der Beendigung seines Studiums war Trabert im Krankenhaussozialdienst tätig. 1983 begann er das Studium der Humanmedizin, welches er 1989 an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz abschloss. Während des Studiums erhielt Trabert ein Begabtenstipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst. Mit seiner Dissertationsschrift „Gesundheitssituation und medizinische Versorgung von wohnungslosen Menschen“ wurde Trabert nach seinem Studium, durch die medizinische Fakultät der Universität Mainz, zum Dr. med. promoviert. Trabert war 10 Jahre an Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz und Hessen klinisch tätig. Sein Schwerpunkt war die Innere Medizin, speziell die medizinische und psychosoziale Versorgung onkologischer Patienten. Er erwarb die Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin und Notfallmedizin. Von Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit an absolvierte er zahlreiche Auslandseinsätze unter anderem in Indien, Bangladesch und den USA.

Bei seiner Reise durch Indien lernte Trabert das „aufsuchende Gesundheitsversorgungskonzept“ Medical-Streetwork kennen, bei dem  vorwiegend Leprapatienten behandelt wurden. Der Leitsatz, dem dieses Konzept folgt, lautet: „Wenn der Patient nicht zum Arzt kommt, kommt der Arzt zum Patienten“.  Inspiriert von dieser Arbeit und seinen Erfahrungen dort, übertrug er diesen medizinischen Ansatz auf die Gesundheitsversorgung von wohnungslosen Menschen. 1994 gründete er somit das Mainzer Modell[1], eine medizinische Versorgungseinrichtung für wohnungslose Menschen. Mit einem „Arztmobil“ suchen Trabert und seine Kollegen bestimmte Standorte auf und bieten kostenlos ärztliche Hilfe an. Trabert bekam als erster Arzt in Deutschland für diese Form der mobilen Praxis eine kassenärztliche Zulassung.

Er ist Verfasser zahlreicher Fachartikel zum Thema Armut und Gesundheit, Kinderarmut, Armut und Suizidalität, Kinder krebskranker Eltern. Ebenfalls ist Trabert Autor von Kinderbüchern zum Thema Krebs. Im Jahr 1998 gründete er den Verein Armut und Gesundheit in Deutschland, Mitglied der Nationalen Armutskonferenz. Von 1999 bis 2009 hatte er eine Professur für Medizin und Sozialmedizin an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, seit 2009 eine Professur für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain.

2013 richtete Trabert in Räumlichkeiten der Stadt Mainz die "Ambulanz ohne Grenzen" ein. In der Ambulanz sind 20 Ärzte, Krankenschwestern/Krankenpfleger und Sozialarbeiter tätig. Es werden wohnungslose Menschen und Patienten ohne Versicherungsschutz kostenfrei medizinisch behandelt.

Trabert erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Hierunter fallen unter anderem das Bundesverdienstkreuz, der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Paracelsus-Medaille.

Auslandseinsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesundheitsambulanz für bosnische Flüchtlinge in Ljubljana Slowenien
  • Gesundheitsversorgungsprogramm in den Slums von Dhaka Bangladesch
  • 2001 nach dem 11. September in Afghanistan
  • 2003 Angola während der Bürgerkriege
  • 2004 Liberia während der Bürgerkriege
  • 2005 nach dem Tsunami in Sri Lanka
  • 2009 Gesundheitsversorgung in der Südsee, Cook-Inseln
  • 2010 nach dem Erdbeben in Haiti
  • 2010 Pakistan nach der Flutkatastrophe
  • 2011 Ostgrönland
  • 2012 Gefangenenversorgung in Äthiopien
  • 2013 Versorgung psychisch Kranker in Indonesien (Bali)
  • 2013 Versorgung syrischer Flüchtlinge im Libanon
  • 2014 Ostgrönland
  • 2014 Versorgung psychisch Kranker in Indonesien
  • 2014 Versorgung von Straßenkindern in Kisumu
  • 2015 Sea-Watch – Zivile Seenotrettung von Flüchtenden, Lampedusa, Italien
  • 2015 Versorgung von Flüchtlingen in Kilis, Türkei (Syrische Grenze)
  • 2016 Sea-Watch – Zivile Seenotrettung von Flüchtenden, Malta
  • 2016 Versorgung von Flüchtlingen in Idomeni, Griechenland
  • 2016 Versorgung von Flüchtlingen in Kilis, Türkei (Syrische Grenze)
  • 2016 Versorgung von Flüchtlingen in Reyhanli, Türkei (Syrische Grenze)
  • 2016 Unterstützung des Akrabat-Hospital in Idlib, Syrien
  • 2017 Unterstützung von Gesundheitseinrichtungen in der Rojava-Region, Nordsyrien (u. a. in Kobane)
  • 2017 Mitarbeit im Flüchtlingslager Ayn Issa in der Raqqa-Region, Nordsyrien
  • 2017 Unterstützung der Hilfsorganisation CADUS - Mitarbeit in TSP (Trauma Stabilisation Point) in Mosul, Irak
  • 2017 Versorgung von Flüchtlingen auf der Insel Lesbos, Griechenland
  • 2018 Versorgung von Flüchtlingen in Kobane, Raqqa und Manbidsch, Nordsyrien

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.armut-gesundheit.de/index.php?id=67