Gerth Medien

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Gerth Medien GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1949
Sitz Aßlar, Deutschland

Leitung

  • Ralf Markmeier
  • Thomas Pichler
  • Claudia Reitter
  • Frank Sambeth
Branche Verlag
Website www.gerth.de

Gerth Medien ist ein deutscher christlicher Buch- und Musikverlag mit Sitz in Aßlar, der 1949 in Wetzlar gegründet wurde. Ziel der Verlagsarbeit „ist es, Menschen Ausrichtung, Inspiration und Hilfe für einen lebendigen Glauben sowie praktische Antworten auf Lebensfragen zu geben.“[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buch- und Schallplattenverlag Hermann Schulte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 gründete Hermann Schulte eine christliche Buchhandlung in Wetzlar. 1956 begann er mit der Produktion christlicher Singles unter dem Label Frohe Botschaft im Lied. Mit der Veröffentlichung des Romans Sturmwind von Allan Stewart wurde das Unternehmen 1968 zum Buch- und Schallplattenverlag Hermann Schulte – abgekürzt HSW für Hermann Schulte, Wetzlar. Die frühen Interpreten des Verlags wie der Männerchor Derschlag, Johannes Haas mit den ersten Jugend-für-Christus-Chören und dem Evangeliumsquartett, aber auch Solisten wie die Kontra-Altistin Renate Lüsse und Tenor Franz Knies griffen zum größten Teil auf das US-amerikanische Erweckungslied zurück. 1961 trat die Komponistin und Produzentin Margret Birkenfeld in den Verlag ein und übernahm die Leitung der Musikabteilung. In Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten und Organisten Peter van Woerden veröffentlichte sie mit Onkel Peters Kinderstunde mit ihrem Wetzlarer Kinderchor im Sublabel Frohe Botschaft für Kinder die erste christliche Kinderhörreihe in Deutschland. Ein weiteres Sublabel Songs der Frohen Botschaft brachte um 1970 schließlich auch progressive christliche Musik von Liedermachern wie Siegfried Fietz, Manfred Siebald und Jürgen Werth auf den Markt.

Der christliche Club[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1960 gründete Hermann Schulte die Schallplattengemeinschaft Frohe Botschaft im Lied und bot Mitgliedern Tonträger sowie Abspielgeräte und Radios wie den „Froboton“ zu ermäßigten Preisen an. Ende der 1960er Jahre wurde auch das Buchprogramm in das Sortiment integriert. Mit den Wechsel des Verlagnamens erlebte auch der Club mehrfach eine Umbenennung. Zunächst wechselte er seinen Namen zu HSW-Club, mit Übernahme der Geschäftsleitung durch Klaus Gerth zu Schulte & Gerth Club und im Zuge der Fusion Schulte & Gerths mit Projektion J zu Gerth Medien schließlich zu Der christliche Club.[2] Der Club gibt heute vierteljährlich sein Club-Magazin heraus und zählt mehr als 20.000 Mitglieder.

Verlag Schulte & Gerth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einer wirtschaftlichen Krise warb Hermann Schulte Klaus Gerth, damals Manager bei der Beiersdorf AG, der 1975 als Geschäftsführer in den Buch- und Schallplattenverlag Hermann Schulte eintrat. Auf Hermann Schultes persönlichen Wunsch hin übernahm Gerth 1978 schließlich das Unternehmen, das fortan als Verlag Schulte & Gerth firmierte. Es folgten Hinzukäufe wie der Erwerb des Herold-Verlages (1985), Memra-Verlages (1988) und des Musiklabels Go for Records (1993). Der 1982 gegründete Nachrichtendienst Topic wurde 1993 verkauft. 1995 übernahm der Verlag exklusiv die Auslieferung des Musikprogramms des Musiklabels Janz Team Music. Mit dem Umzug in ein neues Verlagsgebäude mit angeschlossenem Auslieferungslager in Aßlar-Berghausen verlegte der Verlag 1988 seinen Standort von Wetzlar weg.

Nennenswerte Veröffentlichungen dieser Zeit waren unter anderem die Reihe Die Siedler der kanadischen Schriftstellerin Janette Oke und die Abenteuergeschichten der Fünf Geschwister von Dieter B. Kabus. Beide Serien wurden von Günter Schmitz als Hörbuch bzw. Hörspiel herausgebracht. Musikalisch typische Veröffentlichungen dieser Zeit waren die Wir-singen-für-Jesus-Chöre, Margret Birkenfeld mit ihren Wetzlarer Chören, Johannes Haas mit dem Singkreis Frohe Botschaft sowie dem Evangeliumsquartett und junge Rockbands wie Damaris Joy. Mit dem Leitungswechsel in der Musikabteilung von Margret Birkenfeld zu Jochen Rieger hielten Chorprojekte wie „Lebendige Psalmen“ mit dem Schulte & Gerth Studiochor und Instrumentalproduktionen Einzug ins Verlagsprogramm. Auch die stilistisch dem Klassikpop zuzuordnenden Kantaten und Oratorien von Klaus Heizmann wie die Reihe Die neue Kantate oder das Jerusalem Oratorium aus dem Jahre 1994 zählen zu den wichtigen Publikationen des Hauses. Mit dem Abklingen der Jugendchorbewegung bahnten sich dann Solisten und Bands wie Beate Ling, Klemata, Layna, Andrea Adams-Frey und Sharona mit aktueller Pop- und Rockmusik den Weg. Der Verlag unterhielt für seine unterschiedlichen Stilrichtungen zunächst die Musiklabel S+G (LC 06160) für traditionelle sowie neue geistliche Musik – wobei für letzteres zwischenzeitlich auch das Label In-Takt (LC 08250) aktiv wurde – Kitty (LC 06161) für Kinderproduktionen und Lord Records (LC 06162) für Christliche Popmusik und Gospelrock. Im Jahr 2000 erloschen alle Labels zugunsten des spartenübergreifenden Musiklabels Schulte & Gerth (LC 00895).

Projektion J[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 1996 wurde der Projektion J Buch- und Musikverlag mit Sitz in Wiesbaden von Schulte & Gerth übernommen und als paralleler Verlagszweig weitergeführt. In der neuen Produktschiene wurde vor allem das aus den USA importierte Genre der Worship- bzw. Lobpreismusik und Künstler wie Albert Frey, Lothar Kosse und Arne Kopfermann sowie Printliteratur von meist charismatischer Prägung vermarktet. Zu den Autoren gehörten amerikanische Schriftsteller wie Bill Hybels, John Ortberg, Robert Schuller, Lee Strobel, Frank E. Peretti, Bücher wie Leben mit Vision von Rick Warren, Das Gebet des Jabez von Bruce Wilkinson und die Finale-Buchserie von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins oder der Alpha-Kurs für Glaubenseinsteiger.

Gerth Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 wurden die Verlagszweige Schulte & Gerth und Projektion J unter dem organisatorischen Dach Gerth Medien zusammengeführt, ab 2003 erschienen die unterschiedlichen Musikproduktlinien beider Verlage unter dem gemeinsamen Musiklabel Gerth Music (LC 12055).[3] 2005 verschmolzen beide Verlage zu Gerth Medien. Auch das Musiklabel Gerth Music wurde dabei von dem Label Gerth Medien abgelöst, das seither unter dem Labelcode 13743 auftritt.

2006 wurde Gerth Medien Teil der internationalen Verlagsgruppe Random House des Bertelsmann-Konzerns. Nach dem Ausscheiden Klaus Gerths Anfang 2008 wurde Ralf Markmeier, bis dahin Leiter der Gütersloher Verlagshauses, Geschäftsführer des Unternehmens.[4] Nachdem dieser im April 2014 zusätzlich erneut die Leitung über das Gütersloher Verlagshaus übertragen bekam, wurde im Juli 2015 Stefan Wiesner Verlagsleiter für Gerth Medien und adeo während Ralf Markmeier künftig als Geschäftsführer agierte.[5]

adeo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 gründete Gerth Medien mit adeo eine neue Marke, unter der prominente, aber auch unbekannte Autoren ihre Bücher veröffentlichen. Im Frühjahr 2011 erreichte das Buch Sehnsucht nach Leben von Margot Käßmann zwei Wochen nach Erscheinen den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste und blieb 16 Wochen lang unter den Top Ten.[6]

Stiftung Christliche Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Juli 2016 wurde Gerth Medien mit Adeo von der Stiftung Christliche Medien übernommen. Dadurch sollen Inhalt und Breite des Angebots gesichert werden.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerth Medien – Über uns
  2. Verlag Gerth Medien feiert 50 Jahre Buchclub (Memento vom 19. Juni 2013 im Webarchiv archive.is), Christliches Medienmagazin Pro, 29. Januar 2010
  3. Gerth Music, Music.ch
  4. Ralf Markmeier übernimmt Geschäfte bei Gerth Medien, Börsenblatt, 24. September 2007; abgerufen am 5. Juli 2010
  5. Stefan Wiesner wird adeo und Gerth Medien-Verlagsleiter, buchmarkt.de, Meldung vom 9. Juni 2015.
  6. Buchreport, April 2011
  7. SCM-Webseite am 4. Juli 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]