Grimlinghausen (Neuss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grimlinghauser Ortswappen
Wappen von Neuss
Grimlinghausen
Bezirk 7 von Neuss
Lage von Grimlinghausen in Neuss
Koordinaten 51° 10′ 39″ N, 6° 44′ 27″ OKoordinaten: 51° 10′ 39″ N, 6° 44′ 27″ O
Fläche 7,13 km²
Einwohner 8329 (30. Jun. 2015)
Bevölkerungsdichte 1168 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Postleitzahl 41468
Vorwahl 02131
Stadtbezirk Grimlinghausen (7)
Verkehrsanbindung
Autobahn A46 A57
Bus-Linien 851 852 NE5 827 875
Quelle: Fahrplanauskunft Stadtwerke Neuss

Grimlinghausen ist ein Stadtteil der Stadt Neuss im Rhein-Kreis Neuss. Im Volksmund ist Grimlinghausen auch als Hippelank oder Jremlekuse bekannt und zählt über 8.300 Einwohner.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grimlinghausen wird im Norden vom Rhein begrenzt (Stromkilometer 735), im Osten von der A 46 und im Süden von der A 57. Im Westen bildet die Erft die Grenze. Diese mündet bei Grimlinghausen in den Rhein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Zeit des Altertums konnten zahlreiche Funde entdeckt werden. Die Römer errichteten im benachbarten Gnadental das römische Legionslager Novaesium, um das gegenüberliegende Rheinufer zu kontrollieren. Zudem befand sich am Reckberg zwischen Grimlinghausen und Uedesheim ein Wachturm an der Grenze des Römischen Reiches, dem Limes.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Quinheim wurde im Jahre 1173 erstmals urkundlich erwähnt. Diese verfügte bereits über eine Kirche, die dem heiligen Cyriacus geweiht war. Schon 1173 hatten die Einwohner Fischereirechte an Erft und Rhein, was schriftlich belegt ist. In der Nähe von Quinheim entstand auch die Ortschaft Grymmelkusen oder Grimlinkhaußen. Nach der Rheinbettverlagerung verschwand die Ortschaft Quinheim samt Kirche und Grimlinghausen übernahm nun dessen Funktion. Als 1475 die Truppen Karls des Kühnen Neuss belagerten, zerstörten sie auch die Ortschaft Grimlinghausen samt Cyriakus-Kirche.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1585 wurde Grimlinghausen im Truchsessischen Krieg geplündert. Ein Jahr später sprengten die Truppen des Herzogs von Parma die Römerbrücke über die Erft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Grimlinghausen von den Franzosen und Hessen zunächst belagert und anschließend geplündert.

1660 errichtete der Pfalzgraf Philipp Wilhelm ein Jagdschloss. Von 1794 bis 1814 gehörte Grimlinghausen zum französischen Rur-Departement. Seit 1815 war es Teil der preußischen Rheinprovinz und bildete ab 1816 eine Bürgermeisterei mit der Gemeinde Uedesheim. Von 1905 bis 1922 verkehrte eine Dampfschifffähre zwischen Grimlinghausen und Düsseldorf. Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten am 4. Dezember 1918 belgische Truppen Grimlinghausen. Am 1. August 1929 wurden die Gemeinden Grimlinghausen und Uedesheim in die Stadt Neuss eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten amerikanische Truppen den Ort.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1767 1832 1869 1950 1961[2] 1972 2003 2013
Einwohner 450 840 1.236 2.544 3.262 3.590 8.211 8.165

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe und Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe Grimlinghausens liegt an der A57 und der B9 das Gewerbegebiet Bonner Straße. Am Rhein gab es eine Papierfabrik mit einem eigenen Hafen. Der Hafen besteht immer noch, aber die Papierfabrik wird nicht mehr genutzt und wurde stillgelegt

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher spielte in Grimlinghausen vor allem die Fischerei eine wichtige Rolle im Dorf. Des Weiteren entwickelten sich zahlreiche landwirtschaftliche Gemüsebetriebe. Diese belieferten und beliefern die Märkte am Niederrhein. Sehr stark verbreitet war die Haltung von Ziegen, daher auch die Bezeichnung Hippelank für Grimlinghausen (Hippe = mundartlich für Ziege, Lank = mundartlich für Land).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Auf gelbem Grund findet sich mittig die Darstellung der Erft, welche bei Grimlinghausen in den Rhein mündet und die mittlerweile nicht mehr existierende Römer-Brücke über den Fluss. Der Anker symbolisiert die frühere Bedeutung des Rheins und vor allem der Fischerei für den Ort. Die zwei roten Blumen stehen für die verbreitete Landwirtschaft, in früheren Zeiten vor allem der Anbau von Stiefmütterchen. In Anlehnung an die verbreitete Haltung von Ziegen wird das eigentliche Wappen in zahlreichen Darstellungen von zwei weißen Ziegen gestützt. Vorbild ist das Wappen der Stadt Neuss, welches von zwei goldenen Löwen gesäumt ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grimlinghausen liegt an den Autobahnen 46 (Wuppertal–Heinsberg, AS Uedesheim) und 57 (Köln–Krefeld–Nimwegen, AS Norf). Durch Grimlinghausen verläuft die Bundesstraße 9 von der niederl. Grenze bei Nimwegen über Krefeld, Neuss, Dormagen nach Köln und von dort weiter über Bonn Mainz, Worms, Speyer zur franz. Grenze bei Straßburg. Diese Straße ist weitgehend römischen Ursprungs und war im Mittelalter eine der kaiserlichen Hauptstraßen.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf
827 (Rheinbahn) Düsseldorf Am Steinberg/Südpark–Grimlinghausen–Norf S-Bahn–Industriegebiet Habichtweg
851 (SWN) Kaarst Elchstraße–Neuss–Neusser Furth–Gnadental-Grimlinghausen–Derikum-Uedesheim Deichstraße
875 (BVR) Dormagen–Zons–Stürzelberg–Stüttgen–Uedesheim–Grimlinghausen–Neuss Stadthalle–Neuss Landestheater
852 (SWN) Kaarst Lange Hecke–Neuss–Furth–Gnadental–Grimlinghausen–Norf Ulmenalle
NE5 (SWN) Neuss Hauptbahnhof-Gnadental-Grimlinghausen-Derikum-Uedesheim Deichstraße

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grimlinghausen gibt es eine katholische Grundschule.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürger-Schützenverein Neuss-Grimlinghausen von 1855 e. V.
  • Vereinigung "Freunde der Heimat" Neuss-Grimlinghausen
  • SC 1936 e. V. Grimlinghausen
  • RSV Neuss-Grimlinghausen mit Team Neuss
  • TC Rot-Weiss Grimlinghausen

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirchengemeinde St. Cyriakus Neuss-Grimlinghausen - Mitglied in der Pfarreiengemeinschaft Neuss - Rund um die Erftmündung
  • Evangelische Kirchengemeinde Neuss-Süd, Bereich Grimlinghausen-Uedesheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vereinigung „Freunde der Heimat“ Neuss-Grimlinghausen: Zwischen Reckberg und Römerbrücke - Beiträge zur Heimatkunde von Neuss-Grimlinghausen. Grimlinghausen 1972.
  • Bert Pütz: Nor apa, Norpe, Norf. Norf 1974.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bezirkstabelle – Statistische Eckdaten. Stadt Neuss, 30. Juni 2015, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  2. http://www.neuss.de/stadtportrait/stadtteile/stadtteilbroschueren/grimlinghausen.pdf/at_download/file