Weckhoven

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Das Weckhovener Wappen: rechts ist die Kyburg abgebildet, links die Erft und der Gillbach.
Wappen von Neuss
Weckhoven
Bezirk 09 von Neuss
Lage von Weckhoven im Stadtgebiet von Neuss
Koordinaten 51° 9′ 29″ N, 6° 41′ 33″ OKoordinaten: 51° 9′ 29″ N, 6° 41′ 33″ O
Fläche 3,34 km²
Einwohner 8663 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 2594 Einwohner/km²
Eingemeindung 1929 (Neuss)
Postleitzahl 41466
Vorwahl 02131
Stadtbezirk Weckhoven (09)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B477
Bus-Linien NE6 844 854
Quelle: Fahrplanauskunft Stadtwerke Neuss

Weckhoven ist ein südlicher Stadtteil der Stadt Neuss im Rhein-Kreis Neuss.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Spuren menschlichen Lebens gehen auf das Jahr 7000 vor Christus zurück. In der Nähe der Ortschaft Weckhoven konnte ein Steingerät mit diesem Alter gefunden werden. Die Erbauung einer römischen Villa rustica in der Flur „Im Hahnen“ datiert auf die zweite Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, sie bestand bis in die zweite Hälfte des dritten Jahrhunderts [1]. Aus dem frühen 7. Jahrhundert n. Chr. stammen mehrere Gräber, die sich nahe der heutigen katholischen St. Paulus-Kirche fanden.[2] Erstmals urkundlich erwähnt wurde Weckhoven im Jahre 793. Im Jahre 1183 wurde Weckhoven als „Hof des Wego“ bezeichnet. Aus dieser Zeit stammt auch die Burg Erprath, die im Besitz der gleichnamigen Familie war. Im Truchsessischen Krieg von 1586 wurde sie zerstört. Bereits 1598 lehrten kundige Dorfbewohner den Kindern in der Schankwirtschaft Rechnen und Lesen und erteilten Unterricht im Katechismus. Politisch gehörte Weckhoven bis zum Jahre 1794 zum kurkölnischen Amt Hülchrath im Erzstift Köln. Im selben Jahr besetzten französische Truppen den Ort und Weckhoven kam an die neue Munizipalität Hülchrath. 1815 wurde Hülchrath ein Teil der neuen Bürgermeisterei Hülchrath im Kreis Grevenbroich. 1845 erhielt der Ort eine einklassige Volksschule und 1863 wurde der Schützenverein gegründet. Dass Weckhoven aber noch sehr von der Landwirtschaft geprägt war, zeigt eine Aufstellung des Tierbestandes aus dem Jahre 1890: 22 Pferde, 125 Rindvieh, 183 Schweine, 165 Ziegen, 19 Bienenstöcke, 756 Hühner, vier Gänse, 38 Enten und ein Schaf. 1909 wurde Weckhoven an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten französische Soldaten den Ort. Erst allmählich setzte sich der Aufschwung wieder fort, der vor dem Krieg begonnen hatte. Im Jahre 1924 fuhr erstmals die Kraftpost Weckhoven an und damit konnte Neuss auch mit dem Bus erreicht werden. 1927 wurde ein Kriegerdenkmal errichtet. Im Jahre 1929 wurde Weckhoven in die damals kreisfreie Stadt Neuss eingemeindet. Im März 1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort. Bereits 1948 fuhr Weckhoven der erste O-Bus von Neuss an. Weckhoven entwickelte sich seit den 1960er Jahren von einem Dorf zu einem Stadtteil mit etwa 9000 Einwohnern. Heute ist Weckhoven ein Stadtteil mit recht junger Bevölkerung. Gut 22 Prozent sind jünger als 18 Jahre, gut 4 Prozent mehr als im Schnitt des übrigen Stadtgebiets. In den letzten Jahren hat sich das Erscheinungsbild von Weckhoven deutlich gebessert. Viele der im Laufe der Jahrzehnte veralteten und unattraktiven Hochhäuser sind kernsaniert worden.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Paulus
Apsis der St. Nektarios-Kirche

Weckhoven besitzt folgende Gotteshäuser

  • eine evangelische Auferstehungskirche
  • eine römisch-katholische St. Paulus-Kirche, 1966–1969 erbaut nach einem Entwurf von Fritz Schaller
  • eine griechisch-orthodoxe St. Nektarios-Kirche
  • zwei Moscheen [3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1890: 694 Einwohner
  • 1905: 755 Einwohner
  • 2006: 8.999 Einwohner (Stand 30. Juni 2006)
  • 2009: 8.895 Einwohner (Stand 30. Juni 2009)[4]
  • 2011: 8.876 Einwohner (Stand 30. Juni 2011)

Wirtschaft und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weckhoven gibt es zwei Schulen (die Gemeinschaftsgrundschule Weckhoven und die Abteilung I der Gesamtschule an der Erft) sowie vier Kindergärten.

Den Mittelpunkt des Ortes bildet das Einkaufszentrum, in welchem einige Geschäfte vorhanden sind und außerdem einmal pro Woche ein Markt abgehalten wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erprather Mühlen gehen schon mindestens auf das 13. Jahrhundert zurück.

Die Kyburg oder die Burg Erprath wurde erstmals schriftlich im Jahre 1166 erwähnt. Heute ist nur noch eine Motte der Wasserburg vorhanden. So existiert noch der 5 Meter hohe Rest des Wohnturms. Vermutlich befand sich hier ein römischer Wachturm.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Ballspielverein von 1927 e.V. Neuss-Weckhoven zählt in 8 Abteilungen circa 800 Mitglieder und wurde 1927 gegründet. Die Traditionssparte ist Fußball, daneben werden im Verein folgende Sportarten betrieben: Badminton, Jugendfussball, American Football, Karate, Tischtennis, Breitensport (Fit ab fünfzig, Kinderturnen, Rückenschule) Baseball und Radsport.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Emsbach, Max Tauch: Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss. Köln 1986.
  • Walter und Brigitte Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss. 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorothea Haupt: Die Kleinfunde eines römischen Landhauses aus Neuss-Weckhoven. Beiträge zur Archäologie des römischen Rheinlandes, Rheinische Ausgrabungen 3 (1968), S. 153ff.
  2. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 436. ISBN 3-7927-1247-4
  3. http://www.moscheesuche.de/moschee/Neuss/T%C3%BCrrk+Islam+K%C3%BClt%C3%BCr+Merkezi/13790
  4. Statistische Eckdaten der Stadt Neuss