Norf

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Norf ist ein Stadtteil der Stadt Neuss im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen.

Wappen von Norf
Wappen von Neuss
Norf
Bezirk 27 von Neuss
Lage von Norf im Stadtgebiet von Neuss
Koordinaten 51° 9′ 32″ N, 6° 43′ 21″ OKoordinaten: 51° 9′ 32″ N, 6° 43′ 21″ O
Fläche 5,52 km²
Einwohner 10.399 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 1884 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975 (Stadt Neuss)
Postleitzahl 41469
Vorwahl 02137
Stadtbezirk Norf (27)
Verkehrsanbindung
Autobahn A46 A57
Bundesstraße B9
DB-Anschluss Bahnhof Norf
Bus-Linien 852 841 827 874 878
Quelle: Fahrplanauskunft Stadtwerke Neuss

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norf ist ein Stadtteil im Süden von Neuss und liegt am linken Niederrhein. Durch den Ort fließt der Norfbach. Norf besteht aus zwei Bereichen. Westlich der Bahnlinie liegt das eigentliche Norf, östlich davon Derikum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Vellbrüggen um 1860, Sammlung Alexander Duncker.

Bereits in der Mittelsteinzeit war der Raum Norf von sogenannten Standwildjägern besiedelt. Hierbei bildeten die zahlreichen Wasserläufe ein ideales Jagdgebiet. In der römischen Zeit gab es einige Villae rusticae im Raum Norf.[1] Wenige, aber zuverlässige Indizien bezeugen eine frühmittelalterliche Siedlung und ein Grab, beides nahe am Norfer Hof.[2] Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes mit seiner – ursprünglich beim Norfer Hof gelegenen – Kirche stammt aus dem Jahre 1223 als norpe.[3] Damals war der Ort rein landwirtschaftlich orientiert. Es dominierten die großen Hofanlagen Vellbrüggen, Müggenburg, Sandhof, Derikumer Hof und Norfer Hof. Derikum wurde 1275 erstmals als Derichem und ab 1447 als Dyrkem bezeichnet. Rund 500 Jahre gehörte Norf zum kurkölnischen Amt Hülchrath. 1586 zerstörten spanische Söldner den Ort.

1794 besetzten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer, von 1798 bis 1814 gehörte der Ort zum neu eingerichteten französischen Kanton Neuß im Rur-Departement. Norf wurde Hauptort (chef-lieu) der Mairie de Norff. Im Gemeindegebiet Norf, Derikum, Elvekum, Stüttgen und Bettikum waren zu dieser Zeit 319 Einwohner registriert.[4]

1815 kam die Region aufgrund der Vereinbarungen auf dem Wiener Kongress zum Königreich Preußen. Norf wurde Verwaltungssitz einer Bürgermeisterei im Kreis Neuß, die zum Regierungsbezirk Düsseldorf gehörte. Die Bürgermeisterei war zugleich eine Sammtgemeinde, die aus den beiden eigenständigen „Spezialhaushaltgemeinden“ Norf und Rosellen bestand.[5] Die Gemeinde Norf bestand aus den Ortschaften Norf, Derikum, Elvekum, Stüttgen und Bettikum.

Im 19. Jahrhundert war der Ort überwiegend landwirtschaftlich geprägt und verfügte kaum über Gewerbesteuereinnahmen. 1927 erfolgte die Umbenennung der Bürgermeisterei in Amt Norf. 1929 wurde die Bürgermeisterei Grimlinghausen mit den Gemeinden Grimlinghausen und Uedesheim in die Stadt Neuss eingemeindet. Am 4. März 1945 besetzten amerikanische Truppen die Ortschaften des Amtes. 1974 scheiterte der Plan, aus den Gemeinden Norf, Rosellen, Gohr, Nievenheim und dem Ortsteil Neuss-Erfttal eine Gemeinde zu bilden. Am 1. Januar 1975 wurde das Amt Norf aufgelöst und in die Stadt Neuss eingegliedert.[6] Das ehemalige Rathaus wird heute als Polizeiwache genutzt. Im Jahre 2009 fand nach 36 Jahren wieder eine Trauung statt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1798: 00.319
  • 1900: 01.000
  • 1913: 01.259
  • 1933: 01.628
  • 1939: 01.769
  • 1955: 02.735
  • 1961: 03.431 (6. Juni)
  • 1965: 05.500
  • 1970: 06.113 (27. Mai)

Stadtteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: 10.494
  • 2001: 10.741 (31. Dezember)
  • 2007: 10.666 (31. Dezember)
  • 2011: 10.509 (30. Juni)
  • 2014: 10.399 (30. Juni)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Norfer Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • 0000–1798: Pierre Steins
  • 1801–1802: Heinrich Gruben
  • 0000–1802: Heinrich Gruttorfer
  • 1802–1811: August Eichhoff
  • 1811–1812: German Müller
  • 1812–1813: Guillaume Gruttorfer
  • 1814–1816: Hermann Müller
  • 1816–0000: Michael Vahsen
  • 0000–1829: von Sieger
  • 1829–1838: Peter Steins
  • 1839–1841: Wilhelm Mardersteck
  • 1841–1851: Carl Kahler
  • 1851–1855: Hermann Clemens
  • 1855–0000: Carl Kahler
  • 1856–1858: Wilhelm Berg
  • 1858–1869: F. A. B. Schmitz
  • 1869–0000: Eduard Bacciocco
  • 1869–1879: Christian Plum
  • 1879–1903: Eduard Bacciocco
  • 1903–1930: Heinrich Wiedenbrüg
  • 1931–1933: H. Rahmen (kommiss.)
  • 1933–1939: Erich Lindhorst
  • 1939–1945: Heinrich Klassen
  • 1946–1948: Adolf Göggel (komm.)
  • 1948–1949: Josef Kluth
  • 1949–1950: Josef Offer
  • 1950–1952: Josef Kluth
  • 1952–1956: Johann Palms
  • 1956–1964: Johann Steinfort
  • 1964–1969: Johannes Esser
  • 1969–1974: Wilhelm Graf von Pfeil

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Vellbrüggen
Die Kirche St. Andreas
Die Friedenskirche in Norf
  • Gut Vellbrüggen: Ist ein stattliches, ehemaliges „Rittergut“ mit einem über 850 Jahre alten imposanten Wohnturm und einem später daran gebauten, großen viereckigen Hofkomplex. Der Gebäudekomplex steht auf der Liste des rheinischen Amtes für Denkmalschutz. Der Vellbrüggener Turm findet sich als Hauptmotiv im Wappen der ehemals selbständigen Gemeinde Norf. Noch bis zum Ende der 80er Jahre wurde das Gut für den landwirtschaftlichen Betrieb der umliegenden Ackerflächen genutzt (Familien: von Waldthausen / Graf von Pfeil u. Klein-Ellguth). Seither dienen die an den Turm angebauten ehemaligen Wohngebäude als Firmensitz. Die Hofgebäude und Stallungen wurden zu Wohnzwecken umgebaut.
  • Müggenburg: Die Müggenburg ist eine kleine Wasserburg aus dem 18. Jahrhundert. Sie befindet sich gleich neben der katholischen Kirche. Diese war ursprünglich die Kapelle der Müggenburg. Errichtet wurde die Müggenburg durch den Düsseldorfer Hofrat Johann Dominikus von Schwarz zwischen 1772 und 1813 und diente zunächst als adeliges Damenstift.
  • Katholische Pfarrkirche St. Andreas: Die Pfarrkirche ist ein spätbarocker Neubau von 1765/67. Zum Teil ist die Ausstattung noch erhalten. Der Turm wurde erst im 19. Jahrhundert, die Seitenschiffe wurden 1913 errichtet. Die ursprüngliche Pfarrkirche nahe dem Norfer Hof wurde erst 1839 abgerissen.
  • Evangelische Friedenskirche: Die Friedenskirche am Wisselter Weg wurde am 1. Advent 1961 der Gemeinde übergeben. Sie wurde mehrmals erweitert: Ende der 60er Jahre kamen der Gemeindesaal, der Jugendkeller und die Pfarrwohnung hinzu. 1994 kam eine Vorhalle hinzu. Das Grundstück, auf dem die Friedenskirche errichtet wurde, stiftete die Familie von Waldthausen.
  • Rathaus

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Norf
  • TTV Norf
  • Heimatverein Norf e.V.
  • Tambourcorps „Germania“ Norf gegr.1920
  • Musikverein „Frohsinn“ Norf 1926 e.V.
  • St. Andreas Schützenbruderschaft Norf e.V. 1900
  • Norfer Narren Club 1995 e.V.
  • Schießsportverein Norf 1973 e.V.
  • Bürgerforum Norf e.V.
  • Menschenbrücke e.V., Norf und der Rheinkreis helfen Masaka /Uganda
  • Hundesportverein Neuss-Norf
  • Schulförderverein St. Andreas Norf e.V.

Freiwillige Feuerwehr Norf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Norf sorgt seit ihrer Gründung für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Inzwischen wird sie als der Löschzug 14 der Feuerwehr Neuss bezeichnet.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BahnKult: Großformatige Arbeiten regionaler Künstler am Parkplatz des S-Bahnhof Norf (Dauerausstellung mit unregelmäßigem Wechsel der Arbeiten)
  • Hermann-Fischer-Haus: Gründerzentrum und Ausstellungsraum. Zweimal jährlich Ausstellungen von Künstlern aus der Region.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logistikzentrum Kaufhof AG
  • Forschungszentrum European EPC Competence Center (EECC), RFID-Chips
  • Aluminium Norf GmbH, Leichtmetalle
  • Fergo Armaturen GmbH (Industriearmaturen, Stoffschieber)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof Norf

Der Bahnhof Norf liegt an der Bahnstrecke Köln–Nijmegen. Anbindung über S-Bahn-Strecke S11 (Düsseldorf Flughafen Terminal – Düsseldorf – Neuss – Dormagen – Köln – Bergisch Gladbach). Mit den Bus-Linien 841 (Düsseldorf-Handweiser – Neuss – Allerheiligen – Rosellerheide) und 852 (Kaarst Lange Hecke – Neuss – Norf Ulmenallee) kann Neuss ebenfalls erreicht werden. Weitere Buslinien sind die Linie 827 (Düsseldorf, Am Steinberg – Neuss, Habichtweg) der Rheinbahn sowie die Linie 874 (Neuss – Dormagen Broich) und der 878 (Neuss, Rheinwerk – Grevenbroich Marktplatz) der BVR. Norf/Derikum liegt direkt an der Auffahrt zur A 57. Die A 46 ist über die A 57 nach rd. 1,5 km erreichbar. Die A 57 ist ca. 4 Autominuten entfernt.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Andreas Grundschule
  • Geschwister Scholl Grundschule
  • Geschwister Scholl Hauptschule
  • Ganztags-Realschule Norf (GTR-Norf)
  • Gesamtschule Norf
  • Gymnasium Norf (eines von fünf städtischen Gymnasien in Neuss)

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. D. Haupt, Die Kleinfunde des römischen Landhauses aus Neuss-Weckhofen. Rheinische Ausgrabungen 3. Düsseldorf 1968, S. 153–165.
  2. Bonner Jahrbücher 163, 1963, 555f. - Bonner Jahrbücher 165, 1965, 465. - Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 336.
  3. Knipping, Regesten III, S. 70 f. Nr. 404
  4. http://www.heimatverein-norf.de/geschichte-2/
  5. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf, J. H. C. Schreinger, 1836, S. 147 (Google Books)
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 292.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Emsbach, Max Tauch: Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss. Rheinland-Verlag, Köln 1986.
  • Walter und Brigitte Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss. 3. erw. Auflage, Neuss 1997, ISBN 3-9800327-0-1.
  • Gottfried Neuen: Pulheim im Wandel der Zeiten. Pulheim 1966.
  • Bert Pütz: Nor apa, Norpe, Norf. Norf 1974.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Norf (Neuss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien