Halbe Hundert

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Filmdaten
OriginaltitelHalbe Hundert
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2012
Länge90 Minuten
Stab
RegieMatthias Tiefenbacher
DrehbuchSilke Zertz
ProduktionNina Klamroth
Heike Wiehle-Timm
Karsten Willutzki
MusikAndreas Schäfer
Biber Gullatz
KameraKlaus Merkel
SchnittDora Vajda
Besetzung

Halbe Hundert ist eine deutsche Fernseh-Tragikomödie aus dem Jahr 2012.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 50-jährige Handchirurgin Anne Kater hat es im Leben geschafft. Sie ist erfolgreich im Beruf, hat einen schnellen Sportwagen und ein schickes Haus. Doch die Ehe mit dem Lehrer Klaus, der sich jahrelang um Tochter und Haushalt kümmerte, ist am Ende. Er hat sie erst kürzlich, scheinbar wegen einer Jüngeren, verlassen, und die gemeinsame 17-jährige Tochter Sophie ist mit ihm gegangen. Um sich an ihrem Mann zu rächen, bucht Anne auf Anraten Fionas für den anstehenden Chirurgenkongress den Escort-Mann „Josh“, in den sie sich verliebt.

Charlotte Merian hingegen war jahrzehntelang Hausfrau, die sich für ihre Familie aufopferte. Ihre drei erwachsenen Söhne wohnen noch zu Hause, ebenso die demenzkranke Schwiegermutter, um die sie sich kümmern muss. Nachdem Charlotte im Bus von einem Fremden als „Oma“ tituliert wird, will sie sich wieder jung und schön fühlen. Von ihrer Freundin Fiona ermuntert, besucht sie einen Schönheitschirurgen, um sich ihren Traum von einem kleineren Busen zu erfüllen. Doch statt einer Schönheitsoperation erhält sie eine Brustkrebsdiagnose. Charlotte gibt sich jedoch nicht auf, sondern, ohne lange zu überlegen, lässt sie sich die Brust sofort amputieren. Sie findet dadurch sogar den Mut, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen, denn die Ruhe und die Tage im Krankenhaus hat sie genossen. Noch nie durfte sie jemals so für sich da sein, ohne jeglichen Familienstress. Sie beschließt kurzerhand ihren Mann zu verlassen und zieht zu Fiona, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hat. Ihre Familie begreift das nicht, verlieren sie doch nun ihre Putzfrau, Köchin und Mädchen für alles. Doch in der Hoffnung, nur so den Krebs vollends zu besiegen, lässt sich Charlotte nicht zurückhalten. Da sich in der Folge ihre Familiensituation bessert, ihr Mann sie wieder schätzen lernt, die erwachsenen Söhne ausziehen, die Schwiegermutter in professionelle Pflege gegeben wird, erwägt Charlotte zu ihrem Mann zurückzugehen.

Die Boutiquebesitzerin Fiona Gutzeit ist dreimal geschieden und versucht krampfhaft, jung und attraktiv zu bleiben. Sie glaubt immer noch an die große Liebe und will für den „richtigen Mann“ schön und begehrenswert aussehen. Als sie allerdings von Charlottes Krankheit erfährt, begreift sie, dass sie ihrem Leben einen neuen Sinn geben muss. Angeregt durch ihre Gynäkologin, die sich in ihrer Freizeit um vernachlässigte Kinder kümmert, nimmt auch sie sich diesen Kindern an und findet darin Bestätigung.

Anne bekommt große Probleme, als sich herausstellt, dass „Josh“, der seinerseits auch sehr verliebt tat, die Affäre nun ausnutzt, um Anne zu erpressen. Er weiß, dass sie sich in ihrer Stellung keinen Skandal mit einem jungen Escort-Mann leisten kann, und fordert 250.000 Euro für sein Schweigen. In ihrer Not wendet sie sich an ihren Mann und fragt ihn um Rat. Dabei stellt sich heraus, dass er gar keine jüngere Freundin hat, sondern dass es die Freundin ihrer Tochter ist, die sie mit ihm gesehen hatte. Klaus rät das Geld zu zahlen. Als Anne dies dann tut, wird „Josh“ kurz darauf von zwei Zivilbeamten festgenommen, was Klaus ohne ihr Wissen eingefädelt hatte. So versöhnt sie sich mit ihm und hält an ihrer Ehe fest.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 20. September bis 21. Oktober 2011 in Köln, Bonn und Leverkusen gedreht.[1] Die Erstausstrahlung war am 28. März 2012 in der ARD. Dabei wurde der Film von 4,90 Mio. Zuschauern gesehen, was einem Marktanteil von 15,3 Prozent entsprach.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Hochkarätig besetzte (Fernseh-)Komödie, die den Schicksalsschlägen der Protagonistinnen mit sanftem Humor begegnet.“

„Die Autorin Silke Zertz [...] erdachte die Geschichte um die drei Freundinnen, die ein wenig an die deutsche Version von 'Sex and the City um die 50' erinnert. Zertz stellt die Frage, ob man aus seinem Leben tatsächlich das gemacht hat, was man sich immer erträumt hat. Wenn nicht, soll und kann man es noch ändern. TV-Routinier Matthias Tiefenbacher [...] inszenierte diese Tragikomödie mit hochkarätiger Besetzung. Er greift zwar tief in die Klischee-Kiste, woraus die Schauspielerinnen noch immerhin noch einiges herausholen.“

„In ‚Halbe Hundert‘ geht es ums Alter und wie Frauen um die 50 damit umgehen. Eine schöne Filmidee mit Martina Gedeck, aber für eine Komödie nicht komisch genug, für ein Drama nicht entschieden. Und voller Klischees.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Halbe Hundert, crew-united.de
  2. Medien: Der FC Bayern dominiert, focus.de
  3. Halbe Hundert. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  4. Halbe Hundert, prisma.de
  5. Wenn der halbe Arsch ab ist, sueddeutsche.de