Helga Schuchardt

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Helga Schuchardt (* 2. August 1939 als Helga Meyer in Hannover) ist eine deutsche liberale Politikerin, die 1982 aus der FDP austrat. Sie war nach ihrem Parteiaustritt Hamburger Kultursenatorin und niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Helga Schuchardt auf dem FDP-Bundesparteitag 1977

Beruf und Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter eines Kaufmanns, der im Zweiten Weltkrieg gefallen war, wuchs Schuchardt in Aumühle bei Hamburg auf. Sie besuchte ein Gymnasium und eine Höhere Handelsschule. Anschließend war Schuchardt zweieinhalb Jahre lang als physikalisch-technische Assistentin in Lübeck tätig, ehe sie 1964 an der Physikalisch-Technischen Lehranstalt Wedel das Staatsexamen zur Ingenieurin für technische Physik erlangte. Danach arbeitete Schuchardt von 1965 bis zu ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag 1972 als Ingenieurin bei der Lufthansa in Hamburg. Seit 1968 war sie mit dem Juristen Wolfgang Schuchardt verheiratet,[1] der unter anderem von 1975 bis 1978 als Pressesprecher des Hamburger Justizsenators Ulrich Klug[2] und von 2002 bis 2006 als Leiter der Justizvollzugsanstalt Glasmoor[3] arbeitete.

Im Januar 1988 kehrte Schuchardt mit einem Honorarvertrag zu ihrem früheren Arbeitgeber, der Lufthansa, zurück und beriet das Unternehmen in „Fragen des kulturellen Engagements“ (Sponsoring). Gleichzeitig wurde sie Mitgesellschafterin der neugegründeten Cultur-Consortium GmbH in Hamburg.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuchardt trat 1965 der FDP bei und besetzte bald verschiedene Posten im Landes- und Bundesvorstand der Jugendorganisation Deutsche Jungdemokraten. Von 1970 bis 1982 gehörte Schuchardt dem Bundesvorstandes der FDP, ab 1975 war sie Landesvorsitzende der FDP Hamburg. Von 1972 bis 1983 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war die bildungspolitische und entwicklungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Vorsitzende des Unterausschusses für humanitäre Hilfe, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft.

1982 trat sie im Zuge der innerparteilichen Auseinandersetzungen über den Koalitionswechsel der FDP in der neunten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages aus der FDP aus, seit dieser Zeit ist sie parteilos und Vorsitzende der parteiunabhängigen Liberalen Vereinigung.

Von 1978 bis 1982 war sie Mitglied des Beirats der Friedrich-Naumann-Stiftung. Schuchardt war von 1981 bis 1983 Präsidentin des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung.

Von 1983 bis 1987 war Schuchardt Kultursenatorin von Hamburg und übernahm die damalige Pressereferentin Inge Volk, die bald ihre Lebensgefährtin wurde.[4] Nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt gründete Schuchardt mit Volk eine Agentur für Kulturveranstaltungen, bis sie als Ministerin nach Hannover berufen wurde und dort mit Volk zusammenzog. Sie hat ihre Lebensgefährtin nie verschwiegen, aber auch nie öffentlich über sie geredet. Im Jahre 1992 wurde sie als erste lesbische Spitzenpolitikerin von einer Zeitung mit „Deutsche Ministerin liebt eine Frau“ als Schlagzeile „geoutet“.[5]

Vom 21. Juni 1990 bis 30. März 1998 war Schuchardt niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, von 1992 bis 2002 Mitglied des Kuratoriums der Volkswagenstiftung, seit 1994 als Vorsitzende. Sie ist Beiratsmitglied der Humanistischen Union (HU), Mitbegründerin der ifu (Internationale Frauenuniversität), Vorsitzende des Hochschulrates der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Vorsitzende des Stiftungsrates der Hochschule Osnabrück.[6]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helga Schuchardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helga Schuchardt, Otto Graf Lambsdorff, Holger Börner, Henry Miller, Walter Scheel. In: Der Spiegel. Nr. 34, 1978 (online).
  2. Endlich Bürger. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1977 (online).
  3. Hamburger Abendblatt, 25. Februar 2006: Jetzt hat Karl-Heinz Becker das Sagen in der Justizvollzugsanstalt Glasmoor.
  4. Axel Schock & Karen-Susan Fessel: OUT! - 800 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle, Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1.
  5. Miriam Hollstein: „Warum sich lesbische und schwule Politiker selten outen“, Die Welt vom 8. Juli 2007.
  6. Hochschule Osnabrück: Stiftungsrat konstituiert sich neu unter Vorsitz von Helga Schuchardt (Memento des Originals vom 29. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hs-osnabrueck.de vom 7. Juli 2011. Abgerufen am 22. Juli 2011.