Herchenrode

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49.7611111111118.7383333333333Koordinaten: 49° 45′ 40″ N, 8° 44′ 18″ O

Herchenrode
Gemeinde Modautal
Höhe: 267–281 m ü. NN
Einwohner: 67 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Ernsthofen
Postleitzahl: 64397
Vorwahl: 06167

Herchenrode ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Modautal im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Herchenrode liegt im vorderen Odenwald. Nordwestlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3099.

Das Dorf wird im Jahre 1383 erstmals urkundlich genannt.
Im 14. Jahrhundert gehört das Dorf zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Katzenelnbogen und nach dem Aussterben des Adelsgeschlechts im 15. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen.
Ende des 16. Jahrhunderts steht das Dorf den Junkern von Maysenbug, Kalb, Mospach und Walbronn zu, der Landgraf von Hessen hat die hohe Obrigkeit mit Gebot und Verbot inne. [1]

Am 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Herchenrode nach Ernsthofen eingemeindet und kam am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss der Gemeinde Ernsthofen mit mehreren anderen Gemeinden zu Gemeinde Modautal.[2]

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt[1]:

Hergeroden (1383)
Hergeroden (1392)
Hirchenrode (1403)
Herchenrode (1405)
Hirtzenrode (1424)
Hirchinrode (1430)
Herchenroden (1457)
Herchenrade (1514)
Hurchenröder Gemarkung (1711)

Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert[1]:

bis 1820: Amt Lichtenberg, das ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte.
1821 bis 1832: Landratsbezirk Reinheim der Provinz Starkenburg.
1832 bis 1848: Kreis Dieburg, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
1852 bis 1938: Kreis Dieburg mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
1938 bis 1977: Landkreis Darmstadt. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht

Die zuständige Gerichtsbarkeit war[1]:

1630: Zentgericht: Ober-Ramstadt, Untergerichtsbarkeit der Adelsfamilie von Meisenbug
1821: Landgericht Lichtenberg
1848: Landgericht Reinheim
1879: Amtsgericht Reinheim
1968: Amtsgericht Darmstadt

Belegte Einwohnerzahlen sind dabei[1]:

1629: 8 Hausgesessene
1829: 67 Einwohner
1939: 64 Einwohner
1961: 80 Einwohner
1970: 58 Einwohner
Herchenrode: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
63
1840
  
68
1846
  
74
1852
  
57
1858
  
75
1864
  
82
1871
  
63
1875
  
66
1885
  
81
1895
  
84
1905
  
78
1910
  
77
1925
  
83
1939
  
64
1946
  
144
1950
  
131
1956
  
88
1961
  
80
1967
  
73
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Baudenkmal[Bearbeiten]

Im Jahre 2010 wurde das Fachwerk in den Obergeschossen des Hauses Herchenrode 15 wieder freigelegt. Im Giebeldreieck des Wohnhauses aus der Zeit um 1700 fanden sich Figurationen aus Mannfiguren und Kopfwinkelhölzern. Die Renovierung der Hofreite wurde mit dem Denkmalschutzpreis des Landkreises ausgezeichnet.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Herchenrode, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. Oktober 2012.
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 354.
  3. FAZ vom 13. Dezember 2010, Seite 37: Auszeichnung für eine ortsbildprägende Hofreite in Herchenrode