Pfalzgrafenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pfalzgrafenweiler
Pfalzgrafenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfalzgrafenweiler hervorgehoben
Koordinaten: 48° 32′ N, 8° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 636 m ü. NHN
Fläche: 44,72 km2
Einwohner: 7101 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72285
Vorwahl: 07445
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 054
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 1
72285 Pfalzgrafenweiler
Webpräsenz: pfalzgrafenweiler.de
Bürgermeister: Dieter Bischoff
Lage der Gemeinde Pfalzgrafenweiler im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild
Ortsmitte Pfalzgrafenweiler 2006
Ortsmitte Pfalzgrafenweiler 2014

Pfalzgrafenweiler ist eine Gemeinde im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftkurort Pfalzgrafenweiler liegt in 500 bis 750 Metern Höhe über NN auf einem Höhenrücken zwischen Schwarzwald und Heckengäu. Das Gemeindegebiet reicht im Westen im Bereich der Nagoldtalsperre bis fast an die Nagold und im Osten etwas über das Tal von deren großem Zufluss Waldach hinweg auf die rechte Randhöhe.

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Pfalzgrafenweiler gehören noch die Ortsteile Bösingen, Durrweiler, Edelweiler, Herzogsweiler, Kälberbronn und Neu-Nuifra.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler wurde 1165 erstmals urkundlich erwähnt, als die dort liegende Burg Pfalzgrafenweiler der Pfalzgrafen von Tübingen zerstört wurde. Das Gebiet gehörte seit der Zeit Karls des Großen zum Nagoldgau unter Gaugraf Gerold. Nachdem den Gaugrafen im 11. Jahrhundert auch der Schönbuch unterstellt worden war, verlegten sie ihren Sitz nach Tübingen und durften den Titel Pfalzgrafen führen. Die kleine Jagdniederlassung Wylare wurde zur Pfalzgrafenburg ausgebaut. Während der Fehde von Pfalzgraf Hugo II. mit dem Welfengraf Welf VI. belagerte letzterer die Burg und zerstörte sie schließlich 1165.

Nach dem Wiederaufbau wurden Burg und Umland 1228 an das Bistum Straßburg abgetreten, Pfalzgraf Rudolf II. erhielt sie aber umgehend als Lehen zurück. Durch Heirat kam das Gebiet um Pfalzgrafenweiler Mitte des 13. Jahrhunderts an die Grafen von Eberstein. Um 1420 kam das Gebiet durch Erbteilung je zur Hälfte an die Markgrafschaft Baden und die Grafschaft Württemberg; Pfalzgrafenweiler wurde württembergisch.

18. bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1729 erhielt der Ort das Marktrecht, bei einem Großbrand am 25. April 1798 wurde er fast vollständig zerstört.

Ende der 1920er Jahre wurde mit dem Bau einer Nebenstrecke der Gäubahn von Dornstetten über Hallwangen nach Pfalzgrafenweiler begonnen, der jedoch nie vollendet wurde. Umfunktionierte Bahndämme erinnern heute an dieses Kapitel.

Historischer Marktplatz

Im April 1945 marschierten französische Streitkräfte in Pfalzgrafenweiler ein, Gottlieb Henssler wurde im August 1945 als Bürgermeister eingesetzt. Bei der ersten freien Wahl nach dem Krieg 1946 wurde Henssler im Amt bestätigt. Am 10. August 1955 kam es während einer Fallschirmjägerübung zur Flugzeugkollision bei Edelweiler. Beide Flugzeuge stürzten bei Edelweiler ab und alle 66 Insassen kamen ums Leben.[2][3][4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 15. Jahrhunderts erhielt Pfalzgrafenweiler eine eigene Kirche. Seit Einführung der Reformation 1534 ist der Ort in starkem Maße evangelisch geprägt. Die kleine römisch-katholische Gemeinde wird von Waldachtal aus betreut. Die evangelische Kirchengemeinde des Ortsteils Bösingen gehört zum Kirchenbezirk Nagold, obwohl Pfalzgrafenweiler politisch dem Landkreis Freudenstadt angehört. In der Gemeinde gibt es auch eine Neuapostolische Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1912: 1200 Einwohner
  • 1961: 3882 Einwohner, davon in Bösingen 511, in Durrweiler 320, in Edelweiler 185, in Herzogsweiler 334, in Kälberbronn 167 und in Pfalzgrafenweiler 2550
  • 1970: 4626 Einwohner, davon in Bösingen 597, in Durrweiler 336, in Edelweiler 219, in Herzogsweiler 391, in Kälberbronn 188 und in Pfalzgrafenweiler 3114
  • 1991: 6139 Einwohner
  • 1995: 6540 Einwohner
  • 2000: 6802 Einwohner
  • 2005: 7057 Einwohner
  • 2010: 7251 Einwohner
  • 2015: 7101 Einwohner

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Januar 1972: Edelweiler[5]
  • 1. Januar 1975: Bösingen, Durrweiler, Herzogsweiler, Kälberbronn[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 ergab die folgende Sitzverteilung:

FWV 11 Sitze
CDU 07 Sitze
SPD 01 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 wurde Dieter Bischoff für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.[7]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu La Loupe in Frankreich.

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Arbeitgebern am Ort zählen die Koch Pac-Systeme GmbH, ein mit der Uhlmann-Gruppe verbundener Hersteller von Verpackungsmaschinen für Pharmazeutika, und die auf Torten für Großverbraucher spezialisierte Pfalzgraf Konditorei GmbH.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pfalzgrafenweiler gibt es eine Grund- und Hauptschule sowie eine Realschule. Die Realschule und die Hauptschule sind im selben Gebäude untergebracht, ein Teil der Grundschulklassen befindet sich in einem neueren Anbau.

Darüber hinaus befindet sich im Ort die DRK-Landesschule Baden-Württemberg, an der unter anderem die Ausbildungen zum Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Notfallsanitäter, Betriebssanitäter sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Führungskräfte im Katastrophenschutz durchgeführt werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfalzgrafenweiler liegt an der Fernwanderstrecke Ostweg, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Jakobskirche ist eine 1907 erbaute evangelische Kirche.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Ortsteil Kälberbronn liegt das Naturschutzgebiet Hohe Tannen, das für seine extrem alten und hohen Bäume bekannt ist. Hier stand bis zum Orkan Lothar im Jahr 1999 auch Deutschlands mit 55 Metern vermutlich höchste Weißtanne, deren Alter auf 300 Jahre geschätzt wurde. Solche Bäume wurden früher an niederländische Werften verkauft, die daraus Masten für Großsegler herstellten.

Hohlenstein am Hang über dem Vörbächle

Der Hohlenstein, auch Hohler Stein genannt, ist ein freiliegender Fels aus Buntsandstein.[8] Er liegt am Hang des Vörbächles, einem Zufluss der Waldach.

"Ameisen" (der Spitzname für die Einwohner von Pfalzgrafenweiler) zieren den Ortseingang aus Richtung Durrweiler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch Pfalzgrafenweiler. Band 1: Für den Kernort sowie die Zinsbachmühle, Kreis Freudenstadt in Württemberg, 1645–1925. Neubiberg: Selbstverlag des Verfassers 2012 (= Württembergische Ortssippenbücher 100)
  • Burkhart Oertel: Ortssippenbuch Pfalzgrafenweiler. Band 2: Für die Teilorte Dürrweiler, Edelweiler, Herzogsweiler, Kälberbronn, Neu-Nuifra, sowie die in Pfalzgrafenweiler geführten Teile von Missihof, Mönchhof, Oberwaldach und Vesperweiler, Kreis Freudenstadt in Württemberg, 1645 bzw. Ortsgründung -1925. Neubiberg: Selbstverlag des Verfassers 2013 (= Württembergische Ortssippenbücher 101)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Anatomy of a formation accident, private Webseite, abgerufen am 11. Dezember 2010
  3. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  4. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 528.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 492.
  7. http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.pfalzgrafenweiler-bischoff-startet-in-dritte-amtszeit.a9b381fc-69d2-4169-a825-aa78e7f64839.html
  8. Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pfalzgrafenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien