Holzdorf (Jessen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Holzdorf
Koordinaten: 51° 46′ 43″ N, 13° 7′ 43″ O
Höhe: 77 m
Fläche: 11,98 km²
Einwohner: 1101 (1. Jun. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 2004
Postleitzahl: 06917
Vorwahl: 035389

Holzdorf ist ein Ortsteil der Stadt Jessen (Elster) im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Die bis dahin selbständige Gemeinde, zu der noch der Ortsteil Kremitz gehörte, wurde am 1. März 2004 in die Stadt Jessen (Elster) eingemeindet.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzdorf liegt südlich des Fläming am Übergang zur Flussniederung der Schwarzen Elster, an deren Ufer die Ortslage Kremitz liegt. Die ursprünglich bewaldeten Flächen der Umgebung werden heute meist landwirtschaftlich genutzt. Unmittelbar östlich des Ortes befindet sich die Grenze zum Land Brandenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche

Holzdorf wurde 1419 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsgründung geht auf einen nahe gelegenen Wirtschaftshof in Mönchenhöfe zurück, von diesem aus ließen Prämonstratensermönche in der waldreichen Gegend umfangreiche Rodungsarbeiten durchführen. Während des Dreißigjährigen Krieges brannte der Ort ab und lag bis zum Jahr 1653 wüst.[3]

Während der Zeit der DDR gehörte die Gemeinde Holzdorf zum Kreis Jessen im Bezirk Cottbus. 1982 wurde das bis dahin in Cottbus beheimatete Jagdfliegergeschwader 1 der NVA auf den seit 1968 errichteten Flugplatz östlich des Ortes verlegt. In diesem Zusammenhang entstand auch die Wohnsiedlung Holzdorf Ost.

1990 wurde der Kreis Jessen und damit auch Holzdorf Teil des Landes Sachsen-Anhalt. Die Wohnsiedlung Holzdorf Ost wurde erst 1993 durch Grenzverschiebung nach einem Staatsvertrag zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg[4] auch staatsrechtlich Teil Sachsen-Anhalts, faktisch gehörte sie bereits vorher zu Holzdorf.

1991 schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Kremitz der Gemeinde Holzdorf an, die sich 2004 ihrerseits an Jessen anschloss.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzdorf besitzt ein Wappen. „Auf grünem Hintergrund ist in einem weißen Wappen eine Eiche und eine Axt dargestellt.“[5].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Holzdorf

Die Kirche des Ortes ist ein einschiffiger Backsteinbau mit quadratischem Westturm und stammt aus dem Jahr 1884.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Landwirtschaft ist der nahe gelegene Fliegerhorst Schönewalde/Holzdorf mit etwa 400 Bediensteten die hauptsächliche Verdienstquelle der Bewohner, wobei der Fliegerhorst selbst auf dem Gebiet der Stadt Schönewalde in Brandenburg liegt.

Außerdem ist Holzdorf mit verschiedenen Geschäften und Arztpraxen ein regionales Zentrum auch für die umliegenden Dörfer.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzdorf (Elster) liegt an der Bahnstrecke Jüterbog–Röderau. Dort halten im Zweistundentakt Regionalexpress-Züge der Brandenburger Linie RE 3 Rostock/StralsundNeustrelitzBerlinFalkenberg/Elster. Außerdem führt die Bundesstraße 187 durch Holzdorf.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.jessen.de/stadtportal/ortsteile/holzdorf.html
  2. Gemeindegebietsveränderungen vom 1. Juli 1994 bis 30. Juni 2007. Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt, abgerufen am 11. Dezember 2009.
  3. Heimatkalender für den Kreis Schweinitz, Jahrgang 1931, Seite 70
  4. Gesetz zu dem Staatsvertrag zwischen den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze (Drucksache 2232 der 1. Wahlperiode des Landtags Brandenburg) (Entwurf, PDF; 36 kB)
  5. Wappenerklärung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Holzdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien