Lauchringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lauchringen
Lauchringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lauchringen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 37′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 348 m ü. NHN
Fläche: 12,76 km2
Einwohner: 7662 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 600 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79787
Vorwahl: 07741
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hohrainstraße 59
79787 Lauchringen
Webpräsenz: www.lauchringen.de
Bürgermeister: Thomas Schäuble
Lage der Gemeinde Lauchringen im Landkreis Waldshut
AareLandkreis Breisgau-HochschwarzwaldLandkreis LörrachLandkreis KonstanzLandkreis TuttlingenSchwarzwald-Baar-KreisAlbbruckBad SäckingenBernau im SchwarzwaldBonndorf im SchwarzwaldDachsberg (Südschwarzwald)DettighofenDogernEggingenGörwihlGrafenhausenHäusernHerrischriedHöchenschwandHohentengen am HochrheinIbach (Schwarzwald)JestettenKlettgau (Gemeinde)KüssabergLauchringenLaufenburg (Baden)LottstettenMurg (Hochrhein)Rickenbach (Hotzenwald)St. BlasienStühlingenTodtmoosÜhlingen-BirkendorfWaldshut-TiengenWehr (Baden)Weilheim (Baden)Wutach (Gemeinde)WutöschingenSchweizRheinKarte
Über dieses Bild

Lauchringen (alemannisch: Lauchringe) ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Waldshut in Deutschland. Die Siedlungen Oberlauchringen und Unterlauchringen gehen auf die frühalemannische Zeit zurück. Dafür sprechen neben der typischen Namensendung „ingen“ auch archäologische Befunde. Erstmals schriftlich bezeugt wird Oberlauchringen in einer Urkunde des Klosters Rheinau aus dem Jahr 860.

Siehe auch: Geschichte von Ober- und Unterlauchringen

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen liegt in Südbaden, in der Rheinebene des unteren Klettgaus am Fuße des Küssabergs mit der Burg Küssaburg, einem der Wahrzeichen der Region.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lauchringen besteht aus den beiden früher selbstständigen Gemeinden Ober- und Unterlauchringen. Im Gebiet der früheren Gemeinde Oberlauchringen liegt die Wüstung Rüffenhausen. Zur früheren Gemeinde Unterlauchringen gehörten auch Haus und Gehöft Am Hohrain (vormals Oberstaad) und die Häuser Äuleboden, Im Ibrunnen und Bahnstation Oberlauchringen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Gemeinde Wutöschingen, im Osten an Klettgau, im Süden an Küssaberg und im Westen an die Große Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Juli 1971 im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg durch den Zusammenschluss der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Unterlauchringen und Oberlauchringen gebildet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen ist eine eigenständige Gemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen führte die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 zu folgendem amtlichen Endergebnis[4]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
40,7 %
30,6 %
28,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,3 %p
+2,0 %p
-3,3 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,7 7 39,4 7
FW Freie Wähler 30,6 6 28,6 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,7 5 32,0 6
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 50,7 % 53,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Lauchringen ist Thomas Schäuble (CDU).

Ehemals selbstständige Gemeinden
  • bis 1971 in Oberlauchringen: Bertold Schmidt (CDU)
  • in Unterlauchringen: August Strittmatter
Seit der Gemeindereform
  • Von 1. Juli 1971 bis 31. Juli 2002: Bertold Schmidt (CDU)
  • Ab 1. August 2002: Thomas Schäuble (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Lauchringer Wappen zeigt „in geteiltem Schild, oben von Silber über Rot durch drei aufsteigende Spitzen geteilt, unten in Blau einen schreitenden silbernen Schwan“. Es wurde der Gemeinde im Jahr 1971 nach der Vereinigung der Ortsteile verliehen und nimmt die Motive der Wappen der beiden Teilorte auf.

Die Ortsfarben sind Blau-Weiß

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Pierre-de-Chandieu, die etwa 20 Kilometer südöstlich von Lyon liegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wutach-Lauffen (Restwassermenge)
Kirche St. Andreas
  • Wandergebiet des Lauchringer Waldes
  • Die am Feldberg entspringende Wutach bildet in Unterlauchringen einen der wuchtigsten natürlichen Wasserfälle Deutschlands - läge die Wutach dort durch die Wasserableitung nicht manchmal nahezu trocken.
  • Der Marktplatz in Unterlauchringen, mit Markt an Donnerstagen und Public Viewing bei besonderen Ereignissen, wurde im Sommer 2005 neu erbaut.
  • Preisgekrönte Siedlungen in Unterlauchringen[5]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Gasthaus Adler steht im Ortsteil Oberlauchringen eines der ältesten Gasthäuser der Region. Der früheste urkundliche Nachweis ist im 1303-08 abgefassten Urbar enthalten. Das Gasthaus war von großer Bedeutung, da hier zeitweise das Freie Kaiserliche Landgericht Klettgau tagte. Später wurde es von der vorderösterreichischen Reichspost als Posthaus genutzt.

Der Verein Millî Görüş Lauchringen errichtet zurzeit eine neue Moschee im Gewerbegebiet Wiggenberg.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erlebnisschwimmbad, solarbeheizt, mit 64-m-Rutsche, Strömungskanal, 50-m-Sportbecken, Nichtschwimmerbecken, Sprungbecken mit 1-, 2- und 3-m-Sprungbrettern, Kleinkinderbadebereich, Kiosk und einer Gesamtwasserfläche von über 2.000 m². Geöffnet hat das Schwimmbad von Mitte Mai bis Mitte September. Das Lauchringer Schwimmbad wurde 1975 gebaut und 1993 zu einem Erlebnisbad umgebaut. Es ist eines der größten am Hochrhein.
  • Wutachstadion, reines Fußballstadion mit großer Haupttribüne und Heimstadion des SC Lauchringen (Kreisliga B). Der angrenzende Kunstrasenplatz mit Laufbahn wird hauptsächlich zum Fußballtraining und für die Leichtathletik genutzt.
  • Tennisanlage des TC Lauchringen nahe dem Wutachstadion mit 6 Sandplätzen und Clubhaus.
  • Sporthalle in Unterlauchringen nahe der Hauptschule, Heimstätte des Handballclubs Lauchringen sowie des Turnvereins
  • Gemeindehalle, die auch als Sportstätte genutzt werden kann
  • Mehrzweckhalle in Oberlauchringen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fasnacht
  • zwei Waldfeste, eines wird vom Musikverein Oberlauchringen, das andere von der Chorgemeinschaft veranstaltet
  • regelmäßige Konzerte des Musikvereins Oberlauchringen und des Blasorchesters Unterlauchringen
  • Markttag an Donnerstagen
  • Lindenplatzfest des Narrenvereins Räbenheim e.V.
  • Theatervorstellungen der Laienspielgruppe Lampenfieber
  • verschiedene Weihnachts- und Osterkonzerte
  • Adventsmarkt
  • Lauchringer 5er Straßenlauf
  • Austausch mit der französischen Partnerstadt Saint-Pierre-de-Chandieu

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen befanden sich im Juni 2006 1.635 sozialversicherte Arbeitsplätze, davon 56 % in der Industrie. Über 22 % der Lauchringer Arbeitnehmer sind Grenzgänger.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Lauchringen ist ein kleiner regionaler Eisenbahnknoten, an dem die Wutachtalbahn aus der Hochrheinbahn von Basel nach Singen und Friedrichshafen abzweigt. Die Hochrheinbahn bietet stündliche Verbindungen, teilweise bis Ulm. Auf der Wutachtalbahn gibt es nur Gelegenheitsverkehr zur dortigen Sauschwänzlebahn, einer spektakulären Museumsstrecke.

Durch Lauchringen führen die viel befahrene Bundesstraße 34 und die in sie mündende Bundesstraße 314. Hier befindet sich auch ein Teilstück der Bundesautobahn 98, das vorläufig als Umfahrung des Ortsteiles Unterlauchringen dient. Ein weiterer Abschnitt der A 98, welcher dies auch für Oberlauchringen ermöglichen soll, ist im Bau.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mühlkanal bei Oberlauchringen um 1980

Der größte Arbeitgeber von Lauchringen ist die Textilfirma Lauffenmühle. Sie beschäftigt über 250 Mitarbeiter/innen. Ein weiteres Unternehmen ist die Firma Simmler-Konfitüren mit 40 Beschäftigten. Seit 1964 stellt die Firma Hans-O.Habermann UL + CSA mit mehr als 30 Mitarbeitern Transformatoren bis 400 kVA her.[7] Zu nennen sind auch das Möbelhaus Dick[8] und die Car-Multimedia-Firma ACR die hier ein Auslieferungslager unterhält. Weiter gibt es ein langjähriges, heute überregional tätiges Metall Recycling Unternehmen, die Wiederkehr AG [9]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen ist die Monopolzeitung Südkurier mit ihrem Ableger Alb-Bote vertreten. Dazu kommt das Anzeigenblatt "Anzeiger Hochrhein". Online berichtet Hierzuland.info über die umliegenden Orte.

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen war bis zum 31. Dezember 2007 Sitz des Dekanats Wutachtal des Erzbistums Freiburg. Seit der Dekanatsreform ist es im neuen Dekanat Waldshut aufgegangen.

Im Industriegebiet Lauchringen befindet sich die Zentrale Einsatzstelle für das untere Wutachtal des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Es finden regelmäßig Veranstaltungen zur Blutspende statt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unter- und Oberlauchringen gibt es je eine Grundschule. Außerdem ist je eine Haupt- und Werkrealschule mit Ganztagesunterricht und Nachmittagskursen am Ort.

Gemeindebücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bücherei wurde im Oktober 2003 im Alten Rathaus in Oberlauchringen eröffnet. Der Bestand umfasst Kinder-, Jugend-, Sachbücher, Romane, Zeitschriften und auch Hörbücher. Fernleihen sind möglich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Bundesautobahn 98 stieß man 1991 auf eine Höhle, in der ein kleines Kieferstück mit drei Placodus-Zähnen entdeckt wurde. Die Höhle wurde nach kurzer Erkundung durch Fachleute wieder verschlossen.[10]

Bronzezeit
Nach Feststellungen von Egon Gersbach, 1969, lagen seinerzeit „zwischen der Bundesstraße 314 und dem Südfuß des Wiggenberges zwei anscheinend selbstständige, hallstattzeitliche Grabhügelgruppen. […] Die westliche Gruppe umfaßt zehn große und kleinere Hügel; […] die sechs Hügel der östlichen sind dagegen lockerer gruppiert.“ Es folgen exakte Angaben zu Durchmesser und Höhe der Hügel.[11]

Der 2017/18 betroffene Grabhügel Nr. 11, außerhalb des Gewerbegebiets

1969 wurde von der damals noch selbstständigen Gemeinde Oberlauchringen ...

„ein Gewerbebebauungsplan im Bereich des Gemeindewaldes ‚Wiggenberg‘, der sich nördlich und nordöstlich des Ortes erstreckt, aufgestellt. Dadurch waren 12 Grabhügel akut gefährdet, sodaß sie 1971/72 vollständig ausgegraben werden mußten. Die Erd-Steinhügel erbrachten Befunde der Hallstattzeit und Hinweise auf eine schon frühere Belegung in der mittleren und ausgehenden Hügelgräberbronzezeit. Durch den Bau der A 98 (Hochrheinautobahn) mußten 1990 zwei weitere Hügel ausgegraben werden.[12]

J. Hessel: Bronzezeitliche Grabhügel. Waldshut 1998, S. 103 f.

Bei der geplanten Ausweitung des Gewerbegebiets 2017 geriet einer der drei letzten verbliebenen Grabhügel in den Weg. Dem Vorschlag von Bürgermeister Thomas Schäuble: „Wir sollten Ausgrabungen lancieren und das Gebiet der Öffentlichkeit zugänglich machen“, wurde vom Denkmalamt des Regierungspräsidiums Stuttgart „mit den hohen Kosten hierfür entgegnet.“ Dadurch fällt „ein Teil des ursprünglich geplanten Gebiets weg.“[13] Die Lage des denkmalgeschützten Hügels ist mittlerweile festgestellt.

Römerzeit
Zu berücksichtigen ist, dass bis in die Neuzeit hinein das Umfeld des Zusammenflusses der Bäche aus dem Klettgau (Klingengraben und Schwarzbach, vereinigt zu Kotbach) mit der Wutach, Überschwemmungsgebiet war, sodass Siedlungen nur in umliegenden, höheren Bereichen möglich waren.

„1861 wurden beim Eisenbahnbau nordwestlich von Oberlauchringen ‚trichterförmige Gruben‘ und ‚Spuren gebrannten Kalks‘ angeschnitten. Die im Durchmesser 1,5–1,8 m breiten Gruben enthielten Holzkohle und verbrannte Steine, dazu fand man ‚in ca. 1 m Tiefe Knochen‘ und Keramik. Letztere wurden vom damaligen Konservator der Kunstdenkmäler und Altertümer, A. von Bayer, als römisch bestimmt. 18 römische Münzen, davon nur sechs näher bestimmbar, werden im Fundbericht von 1861 nicht erwähnt, sollen nach K. Bissinger aber ebenfalls von hier stammen.[Anm 1] Die Funde sind heute verschollen bzw. im BLM (Badisches Landesmuseum Karlsruhe) nicht mehr aufzufinden.“

Jürgen Trumm: Römer im Klettgau. Stuttgart 2002, S. 317.

Auf Nachfrage zur zweifelhaften, obigen Angabe „nordwestlich von Oberlauchringen“, schrieb J. Trumm zu dieser Richtungsbestimmung, dass die Fundstelle „ohne nähere Lokalisierungsangabe“ blieb. In Trumms Veröffentlichung ist der Fundbericht unter den Gewann-Namen „Am Mühleweg/Galgenbuck/Hinter dem Galgen/Unter dem Galgen“ kommentiert.

Dort auch:

„Ein Luftbild von 1983 zeigt in einem Getreidefeld ca. 300 m östlich des Eisenbahneinschnitts negative Bewuchsmerkmale, die eine langrechteckige Struktur, wohl ein Steingebäude ausbilden. Der Platz liegt im Bereich einer 12 m hohen Geländestufe, welche die Niederterrasse der Wutach von der Hochterrasse der hier beginnenden Klettgaumulde absetzt.“

Der Galgenbuck aus südlicher Richtung

Galgenbuck
Der Galgenbuck war im Mittelalter eine Richtstätte östlich von Lauchringen. Er ist eine baumbestandene Anhöhe im äußersten westlichen Bereich der Klettgau-Ebene unweit von Oberlauchringen. Hier liegen in Reihe drei Felserhebungen, die aus Nagelfluh bestehen. Ursprünglich waren derartige Felspartien in der Ebene häufig, wenn auch nicht in dieser Größe und Ausdehnung. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden sie meist beseitigt, um einheitlich landwirtschaftliche Flächen anzulegen.

Der Ort war die „Hinrichtungsstätte des Klettgau“. Überliefert ist: In der „Schindergasse“ in Dangstetten ...

Mittlerer Bereich: Die vermutete Hinrichtungsstelle (heute mit Festhütte)

„... wohnten der Landgräfliche Sulzische Scharfrichter Meister Melcher und sein Sohn Meister Jacob. Nach den Aufzeichnungen sind sie in ihrem Fach wahre Meister gewesen. Manchen armen Sünder und die Hexe Veronika von Bühl, ein armes unschuldiges Weib, haben sie auf der Oberlauchringer Richtstätte hingerichtet.[Anm 2] [19. Dezember 1682] […] In der Gerichtsstube des ‚Adler‘ tagte einst das Freie Kaiserliche Landgericht. Östlich vom Dorf stand der Galgen, wo vor Jahren Gebeine von Hingerichteten gefunden wurden.“

Hans Matt-Willmatt: Chronik des Kreises Waldshut. Vocke-Verlag, Waldshut 1957, S. 31 & 69.

Zwischen der ersten und mittleren Felspartie befindet sich eine heute eine Freifläche an der sich heute eine Festhütte befindet. Im 19. Jahrhundert wurde an dieser Stelle ein kleine Kiesgrube angelegt, die in der Folge der Entsorgung von allerlei Hausrat diente, neuzeitlich aber wieder verfüllt wurde. Der Platz war (daher) in den 1960er und 70er Jahren - wie auch die benachbarte Bettelküche oberhalb des Schloßbuck bei Schwerzen - beliebt bei dem Fahrendem Volk, auch als temporärer Lagerplatz. Es ist davon auszugehen, dass sich hier einst die Spätmittelalterliche Hinrichtungsstelle befand – die früher zu diesen Ereignissen (Erhängen oder Enthauptungen) zahlreich aus der Umgebung zusammenkommende Bevölkerung hatte von den umliegenden Erhebungen eine gute Sicht auf die Vorgänge.

Durch Funde am Buck und in seinem Umfeld werden dem Platz auch Nutzungen in frühgeschichtlicher Zeit zugewiesen:

Mittlere Felspartie aus Nagelfluh

Unter Oberlauchringen. Galgenbuck schreibt Egon Gersbach: „Kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde in einer Kiesgrube nordöstlich des Ortes ein Beilhammer gefunden. Die Kiesgrube liegt auf einer weiten Terrassenfläche im Klettgautal unmittelbar südlich der Bahnlinie Waldshut–Erzingen, bei deren Bau an dieser Stelle schon eine schwarze Kulturschicht unbeachtet durchschnitten und zerstört worden ist. Der Platz ist für eine neolithische Siedlung wie geschaffen.“ Anmerkung: „Beilhammer aus Amphibolit mit schräger Zentralbohrung und gut geschliffener Schneide. L. 13,3 cm. Verbleib: Früher Priv-Slg. [Privatsammlung] A. Hartmann, Oberlauchringen.“[14]

Jürgen Trumm schließt nicht aus, dass die ‚Funde 1861‘ (siehe oben) wie auch das Luftbild 1983 dem Bereich Galgenbuck zuzuweisen sind.

Der Bereich der Fundstellen ist heute durch den Bau der Umfahrung von Oberlauchringen gefährdet, doch nach einem Zeitungsartikel „wird sich auch das Denkmalamt die Umgebung anschauen.“[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Tröndle (* 9. Januar 1884 in Rotzel, † 1952 in Oberharmersbach), Pfarrer, maßgeblich für die Erbauung der Pfarrkirche Unterlauchringen
  • Franz Xaver Manz (* 15. Mai 1884 in Oberlauchringen, † 25. Juli 1971), Bürgermeister, Bundesverdienstkreuz
  • Edwin Keßler (* 1877, † 12. April 1962), Ratschreiber
  • Bertold Schmidt († 12. Februar 2016), von 1960 bis 1971 Bürgermeister der Gemeinde Oberlauchringen und anschließend, bis 2002, Bürgermeister der Gesamtgemeinde Lauchringen
  • Helmut Winkler (* 2. Oktober 1900 in Flensburg, † 1. Januar 1983), Unternehmer

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Honegger († 14. August 1866), Textil-Fabrikant, sein Bruder war Caspar Honegger
  • Gustav Winkler († 1954), Unternehmer (Greiff Mode), ab 1935 Inhaber der Lauffenmühle
  • Franz Simmler, Unternehmer
  • Leo König, Unternehmer, Begründer der König Eloxal Werke
  • Rita Schwarzelühr-Sutter (* 1962), Politikerin, Abgeordnete der SPD im Deutschen Bundestag
  • Felix Schreiner (* 1986), Politiker, Abgeordneter der CDU im Landtag von Baden-Württemberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Matt-Willmatt, Karl-Friedricht Hoggenmüller: Lauchringen – Chronik einer Gemeinde, Hrsg.: Gemeinde Lauchringen, Lauchringen 1985.
  • Christian Wirth: Lauchringen an der Wutach. Rosgarten-Verlag/Südkurier GmbH, Konstanz 1991, ISBN 3-87685-130-0
  • Landkreis Waldshut (Hrsg.): Heimat am Hochrhein, Band 36: Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2011. Isele, Eggingen 2010, ISBN 978-3-86142-506-9.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bei den publizierten, ‚bestimmbaren‘ Münzen soll es sich um Prägungen unter Augustus und Tiberius – aus den ersten Jahrzehnten vor und nach Christus – gehandelt haben. Unter Augustus setzte eine römische Heeresgruppe 15 v. Chr. beim heutigen Bad Zurzach über den Hochrhein und sicherte in der Folge die Region bis zu Wutach und Donau. (Jürgen Trumm: Die römerzeitliche Besiedlung am östlichen Hochrhein. (50 v. Chr. – 450 n. Chr.). Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, S. 317.)
  2. Hans Matt-Willmatt: Die Chronik des Kreises Waldshut. Vocke Verlag, Waldshut 1957, S. 31. In den Akten, die von Emil Müller-Ettikon ausführlich zitiert werden, wird die Frau „Maria Schneider“ genannt, ihr Mann „Jakob Grießer“. Beide hatten sich anfangs in der Kanzlei Tiengen über eine Verleumdung beklagt. (E. Müller-Ettikon: Die Hexe von Bühl. in: Der Klettgau. Hrsg.: Franz Schmidt, Bürgermeister von Tiengen, Tiengen 1971, S. 343–357.) Aufgrund welcher Quelle Matt-Willmatt die Hexe von Bühl „Veronika“ nennt, ist nicht zu klären.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1038–1039
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 505.
  4. Wahlportal des Südkuriers, abgerufen am 13. Juli 2015
  5. Äulebodenstraße und Rappennest: jeweils ein 1. Preis beim Wettbewerb „Schönste Eigenheimsiedlung Deutschlands“ im Jahr 2005
  6. Artikel im Südkurier
  7. Firmenwebseite Habermann
  8. Firmenwebseite Möbel Dick
  9. Firmenwebseite Wierec group
  10. Franz Falkenstein: Die Placodushöhle bei Lauchringen. In: Heimat am Hochrhein, Band XVII, 1992, S. 92 ff. ISBN 3-87799-103-3
  11. Egon Gersbach: Urgeschichte des Hochrheins. Katalogband. Badische Fundberichte, Sonderheft 11. Hrsg.: Badisches Amt für Ur- und Frühgeschichte Freiburg und Staatliches Amt für Denkmalpflege, Abt. Ur- und Frühgeschichte Karlsruhe, Freiburg 1969, S. 193.
  12. Joachim Hessel: Die bronzezeitlichen Grabhügel im östlichen Landkreis Waldshut. in: Land zwischen Hochrhein und Südschwarzwald, Geschichtsverein Hochrhein, Waldshut 1998, S. 103 f.
  13. Michael Neubert: Hügelgräber als Planungshindernis. Südkurier, 30. September 2017.
  14. Egon Gersbach: Urgeschichte des Hochrheins. Hrsg.: Staatliches Amt für Ur- und Frühgeschichte Freiburg und Staatliches Amt für Denkmalpflege, 1969, S. 153.
  15. Peter Rosa: Umfahrung nimmt Gestalt an. Südkurier, 24. Februar 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lauchringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien