Lauchringen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lauchringen
Lauchringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lauchringen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 37′ N, 8° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 348 m ü. NHN
Fläche: 12,76 km2
Einwohner: 7630 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 598 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79787
Vorwahl: 07741
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hohrainstraße 59
79787 Lauchringen
Webpräsenz: www.lauchringen.de
Bürgermeister: Thomas Schäuble
Lage der Gemeinde Lauchringen im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Lauchringen (alemannisch: Lauchringe) ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Waldshut in Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen liegt in Südbaden, in der Rheinebene des unteren Klettgaus am Fuße des Küssabergs mit der Burg Küssaburg, einem der Wahrzeichen der Region.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Lauchringen besteht aus den beiden früher selbstständigen Gemeinden Ober- und Unterlauchringen. Im Gebiet der früheren Gemeinde Oberlauchringen liegt die Wüstung Rüffenhausen. Zur früheren Gemeinde Unterlauchringen gehörten auch Haus und Gehöft Am Hohrain (vormals Oberstaad) und die Häuser Äuleboden, Im Ibrunnen und Bahnstation Oberlauchringen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Gemeinde Wutöschingen, im Osten an Klettgau, im Süden an Küssaberg und im Westen an die Große Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau der Bundesautobahn 98 stieß man 1991 auf eine Höhle, in der ein kleines Kieferstück mit drei Placoduszähnen entdeckt wurde. Die Höhle wurde nach kurzer Erkundung durch Fachleute wieder verschlossen.[3]

Die Siedlung Lauchringen geht auf die frühalemannische Zeit zurück. Dafür sprechen neben der typischen Namensendung „ingen“ auch archäologische Befunde. Erstmals schriftlich bezeugt wird Oberlauchringen in einer Urkunde des Klosters Rheinau aus dem Jahr 860.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde wurde am 1. Juli 1971 im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg durch den Zusammenschluss der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Unterlauchringen und Oberlauchringen gebildet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen ist eine eigenständige Gemeinde.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen führte die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
40,7 %
30,6 %
28,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,3 %p
+2,0 %p
-3,3 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,7 7 39,4 7
FW Freie Wähler 30,6 6 28,6 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,7 5 32,0 6
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 50,7 % 53,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Lauchringen ist Thomas Schäuble (CDU).

Ehemals selbstständige Gemeinden
  • bis 1971 in Oberlauchringen: Bertold Schmidt (CDU)
  • in Unterlauchringen: August Strittmatter
Seit der Gemeindereform
  • Von 1. Juli 1971 bis 31. Juli 2002: Bertold Schmidt (CDU)
  • Ab 1. August 2002: Thomas Schäuble (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Lauchringer Wappen zeigt „in geteiltem Schild, oben von Silber über Rot durch drei aufsteigende Spitzen geteilt, unten in Blau einen schreitenden silbernen Schwan“. Es wurde der Gemeinde im Jahr 1971 nach der Vereinigung der Ortsteile verliehen und nimmt die Motive der Wappen der beiden Teilorte auf.

Die Ortsfarben sind Blau-Weiß

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Pierre-de-Chandieu, die etwa 20 Kilometer südöstlich von Lyon liegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wutach-Lauffen (Restwassermenge)
Kirche St. Andreas
  • Wandergebiet des Lauchringer Waldes
  • Die am Feldberg entspringende Wutach bildet in Unterlauchringen einen der wuchtigsten natürlichen Wasserfälle Deutschlands - läge die Wutach dort durch die Wasserableitung nicht manchmal nahezu trocken.
  • Der Marktplatz in Unterlauchringen, mit Markt an Donnerstagen und Public Viewing bei besonderen Ereignissen, wurde im Sommer 2005 neu erbaut.
  • Preisgekrönte Siedlungen in Unterlauchringen[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Gasthaus Adler steht im Ortsteil Oberlauchringen eines der ältesten Gasthäuser der Region. Der früheste urkundliche Nachweis ist im 1303-08 abgefassten Urbar enthalten. Das Gasthaus war von großer Bedeutung, da hier zeitweise das Freie Kaiserliche Landgericht Klettgau tagte. Später wurde es von der vorderösterreichischen Reichspost als Posthaus genutzt.

Der Verein Millî Görüş Lauchringen errichtet zurzeit eine neue Moschee im Gewerbegebiet Wiggenberg.[7]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erlebnisschwimmbad, solarbeheizt, mit 64-m-Rutsche, Strömungskanal, 50-m-Sportbecken, Nichtschwimmerbecken, Sprungbecken mit 1-, 2- und 3-m-Sprungbrettern, Kleinkinderbadebereich, Kiosk und einer Gesamtwasserfläche von über 2.000 m². Geöffnet hat das Schwimmbad von Mitte Mai bis Mitte September. Das Lauchringer Schwimmbad wurde 1975 gebaut und 1993 zu einem Erlebnisbad umgebaut. Es ist eines der größten am Hochrhein.
  • Wutachstadion, reines Fußballstadion mit großer Haupttribüne und Heimstadion des SC Lauchringen (Kreisliga B). Der angrenzende Kunstrasenplatz mit Laufbahn wird hauptsächlich zum Fußballtraining und für die Leichtathletik genutzt.
  • Tennisanlage des TC Lauchringen nahe dem Wutachstadion mit 6 Sandplätzen und Clubhaus.
  • Sporthalle in Unterlauchringen nahe der Hauptschule, Heimstätte des Handballclubs Lauchringen sowie des Turnvereins
  • Gemeindehalle, die auch als Sportstätte genutzt werden kann
  • Mehrzweckhalle in Oberlauchringen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fasnacht
  • zwei Waldfeste, eines wird vom Musikverein Oberlauchringen, das andere von der Chorgemeinschaft veranstaltet
  • regelmäßige Konzerte des Musikvereins Oberlauchringen und des Blasorchesters Unterlauchringen
  • Markttag an Donnerstagen
  • Lindenplatzfest des Narrenvereins Räbenheim e.V.
  • Theatervorstellungen der Laienspielgruppe Lampenfieber
  • verschiedene Weihnachts- und Osterkonzerte
  • Adventsmarkt
  • Lauchringer 5er Straßenlauf
  • Austausch mit der französischen Partnerstadt Saint-Pierre-de-Chandieu

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen befanden sich im Juni 2006 1.635 sozialversicherte Arbeitsplätze, davon 56 % in der Industrie. Über 22 % der Lauchringer Arbeitnehmer sind Grenzgänger.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Lauchringen ist ein kleiner regionaler Eisenbahnknoten, an dem die Wutachtalbahn aus der Hochrheinbahn von Basel nach Singen und Friedrichshafen abzweigt. Die Hochrheinbahn bietet stündliche Verbindungen, teilweise bis Ulm. Auf der Wutachtalbahn gibt es nur Gelegenheitsverkehr zur dortigen Sauschwänzlebahn, einer spektakulären Museumsstrecke.

Durch Lauchringen führen die viel befahrene Bundesstraße 34 und die in sie mündende Bundesstraße 314. Hier befindet sich auch ein Teilstück der Bundesautobahn 98, das vorläufig als Umfahrung des Ortsteiles Unterlauchringen dient. Ein weiterer Abschnitt der A 98, welcher dies auch für Oberlauchringen ermöglichen soll, ist im Bau.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber von Lauchringen ist die Textilfirma Lauffenmühle. Sie beschäftigt über 250 Mitarbeiter/innen. Ein weiteres Unternehmen ist die Firma Simmler-Konfitüren mit 40 Beschäftigten. Seit 1964 stellt die Firma Hans-O.Habermann UL + CSA mit mehr als 30 Mitarbeitern Transformatoren bis 400 kVA her.[8] Zu nennen sind auch das Möbelhaus Dick[9] und die Car-Multimedia-Firma ACR die hier ein Auslieferungslager unterhält. Weiter gibt es ein langjähriges, heute überregional tätiges Metall Recycling Unternehmen, die Wiederkehr AG [10]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lauchringen ist die Monopolzeitung Südkurier mit ihrem Ableger Alb-Bote vertreten. Dazu kommt das Anzeigenblatt "Anzeiger Hochrhein". Online berichtet Hierzuland.info über die umliegenden Orte.

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lauchringen war bis zum 31. Dezember 2007 Sitz des Dekanats Wutachtal des Erzbistums Freiburg. Seit der Dekanatsreform ist es im neuen Dekanat Waldshut aufgegangen.

Im Industriegebiet Lauchringen befindet sich die Zentrale Einsatzstelle für das untere Wutachtal des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Es finden regelmäßig Veranstaltungen zur Blutspende statt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unter- und Oberlauchringen gibt es je eine Grundschule. Außerdem ist je eine Haupt- und Werkrealschule mit Ganztagesunterricht und Nachmittagskursen am Ort.

Gemeindebücherei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bücherei wurde im Oktober 2003 im Alten Rathaus in Oberlauchringen eröffnet. Der Bestand umfasst Kinder-, Jugend-, Sachbücher, Romane, Zeitschriften und auch Hörbücher. Fernleihen sind möglich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Tröndle (* 9. Januar 1884 in Rotzel, † 1952 in Oberharmersbach), Pfarrer, maßgeblich für die Erbauung der Pfarrkirche Unterlauchringen
  • Franz Xaver Manz (* 15. Mai 1884 in Oberlauchringen, † 25. Juli 1971), Bürgermeister, Bundesverdienstkreuz
  • Edwin Keßler (* 1877, † 12. April 1962), Ratschreiber
  • Bertold Schmidt († 12. Februar 2016), von 1960 bis 1971 Bürgermeister der Gemeinde Oberlauchringen und anschließend, bis 2002, Bürgermeister der Gesamtgemeinde Lauchringen
  • Helmut Winkler (* 2. Oktober 1900 in Flensburg, † 1. Januar 1983), Unternehmer

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Honegger († 14. August 1866), Textil-Fabrikant, sein Bruder war Caspar Honegger
  • Gustav Winkler († 1954), Unternehmer (Greiff Mode), ab 1935 Inhaber der Lauffenmühle
  • Franz Simmler, Unternehmer
  • Leo König, Unternehmer, Begründer der König Eloxal Werke
  • Rita Schwarzelühr-Sutter (* 1962), Politikerin, Abgeordnete der SPD im Deutschen Bundestag
  • Felix Schreiner (* 1986), Politiker, Abgeordneter der CDU im Landtag von Baden-Württemberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Matt-Willmatt, Karl-Friedricht Hoggenmüller: Lauchringen – Chronik einer Gemeinde, Hrsg.: Gemeinde Lauchringen, Lauchringen 1985
  • Christian Wirth: Lauchringen an der Wutach. Rosgarten-Verlag/Südkurier GmbH, Konstanz 1991, ISBN 3-87685-130-0
  • Landkreis Waldshut (Hrsg.): Heimat am Hochrhein, Band 36: Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2011. Isele, Eggingen 2010, ISBN 978-3-86142-506-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1038–1039
  3. Franz Falkenstein: Die Placodushöhle bei Lauchringen. In: Heimat am Hochrhein, Band XVII, 1992, S. 92 ff. ISBN 3-87799-103-3
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 505.
  5. Wahlportal des Südkuriers, abgerufen am 13. Juli 2015
  6. Äulebodenstraße und Rappennest: jeweils ein 1. Preis beim Wettbewerb „Schönste Eigenheimsiedlung Deutschlands“ im Jahr 2005
  7. Artikel im Südkurier
  8. Firmenwebseite Habermann
  9. Firmenwebseite Möbel Dick
  10. Firmenwebseite Wierec group

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lauchringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien