Intendant

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Als Intendanten (von französisch intendant ‚Aufseher‘, ‚Verwalter‘) bezeichnet man im deutschsprachigen Raum gesamtverantwortliche Geschäftsführer und künstlerische Leiter einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, eines Festspielhauses, eines Theaters, eines Opernhauses, eines Sinfonieorchesters, eines Festivals oder einer ähnlichen Institution.[1][2] Ein Theaterleiter oder Prinzipal ist dagegen ein selbständiger Unternehmer als Pächter oder Besitzer eines Theaters.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am feudalen Hof wurde der Verwalter der (z. B. königlichen oder fürstlichen) Kleiderkammer Intendant genannt.

Während des Absolutismus waren sogenannte Intendanten dafür zuständig, Steuern für den König einzutreiben. Da sie sich an dieser Tätigkeit oft selbst bereicherten, wurden sie von den Menschen des 3. Standes verachtet. Ähnliches findet sich über Steuereintreiber bereits im Neuen Testament.

Aufgaben und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Intendant verkörpert in der Regel die Verwaltungsspitze seines Hauses und ist somit Dienstvorgesetzter. Gleichzeitig ist er oft selbst künstlerisch-inhaltlich aktiv: Intendanten großer Theater und Opernhäuser arbeiten oft auch als Regisseur oder seltener auch als musikalischer Leiter. Seit etwa zwanzig Jahren werden die Management-Kompetenzen stärker gewichtet.

Bei den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wird der Intendant vom Rundfunkrat gewählt und eingesetzt.

Im Bereich Bühne wird der Intendant zumeist von den finanzierenden Kommunen oder Bundesländern eingesetzt. Zählt zum Kompetenzbereich des Intendanten neben dem Musiktheater auch Schauspiel und Ballett (Dreispartenhaus), so erhält er den Titel Generalintendant. Besondere große Opernhäuser, welche vom Land finanziert werden, werden von einem Staatsintendanten geleitet. Dieser hat sogar die (zumindest ehrenhalber zugedachte) Supervision für ein ganzes Bundesland.

Bekannte Intendanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Theatern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Bachler, Anna Badora, Frank Baumbauer, Karin Beier, Manfred Beilharz , Luc Bondy, Matthias Brenner, Gerhard Brunner, Frank Castorf, Dieter Dorn, August Everding, Brigitte Fassbaender, Gustaf Gründgens, Sven Grunert, Matthias Hartmann, Hansgünther Heyme, Ioan Holender, Andreas Homoki, Kurt Hübner, Peter Jonas, Ulrich Khuon, Rudolf Klausnitzer, Martin Kušej, Iris Laufenberg, Gerard Mortier, Ivan Nagel, Armin Petras, Claus Peymann, Erwin Piscator, Gerd J. Pohl, Oliver Reese, Max Reinhardt, Alfred Reucker, Peter Ruzicka, Walter Erich Schäfer, Friedrich Schirmer, Karl M. Sibelius, Johan Simons, Peter Stein, Peter Zadek, Klaus Zehelein, Marie Zimmermann

von Rundfunkanstalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Abich (Radio Bremen), Heinrich Adameck (DFF), Gerd Bacher (ORF), Thomas Bellut (ZDF), Erik Bettermann (DW), Hans Bausch (SDR), Peter Boudgoust (SWR), Tom Buhrow (WDR), Gerhart Eisler (Rundfunk der DDR), Ernst Elitz (DLR), Hermann Fünfgeld (SDR), Karl Holzamer (ZDF), Franz Mai (SR), Friedrich Nowottny (WDR), Monika Piel (WDR), Fritz Pleitgen (WDR), Jobst Plog (NDR), Thaddäus Podgorski (ORF), Fritz Raff (SR), Dagmar Reim (RBB), Udo Reiter (MDR), Helmut Reitze (HR), Hubert Rohde (SR), Hansjürgen Rosenbauer (ORB), Markus Schächter (ZDF), Horst Schättle (SFB), Dieter Stolte (ZDF), Peter Voß (SWF, SWR), Ulrich Wilhelm (BR), Karola Wille (MDR), Rudolf Matter (Schweizer Fernsehen), Peter Limbourg (DW)

von Festspielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Auer, Gerhard Brunner, Volker Lechtenbrink, Michael Lerchenberg, David Pountney, Heiko Reissig, Wolfgang Wagner, Hermann Wedekind, Dieter Wedel

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Intendant – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz-Dietrich Fischer: Zentren und Peripherien der Kommunikations-Historie LIT Verlag, 2015. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  2. Ulrich Ammon et al.: Variantenwörterbuch des Deutschen Walter de Gruyter, 2004. Abgerufen am 6. Juli 2017.