Jambi (Provinz)

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Jambi

Lage von Jambi in Indonesien
Symbole
Wappen
Wappen
Wahlspruch
„Sepucuk Jambi Sembilan Lurah“
‚Ein indigenes Gebiet der Jambi, das aus neun Flusssiedlungen besteht‘
Basisdaten
Staat Indonesien
Hauptstadt Jambi
Fläche 610.374 km²
Einwohner 362.946
Dichte 0,6 Einwohner pro km²
Gründung 6. Januar 1957
Webauftritt www.jambiprov.go.id (indonesisch)
Politik
Gouverneur Al Haris

Jambi ist eine indonesische Provinz auf der indonesischen Insel Sumatra.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz liegt zum größten Teil im flachen Ostteil der Insel, dieser ist durch sumpfiges Gelände und große Flüsse, darunter der Batang Hari, geprägt. Auch der Fluss Jambi fließt hier und entspringt mit zwei Quellarmen, durchfließt die östliche Alluvialebene und mündet bei 1° südlicher Breite in das Südchinesische Meer. Weitere Flüsse sind Batang Hari, Batang Merangin, Batang Tebo, Batang Tabir, Batang Tembesi, Batang Bungo, Berbak, Pengabuan, Air Hitam, Mendahara, Dendang und Batang Asai. Hohe Berge sind Kerinci, Raya, Sumbing, Masurai Tujuh und Alas.[1] Im Osten liegt der Nationalpark Berbak. Laut „Jambi Province in Figures 2020“ gehören zur Provinz keine Inseln.

Die Hauptstadt Jambi liegt etwa 60 km oberhalb der Mündung an diesem Fluss. Im Westen greift die Provinz auf das Gebirge über.

Das Gebiet liegt zwischen Indragiri und Palembang. Jambi hat einen großen Anteil an Sumatras größtem Nationalpark, dem Nationalpark Kerinchi-Seblat.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz gliedert sich seit 2008 in neun Regierungsbezirke (indonesisch Kabupaten) sowie zwei autonome Städte (indonesisch Kota). Diese gliedern sich seit 2020 (davor: 141) in 143 Distrikte oder Unterbezirke (indonesisch Kecamatan), die wiederum in 1.562 Dörfer geteilt werden, 163 städtischen Typs (indonesisch Kelurahan) und 1.399 mit dörflichen Charakter (indonesisch Desa). Man unterscheidet auch nach ländlichen und städtischen Konditionen, wie z. B. Anordnung der Häuser und der Infrastruktur: So gab es im 2. Halbjahr 2020 408 urbane (indonesisch Perkotaan) und 1.154 ländliche, rurale (indonesisch Perdesaan) Dörfer oder Regionen. Bis Mitte 2023 hat sich die Zahl der Dörfer auf 1.583 (171/1.412) erhöht.[2][3]

Kode1 Wappen Kabupaten (Kab.)/Kota
Regierungsbezirk/Stadt
Ibu Kota
Regierungssitz
Lage Kecamatan
Subdistrikt
Kel.2/
Desa3
Dörfer
0Fläche0
[km²]
Bevöl-
kerung
(2010)4
Bevöl-
kerung
(2020)5
Dichte
Einw./km²
(2020)
15.01 Kab. Kerinci Siulak 18 2 / 285 3.355,27 229.495 250.259 74,6
15.02 Kab. Merangin Bangko 24 10 / 205 7.679,00 333.206 354.052 46,1
15.03 Kab. Sarolangun Sarolangun 10 9 / 149 6.184,00 246.245 290.047 46,9
15.04 Kab. Batanghari Muara Bulian 8 14 / 110 5.804,00 241.334 301.700 52,0
15.05 Kab. Muaro Jambi Sengeti 11 5 / 150 5.326,00 342.952 402.017 75,5
15.06 00Kab. Tanjung Jabung Barat00 Kuala Tungkal 13 20 / 114 4.649,85 278.741 317.498 68,3
15.07 Kab. Tanjung Jabung Timur Muara Sabak 11 20 / 73 5.445,00 205.272 229.813 42,2
15.08 Kab. Bungo Muara Bungo 17 12 / 141 4.659,00 303.135 362.363 77,8
15.09 Kab. Tebo Muara Tebo 12 5 / 107 6.461,00 297.735 337.669 52,3
15.71 Kota Jambi Kota Baru 11 62 / – 0.205,43 531.857 606.200 2.950,9
15.72 Kota Sungai Penuh Sungai Penuh 8 4 / 65 0.391,50 082.293 096.610 246,8
15 Provinsi Jambi Kota Jambi 143 163 / 1399 50.160,05 3.092.265 3.548.228 70,7
1 
Code des Innenministeriums Wilayah Administrasi – Kemendagri (PUM-Code). Ein zweiter Code (Wilayah Kerja Statistik – BPS) zeigt eine abweichende Nomenklatur der Kecamatgan.[4]
2 
Kelurahan, Dorf mit städtischem Charakter
3 
Desa, Dorf mit ländlichem Charakter
4 
Einwohnerzahl am Stichtag der Volkszählung 2010[5]
5 
Einwohnerzahl am Stichtag der Volkszählung 2020[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sumpflandschaft am Batang Hari in Jambi

Das frühere Straßensystem und die dadurch ermöglichte wirtschaftliche Nutzung (Pfeffer und Gummibaum) folgte den Flüssen – weite Teile des Urwaldes waren gar nicht zugänglich. Mit dem Bau des Trans-Sumatra-Highways wurden die Möglichkeiten der Landnutzung erheblich erweitert. Die Straße erschloss neue, flussferne Gebiete für den kommerziellen Holzeinschlag, für staatlich geförderte Neusiedler und sonstige Zuwanderer. Die Öffnung der Küstenwälder für Palmölplantagen und Ansiedlungen führten zu umfangreichen Waldbränden und Luftverschmutzungen in den Jahren 1997/98.[7]

Wirtschaftliche Bedeutung hat heute neben der Produktion von Kautschuk und Palmöl vor allem die Erdölförderung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fähre über den Jambi (1915/39)

Beim Dorf Muara Jambi am Batang Hari, knapp 30 km nordöstlich von Jambi, haben Archäologen die Rudimente einer ehemals bedeutenden buddhistischen Tempelstadt freigelegt. Anhand von Steininschriften soll sich die Blütezeit des Ortes auf die Zeit zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert datieren lassen.

Im Mittelalter gehörte die Region Jambi zum Reich von Srivijaya, bevor es im 16. Jahrhundert islamisiert und ein Sultanat errichtet wurde. Dieses konnte sich länger als andere Sultanate Indonesiens dem niederländischen Einfluss widersetzen, erst 1858 wurde es Protektorat (Vasallenstaat) und 1901 wurde der letzte Sultan abgesetzt.

Wasch- bzw. Toilettenhütten am Jambi (Jahr unbekannt)

Im 18. Jahrhundert war Jambi ein Zentrum der Pfefferproduktion, die noch durch eine „sanfte“ Waldnutzung gekennzeichnet war. Ab 1850 wurde eine brasilianische Gummibaumsorte eingeführt und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ersetzten Plantagen (Agroforstwirtschaft) den bis dahin angewandten Wanderfeldbau. Während des ersten Kautschuk-Booms nach dem Ersten Weltkrieg zog es viele Arbeiter auf die Gummiplantagen.

Gleichzeitig mit dem Bau des Trans-Sumatra-Highways in den 1970er/80er-Jahren wurde die Zuwanderung (vor allem aus Java) gefördert.[8]

administrative Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit Indonesiens 1949 erfolgten einige administrative Umstrukturierungen. Jambi befand sich bis Mitte 1957 in der aufgelösten Provinz Zentral-Sumatra (Sumatera Tengah) und bestand zu diesem Zeitpunkt aus den fünf Bezirken Kerinci, Merangin, Batang Hari, Tanjung, Bungo Tebo und der Hauptstadt Jambi. Im Oktober 1999 erfolgte eine Umstrukturierung durch die Bildung neuer Bezirke:

  • Kab. Sarolangun (Ausgliederung von 6 Distrikten aus Sarolangun Bangko)
  • Kab. Tebo (Ausgliederung von 4 Distrikten aus Bungo Tebo), gleichzeitig wurde der Kab. Bungo Tebo in Bungo umbenannt
  • Kab. Muaro Jambi (Ausgliederung von 6 Distrikten aus Batang Hari)
  • Kab. Tanjung Jabung Timur (Ausgliederung von 6 Distrikten aus Tanjung Jabung), gleichzeitig wurde Tanjung Jabung in Tanjung Jabung Barat umbenannt.[9]

Die letzte territoriale Veränderung betraf die Bildung der autonomen Stadt (Kota) Sungai Penuh, die am 21. Juli 2008 vom Kabupaten Kerinci mit 5 Kecamatan abgetrennt wurde.[10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Hafen Kuala Tungkal wir die Insel Batam von Fähren angefahren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dominik Bonatz, John David Neidel, Mai Lin Tjoa-Bonatz: The megalithic complex of highland Jambi. An archaeological perspective. In: Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde, 162, No. 4, Leiden 2006, S. 490–522.
  • Interessantes aus verschiedenen Gebieten über die Provinz erfährt man aus dem jährlich erscheinenden E-Book „Provinsi Jambi Dalam Angka“ / „Jambi Province in Figures“ in indonesischer und englischer Sprache. Es ist zusammen mit anderen Publikationen auf der Webseite des Statistischen Amtes der Provinz Jambi[11] downloadbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jambi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Welcome to Sumatra Island. indonesiabangun.tripod.com
  2. Master File Wilayah Provinsi Jambi Semester II 2020
  3. Master File Wilayah Provinsi Jambi Semester I 2023
  4. Gegenüberstellung der beiden Code-Systeme: Das Statistikamt BPS verwendet einen siebenstelligen Code, der ebenfalls mit 15 beginnt.Sistem Informasi Geografis BPS
  5. Penduduk Menurut Wilayah, Daerah Perkotaan/Perdesaan, dan Jenis Kelamin, JAMBI PROVINSI, Tahun 2010. Badan Pusat Statistik, abgerufen am 3. Februar 2024 (indonesisch).
  6. Jumlah Penduduk menurut Wilayah dan Jenis Kelamin, Provinsi JAMBI, Tahun 2020. Ergebniss des Zensus 2020. Badan Pusat Statistik, abgerufen am 2. März 2024 (indonesisch).
  7. D. Murdiyarso1, M. van Noordwijk u. a.: Environmental benefits and sustainable land-use options in the Jambi transect, Sumatra, Indonesia. Journal of Vegetation Science (PDF; 404 kB)
  8. D. Murdiyarso1, M. van Noordwijk u. a.: Environmental benefits and sustainable land-use options in the Jambi transect, Sumatra, Indonesia. Journal of Vegetation Science (PDF; 404 kB)
  9. Regierungsgesetz Nr. 45/1999
  10. Regierungsgesetz Nr. 25/2008
  11. Badan Pusat Statistik Provinsi Jambi

Koordinaten: 1° 30′ S, 103° 0′ O