Joachim Hermann Luger

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Joachim Hermann Luger, 2015

Joachim Hermann Luger (* 2. Oktober 1943 in Schömbach bei Langenleuba-Niederhain in Thüringen) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luger wuchs in Berlin auf. Nach der mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Chemielaboranten. Von 1966 bis 1969 besuchte er eine private Schauspielschule in Stuttgart. Über Engagements am Grillo-Theater Essen sowie am Schauspielhaus Bochum kam er in den 1970er-Jahren nach Bochum, wo er bis heute lebt. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Bekannt wurde Luger in der Rolle des Sozialarbeiters und Hausmannes Hans Beimer in der Fernsehserie Lindenstraße. Luger ist seit der Folge 1, die am 8. Dezember 1985 ausgestrahlt wurde, Mitglied des Ensembles. Die letzte Folge mit ihm wird am 2. September 2018 zu sehen sein.[1]

1980 stand Luger das erste Mal vor der Kamera: neben Tana Schanzara in dem Film Ihr habt meine Seele gebogen wie einen schönen Tänzer unter der Regie von Roland Reber. Auch in Episoden bekannter Fernsehserien wie Unser Lehrer Doktor Specht, Liebling Kreuzberg sowie der Reihe Tatort war er zu sehen.

Neben seiner Fernsehtätigkeit arbeitet Luger vornehmlich als Bühnenschauspieler an verschiedenen Theatern des Ruhrgebiets. Seit 1995 gestaltet er gemeinsam mit seiner Kollegin Petra Afonin musikalisch-literarische Programme am Bochumer Prinzregenttheater.

Joachim Hermann Luger (1998)

Luger war auch in dem Einpersonenstück Klamms Krieg von Kai Hensel zu sehen. Mit dem Stück, das wegen seiner Handlung für die Aufführung in Klassenzimmern ausgelegt ist, trat er auch in Schulen vor Klassen ab der Jahrgangsstufe 10 auf: Der Deutschlehrer Klamm hat einem Schüler einen notwendigen Punkt für die Zulassung zum Abitur verweigert, worauf sich dieser erhängt. Sein Leistungskurs will Klamm dafür zur Verantwortung ziehen und erklärt ihm brieflich den Krieg. Luger, der das Solo-Drama nach eigener Aussage für „einen der besten Texte“ hält, die er in jüngster Zeit gelesen habe, äußert sich in einem Interview kritisch zum deutschen Schulsystem: „Die Grundschule absolvieren die meisten noch mit Spaß. Aber an den weiterführenden Schulen fangen alle an zu stöhnen. Da muss doch etwas falsch sein.“ (Luger im Gespräch mit Ulrike Drebs im Westfalenspiegel). Viele Schüler, mit denen der Schauspieler nach den sogenannten „mobilen Klassenzimmer­inszenierungen“ diskutiert, hätten in Zügen des Neurotikers Klamm real existierende Pädagogen wiedererkannt.

Luger präsentiert ferner im WDR Fernsehen regelmäßig die Kochsendung Lecker essen innerhalb der Lokalzeit, in der er sich in die heimischen Küchen von Hobbyköchinnen und -köchen einlädt, die ihre Lieblingsrezepte vorstellen.

Joachim Hermann Luger engagierte sich bereits mehrfach privat für Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21). So ist er Pate des seit 2003 jährlich in Frankfurt am Main und seit 2005 zusätzlich in Magdeburg stattfindenden Deutschen Down-Sportlerfestivals und er nahm an einer Posterkampagne teil. Auf den Postern und Postkarten, die im Oktober 2005 veröffentlicht wurden, ist er gemeinsam mit seiner Lindenstraßen-Kollegin Irene Fischer und Albin Jonathan, einem Teenager mit Down-Syndrom, zu sehen.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Ortmann: Das System frisst sich selbst. Rezension zu Klamms Krieg. In: TAZ NRW vom 3. September 2005, S. 4.
  • Ulrike Drebs: Man sieht sich auch gern mal in der Heldenrolle. Porträt Joachim Hermann Lugers. In: Westfalenspiegel (1/2006), S. 26 f.
  • Werner Streletz: Der Beifahrer. Ein Selbstgespräch. Mit einem Hörbuch, gelesen von Joachim Hermann Luger, und illustriert von Zarko Radic. Verlag Henselowsky Boschmann Bottrop 2010, ISBN 978-3-942094-06-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joachim Hermann Luger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Lindenstraße": Joachim Luger lässt Vater Beimer den TV-Tod sterben, rp-online.de, 7. Mai 2018