Landkreis Altenburg

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Dieser Artikel behandelt den ehemaligen Landkreis Altenburg (1922–1952), das ehemalige Landratsamt Altenburg (1900–1922) und den ehemaligen Verwaltungsbezirk Altenburg (1876–1900). Für den ehemaligen Kreis Altenburg im Bezirk Leipzig (1952–1990) und den Landkreis Altenburg in Thüringen von 1990 bis 1994 siehe Kreis Altenburg
Basisdaten[1]
Bestandszeitraum 1876–1900 (Verwaltungsbezirk)
1900–1922 (Landratsamt)
1922–1952 (Landkreis)
Verwaltungssitz Altenburg
Einwohner 90.207 (1939)
Gemeinden 174 (1939)
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Lage des Landkreises Altenburg in Thüringen
im Jahr 1922

Der Landkreis Altenburg war ein Landkreis im Osten Thüringens. Er wurde am 1. Oktober 1922 gegründet und bestand bis zur Verwaltungsreform von 1952 in der DDR. Vor 1922 existierten bereits der Verwaltungsbezirk Altenburg und das Landratsamt Altenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Sachsen-Altenburg[Bearbeiten]

Das Herzogtum Sachsen-Altenburg im Deutschen Kaiserreich bestand aus zwei getrennten Landesteilen, dem Westkreis um Kahla, Roda und Eisenberg sowie dem Ostkreis um Altenburg, Schmölln und Ronneburg. 1876 wurden im Ostkreis die beiden Verwaltungsbezirke Altenburg und Schmölln eingerichtet. 1881 wurde der Verwaltungsbezirk Schmölln wieder aufgelöst und sein Gebiet in den Verwaltungsbezirk Altenburg eingegliedert, der im Jahre 1900 eine Fläche von 657 km² umfasste und 138.561 Einwohner besaß.[2]

Bei einer Neugliederung des Staatsgebietes zum 1. April 1900 wurde die Stadt Altenburg kreisfrei und die übrigen Gemeinden des Ostkreises auf die neuen Landratsämter Altenburg und Ronneburg aufgeteilt. Das Landratsamt Altenburg mit Sitz in Altenburg umfasste im Jahre 1910 eine Fläche von 360 km² und hatte 61.950 Einwohner.[2]

Land Thüringen[Bearbeiten]

1918 wurde aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg der Freistaat Sachsen-Altenburg, der wiederum am 1. Mai 1920 im Land Thüringen aufging. Bei einer umfassenden Gebietsreform wurde zum 1. Oktober 1922 ein neuer Landkreis Altenburg gebildet, der den überwiegenden Teil des früheren Ostkreises ohne die kreisfrei bleibende Stadt Altenburg umfasste. Kreissitz wurde die Stadt Altenburg.

Der Ostkreis wurde nicht komplett übernommen, da einige Gebiete im Westen um Ronneburg zum Landkreis Gera kamen. Namentlich waren dies die gesamte heutige Gemeinde Löbichau, die Orte Nöbdenitz, Lohma, Selka, Vollmershain, Jonaswalde, Nischwitz, Heukewalde, Posterstein und Stolzenberg im heutigen Landkreis Altenburger Land. Städte im Landkreis waren Schmölln, Meuselwitz, Gößnitz und Lucka, dazu kamen 215 weitere Orte. 1950 verlor Altenburg den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Teil des Landkreises Altenburg.

1925 hatte der Landkreis 95.547 und die Stadt Altenburg 42.570 Einwohner, 1939 waren es 90.753 und 45.849 auf einer Fläche von 486,53 km² im Jahr 1925 und 472,87 km² im Jahr 1939. Die Stadt Altenburg umfasste 17,23 km². 1950 hatte der Landkreis (inklusive der Stadt Altenburg) 158.941 Einwohner.

DDR[Bearbeiten]

Bei der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurde der Landkreis Altenburg geteilt. Der Nordosten mit Altenburg und Meuselwitz wurde zum Kreis Altenburg und der Südosten mit Schmölln zum Kreis Schmölln. Zudem wurden beide Kreise dem Bezirk Leipzig, der mehrheitlich aus ehemals sächsischen Gebieten bestand, zugeordnet. Heute hat der Landkreis Altenburger Land einen ähnlichen Gebietszuschnitt wie der alte Landkreis Altenburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.