Johannes Ufer

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Möwen, 1968, Hamburg-Osdorf
Möwen, 1968, Wilhelmshaven-Aldenburg. Zusammenarbeit mit Pierre Schumann
Tanzendes Paar, 1968, Hamburg-Lohbrügge, Lohbrügge-Nord. Zusammenarbeit mit Lore Ufer
Das Blatt, 1969, Hamburg-Langenhorn
Säule und Wandrelief, 1974, Hamburg-Harburg

Johannes Ufer (* 30. April 1912 in Essen; † 4. Januar 1987 in Hamburg) war ein deutscher Maler, Bildhauer sowie Raum- und Flächenkünstler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule in Bochum und einen Umzug nach Berlin[1] erlernte Johannes Ufer ab 1926 das Malerhandwerk. Ab 1928 arbeitete er als Theatermaler[2][3][4] und besuchte die Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, wo er Schüler von César Klein war.[2][3] Mit einem von Käthe Kollwitz und Max Liebermann vermittelten Staatsstipendium studierte er von 1929 bis 1933 an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Berlin-Charlottenburg bei Willi Breest (1891–1952), Max Deri und Kurt Wehlte.[4] Am 28. März 1933 schloss er das Lehrer-Staatsexamen ab.[3] Von 1933 bis 1945 stellte er keine seiner Werke aus.[3][4] Von 1937 bis 1940 hielt er sich in Kopenhagen auf.[2][4]

Ab 1945 war er als freischaffender Künstler in Hamburg tätig.[2][3][4] Er wurde Mitglied der von Martin Irwahn (1898–1981) und Richard Steffen gegründeten Künstlergemeinschaft Hamburger Gruppe 1945, der auch Willi Breest, Ernst Flege (1898–1965), Tom Hops, Fritz Husmann (1896–1982), Peter Luksch (1901–1988, Sohn von Richard Luksch und Elena Luksch-Makowsky), Max Hermann Mahlmann, Hanns Müller-Dünwald (1900–1955), Franz Nespethal (1912–1993), Kurt Priegnitz (auch Kurth und Prignitz, 1914–1983), Hermann Schütte (1893–1973), Walter Siebelist, K. R. H. Sonderborg, Hildegard Stromberger (1904–1985) und Ernst Witt (1901–1977) angehörten.[5] 1953 beendete er seine Mitgliedschaft der Hamburger Gruppe 1945.[6] Zudem gehörte er der konstruktivistischen Künstlergemeinschaft die gruppe und dem Berufsverband Bildender Künstler Hamburg an. 1946 eröffnete er seine Galerie Mosaikwerkstätten – Junge Kunst am Neuen Wall 36 in Hamburg-Neustadt. 1948 wurde er Dozent für das Fach Raum- und Flächenkunst am Hamburger Baukreis. Eine seiner Schülerinnen war die Malerin Lore Brand (* 7. März 1923 in Hamburg), die er bald darauf heiratete und die ihn ab 1952 bei seinen öffentlichen Aufträgen unterstütze. Ab 1974 wurde er zudem von ihrem gemeinsamen Sohn Michael Ufer unterstützt.[4] Ab 1949 ist er im Telefonbuch des Hamburger Adressbuches als Kunstmaler in der Sierichstraße 54 in Hamburg-Winterhude verzeichnet, später als Raum- und Flächenkünstler. 1958 zog er er mit seiner Familie in die Andreasstraße 11 in Winterhude.

1952 schuf er zusammen mit Arnold Fiedler vom Baukreis das Bühnenbild für die Oper The Rake’s Progress, die in der Hamburgischen Staatsoper aufgeführt wurde. Es entstanden neun Bühnenprospekte, in denen sie Musik und Rezitativ, Tempi und Klangfiguren des dramatischen Stückes in gegenstandslose Kompositionen umgesetzt hatten, die die Grundstimmungen der Szenen aufgriffen.[7] 1955 erhielt Arnold Fiedler den Auftrag, ein Wandbild für die Außenfassade der Schule Othmarscher Kirchenweg 145 in Hamburg-Othmarschen zu kreieren, an der Loki Schmidt von 1949 bis 1962 als Lehrerin arbeitete, und die August 2012 in Loki-Schmidt-Schule umbenannt wurde. In Zusammenarbeit mit Johannes Ufer entstand ein 3-teiliges Mosaik aus farbig glasierten Keramikplatten zum Thema Feuer, Wasser, Luft.[8]

1955 erhielt Johannes Ufer zudem den Auftrag zur Farbgestaltung der wiederaufzubauenden Häuser auf Helgoland. Er entwickelte ein Farbspektrum von 14 Farben, wobei er eher zarte Töne für das Oberland wählte und kräftige Töne für das Unterland. Die Farben waren bis in den 1980ern maßgebend auf Helgoland. Ein Resultat sind die bunten Hummerbuden am Hafen, die unter Denkmalschutz stehen.[4][9] Zudem gestaltete er die Fassaden vieler Häuser der Siedlung Neuwiedenthal in Hamburg-Hausbruch und Hamburg-Neugraben-Fischbek.[4] In Neuwiedenthal-Süd zierten kleine Keramikfliesen aus Johannes Ufers Mosaikwerkstätten sämtliche Häuserfassaden, die aber nach und nach unter Wärmedämmungen neuer Fassaden, die die Auflagen des Klimaschutzes erfüllen, verschwinden. In anderen Stadtteilen gestaltete er ebenfalls Häuserfassaden,[10] die wohl ein ähnliches Schicksal haben. Für die Fassaden der Wohnhäuser der Wohnungsbaugenossenschaft Süderelbe eG in Neuwiedenthal schufen Johannes und Lore Ufer Fliesenwandbilder mit Reiher als Motiven, die das Logo der Genossenschaft sind.[11]

Aufgrund seiner Materialkenntnisse und seinem Wissen über die Bearbeitungsmöglichkeiten der Materialien war er zudem künstlerischer Berater von Firmen wie Villeroy & Boch, Steine und Erden Salith Salzgitter sowie Flügger Farben.[3][4]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinschaftsausstellungen

Einzelausstellungen

Posthum

  • 1988: Bilder und Plastiken von Johannes Ufer, Galerie Hannes Ufer, Hamburg-Harburg

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ufer, Johannes. In: Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg. Band 2: 1945–1966. Hrsg.: Berufsverband Bildender Künstler, Hamburg. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974, ISBN 3-7672-0277-8, S. 19, 20, 28, 29, 92, 103.
  • Ufer, Johannes. In: Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg. Band 3: 1966–1974. Hrsg.: Berufsverband Bildender Künstler, Hamburg. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974, ISBN 3-7672-0290-5, S. 145, 154.
  • Johannes Ufer und Lore Ufer. In: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg. Hrsg.: Kulturbehörde Hamburg, Christians Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-7672-0749-3 (nicht paginiert).
  • Jens Scholz: Der Baukreis, Hamburg – Hilden – St. Peter, 1946–1953, Konturen einer Künstlervereinigung der Nachkriegszeit. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Band 77, 1991, S. 198 (PDF-Datei)
  • Was ist das denn??? – Kunst im öffentlichen Raum – Möwen im „westwind“. In: westwind – Stadtteilmagazin für Osdorf und Umgebung (Mai 2011), PDF-S. 6 (PDF-Datei)
  • Uta Schoop: Ufer und Brand. In: Arnold Fiedler (1900–1985) – Eine Künstlermonographie, Dissertation, 2011, PDF-S. 284, 326, 346, 357, 386, 408, 409, 410, 416, 418, 424, 426, 465 (PDF-Datei)
  • Birgit Ahrens: Ufer, Johannes und Ufer, Lore. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump; ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 477.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johannes Ufer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uta Schoop: Arnold Fiedler (1900–1985) – Eine Künstlermonographie, Dissertation, 2011, S. 400 (PDF-S 408), Fußnote 2282
  2. a b c d Volker Detlef Heydorn: Ufer, Johannes. In: Maler in Hamburg. Band 3: 1966–1974. Hrsg.: Berufsverband Bildender Künstler, Hamburg. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974, ISBN 3-7672-0290-5, S. 145
  3. a b c d e f Elisabeth Axmann (Red.): Johannes Ufer. In: Künstler in Hamburg. Hrsg.: Kulturbehörde Hamburg, Christians Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-7672-0749-3 (nicht paginiert)
  4. a b c d e f g h i Birgit Ahrens: Ufer, Johannes. In: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung. Hrsg.: Familie Rump. Überarbeitete Neuauflage des Lexikons von Ernst Rump; ergänzt und überarbeitet von Maike Bruhns, Wachholtz, Neumünster 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 477
  5. Uta Schoop: Arnold Fiedler (1900–1985) – Eine Künstlermonographie, Dissertation, 2011, S. 318 (PDF-S. 326)
  6. Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg. Band 2: 1945–1966. Hrsg.: Berufsverband Bildender Künstler, Hamburg. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974, S. 20
  7. Jens Scholz: Der Baukreis, Hamburg – Hilden – St. Peter, 1946–1953, Konturen einer Künstlervereinigung der Nachkriegszeit. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Band 77, 1991, S. 198 (PDF-S. 16)
  8. Uta Schoop: Arnold Fiedler (1900–1985) – Eine Künstlermonographie, Dissertation, 2011, S. 418 (PDF-S 426)
  9. Ein Hauch Fünfziger Jahre. In: Bergedorfer Zeitung, 21. Juli 2018
  10. „Fassadenkunst“. In: Kreuz & Quer im Neuwiedenthal, Ausgabe 19, September bis Dezember 2009, S. 2
  11. Die Reiher von der Süderelbe. In: Kreuz & Quer im Neuwiedenthal, Ausgabe 15, Frühling 2008, S. 6
  12. Ausstellungsteilnehmerverzeichnis bei artist-info.com
  13. 3. Ausstellung auf Kuenstlerbund.de
  14. 4. Ausstellung auf Kuenstlerbund.de
  15. Schwarz-Weiß-Foto unter Johannes Ufer in: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg, Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.), Christians Verlag, Hamburg 1982, ISBN 978-3-7672-0749-3 (nicht paginiert)
  16. Abbildung Ungegenständlich auf sh-kunst.de
  17. Johannes Ufer auf kulturkarte.de (1)
  18. Johannes Ufer auf kulturkarte.de (2)
  19. Schwar-Weiß-Abbildung des Gemäldes in: Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg. Band 2: 1945–1966. Hrsg.: Berufsverband Bildender Künstler, Hamburg. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974, S. 28
  20. Johannes Ufer beim Auktionshaus Stahl.
  21. Website der St. Andreasgemeinde. (Künstlername dort nicht erwähnt). Erwähnung der Kirche in der Kurzbiografie von Johannes Ufer in: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg (siehe: Literatur)
  22. Erwähnt in: Michael Ulrich (Bezirksamtsleiter a. D.): Schmuckstück Alter Friedhof. In: Helms-Museum Aktuell, Nr. 27, September 2012, S. 2
  23. Möwen. In: Wilhelmshaven – Sehenswürdigkeiten von A bis Z auf uwe-karwath.de
  24. Schwarz-Weiß-Foto der Skulptur am alten Standpunkt unter Johannes Ufer in: Elisabeth Axmann (Red.): Künstler in Hamburg, Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.), Christians Verlag, Hamburg 1982 (nicht paginiert)
  25. Abbildungen Farbige Plastiken auf sh-kunst.de
  26. Abbildungen Sonnenuhr auf sh-kunst.de
  27. Mauer-Kunstwerk wird gedreht. In: Hamburger Abendblatt, 9. März 2013
  28. Ergebnisse: Postennummern 1365 und 1366, S. 4