Julia Herr

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Julia Herr bei einer Enquete des SPÖ-Parlamentsklubs zum Thema Hass im Netz im Jahr 2016.

Julia Herr (* 28. November 1992 in Sigleß, Burgenland) ist seit 2014 Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs und die erste Frau an der Spitze der SJ.[1] Von 2016 bis 2018 war sie Vorsitzende der Bundesjugendvertretung.[2] Herr studiert derzeit Soziologie an der Universität Wien.[3] Sie ist Kandidatin der SPÖ bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Herr maturierte am BG BRG Hochstraße in Mattersburg und wechselte zum Studium der Soziologie nach Wien. In der Sozialistischen Jugend Österreichs begann sie zunächst auf lokaler Ebene in der Ortsgruppe Pöttsching, sowie als Frauenpolitische Beauftragte der Sozialistischen Jugend Burgenland.[5] Seit 2011 war sie österreichweit als Frauenpolitische Beauftragte[6] aktiv.

Erstes großes Medienecho erlangte Julia Herr durch ein Youtube-Video,[7] das zeigt, wie Julia Herr als Gastrednerin von Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek beim SPÖ-Bundesparteitag im März 2014 von der Bühne geworfen wird.[8]

Durch Aktionen auf ihren Social Media Kanälen kommt Herr immer wieder in den österreichischen Boulevardzeitungen vor. So zum Beispiel mit einer "Bier für Ehe öffnen" Demonstration für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle vor der ÖVP-Zentrale.[9] oder der Ernte eines Riesen-Kürbis.[10] 2016 unterstützte Herr die Anliegen zahlreicher Freiwilligenorganisationen und nahm an der überparteilichen Pressekonferenz von Rettet die Vereinsfeste teil, wo sie sich für vereinsfreundlichere Regelungen aussprach.[11] 2017 sprach sie sich unter anderem für einen bundesweiten einheitlichen Jugendschutz und ein Rauchverbot in Lokalen aus.[12]

Innerparteilich attestiert Herr der SPÖ vor allem ein Glaubwürdigkeitsproblem und forderte bei mangelnder Durchsetzungsfähigkeit auch einen Ausstieg aus der Koalition mit der ÖVP.[13] Weitere Themen, für die sich Herr einsetzt, sind die Einhaltung der Frauenquote in der SPÖ und die Legalisierung von Cannabis.[3] Sie lehnt die Freihandelsabkommen CETA und TTIP strikt ab[14] und ist für die Erhöhung des Mindestlohns.[15]

Im Zuge des erfolgreichen Abschneiden des österreichischen Fußballnationalteams der Frauen bei der EM 2017, sprach sich Herr für die vermehrte Förderung des professionellen und schulischen Frauenfußballs in Österreich aus.[16]

Vorsitzende der Sozialistischen Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim 35. Ordentlichen Verbandstag der Sozialistischen Jugend Österreich im Mai 2014 in Graz setzte sich Julia Herr knapp mit 54 Prozent gegen die Oberösterreicherin Fiona Kaiser durch und wurde mit 21 Jahren einerseits jüngste Vorsitzende und andererseits auch die erste Frau an der Spitze der SJ.[17]

Am 36. Ordentlichen Verbandstag der Sozialistischen Jugend Österreich am 12. und 13. März 2016 in St. Pölten wurde sie mit 82,72 % wiedergewählt.[18]

Am 37. Ordentlichen Verbandstag der Sozialistischen Jugend Österreich welcher am 14. und 15. April 2018 stattfand, wurde Herr mit ihrem bisher besten Ergebnis von 87,07 % in ihre dritte Amtszeit als Vorsitzende wiedergewählt. In ihrer Rede betonte sie, dass "derzeit mit Hetze gegen MigrantInnen, gegen Flüchtlinge oder gegen den Islam Wahlen gewonnen werden, Sozialabbau aber Migranten genauso wie Arbeitslose und Niedrigverdiener treffe. Am Ende würden nur Reiche und Konzerne profitieren."[19]

Bundesjugendvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herr wurde 2016 Vorsitzende der Bundesjugendvertretung, die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Jugendarmut waren ihr in dieser Funktion ein wichtiges Anliegen.[2] Zwischen 2014 und 2016 war sie bereits Sprecherin des Frauenkomitees der Bundesjugendvertretung.[20]

Bei der Vollversammlung der Bundesjugendvertretung am 22. März 2018 wurde Caroline Pavitsits als Nachfolgerin von Julia Herr zur Vorsitzende der Bundesjugendvertretung gewählt.[21]

Nationalratswahl 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Herr gab am 21. Juli 2017 bekannt, sich um ein Nationalratsmandat der SPÖ bei der Nationalratswahl 2017 zu bewerben.[22] Herr kandidierte auf dem 16. Listenplatz und führte einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf.[23]

In diesem forderte sie mehr auf "die tatsächlichen Sorgen der jungen Menschen einzugehen, welche sich vielmehr um Lehrstellen, Jobs und leistbare Wohnungen drehten". Finanziert werde solle dies dadurch, dass "Banken und Konzerne ihren Beitrag leisten müssen"[24]

Sie bekam 2.607 Vorzugsstimmen. Obwohl von den ihr Vorgereihten nur der damalige Bundeskanzler Kern (67.227) und die damalige Bundesministerin Rendi-Wagner (2.709) mehr Stimmen erhielten, verpasste sie damit den Einzug in den Nationalrat.[25]

Europawahl 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Oktober 2018 gab die SPÖ bekannt, dass Julia Herr am aussichtsreichen 6. Platz für die Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 kandidieren wird.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leading Ladies Award 2014[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julia Herr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julia Herr neue Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. derStandard.at, 3. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  2. a b Unsere neue Vorsitzende Julia Herr im Gespräch. In: Bundes Jugend Vertretung. Abgerufen am 30. Mai 2016.
  3. a b Jürgen Klatzer: Julia Herr: "Die SPÖ muss endlich aufwachen". Kurier, 3. September 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  4. a b SPÖ beschließt Statutenreform light - derStandard.at. Abgerufen am 18. Oktober 2018.
  5. frauherrblog: Warum Frau Herr jetzt (auch) bloggt. In: frauherrblog. 22. Februar 2014, abgerufen am 1. Juni 2016.
  6. Sozialistische Jugend: Frauen kämpfen um die Spitze – und kritisieren SPÖ. Die Presse, 7. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  7. BM Heinisch-Hosek schmeißt eine junge Gastrednerin von der Bühne auf YouTube
  8. Heinisch-Hosek scheuchte junge Kollegin von Bühne. Kronen Zeitung, 8. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  9. Vor ÖVP-Zentrale: SJ-Chefin lädt zum. 28. Juni 2017 (oe24.at [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  10. Julia Herr. Abgerufen am 21. Juli 2017.
  11. Panama Papers verfolgen. In: Die Presse. (kurier.at [abgerufen am 21. Oktober 2018]).
  12. SPÖ will klarere Regeln für den Jugendschutz. In: Kleine Zeitung. (kleinezeitung.at [abgerufen am 21. Oktober 2018]).
  13. Dieter Zirnig: Rote Linien. Transkript vom Interview Julia Herr (SJ) und Armin Wolf #ZIB2. Neuwal, 2. Dezember 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  14. Salzburger Nachrichten: Gegen Kanzler Kern: Weiter Skepsis in der SPÖ gegen CETA. (salzburg.com [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  15. Julia Herr: Auf SPÖ-Bundesliste "muss Platz für zwei Junge sein". In: Die Presse. (diepresse.com [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  16. juergen.klatzer: Frauenfußball: SJ-Chefin Julia Herr will Fußball als Männerdomäne "aufbrechen". (kurier.at [abgerufen am 5. August 2017]).
  17. Julia Herr neue SJ-Vorsitzende. ORF Burgenland, 4. Mai 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.
  18. SJ-Herr: „Wir sind die Kritik, die die SPÖ bitter nötig hat!“ In: ots.at. Abgerufen am 14. März 2016.
  19. Bestätigt: Julia Herr als SJ-Vorsitzende wiedergewählt. In: www.kleinezeitung.at. (kleinezeitung.at [abgerufen am 15. Mai 2018]).
  20. Gewaltfrei Leben: Team. gewaltfreileben.at, abgerufen am 22. Januar 2015.
  21. APA-OTS: Bundesjugendvertretung: Wechsel im Vorsitzteam. Abgerufen am 15. Mai 2018.
  22. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Frau Herr will ins Parlament. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 21. Juli 2017]).
  23. Günther Oswald, Michael Völker: Wie Cap und Herr trotz schlechter Listenplätze um Mandate kämpfen wollen. In: derStandard.at. 3. August 2017 (derstandard.at [abgerufen am 26. März 2018]).
  24. Frau Herr will ins Parlament - derStandard.at. Abgerufen am 18. Oktober 2018.
  25. Nationalratswahl 2017. Abgerufen am 18. Oktober 2018.
  26. Verleihung des „Leading Ladies Award“. leadersnet.at, 19. Juni 2014, abgerufen am 22. Januar 2015.