Karsten Krampitz

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Karsten Krampitz (2009)

Karsten Krampitz (* 24. Dezember 1969 in Rüdersdorf, Brandenburg) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Ausbildung zum Betriebswirt studierte Krampitz Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und erwarb den akademischen Grad eines Magister Artium (M. A.).

Karsten Krampitz war Redakteur und später Chefredakteur bei Berliner Straßenzeitungen, Mitinitiator von Mondkalb- Zeitschrift für das Organisierte Gebrechen. Zudem arbeitete er als freier Journalist für regionale und überregionale Zeitungen und Zeitschriften (unter anderem für Der Freitag[1], die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Junge Welt, die Berliner Zeitung und Die Welt).

Darüber hinaus veröffentlichte Krampitz mehrere Romane und Erzählungen. Am 22. Mai 2012 erklärte Karsten Krampitz, als Parteivorsitzender der Linken zu kandidieren. Er zog seine Kandidatur allerdings wenige Tage später zurück, mit der Begründung, die Partei würde nicht geschlossen hinter ihm stehen. Zudem verwies er darauf, dass es zum ersten Mal eine wirkliche Wahl gegeben habe, die seine Kandidatur überflüssig gemacht habe.[2]

Am 18. Februar 2015 verteidigte Krampitz in einer öffentlichen Disputation am Institut für Geschichtswissenschaften der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin seine Promotion mit dem Titel Das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR infolge der Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz am 18. August 1976 unter besonderer Berücksichtigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.[3]. Nach der Veröffentlichung der Arbeit ist Krampitz berechtigt, den Titel Dr. phil. zu führen.

Karsten Krampitz lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.

Straßenzeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krampitz wirkte als Autor mit in den Berliner Straßenzeitungen HAZ (Hunnis Allgemeine Zeitung – von der Gründung bis zur Einstellung im April 1994) in der Motz (von der Gründung im Mai 1995 bis Anfang 1996), im Strassenfeger (der zeitweilig 1998 und 1999 Looser/Straßenfeger hieß und sich im Jahr 2000 kurzzeitig in Straßenzeitung oder kurz Straz umbenannte) bis zum Jahr 2000.

Seine redaktionelle Philosophie bestand darin, Straßenzeitungen zu einem „linken Boulevardblatt“ zu entwickeln. Dazu gehören auf der einen Seite Artikel, die immer wieder auf die schwierigen und gesellschaftlich verursachten Lebensumstände wohnungsloser Menschen hinweisen, und zum anderen Interviews mit Prominenten (beispielsweise: Harald Juhnke, Harry Rowohlt, Inge Meysel), denen Fragen aus der Sicht armer Menschen gestellt wurden und die die Funktion hatten, eine massenwirksame Aufmerksamkeit für die Straßenzeitungen herzustellen. Eine ähnliche Funktion hatten die politischen Kampagnen, die Krampitz anregte oder unterstützte.

Bei der Erstellung von Ausgaben für den Strassenfeger arbeitete Krampitz eng mit dem Karikaturisten Andreas Prüstel sowie den Das Blättchen-Autoren Wolfgang Sabath, Peter Murakami und anderen zusammen.

Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krampitz beteiligte sich an Kampagnen zur Situation wohnungsloser Menschen. Dazu zählte die symbolische Besetzung von Hotels (Adlon, Kempinski) unter dem Motto „Es sind noch Betten frei“, um auf das alljährliche Ende der Kältehilfe (Einrichtungen der Notübernachtung für Wohnungslose schließen) Ende März aufmerksam zu machen.

Auch beteiligte er sich an Besetzungen des Bahnhof Zoo, die die Straßenzeitung Strassenfeger zusammen mit den JungdemokratInnen/Junge Linke unter dem Motto „Freiheit stirbt mit Sicherheit“ organisierte, um auf die zunehmende Privatisierung öffentlicher Räume beispielsweise im Zuge der Bahnreform und damit die Vertreibung Wohnungsloser durch private Sicherheitsdienste aufmerksam zu machen.

Die Umbenennung des Nachtcafés Arche der Treptower Bekenntniskirche in Nachtcafé Landowsky, das an den Bankenskandal in Berlin und die Beteiligung Klaus-Rüdiger Landowskys erinnern soll, geht ebenfalls auf eine Initiative von Karsten Krampitz im Frühjahr 2007 zurück. Im April 2008 hat das Diakonische Werk Neukölln-Oberspree e. V. dem Nachtcafé verboten, sich Landowsky zu nennen. Krampitz wurde daraufhin von seiner Arbeit in der Obdachlosenhilfe suspendiert.[4] Karsten Krampitz engagiert sich nun für das Nachtasyl Gorki, ein Nachtcafé für Obdachlose im Berliner Bezirk Lichtenberg.

Trinkerklappe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krampitz ist der Erfinder der Wewelsflether Trinkerklappe[5], einer satirischen Aktion in Analogie zu Babyklappen, die Ehefrauen von Alkoholikern dazu aufruft, ungewollte „Findeltrinker“ einer Versorgung im örtlichen Therapiezentrum zuzuführen.

„Weil sie von ihren Frauen ausgesetzt wurden, erfrieren jeden Winter unter Deutschlands Brücken, in den Straßen und Parks Hunderte Trinker. Der Umgang mit Alkohol und seinen Opfern ist ein Indikator für den Zustand der Gesellschaft. Vor allem alte und arbeitslose Männer werden rigoros entsorgt. Um der Praxis des Wegschauens und Liegenlassens entgegenzutreten, hat der deutsche P. E. N. N. gemeinsam mit dem Eulenhof die Aktion „Findeltrinker“ ins Leben gerufen. Am Freitag, 5. November, wird die Initiative in Wewelsfleth, Dorfstraße 2. erstmalig öffentlich in Erscheinung treten.“

Karsten Krampitz: Wohin mit den Trinkern?[6]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Veröffentlichung zum 30. Todestags der Selbstverbrennung des Ev. Pastors Oskar Brüsewitz wurde von Krampitz angeregt, er ist Mitherausgeber:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Falko Hennig: Pfui Pfarrer Pfliege. In: Scheinschlag. Nr. 6. Berlin 2000 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/spass-am-gereimten-leitartikel Beleg Der Freitag Artikel Krampitz
  2. Ungehaltene Bewerbungsrede, Redaktionsblog des prager frühling
  3. https://fakultaeten.hu-berlin.de/de/philfak1/lehre/promotion/dateien/disputation-einladung-krampitz.pdf Beleg Disputation Krampitz
  4. Dunja Batarilo: Die „Arche“ darf nicht mehr „Landowsky“ heißen. In: Die Tageszeitung. 8. April 2008.
  5. Aktion „Findeltrinker“: Die weltweit erste Trinkerklappe in Wewelsfleth. In: Warenform. 11. November 2004.
  6. Karsten Krampitz: Wohin mit den Trinkern? In: Berliner Zeitung. 4. November 2004, abgerufen am 16. Juni 2015.