Kirchberg an der Murr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchberg an der Murr
Kirchberg an der Murr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchberg an der Murr hervorgehoben
Koordinaten: 48° 57′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 13,22 km2
Einwohner: 3904 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 295 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 71737, 71729
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 2
71737 Kirchberg an der Murr
Webpräsenz: www.kirchberg-murr.de
Bürgermeister: Frank Hornek
Lage der Gemeinde Kirchberg an der Murr im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im TalAllmersbach im TalAlthütteAuenwaldBacknangBacknangBurgstettenFellbachGroßerlachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKirchberg an der MurrLeutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)MurrhardtOppenweilerPlüderhausenPlüderhausenPlüderhausenRudersbergSchorndorfSchwaikheimSpiegelbergSulzbach an der MurrWaiblingenWaiblingenWaiblingenWeissach im TalWelzheimWinnendenWinterbach (Remstal)Aspach (bei Backnang)BerglenBerglenWeinstadtKernen im RemstalUrbach (Baden-Württemberg)AlfdorfAlfdorfKorb (Württemberg)RemshaldenKarte
Über dieses Bild
Kirchberg 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Zwingelhausen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Kirchberg an der Murr ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg an der Murr liegt an der Murr, einem Nebenfluss des Neckar, zwischen Backnang und Marbach am Neckar. Das Gemeindegebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Die Gemeinde liegt auf 201 bis 343 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Kirchberg an der Murr gehören das Dorf Kirchberg an der Murr, die Weiler Frühmeßhof, Neuhof, Rundsmühlhof und Zwingelhausen und das Gehöft Obertorhöfe. Diese sechs Ortschaften werden in der Hauptsatzung als Ortsteile geführt. Deren offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Gemeindenamen und durch Bindestrich nachgestellten Namen der Ortsteile. Auf dem Gemeindegebiet liegen zudem die abgegangenen Ortschaften Auhof, Eichhalden, Kronfeld, Schwabstetten, Waibstatt, Inneres Höfle und Äußeres Höfle.[3][4]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg wurde am 11. April 1245 als Kircberc erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf, das sich größtenteils im Besitz der Herzöge von Teck befand, kam am 12. Juli 1302 an Württemberg. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Kirchberg wiederholt geplündert, wodurch die Hälfte der Gebäude zerstört wurde und auch durch die eingeschleppte Pest im Jahre 1626 ein Drittel der Bevölkerung starb. 1693 marschierten französische Soldaten durch den Ort und plünderten sowie mordeten zahlreiche Einwohner. Am Beginn des 19. Jahrhunderts standen die großen Umwälzungen in Folge der Koalitionskriege, in deren Zusammenhang 1806 auch die Gründung des Königreichs Württemberg erfolgte. Nach diesen für die Bevölkerung einschneidenden Ereignissen mit ständigen kriegsbedingten Belastungen kam es 1816 zum Jahr ohne Sommer. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wanderten wegen derartiger Hungersnöte 184 Kirchberger aus; darunter auch nach Bessarabien, wo sie die Ansiedlung Lichtental gründeten, wobei einige Nachfahren nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zurückkamen. Erst ab 1930 wurden die Straßenverhältnisse nach Affalterbach, Marbach und 1956 nach Backnang verbessert. Die Gemeinde gehörte zum Amt, später Oberamt Marbach und kam 1938 zum Landkreis Backnang. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Kirchberg von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Pendlerort.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis (in Klammern Differenz zur Wahl 2009):

Bürger Union Kirchberg (BUK) 5 Sitze (− 2)
Unabhängige Bürgerschaft Kirchberg (UBK) 4 Sitze (± 0)
Freie Liste Kirchberg 3 Sitze (+ 3)
Gesundes Gemeinwesen Kirchberg 2 Sitze (− 1)

Vorsitzender des Gemeinderates mit Stimmrecht ist der Bürgermeister.

Bürgermeister ist Frank Hornek (parteilos). Er wurde am 4. Februar 2018 mit 94,6 % der abgegebenen Stimmen für eine vierte Amtszeit im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,8 %.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot auf grünem Berg eine silberne Kirche.“

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg hat seit 1879 Anschluss an die Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg. Mit der Eröffnung der Verlängerung der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang am 8. Dezember 2012 ist die Gemeinde an das Stuttgarter S-Bahn-Netz angebunden.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den sehenswerten Bauwerken gehören das Rathaus von 1787 und das alte Pfarrhaus, das 1617 ursprünglich als Privathaus erbaut wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Bürgerfest findet Ende Juni, eine Woche vor dem Backnanger Straßenfest statt. Dieses zweitägige Straßenfest wird von den Kirchberger Vereinen veranstaltet.
  • Der Krämermarkt findet zweimal jährlich, im April und September statt. An den Ständen in der Magengasse werden Kleider, Spielsachen, Korbwaren und vieles andere verkauft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gotthilf Hitzler (1882–1933), in Kirchberg geborener Redakteur, Ministerialbeamter und Politiker (SPD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchberg an der Murr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 512–513.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Kirchberg an der Murr vom 18. September 1980 (PDF; 111 kB).
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Kirchberg an der Murr.
  6. https://www.kirchberg-murr.de/index.php?id=33 Geschichte Kirchbergs