Aspach (bei Backnang)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aspach
Aspach (bei Backnang)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aspach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 35,46 km2
Einwohner: 8035 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 71546, 71579
Vorwahlen: 07148, 07191
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 087
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Backnanger Straße 9
71546 Aspach
Webpräsenz: www.aspach.de
Bürgermeister: Hans-Jörg Weinbrenner
Lage der Gemeinde Aspach im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Aspach ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Großaspach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aspach hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Es liegt am Südrand der Löwensteiner Berge in 254 bis 516 Meter Höhe. Westlich des Ortsteils Kleinaspach liegt der Hardtwald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aspach grenzt im Nordwesten an Großbottwar und Oberstenfeld (beide Landkreis Ludwigsburg), im Nordosten an Spiegelberg, im Osten an Oppenweiler, im Südosten und Süden an Backnang, im Südwesten an Kirchberg an der Murr (alle Rems-Murr-Kreis) und im Westen im Bereich des Hardtwalds an Steinheim an der Murr sowie kleinere Exklaven von Murr, Pleidelsheim, Erdmannhausen und Marbach am Neckar (alle Landkreis Ludwigsburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen und ehemaligen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Allmersbach am Weinberg und Rietenau. Zu diesen Ortsteilen gehören noch weitere räumlich getrennte Weiler und Wohnplätze mit eigenem Namen, die nur sehr wenige Einwohner haben:

  • zu Großaspach: die Weiler Fürstenhof, Karlshof und Wüstenbachhof und die Wohnplätze Stegmühle und Talmühle.
  • zu Kleinaspach: die Weiler Altersberg, Einöd, Hintervöhrenberg, Hornungshof, Röhrach (oder Röhrachhof), Sinzenburg, Steinhausen, Völkleshofen und Warthof.
  • zu Rietenau: das Gehöft Schönenbühl.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großgemeinde Aspach wurde am 1. Februar 1972 im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Rietenau und Allmersbach am Weinberg gebildet.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allmersbach am Weinberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Allmersbach am Weinberg

Großaspach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großaspach wurde erstmals Mitte des 10. Jahrhunderts im Lorscher Codex erwähnt. Es ging Mitte des 11. Jahrhunderts an die Grafen von Calw. Später gehörte der Ort den Grafen von Löwenstein. 1388 kauften die Herren Sturmfeder von Oppenweiler den Ort. Aber schon 1442 erwarb Ulrich von Württemberg eine Ortshälfte. Der Rest fiel 1810 an das neue Königreich Württemberg.

Kleinaspach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst 1357 wurde Kleinaspach erstmals urkundlich erwähnt. Damals verkauften die Herren von Lichtenberg den Ort an die Württemberger. Dort gehörte er lange Zeit zum Oberamt Bottwar, mit dem er 1810 zum Oberamt Marbach kam. Als dieses 1938 aufgelöst wurde, fiel Kleinaspach an den Landkreis Backnang und gehört seit 1973 nunmehr – wie die gesamte Gemeinde – zum Rems-Murr-Kreis.

Rietenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teilort Rietenau wurde erstmals 1103 urkundlich erwähnt, als es zum Kloster Hirsau kam.

Rechtsstreit um den Verkauf der Gemeinde Rietenau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam es zwischen dem Kloster Hirsau und dem Kloster Mariental in Steinheim zu einem mehrjährigen Rechtstreit, bei dem es um den Verkauf Rietenaus und zugehöriger Patronatsrechte an das Kloster in Steinheim ging. Am 6. Oktober 1262 wird das Dorf Rietenau und ein Hof in Benningen am Neckar vom Abt Volland von Hirsau an das Kloster in Steinheim verkauft.[5][6][7][8] Der Verkauf der Gemeinde Rietenau wird von dieser nicht erkannnt. Der Prior B. des Heiligen Grabes in Speyer entscheidet jedoch, dass der Kauf Rechtens war und Rietenau an das Kloster Steinheim geht.[9] Es wird weiterhin die Anerkennung der Rechte des Steinheimer Klosters abgelehnt. Daraufhin weist am 15. Oktober 1265 der Propst Otto von St. Wido in Speyer den Kämmerer in Murr an, dass falls die Gemeinde Rietenau weiterhin nicht einsichtig ist, die Gemeinde feierlich zu exkommunizieren ist und mit dem Interdikt belegt wird, das der Gemeinde jegliche gottesdienstliche Handlungen untersagen würde.[10] Am 29. September 1270 wird schließlich der Verkauf der Gemeinde Rietenau durch Abt Volland und dem Konvent Hirsau an das Kloster Steinheim beurkundet.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Aspach

Aspach ist seit 1975 Mitglied der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Backnang.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Aspach hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
48,05 %
30,80 %
19,16 %
1,99 %
CDU/BWA
Renz
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,47 %p
+4,48 %p
-3,00 %p
+1,99 %p
CDU/BWA
Renz
FWA Freie Wählervereinigung Aspach 48,05 9 51,52 9
CDU/BWA Christlich Demokratische Union Deutschlands/Bürgerliche Wählerliste Aspach 30,80 6 26,32 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,16 3 22,16 4
Thomas Renz Einzelbewerber Thomas Renz 1,99 0
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 50,34 % 54,24 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Grün und Silber im Wellenschnitt schräglinks geteilt, das silberne Feld oben in ein schräges silbernes Espenblatt, das grüne Feld unten in eine grüne Weintraube auslaufend.“

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aspach unterhält seit 1997 partnerschaftliche Beziehungen zu Chemillé (Chemillé-en-Anjou) in der Region Pays-de-la-Loire (Département Maine-et-Loire) in Frankreich.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großaspach befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Juliana, deren Turmunterstock aus romanischer Zeit stammt und die ihre heutige Gestalt durch einen Umbau 1780 erhielt. Taufstein und Altarkreuz stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. (siehe Kirchengemeinde Großaspach) Das Alte Rathaus ist eine typische Fachwerkkonstruktion des 16. Jahrhunderts mit charakteristischem Dachreiter, die im Laufe der Zeit vielfach umgebaut wurde.

In Kleinaspach befindet sich die historische Torkelkelter, die seit 1522 in Betrieb ist. Das Keltergebäude wurde 1794 erneuert und war bis 1936 in Benutzung, heute gibt es dort lediglich noch gelegentliche Pressvorführungen. Die evangelische Pfarrkirche St. Nicolaus wurde 1468 bereits erwähnt und 1790–92 in ihrer heutigen Gestalt erbaut (siehe Kirchengemeinde Kleinaspach). In der Nähe der Kirche befindet sich ein altes Backhaus von 1844.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aspach ist Heimat der SG Sonnenhof Großaspach mit fast 850 Mitgliedern. Bekanntheit erlangte der Verein mit seinen in der 3. Liga spielenden Fußballern, die ihre Heimspiele in der Mechatronik Arena austragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Aspach wirken oder gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Berg (* 1966), Schlagersängerin. Sie wohnt in Kleinaspach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 506–508
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Aspach.
  5. "Abt Volland und der Konvent von Hirsau verkaufen mit Bewilligung des Bischofs von Speyer das Dorf Rietenau und das Patronatrecht der dortigen Kirche an das Predigerkloster Steinheim", 6. Oktober 1262, Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1681, Seite 82 [abgerufen am 24. Februar 2017]
  6. "Abt Volland von Hirsau beurkundet, das Dorf Rietenau samt aller Zugehör, insbesondere dem Patronatrecht der Kirche, kaufsweise dem Kloster Steinheim überlassen zu haben", 1262 (nicht vor dem 6. Oktober), Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1682, Seite 82-83. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 24. Februar 2017]
  7. "Der Propst der größeren Kirche, der Dekan und der Propst zu S. Wido in Speyer bezeugen, dass das Kloster Steinheim eine Mühle zu Steinheim, das Dorf Rietenau und einen Hof in Benningen von Abt Volland und Konvent in Hirsau käuflich erworben haben", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1728, Seite 129, Oktober 1263. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  8. "Bischof Heinrich von Speyer genehmigt den Verkauf des Dorfs und des Patronatrechts der Kirche zu Rietenau durch das Kloster Hirsau an das Kloster Steinheim", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1741, Seite 140-141, März 1264. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  9. "Der Prior B. des Hl. Grabes in Speyer erlässt als Stellvertreter des Propsts von St. Wido daselbst in einer Streitsache zwischen dem Kloster Steinheim und der Gemeinde Rietenau ein Kontumazialerkenntniss gegen die letztere und beauftragt den Kämmerer in Murr, das erstere in den Besitz des Beanspruchten zu setzen", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1757, Seite 154, 19. August 1264. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  10. "Propst Otto von St. Wido in Speyer gebietet dem Kämmerer in Murr, bei fortdauernder Weigerung der Gemeinde Rietenau, die von dem Kloster Hirsau an das Kloster Steinheim käuflich übergegangenen Eigentums-, Patronats- und anderen Rechte in Rietenau anzuerkennen, dieselbe feierlich zu exkommunizieren und mit dem Interdikt zu belegen", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1835, Seite 230-231, 15. Oktober 1265>. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  11. "Abt Volland und Konvent von Hirsau verkaufen dem Kloster Steinheim ihr Dorf Rietenau mit dem Patronatrecht daselbst", Württembergisches Urkundenbuch Band VII., Nr. 2171, Seite 111-112, 29. September 1270. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  12. Comité de jumelage de Chemillé-en-Anjou

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aspach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien