Oppenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oppenweiler
Oppenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oppenweiler hervorgehoben
Koordinaten: 48° 59′ N, 9° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 267 m ü. NHN
Fläche: 19,81 km2
Einwohner: 4161 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 71570, 71560
Vorwahl: 07191
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 12
71570 Oppenweiler
Webpräsenz: www.oppenweiler.de
Bürgermeister: Sascha Reber
Lage der Gemeinde Oppenweiler im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Oppenweiler (bis 1942 Reichenberg) ist eine baden-württembergische Gemeinde im Rems-Murr-Kreis, rund 25 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart an der Murr gelegen. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oppenweiler hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Der Hauptort liegt im Murrtal. Oppenweiler ist Mitgliedsgemeinde im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald sowie im Wasserverband Murrtal, dessen Aufgabe der Hochwasserschutz ist.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Oppenweiler gehören neben den nahegelegenen Ortsteilen Reichenberg, Ellenweiler, Rüflensmühle, Reichenbach, Aichelbach, Zell, Rohrbach, Schiffrain, Wilhelmsheim, Unterstaigacker auch das abgelegene Bernhalden im Lautertal. Der ehemalige Ortsteil Dauernberg, auf dem Höhenzug jenseits des Lautertals gelegen, wurde 1977 im Zuge der Gemeindereform nach Spiegelberg umgegliedert. Im 19. Jahrhundert gab es noch einen zugehörigen Einzelhof Charlottenhöhe nordwestlich auf einer Waldhöhe über dem namengebenden Ort, der aber inzwischen wüst liegt.

Der größte Ortsteil ist Aichelbach, wo sich auch Oppenweilers derzeit größtes Neubaugebiet – das Neufeld östlich der Bahnlinie – befindet.

Der Ortsteil Schiffrain mit der dort gelegenen Fachklinik Wilhelmsheim für Suchtkranke bietet dank seiner etwa 400 m hohen Lage einen schönen Ausblick auf Ort und Burg Reichenberg sowie auf die Backnanger Bucht, Winnenden, Waiblingen und Stuttgart.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Ortsnamen und der geschichtlichen Zusammenhänge nimmt man an, dass Oppenweiler und die umliegenden Orte in karolingischer Zeit entstanden sind. Die erste Erwähnung Oppenweilers datiert auf das Jahr 1114. Im 12. Jahrhundert erwarben die Markgrafen von Baden Oppenweiler aus speyrischem oder kaiserlichem Besitz. Die 1230 erbaute, die Gemeinde überragende Burg Reichenberg bestimmte als Sitz von Verwaltung und Gerichtsbarkeit jahrhundertelang auch die Geschichte Oppenweilers. Die Ortsherrschaft lag bei den 1293 erstmals in Oppenweiler nachgewiesenen Herren Sturmfeder von Oppenweiler, die zunächst in badischen, ab dem 14. Jahrhundert in württembergischen Diensten standen, nachdem Württemberg sukzessive badischen Besitz um Oppenweiler erworben hatte. Als württembergisches Lehen der zur freien Reichsritterschaft zählenden Herren Sturmfeder zählte Oppenweiler nicht direkt zum württembergischen Staat sondern zum Ritterkanton Kocher, dem die Sturmfeder angehörten.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Mediatisierung der Reichsritterschaft aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fiel Oppenweiler an Württemberg, wo es von 1806 bis 1938 zum Oberamt Backnang und von 1938 bis 1972 zum Landkreis Backnang gehörte. Seit der Kreisreform 1973 gehört die Gemeinde zum Rems-Murr-Kreis.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1938 wurde die Gemeinde Oppenweiler der größeren und älteren Gemeinde Reichenberg angegliedert. Der Bahnhofsname Oppenweiler (Württ.) wurde beibehalten, da weitere Orte namens Reichenberg über Bahnhöfe verfügten. Die Verwechslungsgefahr stieg im Herbst 1938, als das Deutsche Reich nach dem Münchner Abkommen das bis dahin tschechoslowakische Sudetenland annektierte, zu dessen Hauptstadt 1939 die Stadt Reichenberg (tschech.: Liberec) bestimmt wurde. Zur Lösung des Problems wurde auf Weisung des württembergischen NS-Reichsstatthalters Wilhelm Murr vom 29. Juni 1942 der Name der württembergischen Gemeinde Reichenberg in Oppenweiler geändert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[5] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 1710
1. Dezember 1880 ¹ 1750
1. Dezember 1890 ¹ 1674
1. Dezember 1900 ¹ 1687
1. Dezember 1910 ¹ 1834
16. Juni 1925 ¹ 1604
16. Juni 1933 ¹ 1643
17. Mai 1939 ¹ 1832
13. September 1950 ¹ 2486
6. Juni 1961 ¹ 3056
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 3487
31. Dezember 1980 3518
25. Mai 1987 ¹ 3720
31. Dezember 1990 3832
31. Dezember 1995 4021
31. Dezember 2000 4196
31. Dezember 2005 4310
31. Dezember 2010 4103
31. Dezember 2015 4161

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jakobus-Kirche in Oppenweiler wurde erstmals 1468 erwähnt, sie gehörte der Sturmfederschen Familie. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Ort im Zuge der Reformation in Württemberg evangelisch-lutherisch, während die Herren Sturmfeder dem päpstlichen Glauben treu blieben. So gab es bis in das 19. Jahrhundert hinein religiöse Auseinandersetzungen. Bis 1806 fanden katholische Gottesdienste nur im privaten Rahmen in der Sturmfeder’schen Schlosskapelle statt. Die Katholiken bildeten eine Minderheit. Den 1867 über 1500 Protestanten in den Gemeinden Reichenberg und Oppenweiler standen nur gut 100[6] Katholiken gegenüber. Dies änderte sich durch Ankunft von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus dem einstigen Österreich-Ungarn stammen.

Heute bestehen in Oppenweiler je ein Pfarramt der evangelischen, der römisch-katholischen, der neuapostolischen und der evangelisch-methodistischen Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948 bis 1978: Karl Julius Zehender
  • 1978 bis Februar 2010: Bernd Brischke
  • März 2010 bis Juni 2014: Steffen Jäger
  • Ab 1. Juli 2014: Sascha Reber

Am 6. Dezember 2009 wurde Steffen Jäger ohne Gegenkandidaten mit rund 98 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von rund 48 % zum Bürgermeister gewählt. Nachdem Jäger ankündigte, Mitte 2014 als Beigeordneter zum Gemeindetag Baden-Württemberg in Stuttgart zu wechseln, wurde am 30. März 2014 Sascha Reber mit 86 % der Stimmen bei 58 % Wahlbeteiligung und fünf Gegenkandidaten gewählt.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oppenweiler hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,14 % (2009: 58,87 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Gemeindeliste Oppenweiler (FGO)  8 Sitze  (55,69 %)  (2009: 7 Sitze, 52,91 %)
Freie Wählervereinigung Oppenweiler (FWV) 6 Sitze (44,31 %)   (2009: 7 Sitze, 47,09 %)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Oppenweiler entspricht, aufgrund der geschichtlichen Verbundenheit, dem von Baden, d. h. gelbes Schild mit rotem Schrägrechtsbalken, aber zusätzlich mit drei Streitäxten, das Zeichen derer von Sturmfeder.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dornburg/Saale. Diese Gemeinde stiftete Pfauen, die wie in Dornburg freilaufend im Schlosspark gehalten werden sollten. Da Pfauen mehrmals auf umliegende Straßen und Hausdächer gelangten, wurden sie in einer Voliere im Schlosspark untergebracht. Nach dem natürlichen Tod des ursprünglichen Paares wurden im Sommer 2009 Nachfolger eingebracht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das achteckige Rathaus ist das ehemalige Wasserschloss Oppenweiler, es steht auf der Insel des Sees im Schlosspark
  • Überragt wird Oppenweiler (und das Murrtal) von der Burg Reichenberg.
  • Auf einer künstlichen Insel im Schlosssee wurde 1782 von den Freiherren von Sturmfeder das achteckige Wasserschloss Oppenweiler erbaut. Das Gebäude wurde im Zuge der Gemeindefusion 1939 samt dem Schlossgarten erworben und dient seither als Rathaus.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schlosspark wurde vom selben Gartengestalter geplant wie der Englische Garten in München, dem Schwetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Friedenslinde am südlichen Ortseingang erinnert samt einem Gedenkstein an den Frankreichfeldzug von 1870/71. Ein weiteres Denkmal war „Buch-Eich“, zwei zusammengewachsene Bäume an der Hohen Straße, die vor Jahrzehnten durch einen Blitzeinschlag gefällt und anschließend durch angepflanzte Bäume ersetzt wurden.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TV Oppenweiler konzentriert sich auf Handball und Turnen. Auf die Einrichtung einer Fußballabteilung wurde verzichtet, der Sportplatz in der Ortsmitte nur für Feldhandball genutzt. Zur Ergänzung wurde in den 1970er Jahren die SG Oppenweiler-Strümpfelbach gegründet, die seit den 1980er Jahren auch Tennis anbietet. Der Verein nutzt die in den 1970er Jahren eingerichteten Sportstätten im Rohrbachtal, die TVO-Handballer sind in der 1985 durch einen Neubau ersetzten Gemeindehalle aktiv.

Das Mineralfreibad Oppenweiler ist idyllisch im Rohrbachtal gelegen, mit Blick zur Burg Reichenberg. Es wurde ursprünglich in den 1950er Jahren mit Hilfe von Pionieren der US-Armee angelegt, um die vorhandenen Mineralquellen zu nutzen. In den 1980er Jahren wurde das Bad modernisiert. Es bietet mehrere Schwimmbecken und Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel einen Beachvolleyballplatz und eine Minigolfanlage. Das Anfang des 20. Jahrhunderts an der Murr errichtete Badehaus musste noch vor dem Ersten Weltkrieg aufgrund der Wasserverschmutzung durch eine Murrhardter Gerberei geschlossen werden.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schlosshof beim Rathaus befindet sich ein alter Gewölbekeller. In diesem sogenannten Rentamtskeller finden jährlich zahlreiche Veranstaltungen wie Kabarett, Comedy-Shows oder Solo-Konzerte statt. Zudem veranstalten Vereine diverse Feste. Seit einigen Jahren kann die Burg an einigen Sonntagen im Sommer besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsanbindung von Oppenweiler sind geprägt durch die Lage des Ortes im unterhalb von Reichenberg relativ engen Murrtal, das die Hauptverkehrsrichtungen vorgibt. Parallel zum Fluss verläuft sowohl die Eisenbahnlinie als auch die Bundesstraße 14 sowie die Kreisstraße 1897 nach Backnang-Steinbach, die am südlichen Ortsende von der B 14 abzweigt. Bei Bernhalden, einer zur Gemeinde Oppenweiler gehörenden Mühle die abgelegen von den anderen Ortsteilen im Lautertal liegt, mündet die Landesstraße 1117 in die Landesstraße 1066.

Die nächstgelegenen Flughäfen befinden sich in Stuttgart (etwa 45 km) und Frankfurt am Main (etwa 160 km). Außerdem fahren verschiedene Buslinien des VVS durch Oppenweiler nach Mainhardt, Neuhütten, Murrhardt, Gaildorf und Backnang. Der Stromberg-Murrtal-Weg führt durch den Ort, auch der Limes-Mühlenwanderweg und die Weinorte des Rems- und Bottwartales sind rasch erreichbar.

B 14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 14 (StockachWaidhaus) führt direkt durch den Ortskern. Durch das hohe Verkehrsaufkommen von ca. 20.000 Fahrzeugen am Tag, dokumentiert a.u. durch die permanente Zählstelle[8] bei Strümpfelbach, werden die dort verblieben Anlieger stark belastet. Die einstige Trasse der Commerzialstraße über den Staigacker und durch den Unteren Reichenberg wurde durch einen Ausbau 1846–1848 durch die heutige Linienführung abgelöst: am Schloss Katharinenhof vorbei sowie vom Ortskern geradeaus Richtung Rüflensmühle. Seit 1932 wird der Bau einer Umgehungsstraße diskutiert, jedoch wurde 1938 kurzerhand die Verbreiterung der engen Ortsdurchfahrt angeordnet. Dem Ausbau zur Reichsstraße mussten zehn Häuser weichen, die Ersatzgebäude wurden um mehrere Meter nach hinten versetzt errichtet. Die weiterhin enge S-Kurve in der Ortsmitte beim Gasthaus „Einhorn“ wurde Ende der 1960er zugunsten von beidseitigen Gehwegen verbreitert, wobei die alte katholische Kirche abgerissen wurde; die neue Kirche St. Stephanus wurde am Rand des Neubaugebietes angesiedelt. Ein in den 1980er Jahren errichtetes Bankgebäude ragt aufgrund eines Planfehlers weiter in die Straße hinein als es die Kirche dort tat. Die letzte Engstelle stellte das Gasthaus „Löwen“ an der Hauptstraße dar, welches Ende 1999 abbrannte. Mitte der 1980er Jahre wurden Trassenvarianten für eine B14-Umgehungsstraße vorgestellt; die Ansicht einer Brücke über das Rohrbachtal im Westen wurde schwarz ausgemalt, die favorisierte Variante in Form einer Verlegung der Ortsdurchfahrt an die Bahnlinie dagegen durch idyllische Skizzierung geschönt. Zu einer Umsetzung kam es, nicht zuletzt bedingt durch die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit, bisher nicht. Umbaumaßnahmen beschränkten sich auf die Ersetzung einer Ampel durch eine Fußgängerunterführung sowie das Anlegen von Linksabbiegerspuren in den Unteren Reichenberg und in die Bahnhofstraße. Vom Unteren Staigacker bis zum Unteren Reichenberg sind derzeit sechs Lichtzeichenanlagen in Betrieb.

Die Umfahrung von Oppenweiler ist im Bundesverkehrswegeplan 2003 unter „Vordringlicher Bedarf – Neue Vorhaben“ als lfd. Nr. 82 mit Kosten von 23,2 Mio. € für 2,6 km (zweispurig ohne Randstreifen) verzeichnet. Im Rahmen der Amtseinsetzung von Bürgermeister Jäger hatte Landrat Fuchs den Fortgang des Planfeststellungsverfahrens für September 2010 angekündigt. Das Nordende der Umfahrung soll auf dem Damm des vom Wasserverband Murrtal geplanten Hochwasserrückhaltebeckens zwischen der Rüflensmühle und Reichenbach verlaufen. Von der Verknüpfung beider Vorhaben verspricht man sich Einsparungen sowie eine schnellere Realisierung der Ortsumfahrung.

Alter Bahnhof Oppenweiler

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der am 11. April 1878 eröffneten und Mitte der 1990er Jahre elektrifizierten einspurigen Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental verkehren RegionalExpress-Züge der Linie StuttgartNürnberg. In Backnang, das mit dem Zug sechs Minuten entfernt ist, besteht Anschluss an die S-Bahn Stuttgart. Das Bahnhofsgebäude wurde nach der Stilllegung von der Gemeinde Oppenweiler erworben und renoviert. Es beherbergt Wohnräume sowie die öffentliche Bücherei, die von der Katholischen Kirchengemeinde betrieben wird.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ContiTech Kühner GmbH & Co. KG, Hersteller von Kältemittelleitungen für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie
  • Matrix Vision GmbH, Hersteller von digitalen Bildverarbeitungsgeräten
  • MBO Maschinenbau Binder GmbH & Co. KG, Falztechnologie
  • Murrplastik Produktionstechnik und Systemtechnik GmbH, unter anderem Kunststofffertigung für den Maschinen- und Anlagenbau
  • Murrelektronik GmbH, Hersteller von Elektronik für die industrielle Automatisierung

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde betreibt mit der Murrtalschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule nahe der B 14. Zusätzlich unterstützt die Gemeinde Oppenweiler die Realschule in Sulzbach, sowie berufliche und allgemeine Gymnasien in Backnang. Für die jüngsten Einwohner bestehen zwei gemeindliche und ein evangelischer Kindergarten.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Allgemeine Hospitalgesellschaft betreibt in Oppenweiler die AHG-Klinik Wilhelmsheim für die Behandlung von Suchtkranken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Wasserverband Murrtal auf www.murrhardt.de
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Oppenweiler.
  5. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  6. Oberamt Backnang#Einwohnerzahlen 1867
  7. Endergebnis der Bürgermeisterwahl. Gemeinde Oppenweiler, abgerufen am 31. März 2014 (PDF, deutsch).
  8. Automatische Straßenverkehrszählungen in Baden-Württemberg, Zählstelle „B 14 7022 1100 Strümpfelbach“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Julius Zehender: Heimatbuch Oppenweiler, Hrsg. Gemeinde Oppenweiler, Oppenweiler 1992 (Zehender war bis 1978 Bürgermeister)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oppenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Topographischer Atlas des Königreichs Württemberg – Blatt 10 Löwenstein – von 1843 (6,0 MByte) — mit Oppenweiler und dem noch bestehenden Charlottenhof