Kollektivsingular

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Kollektivsingular bezeichnet einen Sammelbegriff, der in der grammatischen Einzahl (Singular) steht, obwohl es dafür auch eine Mehrzahl (Plural) gibt.[1]

Der Kollektivsingular ist die grammatische Lieblingsfigur des Vorurteils.[2] Er wird oft verwendet, um den eigenen Aussagen mehr Gewicht zu verleihen und sich eine ordentliche Beweisführung zu ersparen.[3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Mensch lebt nicht von Brot allein.
  • Er hat schönes Haar.
  • Ewig lockt das Weib.
  • Die Geschichte aller Geschichten.

Beispiele für Kollektiva ohne Kollektivsingular[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn es für einen Sammelbegriff keine Mehrzahl für den Ausgangsbegriff gibt, dann ist auch kein Kollektivsingular möglich; Es handelt sich dann um einen Kollektivplural. Beispiele:

  • Vernunft
  • Obst
  • Laub

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Metaphysik und Kritik. Festschrift für Baum, Manfred zum 65. Geburtstag: Festschrift Fuer Manfred Baum Zum 65 Geburtstag, herausgegeben von Sabine Doyé, Marion Heinz, Udo Rameil; Verlag: Gruyter, 2004. ISBN 978-3110174458. S. 187
  2. Wolfgang Hadamitzky: Begriffe, Theorien, Ideologien, De Gruyter, 2010. S. 196
  3. Ulrike Spree: Das Streben nach Wissen Eine vergleichende Gattungsgeschichte der populären Enzyklopädie in Deutschland und Großbritannien im 19. Jahrhundert, Verlag Walter de Gruyter, 2000. S. 239