Kreis Lindenfels

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Hessen im 19. Jahrhundert

Der Kreis Lindenfels war bis 1. Juli 1874 ein Landkreis im Großherzogtum Hessen in der Provinz Starkenburg. Er bestand vom 12. Mai 1852 bis zum 1. Juli 1874.[1] Kreisstadt war Lindenfels.

Einordnung des Kreises in das Großherzogtum Hessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit den Kreisen Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim, Neustadt, Offenbach und Wimpfen bildete der Kreis Lindenfels die Provinz Starkenburg, die wiederum zusammen mit den Provinzen Oberhessen und Rheinhessen das Großherzogtum Hessen darstellten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Verkündigung der Verfassung des Großherzogtums Hessen am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Amtsvogteien wurden nun Landratsbezirke eingesetzt. Dies waren die Vorläufer der Kreise. Im Bereich des heutigen Landkreises Bergstraße wurden die Landratsbezirke Heppenheim, Bensheim, Lindenfels und Hirschhorn gebildet.

Der Kreis Lindenfels wurde am 20. August 1832 aus den Landratsbezirken Hirschhorn und Lindenfels gegründet.
Bereits am 21. September 1832 wird er in Kreis Heppenheim umbenannt. Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch die Kreise, nicht mehr Landratsbezirke, Bensheim und Lindenfels geben. Heppenheim war zur Eingliederung in den Kreis Bensheim vorgesehen, sein Landratsbezirk sollte im Wesentlichen an den Kreis Lindenfels fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet, die Stadt Heppenheim mithin nicht in den Kreis Bensheim eingegliedert wurde.

Infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.[2] Darüber hinaus wurden in den Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch „Regierungsbezirke“ ersetzt, wobei die bisherigen Kreise Bensheim und Heppenheim zum Regierungsbezirk Heppenheim vereinigt wurden. Bereits vier Jahre später, im Laufe der Reaktionsära, kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück.

Am 12. Mai 1852 wurde der Kreis Lindenfels aus den Landgerichtsbezirken Fürth und Hirschhorn sowie Teilen des Landgerichtsbezirkes Michelstadt (Großhumpen, Kleingumpen, Oberkleingumpen, Kirchbeerfurth, Bockenrod, Obergersprenz, Untergersprenz, Niederkainsbach, Oberkainsbach, Oberostern, Unterostern, Reichelsheim, Frohnhofen, Eberbach, Rohrbach, Erzbachm Winterkasten und Laudenau) neu gegründet.[3]

1852 hatte der Kreis 22.758 Einwohner.[4]

Am 1. August 1865 wurden die Städte Hirschhorn und Neckarsteinach sowie die Gemeinden Darsberg, Grein, Langenthal und Neckarhausen aus dem Landkreis Lindenfels in den Landkreis Heppenheim umgegliedert.[5][6]

Im Zuge der am 1. Juli 1874 im Großherzogtum Hessen vorgenommenen Kreisreform wurde der Kreis Lindenfels aufgelöst und auf die Nachbarkreise aufgeteilt:[7]

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kreis Lindenfels gehörten die folgenden Gemeinden:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GenWiki Kreis Lindenfels
  2. Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: Großherzog von Hessen (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237–241 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 42,9 MB]).
  3. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1852. Nr. 30. (reader.digitale-sammlungen.de)
  4. Philipp A. F. Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. 1854, abgerufen am 22. Juli 2009.
  5. Zukünftige Zusammensetzung der Kreise Heppenheim und Lindenfels. In: Großherzoglich-Hessisches Regierungsblatt 1865. Nr. 31, S. 590 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).
  6. Inkrafttreten der Gebietsänderung 1865. In: Großherzoglich-Hessisches Regierungsblatt 1865. Nr. 31, S. 594 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).
  7. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. Nr. 28. Darmstadt 12. Juni 1874, S. 247 (digital.staatsbibliothek-berlin.de).