Rimbach (Odenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rimbach
Rimbach (Odenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rimbach hervorgehoben
49.6239583333338.7603472222222174Koordinaten: 49° 37′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Höhe: 174 m ü. NHN
Fläche: 23,16 km²
Einwohner: 8478 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 366 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64668
Vorwahl: 06253
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 019
Gemeindegliederung: Kerngemeinde, 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
64668 Rimbach
Webpräsenz: www.rimbach-odw.de
Bürgermeister: Holger Schmitt (PuB)
Lage der Gemeinde Rimbach im Kreis Bergstraße
Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Rimbach ist eine Gemeinde des Kreises Bergstraße im Süden von Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Odenwald etwa 30 km nordöstlich von Mannheim und rund 35 km nördlich von Heidelberg. Sie befindet sich an der B 38 und wird von der Weschnitz durchflossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rimbach grenzt im Norden an die Gemeinde Fürth, im Osten an die Gemeinde Grasellenbach, im Südosten an die Gemeinde Wald-Michelbach, im Süden an die Gemeinde Mörlenbach sowie im Westen an die Stadt Heppenheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nach der Hauptsatzung wurden für die Ortsteile Albersbach (einschließlich der Gehöftgruppe Helmsberg), Lauten-Weschnitz, Mitlechtern und Zotzenbach Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet, nicht hingegen für Rimbach-Mitte und den in der Gemarkung Rimbach gelegenen Weiler Münschbach.[2]

Klima[Bearbeiten]

Durch die nahe Lage zur Bergstraße herrscht in Rimbach ein mildes Klima, das häufig in einer für Deutschland frühen Mandelbaumblüte sichtbar wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Von den Anfängen bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Rimbach geht wohl auf eine fränkische Siedlung zurück, die im Zuge der fränkischen Landnahme ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. entstand. Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung von Rimbach erfolgte 795 und steht im Zusammenhang mit der Schenkung der Mark Heppenheim durch Karl den Großen an das Reichskloster Lorsch. Die Mark Heppenheim umschloss den größten Teil des heutigen Kreises Bergstraße und große Teile des Odenwaldkreises. Im Zusammenhang mit dieser Schenkung entwickelten sich Grenzstreitigkeiten zwischen dem Kloster Lorsch und dem Bistum Worms, die 795 zur Einberufung eines Schiedsgerichtes auf dem Kahlberg bei Weschnitz führten, einer alten Versammlungs- und Gerichtsstätte unweit der heutigen Walburgiskapelle. Als Ergebnis dieses Schiedsgerichtes wurde eine neue Grenzbeschreibung festgelegt, die nun auch die wichtigsten Orte innerhalb der Grenzen der Mark Heppenheim benannte, nämlich Furte (Fürth), Rintbach (Rimbach), Morlenbach (Mörlenbach), Birkenowa (Birkenau), Winenheim (Weinheim), Heppenheim, Besinsheim (Bensheim), Urbach (Auerbach), Lauresham (Lorsch) und Bisestat (Bürstadt).[3]

Eine weiter frühe Erwähnung findet sich ebenfalls im Lorscher Codex, einem Besitzverzeichnis des Klosters Lorsch, als 877 ein Liuthar von Hausen die villa Rinthbach dem Kloster schenkte und als Lehen wieder empfing. Gefördert durch viele weitere Schenkungen gehörte das Kloster im 9.–12. Jahrhundert zu den größten und mächtigsten Benediktinerabteien Deutschlands. Der Blütezeit des Klosters Lorsch folgte im 11. und 12. Jahrhundert sein Niedergang. Während des Investiturstreits − von 1076 (Reichstag in Worms) bis 1122 (Wormser Konkordat) − mussten viele Besitzungen an den Adel abgegeben werden. Im späten 12. Jahrhundert wurde mit der Aufzeichnung der alten Besitzurkunden versucht, die Verwaltung zu reorganisieren (Lorscher Codex). Dennoch unterstellte 1232 Kaiser Friedrich II. die Reichsabtei Lorsch dem Erzbistum Mainz und seinem Bischof Siegfried III. von Eppstein zur Reform. Zu diesem Zeitpunkt befand sie das Gebiet des späteren Amtes Schönberg, zu dem später auch Rimbach gehörte, im Besitz der Pfalzgrafen.[4] Allerdings belehnte im Jahre 1409 noch der Erzbischof Johann von Mainz den Schenk Konrad von Erbach noch mit dem Haus und Burgstadel von Rimbach. Alle anderen Lehensurkunden an die Schenken von Erbach wurden allerdings durch die Pfalzgrafen ausgestellt. So genehmigte 1385 der Pfalzgraf Ruprecht dem Schenk Eberhard von Erbach die Verpfändung der Dörfer Rimbach und Zotzenbach an Hanemann von Sickingen, Vogt zu Lindenfels und Hennel von Mosbach, Vogt zu Heidelberg.[5].

Das Dorf entstand als geschlossenes Haufendorf bei einseitiger Tallage[5] Die Hohe Gerichtsbarkeit über den Ort wurde durch die Zent Heppenheim ausgeübt, deren oberster Richter der 1267 erstmals erwähnte Burggraf auf der Starkenburg (über Heppenheim) war. Die Niedere Gerichtsbarkeit lag beim Vogteigericht, dessen Bezirk neben Rimbach auch Lützel-Rimbach, Ober- und Unter-Mengelbach, Mossbach und Zotzenbach umfasste.[5] Das Niedergericht besaßen die Schenken von Erbach bereits in den ältesten Urkunden als pfälzisches Lehen. [6] Durch die Freiheiten des Reichsklosters Lorsch waren die Klostervögte Verwalter und Gerichtsherren innerhalb des Klosterbesitzes. Dieses Amt kam bereits um 1165 in den Besitz der Pfalzgrafen. Wirtschaftlich war der Ort in bis ins 18. Jahrhundert von der Dreifelderwirtschaft der Gutsherren und der Dorfgenossenschaft geprägt. Angebaut wurden Roggen, Dinkel, Hafer, Sommergerste, Hirse und andere Feldfrüchte.

Aus dem Mittelalter sind eine Reihe weiterer Grundherren überliefert. So traten die Adelsgeschlechter Betzer von Rimbach, Rauch von Rimbach, Jude vom Stein, Beyer von Boppard und die Herren von Rodenstein als Lehensträger der Grafen von Erbach oder der Pfalzgrafen auf.[6][5] Die Grafschaft Erbach, gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis und die Schenken zu Erbach, wurden 1532 in den Reichsgrafenstand erhoben. Während der erbachischen Herrschaft über Rimbach war der Ort dem Amt Schönberg zugeordnet. Den Zehnten in Rimbach stand zur Hälfte der Pfarrei Rimbach und zur Hälfte den Herrn von Dalberg zu, die dafür das Langhaus der Kirche zu unterhalten hatten.[6]

Im 16. Jahrhundert hielt die Reformation auch im Odenwald Einzug. Bis 1544 hatten die Grafen von Erbach für ihre Grafschaft das lutheranische Glaubensbekenntnis eingeführt, und auch die pfälzischen Herrscher sympathisierten offen mit dem lutherischen Glauben aber erst unter Ottheinrich (Kurfürst von 1556 bis 1559) erfolgte der offizielle Übergang zur lutherischen Lehre. Die Untertanen hatten ihren Herrschern damals auch in Glaubensfragen zu folgen. Kirchlich gehörte die Pfarrei Rimbach vor der Reformation zum „Weinheimer Landkapitel“ des Bistums Worms. Das Patronat hatten die Erbacher Grafen aus der Linie Erbach-Fürstenau inne, die es als pfälzisches Lehen besaßen. Das Kirchspiel bestand neben Rimbach aus den Orten Lützel-Rimbach, Münchbach, Zotzenbach, Obermengelbach und zwei Höfen in Untermengelbach. Vor 1516 gehörten auch die für pfälzischen Anteil an Reichenbach eingetauschten Orte Mittelshausen, Scheuerberg, Mitlechtern, Knoden, Schannenbach, Ober-Laudenbach und Scharbach, sowie das mit den Ullnern von Dieburg getauschte Igelsbach zum Kirchspiel.[6]

1618 begann der Dreißigjährige Krieg, unter dem spätestens 1622 auch das Amt Schönberg zu leiden hatte, als ligistische Truppen es mehrfach überfielen und ausplünderten. Mitte der 1630er Jahre folgte mit dem Schwedisch-Französischen Krieg das blutigste Kapitel des Dreißigjährigen Krieges. Aus der Region berichteten die Chronisten aus jener Zeit: „Pest und Hunger wüten im Land und dezimieren die Bevölkerung, sodass die Dörfer öfters völlig leer stehen“. Als im Jahre 1648 Friede geschlossen wurde, war die Bevölkerung in der Region auf ein Viertel geschrumpft, etliche Dörfer waren über Jahre menschenleer. Nach kurzer Friedenszeit folgten die französischen Reunionskriege, die für die Region neue Heimsuchungen brachten. Im Herbst 1696 wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg das Schloss Schönberg überfallen. Erst mit dem Frieden von Rijswijk, 1697, zogen sich die Franzosen hinter den Rhein zurück.[7]

Anfang des 18. Jahrhunderts wurden in den Orten Rimbach, Lützelrimbach und Münschbach zusammen 34 Centmänner und 5 Beisassen gezählt.[6] Die Landwirtschaft wurde um den Anbau von Hülsenfrüchten wie Luzernen oder Esparsetten, aber auch Kartoffeln bereichert. Der Kartoffelanbau ist in Zotzenbach etwa bereits für 1769 belegt. Im Jahr 1717 kam es zur Teilung des Erbacher Grafenhauses und Schloss Schönberg wurde Sitz der jüngeren Linie Erbach-Schönberg unter Graf Georg August von Erbach-Schönberg. Dieser erhielt die Ämter Schönberg und König und der Hälfte der Herrschaft Breuberg. Die Linie Erbach-Schönberg machte die Burg zu ihrem Wohnsitz, wodurch sie ihren heutigen Schlosscharakter erhielt.

Vom 19. Jahrhundert bis Heute[Bearbeiten]

Rimbach wird Hessisch[Bearbeiten]

Das ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert brachte Europa weitreichende Änderungen. Infolge der Napoleonischen Kriege wurde das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 neu geordnet. Dieses letzte Gesetzeswerk des alten Reiches setzte Bestimmungen des Friedens von Luneville um und leitete das Ende des alten Reiches ein. Unter Druck Napoléons gründete sich 1806 der Rheinbund, dies geschah mit dem gleichzeitigen Reichsaustritt der Mitgliedsterritorien. Dies führte am 6. August 1806 zur Niederlegung der Reichskrone, womit das alte Reich aufhörte zu bestehen. Am 14. August 1806 erhob Napoleon die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, gegen den Beitritt zum Rheinbund und Stellung hoher Militärkontingente an Frankreich, zum Großherzogtum, andernfalls drohte er mit Invasion. Durch die Rheinbundakte wurde die Grafschaft Erbach mediatisiert und zum größten Teil in das neu gegründete Großherzogtum Hessen eingegliedert, dazu gehörte auch das „Amt Schönberg“. Das Amt blieb vorerst als standesherrschaftliches Amt erhalten.

Bereits am 9. Dezember 1803 wurde durch eine Ausführungsverordnung das Gerichtswesen in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt neu organisiert. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfalle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Damit hatten die Zente und die mit ihnen verbunden Zentgerichte endgültig ihre Funktion eingebüßt. Die Bestimmungen galten auch im 1806 gegründeten Großherzogtum Hessen.

Nach der endgültigen Niederlage Napoléons regelte der Wiener Kongress 1814/15 auch die territorialen Verhältnisse für Hessen und die Zugehörigkeit der Grafschaft Erbach zum „Fürstentum Starkenburg“ des Großherzogtums Hessen bestätigt. Daraufhin wurden 1816 im Großherzogtum Provinzen gebildet und dabei das vorher als „Fürstentum Starkenburg“ bezeichnete Gebiet in „Provinz Starkenburg“ umbenannt. Im Jahr 1814 wurde die Leibeigenschaft im Großherzogtum aufgehoben und es erhielt mit der am 17. Dezember 1820 eingeführten Verfassung des Großherzogtums Hessen eine konstitutionelle Monarchie, in der der Großherzog aber noch große Machtbefugnisse hatte. Die noch bestehenden standesherrlichen Rechte wie Niedere Gerichtsbarkeit, Zehnten, Grundzinsen und andere Gefälle blieben aber teilweise noch bis 1848 bestehen.

1821/22 wurden im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform die Amtsvogteien in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen des Großherzogtums aufgelöst und Landratsbezirke eingeführt, wobei 1822 das Amt Schönberg dem Landratsbezirk Lindenfels zugeteilt wurde. Im Rahmen dieser Reform wurden auch Landgerichte geschaffen, die jetzt unabhängig von der Verwaltung waren. Die Landgerichtsbezirke entsprachen in ihrem Umfang den Landratsbezirken und für den Landratsbezirk Lindenfels war das Landgericht Fürth als Gericht erster Instanz zuständig. Für das Amt Schönberg wurde die Niedere Gerichtsbarkeit im Namen der Standesherren durch den Landrat ausgeübt. Erst 1826 gingen alle Funktionen des ehemaligen standesherrschaftlichen Amts Schönberg an die Landesinstitutionen über.[8] Diese Reform ordnete auch die Administrative Verwaltung auf Gemeindeebene. So war die Bürgermeisterei in Rimbach auch für Litzelrimbach (Siedlung in der Gemarkung Rimbach) und Mönsbach (heute als Münschbach ein Weiler in der Gemarkung von Rimbach) zuständig. Entsprechend der Gemeindeverordnung vom 30. Juni 1821 gab es keine Einsetzungen von Schultheißen mehr sondern einen gewählten Ortsvorstand, der sich aus Bürgermeister, Beigeordneten und Gemeinderat zusammensetzte.[9]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Rimbach:

»Rimbach (L. Bez. Lindenfels) luth. Pfarrdorf; liegt an der Weschnitz 1½ St. von Lindenfels und 1 1/4 St. von Fürth und gehört dem Grafen von Erbach-Schönberg. Der Ort hat 129 Häuser und 1229 Einw., die bis auf 55 Kath., 23 Reform. und 129 Juden lutherisch sind. Unter diesen sind 15 Bauern, 99, die bürgerliche Gewerbe treiben und 75 Taglöhner. Man findet 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist, 1 Schneidemühle und zwei Ziegelhütten. Jährlich werden 8 Viehmärkte gehalten. Die Kirche, 1590 erbaut, liegt sehr freundlich, und ist von hohen Pappeln umgeben. – Durch Schenkung kam der Ort 773 an das Kloster Lorsch. Mainz gab 1409 sein „Haus und Burgstadel“ in Rimbach dem Schenk Conrad von Erbach zu Lehen. Aber in der Folge wurde Erbach mit dem ganzen Dorfe immer von der Pfalz belehnt. Den 30. Mai 1622 wurde das Dorf von den Spaniern in Brand gesteckt. Unter Hess. Hoheit kam Rimbach 1806.«[10]

1832 wurden die Verwaltungseinheiten weiter vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch die Kreise Bensheim und Lindenfels geben; der Landratsbezirk von Heppenheim sollte in den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim, der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet wurde, zu dem jetzt Rimbach gehörte.

1835 praktiziert der erste Arzt mit akademischer Ausbildung in Rimbach und in den Jahren erfolgte der Bau einer Synagoge durch die jüdische Gemeinde die 1846 auch einen Friedhof erhielt. Im Großherzogtum Hessen wurde 1842 das Steuersystem reformiert und der Zehnte und die Grundrenten (Einnahmen aus Grundbesitz) wurden durch ein Steuersystem ersetzt, wie es in den Grundzügen heute noch existiert.

Im Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten von 1845 finden sich folgender Eintrag:

»Rimbach bei Lindenfels. — Marktflecken mit luther. Pfarrkirche, hinsichtlich der Katholischen zur Pfarrei Mörlenbach gehörig. — 129 H. 1229 (meistens evangel.) Einw. — Großherzogthum Hessen. — Provinz Starkenburg. — Kreis Heppenheim. — Landgericht Fürth. — Hofgericht Darmstadt. — Der Marktflecken Rimbach, an der Weschnitz gelegen, gehört zur Standesherrschaft des Grafen von Erbach-Schönberg und hat 2 Mahlmühlen mit 1 Oelmühle, 1 Schneidemühle und 2 Ziegelhütten. Die Kirche hat eine freundliche Lage und ist von hohen Pappeln umgeben. Die Einwohner, unter denen gegen 130 Juden sich befinden, treiben theils Oekonomie, theils ürgerliche Gewerbe; mehrere leben auch blos vom Taglohn. Der Ort hat 8 Viehmärkte. — Zu dem Großherzogthum Hessen gehört Rimbach erst seit dem J. 1806.«[11]

Die Jahre 1846/49 waren von sozialen Unruhen geprägt, viele Rimbacher nahmen an der Volksversammlung in Ober-Laudenbach teil, aus der sich das sogenannte Ober-Laudenbacher Gefecht entwickelte. Am 24. Mai 1849 trafen sich in Ober-Laudenbach mehr als 4000 Bauern aus dem Odenwald. Sie hielten eine Volksversammlung ab, in der sie für ihre verfassungsmäßigen Rechte eintraten. Die Versammlung endete blutig, als ihnen 600 bis 700 hessische Soldaten unter Regierungskommissär Christian Prinz entgegentraten. Prinz erklärte die Volksversammlung für ungesetzlich und forderte deren Auflösung. Was genau die Gewalttätigkeiten auslöste wurde nie geklärt, das Ergebnis war ein Gefecht mit mehreren Toten darunter Christian Prinz und der Gefangennahme von 107 Männern durch das Militär. 15 der Versammlungsteilnehmer wurden 1851 zu teilweise langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.[12]

Infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.[13] Darüber hinaus wurden in den Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch „Regierungsbezirke“ ersetzt, wobei die bisherigen Kreise Bensheim und Heppenheim zum Regierungsbezirk Heppenheim vereinigt wurden. Bereits vier Jahre später, im Laufe der Reaktionsära, kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück und Rimbach wurde Teil des neu geschaffenen Kreises Lindenfels.[14]

Die im Dezember 1852 aufgenommenen Bevölkerungs- und Katasterlisten[15] ergaben für Rimbach[16]: Marktflecken mit 1958 Einwohnern. Dazu gehören der Hof im Hopper, die Neumühle (Weschnitzmühle) und zwei Ziegelhütten. Die Gemarkung besteht aus 4274 Morgen, davon 2455 Morgen Ackerland, 638 Morgen Wiesen und 1037 Morgen Wald.

In den Statistiken des Großherzogtums Hessen werden, bezogen auf Dezember 1867, für den Marktflecken Rimbach mit eigener Bürgermeisterei, 183 Häuser, 1553 Einwohnern, der Kreis Lindenfels, das Landgericht Fürth, die evangelische Pfarrei Rimbach mit dem Dekanat in Lindenfels und die katholische Pfarrei Mörlenbach des Dekanats Heppenheim, angegeben. Die Bürgermeisterei ist auch für die Weiler Helmsberg (2 Häuser, 9 Einw.), Münchbach (8 Häuser, 67 Einw.), Steckerts(berg) (3 Häuser, 18 Einw.) und Lützel-Rimbach (3 Häuser, 13 Einw.), die Höfe Gertelsklinger (1 Haus, 7 Einw.), Bückerts (1 Haus, 9 Einw.) und Hopper (1 Haus, 13 Einw.) und Steinertswiese (1 Haus, 4 Einw.), sowie die Ziegelhütte (2 Häuser, 10 Einw.) zuständig. Alle Siedlungsplätze liegen in der Gemarkung Rimbach. Das zuständige Steuerkommissariat war Zwingenberg der Destriktseinnehmerei Birkenau und Obereinnehmerei Bensheim. Die Dominalienverwaltung bestand aus dem Rentamt Lindenfels, dem Forstamt Wald-Michelbach mit der Oberförsterei Rimbach.[17]

Rimbach entwickelte sich in dieser Zeit zum größten Markt im Weschnitztal, so wurden 1845 12 Vieh- und 4 Jahrmärkte abgehalten. Die Verkehrsanbindung verbesserte sich durch den Ausbau der Weschnitztalstraße zur Provinzialstraße (1840–43) zwischen Fürth nach Weinheim.[18] Eine weitere Verbesserung wurde durch die Eröffnung der Main-Neckar-Bahn 1846 erreicht, die Bensheim zunächst mit Langen, Darmstadt und Heppenheim verband und wenig später bis Frankfurt und Mannheim reichte.[19] 1869 wurde dann Bensheim durch die Nibelungenbahn über Bürstadt und Lorsch an die Riedbahn nach Worms angeschlossen. Wegen des schwierigen Berggeländes am Rande des Odenwaldes wurde die angestrebte West-Ost-Verbindung in den Odenwald hinein nach langen Diskussionen durch das relativ flache Weschnitztal geführt. Mit dem Bau der Weschnitztalbahn von Weinheim über Rimbach bis Fürth, die am 1. Juli 1895 in Betrieb genommen wurde, war Rimbach direkt mit dem Rhein-Main-Neckar-Raum verbunden.

1870 provoziert der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck durch die sogenannte Emser Depesche den Deutsch-Französischen Krieg in dem das Großherzogtum Hessen als Mitglied des Norddeutschen Bundes an der Seite Preußens teilnahm. Noch vor dessen offiziellen Ende am 10. Mai 1871 traten die süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund bei und am 1. Januar 1871 trat dessen neu Verfassung in Kraft, mit der er sich nun Deutsches Reich nannte. Auf deutscher Seite forderte dieser Krieg ca. 41.000 Tote.[20]

In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg erlebte Rimbach weiterte wirtschaftliche und strukturelle Verbesserungen. So wurde 1870 eine Postexpedition II. Klasse errichtet und 1873 eine Agentur der Bezirkssparkasse Heppenheim eröffnet, der 1875 die Gründung des Spar- und Kreditvereins folgte. 1876 wurde der Grundstein für ein neues Schulhaus gelegt und 1877 erhielt Rimbach den ersten Telegraphen. Im Jahr 1887 wurde die Höheren Bürgerschule Rimbach gegründet, die 1897 ein eigenes Schulhaus erhielt (die heutige Martin-Luther Schule). Die erste Straßenbeleuchtung erhielt Rimbach 1895 mittels Petroleumlampen.[18] Ab 1876 wurde die Genehmigung (Verleihung) für mehrerer Erzbergwerke im Ortsteil Zotzenbach vergeben. (siehe auch Liste von Bergwerken im Odenwald).

Für das Jahr 1900 waren weitere Infrastrukturverbesserungen zu vermelden, so wurde bei Worms sowohl die Ernst-Ludwig-Brücke für den Straßenverkehr, als auch die Eisenbahnbrücke über den Rhein dem Verkehr übergeben. Am 1. Januar 1900 trat im ganzen deutschen Reich das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft. Mit der Verlegung der Wasserleitung 1909, der Einführung der Elektrizität 1910 und dem ersten Kraftwagen des Ortes 1912, schritt das Industriezeitalter auch in Rimbach voran.[18] Dass die Zeiten aber auch von viel Armut geprägt waren, zeigen die Zahlen der Auswanderer. So wurden von 1881 bis 1900 529.875 deutsche Auswanderer gezählt.[21]

Die Zeit der Weltkriege[Bearbeiten]

Am 1. August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, der im ganzen Deutschen Reich der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ein Ende setzte. Als nach der deutschen Niederlage am 11. November 1918 der Waffenstillstand unterschrieben wurde, hatte auch Rimbach viele Gefallene zu beklagt, während der Krieg insgesamt rund 17 Millionen Menschenopfer kostete. Das Ende des Deutschen Kaiserreiches war damit besiegelt, und die unruhigen Zeiten der Weimarer Republik folgten. In der Zeit von 1921 bis 1930 wurden in Deutschland 566.500 Auswanderer gezählt, die versuchten, den schwierigen Verhältnissen in Deutschland zu entfliehen. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, was das Ende der Weimarer Republik und den Beginn der Nationalsozialistischen Diktatur bedeutete.

Die hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurden 1937 nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage aufgehoben. Zum 1. November 1938 trat dann eine umfassende Gebietsreform auf Kreisebene in Kraft. In der ehemaligen Provinz Starkenburg war der Kreis Bensheim besonders betroffen, da er aufgelöst und zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen wurde. Der Kreis Heppenheim übernahm auch die Rechtsnachfolge des Kreises Bensheim und erhielt den neuen Namen Landkreis Bergstraße.[22][23]

Im November 1938 brachte die sogenannte Reichskristallnacht den jüdischen Mitbürgern Not und Elend. Die Rimbach Synagoge wurde niedergebrannt und die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Familien verwüstet. Bereits vorher waren acht jüdische Kaufleute in das KZ Osthofen verschleppt worden. 1933 bestand die jüdische Gemeinde noch aus 77 Personen, von denen viele auf Grund zunehmender Entrechtung und Repressalien weggezogen oder ausgewanderten. 1941 mussten die noch verbliebenen jüdischen Einwohner zusammenziehen. Zum Beginn der Deportationen 1942 wohnen noch zehn jüdische Rimbacher im Ort. Von den in Rimbach geborenen oder längere Zeit hier lebenden Personen kamen 54 durch die NS-Gewaltherrschaft ums Leben[24]

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen der Zweite Weltkrieg, der in seinen Auswirkungen noch weit dramatischer war als der Erste Weltkrieg und dessen Opferzahl auf 60 bis 70 Millionen Menschen geschätzt werden. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Europa erreichen die amerikanischen Verbände Mitte März 1945 den Rhein zwischen Mainz und Mannheim. Am 22. März überquerte die 3. US-Armee bei Oppenheim den Rhein und besetze am 25. März Darmstadt. In den ersten Stunden des 26. März 1945 überquerten amerikanische Einheiten bei Hamm und südlich von Worms den Rhein von wo sie auf breiter Front gegen die Bergstraße vorrücken. Am 27. März standen die amerikanischen Truppen in Lorsch, Bensheim und Heppenheim und einen Tag später waren Aschaffenburg am Main sowie der westliche und nördlichen Teil des Odenwaldes besetzt. Der Krieg in Europa endete mit der bedingungslosen Kapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft trat.

Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 ein Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes und danach ein Bundesstaat des Deutschen Reiches. Es bestand bis 1919, nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Großherzogtum zum republikanisch verfassten Volksstaat Hessen. 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich das Gebiet des heutigen Hessen in der amerikanischen Besatzungszone und durch Weisung der Militärregierung entstand Groß-Hessen, aus dem das Bundesland Hessen in seinen heutigen Grenzen hervorging.

Nachkriegszeit und Gegenwart[Bearbeiten]

Wie Einwohnerzahlen von 1939 und 1946 zeigen hatte auch Rimbach nach dem Krieg viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge zu verkraften. Im Jahr 1950 fand der erste Rimbacher Pfingstmarkt statt. Weitere kommunale Ereignisse in den 1950er Jahren waren die Einweihung eines neuen Schulhauses im heutigen Ortsteil Albersbach (1953) und der Bau eine Dorfgemeinschaftshauses (1956), sowie die Einweihung der neu errichteten Turn- und Festhalle der Nartin-Luther-Schule.[18]

Im Jahr 1961 wurde die Gemarkungsgröße mit 1069 ha angegeben, davon waren 266 ha Wald.[23] In den 1960er Jahren verzeichnete die Ortschronik: 1962 die Einweihung einer neuen Volksschule in Rimbach (seit 1996 Brüder-Grimm-Schule); 1964 den Landessieg des Ortsteils Albersdorf bei Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und 1965 sogar die Goldmedaille im Bundeswettbewerb.[18]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 1. Januar 1969 die Gemeinde Albersbach der Gemeinde Rimbach an.[25] Am 31. Dezember 1971 folgten Zotzenbach mit dem Weiler Unter-Mengelbach sowie Lauten-Weschnitz und Mitlechtern.[26] Für die beiden letztgenannten Gemeinden war es eine Mehrheitsentscheidung. Der Alternativvorschlag zum Zusammengehen mit der Gemeinde Fürth wurde überstimmt.

In den 1970/80er Jahren konnte die Gemeinde weitere Infrastrukturverbesserungen erreichen. So konnte 1972 das neue Hallenbad seiner Bestimmung übergeben werden und es begann der Bau eines evangelischen Kindergartens in der Ortsmitte. 1977 erhielt Rimbach ein neues Feuerwehrhaus und 1978 konnte das Sportzentrum seiner Bestimmung übergeben werden. 1981 nahm der Gemeindekindergarten seinen Betrieb auf und 1982 wurde die neu erbaute Trommhalle in Ortsteil Zotzenbach eingeweiht, die als Sport- und Mehrzweckhalle sowie als Feuerwehrstützpunkt dient. Der Halle folgte 1988 noch eine Sportanlage für den Stadtteil. Im Jahr 1987 konnte der Bevölkerung die neugestaltete und verkehrsberuhigte Rathausstraße übergeben werden.[18]

Für die 1990er Jahre kann die Ortschronik weiter Ereignisse berichten. Es wurde Rimbach 1992 Sitz der Jugendmusikschule der Gemeinden des Überwaldes und Weschnitztals. (siehe auch Burgstadel Rimbach); 1994 wurde die Odenwaldhalle (Großsporthalle) und das „Johanniterhauses Weschnitztal“ (Alten- und Pflegeheim) in Rimbach eingeweiht und die Gemeinde erhielt Erdgasanschluss. 1995 feierte die Gemeinde ihr 1200-jähriges Bestehen und das Hallenbad wurde durch das Hochwasser der Weschnitz zerstört.[18]

In den Jahren 1999/2000 wurde das Schulhaus im Ortsteil Albersbach zum Bürgerhaus umgebaut uns seit 1999 präsentiert sich Gemeinde im Internet.

Gerichte in Hessen[Bearbeiten]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen bis 1822 das standesherrliche Amt Schönberg. Von 1822 bis 1826 gehörte Rimbach dann zum Landgerichtsbezirk Schönberg in dem die Niedere Gerichtsbarkeit durch den Landrat im Namen des Standesherren ausgeübt wurde. Ab 1826 wurde diese Funktionen dem Landgericht Fürth zugeschlagen. Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, während die neu geschaffenen Landgerichte als Obergerichte fungierten. Dadurch kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Fürth und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Darmstadt.[27]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind[23]

1829: 1229 Einwohner
1854: 1958 Einwohner
1939: 2129 Einwohner
1961: 3458 Einwohner
1970: 4048 Einwohner
Gronau: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.395
1840
  
1.779
1846
  
2.208
1852
  
1.958
1858
  
2.046
1864
  
1.716
1871
  
1.703
1875
  
1.753
1885
  
1.787
1895
  
1.728
1905
  
1.886
1910
  
2.004
1925
  
2.174
1939
  
2.129
1946
  
2.998
1950
  
3.064
1956
  
3.193
1961
  
3.458
1967
  
3.871
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
42,6 %
25,5 %
13,8 %
13,8 %
4,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,5 %p
+2,3 %p
+8,4 %p
+4,8 %p
-1,4 %p
-4,5 %p
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Die Kommunalwahl 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[28]

Parteien und
Wählergemeinschaften
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD 42,6 11 52,1 16 46,3 14
CDU 25,5 6 23,2 7 25,2 8
GRÜNE 13,8 4 5,4 2 5,0 2
Freie Wählergemeinschaft 13,8 3 9,0 3 9,9 3
FDP 4,4 1 5,8 2 6,1 2
Unabhängige Bürger Liste 4,5 1 7,6 2
gesamt 100,0 25 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,7 64,2 57,6
Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird alle sechs Jahre direkt gewählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bürgermeister in Rimbach durchgängig von der SPD gestellt.[29] Bei der Wahl 2012 setzte sich mit 69,1 Prozent Holger Schmitt durch. Er trat das Amt am 1. August an.[30]

  • 1945–1946 Ludwig Nikolaus Spilger (SPD)
  • 1946–1971 Adam Schmitt (SPD)
  • 1971–1981 Georg Adam Schmitt (SPD)
  • 1981–1994 Erich Nauth (SPD)
  • 1994–2012 Hans-Jürgen Pfeifer (SPD)
  • Seit 2012 Holger Schmitt (PuB)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Schild geteilt und unten gespalten, oben in Silber eine blaue Waage, unten vorne zwei silberne Balken in Rot, hinten geteilt von Rot und Silber, darin oben zwei, unten ein Stern in verwechselten Farben.“[31]

Das RIMBACH VND ZOTZENBACHER GERICHTS SIGEL IN AMBT SCHÖNBERG 1718 zeigt ein Vollwappen, im Schild den umgekehrten Erbacher Schild, oben einen und unten zwei Sterne, auf dem Helm eine wachsende Justitia mit Waage und Schwert. Auf Grund dieses Siegels wurde der Gemeinde 1926 das obige Wappen amtlich verliehen, in dem die silbernen Balken in Rot die Herrschaft Breuberg und die Waage die Justitia versinnbildlichen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit Colwich-Haywood[32] in England und Thourotte in Frankreich werden seit 1983 partnerschaftliche Beziehungen gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche
Ehemalige Synagoge

Theater[Bearbeiten]

  • K.U.S.S. – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Jugendbühne – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Center Stage – English Theater – Schülerbühne der Martin-Luther-Schule
  • Grünes Theater – KSG Mitlechtern

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rimbacher Kerwe
  • Rimbacher Pfingstmarkt
  • Rimbacher Herbst
  • Rimbacher Frühling
  • Schwarzwurzelfastnacht in Rimbach
  • Nikolausparty in Rimbach
  • Cool-tur

Jugendgruppen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rimbach liegt an der Weschnitztalbahn von Weinheim nach Fürth im Odenwald, von der die Überwaldbahn in Mörlenbach nach Wald-Michelbach abzweigte.

Weiterhin führt die Bundesstraße 38 durch Rimbach. Der 1999 eingeweihte Saukopftunnel ermöglichte die Ortsumgehung Birkenaus, und verbesserte die Anbindung Rimbachs an Weinheim und das Autobahnnetz. Als neuer Flaschenhals hat sich nun jedoch Mörlenbach entwickelt, dessen Ortsumgehung in Planung ist.

Bildung[Bearbeiten]

  • 5 Kindergärten
  • 2 Kinderkrippen
  • 3 Grundschulen
  • 1 Haupt- und Realschule
  • 1 Gymnasium (Martin-Luther-Schule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsbeiräte siehe § 6 der Hauptsatzung PDF-Datei 293,1 KB
  3.  :"Regesten der Stadt Heppenheim und Burg Starkenburg bis zum Ende Kurmainzer Oberherrschaft (755 bis 1461) Im Auftrag des Stadtarchivs Heppenheim zusammengestellt und kommentiert von Torsten Wondrejz", Nr. 5a (online, PDF; 2,0 MB)
  4. Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamensbuch - Starkenburg, Darmstadt 1937, S. 641–642
  5. a b c d Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamensbuch - Starkenburg, Darmstadt 1937, S. 598–599
  6. a b c d e Gustav Simon: Die Geschichte der Dynasten und Grafen zu Erbach und ihres Landes, Verlag Brönner, Frankfurt a. M. 1858, S. 143ff (online bei goggle books)
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatManfred Schaarschmidt: Die Geschichte Schönbergs. im Januar 2003, archiviert vom Original am 27. März 2009, abgerufen am 15. Oktober 2015.
  8. Bekanntmachung, die Verwaltung der landräthlichen Geschäfte und der Justiz erster Instanz in dem vormaligen Amte Schönberg betr. vom 7. Juli 1826 (Hess. Reg.Bl. S. 178)
  9. M. Borchmann, D. Breithaupt, G. Kaiser: Kommunalrecht in Hessen. W. Kohlhammer Verlag, 2006, ISBN 3-555-01352-1, S. 20 (Online bei google books)
  10. Georg W. Weber: Oktober 1829: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg, Band 1, S. 138 (online bei google books)
  11. Johann Friedrich Kratzsch: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten, Nauenburg 1845, Band 2, S. 425 (online bei Hathi Trust, digital library)
  12. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. Gefecht bei Ober-Laudenbach. S. 19, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014 (pdf 8,61 MB).
  13. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1848, S. 237-241
  14. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1852 (No. 30) (online bei der Bayrischen Staatsbibliothek)
  15. Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie in Deutschland. Walter de Gruyter, 2007, ISBN 3-11-019056-7 (online bei google books)
  16. Philipp Alexander Ferdinand Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. Jonghans, Darmstadt 1854, S. 348 (online bei google books)
  17. Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen, 1869, S. 74 (online bei google books)
  18. a b c d e f g Chronologie der Gemeinde Rimbach im Internetauftritt der Gemeinde (Memento vom 14. November 2015 im Internet Archive)
  19. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007“ 2007. Ein furchtbarer Weg durchs Tal. S. 38, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 28. Dezember 2014 (pdf 8,61 MB).
  20. Denkmalprojekt: Verlustlisten 1870–17, abgerufen im Januar 2015
  21. Zeittafel auf der Webseite der Gemeinde Biblis, abgerufen am 1. Dezember 2014
  22. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“. Die Entstehung des Kreises Bergstraße. 2007, S. 109, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 9. Februar 2015 (PDF; 9,0 MB).
  23. a b c „Rimbach, Landkreis Bergstraße“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 15. November 2015.
  24. Geschichte der jüdischen Gemeinde Bensheim auf „Alemannia Jusaica“ (abgerufen am 10. Dezember 2014)
  25. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 20. Dezember 1968 — IV A 22 — 3 k 08/05 — 2/68 — Betrifft: Eingliederung der Gemeinde Albersbach in die Gemeinde Rimbach, Landkreis Bergstraße (StAnz. 1/1969 S. 5)
  26.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 349.
  27. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879 (Hess. Reg.Bl. S. 197–211)
  28. Hessisches Statistisches Landesamt, Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  29. Fest in den Händen der SPD. Echo Online 5. März 2012
  30. Klarer Sieg für Holger Schmitt. Echo Online 5. März 2012
  31. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 141.
  32. Haywood and Colwich bei BBC Domesday Project (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rimbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien