Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld

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Saalbahn ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Die historische Eisenbahngesellschaft befindet sich unter Saal-Eisenbahn-Gesellschaft.
Abzw Saaleck–Saalfeld (Saale)
Strecke der Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld
Streckennummer: 6305
Kursbuchstrecke (DB): 560
Streckenlänge: 75,381 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 5,0 
Minimaler Radius: 450 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Höchstgeschwindigkeit
mit Neigetechnik:
160 km/h
Zugsicherungssysteme: PZB, ZUB262
Zweigleisigkeit: Großheringen Gho–Saalfeld (Saale)
Strecke – geradeaus
von Halle (Saale)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
-0,831 Abzw Saaleck
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
0,247 Abzw Großheringen Gho
   
nach Bebra
   
von Großheringen
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
1,685 Abzw Großheringen Ghs
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saalebrücke Großheringen (275 m)
   
von Zeitz (1897–1945)
Bahnhof, Station
8,140 Camburg (Saale)
Bahnhof, Station
15,239 Dornburg (Saale)
   
von Crossen (Elster) (1905–1969)
Haltepunkt, Haltestelle
19,618 Porstendorf
Haltepunkt, Haltestelle
22,661 Jena-Zwätzen
Bahnhof, Station
25,545 Jena Saalbahnhof
Haltepunkt, Haltestelle
27,115 Jena Paradies
Planfreie Kreuzung – unten
Weimar–Gera Hbf
   
von Weimar
BSicon STR.svg
Bahnhof, Station
32,340 Jena-Göschwitz (Keilbahnhof)
BSicon STR.svg
   
nach Gera Hbf
Straßenbrücke
33,400 Saaletalbrücke Jena (Bundesautobahn 4)
Haltepunkt, Haltestelle
36,224 Rothenstein (Saale)
   
39,200 Awanst Schöps
Haltepunkt, Haltestelle
41,758 Kahla (Thür) (ehem. Bf)
   
45,300 Großeutersdorf (1944–1945)
   
46,400 Awanst REIMAHG (1944–1945)
Bahnhof, Station
47,354 Orlamünde
   
nach Oppurg
Haltepunkt, Haltestelle
51,372 Zeutsch
Haltepunkt, Haltestelle
55,125 Uhlstädt (ehem. Bf)
   
60,420 Kirchhasel (bis 1993)
Bahnhof ohne Personenverkehr
63,000 Rudolstadt Gbf
Bahnhof, Station
64,543 Rudolstadt (Thür)
Bahnhof, Station
68,740 Rudolstadt-Schwarza
   
nach Bad Blankenburg (1884–2000)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saalebrücke Schwarza (114 m)
   
von Arnstadt
   
von Leipzig-Leutzsch
Bahnhof, Station
74,550 Saalfeld (Saale)
Strecke – geradeaus
nach Probstzella

Die Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld (auch: Saalbahn) ist eine elektrifizierte, zweigleisige Hauptbahn in Thüringen, die ursprünglich durch die Saal-Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben wurde. Sie führt entlang der Saale von Großheringen nach Saalfeld. Sie ist Teil der deutschen Nord-Süd-Hauptverbindung zwischen Berlin, Leipzig, Nürnberg und München.

Die Bezeichnung Saalbahn, in Anlehnung an die Saal-Eisenbahn-Gesellschaft, die auch dem Jenaer Saalbahnhof ihren Namen gab, wird in Publikationen von Werner Drescher verwendet. Saaleisenbahn ist als Streckenname auch in der Literatur zu finden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Saal-Eisenbahn-Gesellschaft

Seit 1850 gab es im Saaletal Bemühungen lokaler Eisenbahnkomitees zum Bau einer Eisenbahnstrecke. Insbesondere die Universitätsstadt Jena strebte nach dem Anschluss an das entstehende Eisenbahnnetz. Allerdings verhinderten die unterschiedlichen Interessen der betroffenen Thüringer Kleinstaaten lange Zeit die Umsetzung der Planungen. Erst nach dem Staatsvertrag vom 8. Oktober 1870 zwischen Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg und Schwarzburg-Rudolstadt wurde am 3. April 1871 der neu gegründeten Saal-Eisenbahn-Gesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnlinie von Großheringen über Jena, Rudolstadt nach Saalfeld erteilt. Am 30. April 1874 folgte die feierliche Streckeneröffnung.

Bahnsteige des Jenaer Saalbahnhofs

In Großheringen wurde drei Monate später am 14. August 1874 auch die Bahnstrecke der Saal-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft über Sömmerda nach Straußfurt eröffnet. Diese Linie wurde von der Nordhausen-Erfurter Eisenbahn-Gesellschaft mitbetrieben.

Anfangs war es nur eine Strecke mit regionaler Bedeutung, welche in Großheringen die Thüringer Stammbahn, von Bebra über Erfurt nach Weißenfels verlaufend, mit der Nord-Südstrecke von Weißenfels über Gera in Saalfeld verband. Aufgrund wirtschaftlicher Misserfolge und unter preußischem Druck wurde 1895 die Saal-Eisenbahn an Preußen verkauft und der Königlichen Eisenbahndirektion in Erfurt zugeordnet. Erst 1899 wurde bei Großheringen die Verbindungsbahn Ost in Betrieb genommen, wodurch Großheringen umfahren werden konnte. Dadurch fuhren die Züge von Weißenfels kommend über die 25 Kilometer kürzere Saalbahn (als über Gera) direkt nach Saalfeld. Die Saalbahn wurde somit zusammen mit der anschließenden Strecke nach Probstzella und der auf bayerischer Seite weiterführenden Frankenwaldstrecke nach Lichtenfels eine der wichtigen Nord-Süd-Strecken Deutschlands. Zwischen 1936 und 1939 verkehrten unter anderem die Fernschnelltriebwagen, welche Berlin mit München beziehungsweise Stuttgart verbanden, über die Saalbahn und erreichten dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 95 km/h. Von 1935 bis Mitte 1941 erfolgte die Elektrifizierung der Strecke und somit eine Verbindung des mitteldeutschen und süddeutschen Netzes.

Bahnbrücke an der Verbindungsbahn Ost (2017)

Fünf Jahre später wurden aber im Rahmen der Reparationsleistungen durch die Sowjetunion sämtliche Bestandteile für den elektrischen Betrieb und zusätzlich das zweite Streckengleis demontiert. Aufgrund der Teilung Deutschlands verlor die Strecke in den folgenden vier Jahrzehnten ihre Bedeutung als Nord-Süd-Bahn, blieb aber wichtig für das Saaletal mit Saalfeld als bedeutendem Rangierbahnhof. In Probstzella bestand damals einer von acht Eisenbahngrenzübergängen, weshalb die Saalbahn auch von Interzonenzügen genutzt wurde. Ab 1981 war die Strecke wieder zweigleisig befahrbar, zuvor war ein nördlicher Streckenabschnitt 1967 bis Camburg elektrifiziert worden. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 ist die Saalbahn erneut eine wichtige Eisenbahnfernverbindung zwischen Mitteldeutschland und Süddeutschland geworden. Sie wurde bis 1995 wieder durchgängig elektrifiziert und bis 2005 saniert. Ab Dezember 2017 wird die westlich über Erfurt verlaufende Schnellfahrstrecke Ebensfeld–Leipzig die Fernverkehrsfunktion der bogenreichen und damit langsameren Saalbahn übernehmen. Im Jahr 2007 benötigte ein ICE für den 85 Kilometer langen Abschnitt Naumburg–Saalfeld 53 Minuten, was einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 96 km/h entspricht.

Auch der Name Saalbahn ist historisch bedingt und hat heute kaum noch eine Bedeutung. In der Umgangssprache der Menschen entlang der Strecke ist allgemein eher die Bezeichnung Saalebahn analog zum Flussnamen geläufig.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historische Saalbahn hat ihren Ausgangspunkt im Bahnhof Großheringen und überquert mit der Verbindungsbahn West die Ilm. Die Verbindungsbahn Ost beginnt am Abzweig Saaleck bei Kilometer 55,89 der Strecke Halle–Bebra, überquert die Saale und vereinigt sich nach 2,2 Kilometern mit der Verbindungsbahn West am Abzweig Großheringen Ghs. Bis Rudolstadt-Schwarza, wo die Saale überquert wird, verläuft die Strecke auf der orografisch linken Seite des Flusses. Parallel zur Bahnstrecke verlaufen von Camburg bis Schwarza die Bundesstraße 88 und von Schwarza bis Saalfeld die Bundesstraße 85. Die Höhendifferenz zwischen Großheringen und Saalfeld beträgt 99 Meter, die maximale Streckenneigung 1:200 (5 ‰). Da die Strecke dem Lauf der Saale folgt, kommen achtzig Gleisbögen vor, deren kleinster Radius beträgt 450 Meter, wodurch die Streckenhöchstgeschwindigkeit mit 120 km/h vergleichsweise gering ist. Für Züge mit Neigetechnik sind im sogenannten bogenschnellen Betrieb dagegen Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h möglich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Drescher: Die Saalbahn – Die Geschichte der Eisenbahn zwischen Großheringen, Jena und Saalfeld. EK-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-586-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Kirsche:Eisenbahndirektion Erfurt 1882-1993. Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2006, ISBN 978-3-933254-76-4, S. 50