Zum Inhalt springen

Wahl zum 19. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Plenarsaal des Landtages in Düsseldorf

Die Wahl zum 19. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen findet voraussichtlich am 25. April 2027 statt.[1]

Artikel 34 der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen legt fest, dass der Landtag auf fünf Jahre gewählt wird. Eine Neuwahl findet im letzten Vierteljahr der Wahlperiode statt.

Der 18. Landtag Nordrhein-Westfalen konstituierte sich am 1. Juni 2022. Somit muss eine reguläre Neuwahl an den Sonn- und Feiertagen zwischen dem 7. März 2027 und dem 30. Mai 2027 stattfinden.

Der nordrhein-westfälische Landtag wird nach einem System der personalisierten Verhältniswahl mit geschlossenen Listen gewählt, das dem Bundestagswahlrecht ähnelt. Der Landtag hat mindestens 181 Abgeordnete, von denen 128 in Wahlkreisen direkt über die Erststimme gewählt werden. Die Sitze werden nach dem Sainte-Laguë-Verfahren proportional unter den Parteien verteilt, die mindestens 5 % der Zweitstimmen erreichen. Stehen einer Partei mehr Sitze zu, als sie Direktmandate gewinnt, erhält sie Sitze über die Landesliste. Überhangmandate werden durch Ausgleichsmandate ausgeglichen.

Durch eine Verfassungsänderung wurde das Wahlalter im Dezember 2025 auf 16 Jahre gesenkt. Eine Änderung des Landeswahlgesetzes im Februar 2026 änderte unter anderem mehrere Fristen und verdoppelte die Zahl erforderlicher Unterstützungsunterschriften, die neben den im Landtag und im Bundestag seit der letzten Wahl vertretenen Parteien künftig Parteien nicht mehr benötigen, die bei der letzten Landtagswahl mindestens ein Prozent der Stimmen erzielten.[2][3] Die Wahlkreiseinteilung wurde seit der Landtagswahl 2022 nicht verändert.

Vorherige Wahl 2022

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Landtagswahl 2022
 %
40
30
20
10
0
35,7
26,7
18,2
5,9
5,4
8,2

Bei der Landtagswahl 2022 verlor die regierende Koalition aus CDU und FDP ihre Mehrheit. Während die von Ministerpräsident Hendrik Wüst geführte CDU leicht zulegte und mit 35,7 Prozent der Zweitstimmen erneut stärkste Partei wurde, halbierte sich das Ergebnis der FDP gegenüber 2017 auf 5,9 Prozent.

Die SPD erhielt mit 26,7 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Nordrhein-Westfalen, während die Grünen mit 18,2 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis erzielten. Die AfD verlor an Stimmen, schaffte mit 5,4 Prozent aber den Wiedereinzug in den Landtag.

Die Wahlbeteiligung lag auf einem historischen Tief von 55,5 Prozent.

Bisher im Landtag vertretene Parteien

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kurzbe-
zeichnung
Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 76
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 56
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 39
Freie Demokratische Partei FDP 12
Alternative für Deutschland AfD 12

Parteien und Kandidaten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landeslisten können nur von Parteien, Kreiswahlvorschläge auch von Wählergruppen und einzelnen Wahlberechtigten eingereicht werden. Die Wahlvorschläge sind spätestens am 69. Tag vor der Wahl bis 18 Uhr einzureichen.[4]

Mit einer Landesliste sind normalerweise 2000 und mit einem Kreiswahlvorschlag 200 Unterstützungsunterschriften einzureichen.[5] Parteien, die bundesweit in keinem Landesparlament vertreten sind, müssen zudem ihre Parteieigenschaft nachweisen. Parteien, die im Landtag vertreten sind oder im Bundestag aufgrund eines Wahlvorschlags aus Nordrhein-Westfalen vertreten sind oder bei der letzten Landtagswahlen mindestens ein Prozent der Stimmen erzielen, benötigen keine Unterstützungsunterschriften.

Am 23. Januar 2026 wurde der Fraktionsvorsitzende der SPD, Jochen Ott, vom Präsidium einstimmig dem Landesvorstand der Partei als Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl vorgeschlagen.[6]

Aktuelle Umfragen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
INSA-Umfrage vom 8. Mai 2026
im Vergleich zur Landtagswahl 2022
 %
40
30
20
10
0
34
18
17
15
9
4
3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−1,5
−8,5
+11,5
−3
+7
−2
−3
Institut Datum CDU SPD Grüne FDP AfD Linke BSW Sonst.
INSA[7] 08.05.2026 34 % 18 % 15 % 4 % 17 % 9 % 3 %
Forsa[7] 22.04.2026 32 % 14 % 17 % 3 % 20 % 6 % 8 %
Infratest dimap[7] 01.02.2026 35 % 20 % 13 % 4 % 15 % 6 % 7 %
INSA[7] 23.11.2025 36 % 19 % 12 % 5 % 16 % 7 % 5 %
INSA[7] 22.08.2025 35 % 18 % 13 % 4 % 16 % 8 % 3 % 3 %
Forsa[7] 09.07.2025 38 % 17 % 13 % 3 % 16 % 7 % 2 % 4 %
Infratest dimap[7] 29.06.2025 39 % 16 % 15 % 3 % 14 % 7 % 3 % 3 %
Bundestagswahl 23.02.2025 30,1 % 20,0 % 12,4 % 4,4 % 16,8 % 8,3 % 4,1 % 3,8 %
Forsa[7] 12.12.2024 41 % 16 % 14 % 3 % 13 % 2 % 3 % 8 %
Infratest dimap[7] 13.10.2024 40 % 18 % 14 % 3 % 13 % 4 % 8 %
Forsa[7] 05.08.2024 40 % 16 % 14 % 5 % 12 % 1 % 4 % 8 %
Europawahl 09.06.2024 31,2 % 17,2 % 13,5 % 6,3 % 12,6 % 2,1 % 4,4 % 12,7 %
Infratest dimap[7] 28.04.2024 38 % 19 % 17 % 5 % 11 % 3 % 7 %
Forsa[7] 27.03.2024 37 % 16 % 16 % 4 % 13 % 2 % 4 % 8 %
Infratest dimap[7] 05.11.2023 35 % 18 % 18 % 5 % 14 % 10 %
Infratest dimap[7] 18.06.2023 32 % 22 % 16 % 6 % 15 % 3 % 6 %
Forsa[7] 16.06.2023 37 % 21 % 14 % 5 % 13 % 3 % 7 %
INSA[7] 03.05.2023 36 % 22 % 17 % 7 % 9 % 3 % 6 %
Forsa[7] 30.03.2023 38 % 20 % 17 % 5 % 8 % 4 % 8 %
Forsa[7] 03.02.2023 36 % 22 % 18 % 5 % 8 % 3 % 8 %
Infratest dimap[7] 23.10.2022 32 % 23 % 22 % 5 % 9 % 9 %
Forsa[7] 30.09.2022 36 % 21 % 20 % 5 % 9 % 3 % 6 %
INSA[7] 25.08.2022 36 % 22 % 21 % 7 % 5 % 3 % 6 %
Forsa[7] 17.05.2022 36 % 25 % 21 % 5 % 5 % 2 % 6 %
Landtagswahl 2022 15.05.2022 35,7 % 26,7 % 18,2 % 5,9 % 5,4 % 2,1 % 6,1 %
Verlauf der Umfragewerte seit 2022

Direktwahl Ministerpräsident

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Institut Datum Hendrik Wüst (CDU) Thomas Kutschaty (SPD) Mona Neubaur (Grüne)
Forsa[8] 30.09.2022 31 % 14 % 10 %

Quellen und Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. dpa: Kabinettsbeschluss: Termin für Landtagswahl 2027 steht fest. In: Die Zeit. 24. Februar 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. Februar 2026]).
  2. Sechstes Gesetz zur Änderung des Landeswahlgesetzes vom 3. Februar 2026 (GV. NRW. 2026 Nr. 4)
  3. Gesetz zur Änderung der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 18. Dezember 2025 (GV. NRW. 2026 Nr. 1)
  4. § 17a Abs. 1, § 19 Abs. 1 und § 20 Abs. 2 Landeswahlgesetz
  5. § 19 Abs. 2 und § 20 Abs. 1 Landeswahlgesetz
  6. WDR (Westdeutscher Rundfunk) aktuell vom 23. Januar 2026: Landtagswahl 2027: SPD schickt Jochen Ott ins Rennen, abgerufen am 23. Januar 2026
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Übersicht der Wahlumfragen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, wahlrecht.de
  8. Schwarz-Grün würde Wahl wieder gewinnen – SPD stürzt weiter ab, rp-online.de.