Bezirk Laufen

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Bezirk Laufen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Hauptort: Laufen
BFS-Nummer: 1302
Fläche: 89.56 km²
Einwohner: 19'767[1] (31. Dezember 2017)
Bevölkerungsdichte: 221 Einw. pro km²
Karte
Karte von Bezirk Laufen

Der Bezirk Laufen, auch Laufental genannt, ist einer von fünf Bezirken im Schweizer Kanton Basel-Landschaft. Der Hauptort ist Laufen. Bis 1994 gehörte der Bezirk zum Kanton Bern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick Richtung Laufental von der Burg Neu-Thierstein aus. Zu sehen sind unter anderem Laufen, Dittingen, Blauen und Brislach

Das knapp 90 km² grosse Laufental mit den dreizehn Gemeinden Blauen, Brislach, Burg im Leimental, Dittingen, Duggingen, Grellingen, Laufen, Liesberg, Nenzlingen, Roggenburg, Röschenz, Wahlen und Zwingen liegt in der Wirtschaftsregion Nordwestschweiz, einen Katzensprung[2] von Basel entfernt. Es grenzt an die Kantone Jura und Solothurn und berührt im Westen die französische Staatsgrenze.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Niederlage Napoleons Ende 1813 bei der Völkerschlacht bei Leipzig marschierten die verbündeten Armeen (Russland, Preussen, Österreich) Richtung Frankreich. In Missachtung der schweizerischen Neutralität[3] erlaubte Basel 1814 80'000 Soldaten die Überquerung der Mittleren Brücke und den Marsch durch das ehemalige Fürstbistum Basel, um gegen Napoleons Armee zu kämpfen. Diese Geste wurde am Wiener Kongress nicht vergessen und brachte dem Stand Basel unter gewissen Bedingungen die Einverleibung der neun katholischen Dörfer des Birsecks.

Für die Siegermächte galt es 1815 in Wien, zuerst einen neuen Herrscher über das herrenlose Fürstbistum zu wählen, der militärisch die Klusen und die Pässe verteidigen könnte. Gerade dieses Gebiet hatten die Franzosen 1797 als Vorwand für das Eindringen in die Schweiz genutzt. Basel war dafür nicht geeignet. Einzig Bern besass die erforderliche militärische Macht.[4] Zudem war Bern mit Biel und den südjurassischen Tälern verburgrechtet.

Der Aargau und das Waadtland, die Bern schon 1803 verloren hatte, waren bereits durch die Mediationsakte als Kantone anerkannt, und die Frage einer Entschädigung Berns erschien zweitrangig.[5] Die Herrschaft Pfeffingen gab es im Jahre 1815 schon seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr. Es wäre wenig sinnvoll gewesen, Duggingen und Grellingen nicht Bern zuzuordnen.[6] Das Birstal bildet eine geographische Einheit bis zum Schloss Angenstein, das für die Berner eine strategische Klus und das Eingangstor zum Jura war.

Basel wollte die Laufentaler nicht.[7] Es begnügte sich mit dem Zusammenschluss der Dörfer Biel und Benken mit dem Birseck. Ähnlich wie 1803 beim Fricktal wollte Basel keine Katholiken und nicht zu viele Bauern.[8] Bereits 1798 hatten Landschäftler drei Landvogteischlösser in Brand gesetzt[9] und deren Aufmüpfigkeit bekam Basel noch bis 1833 hart zu spüren.

Als der Jura im Jahre 1979 ein selbständiger Kanton wurde, erhielt das vom Kanton Bern isolierte und zu einer Exklave gewordene Laufental die Möglichkeit, sich einem benachbarten Kanton anzuschliessen oder bei Bern zu bleiben. Zur Wahl standen die Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Der gewählte Kanton wird dem Kanton Bern gegenübergestellt. Nach der ersten Volksabstimmung vom 13. Januar 1980 kamen Basel-Landschaft (52 %) und Solothurn (32 %) in die engere Wahl, während Basel-Stadt (16 %) abfiel. Bei der zweiten Abstimmung vom 16. März 1980 ging Basel-Landschaft (65 %) als Sieger hervor, das «Aktionskomitee pro Solothurn» blieb ohne Wirkung.[10] In der Volksabstimmung am 11. September 1983, bei der es um den Entscheid pro Bern oder pro Baselland ging, stimmten fast 57 Prozent der Bevölkerung des Bezirks für den Verbleib bei Bern. Nachdem 1984 aber bekannt geworden war, dass der Kanton Bern die «Aktion bernisches Laufental» widerrechtlich mit Geld versorgt hatte, entbrannte ein jahrelanger Rechtsstreit. Letztlich verlangte das Bundesgericht die Wiederholung der Volksabstimmung und am 12. November 1989 entschieden sich die Laufentaler mit einer Mehrheit von 51,7 Prozent für die Zugehörigkeit zum Kanton Baselland. Am 1. Januar 1994, nachdem die Eidgenossenschaft als Ganzes dem Kantonswechsel zugestimmt hatte, erfolgte der Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft.[11]

Herrschaftsfahne Zwingen-Laufen im Fürstbistum Basel

Politische Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2017)
Fläche
in km² [12]
Einwohner
pro km²
Blauen Blauen 691 7,12 97
Brislach Brislach 1643 9,42 174
Burg im Leimental Burg im Leimental 262 2,84 92
Dittingen Dittingen 730 6,75 108
Duggingen Duggingen 1568 5,86 268
Grellingen Grellingen 1833 3,29 557
Laufen Laufen 5556 11,40 487
Liesberg Liesberg 1148 12,46 92
Nenzlingen Nenzlingen 432 3,66 118
Roggenburg Roggenburg 268 6,67 40
Röschenz Röschenz 1880 10,07 187
Wahlen Wahlen 1417 5,41 262
Zwingen Zwingen 2339 4,61 507
Total (13) 19'767 89,56 221

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bezirk Laufen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Katzensprung: ein kleiner Sprung.
  3. Der Bruch der schweizerischen Neutralität im Jahre 1813, Neujahrsblatt der GGG, Basel, 1924, 127 S.
  4. Histoire générale de 1789 à nos jours, G.-A. Chevallaz, 1974, S. 83.
  5. Vortrag von Marco Jorio, Verein der Freunde des Domes Arlesheim, 19. April 1989.
  6. Basler Zeitung 24. August 1991 Jean-Jacques Kottelat
  7. Rund um den Baselstab, Band 2, 1977, Adolf Walther, S. 197.
  8. Basler Zeitung 18. März 1993 Martina Lichtsteiner
  9. Basler Heimatgeschichte, Fritz Meier, 1982, S. 559.
  10. Laufental, Kantonswechsel. In: DIJU - Lexikon des Jura. Société jurassienne d’Emulation, abgerufen am 5. Juni 2018.
  11. Das Heimweh der berntreuen Laufentaler, NZZ vom 7. Oktober 2013
  12. Arealstatistik Standard – Gemeinden nach vier Hauptbereichen (15.12.2017) des Bundesamts für Statistik BFS