Leung Chun-ying

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Leung Chun-ying (2017)
CY Leung signature.svg

Leung Chun-ying, GBM, JP, (chinesisch 梁振英, Pinyin Liáng Zhènyīng, Jyutping Loeng4 Zan3jing1; * 12. August 1954 in Hongkong), allgemein auch CY genannt, ist ein chinesischer Unternehmer und Politiker. Er war vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2017 Regierungschef (Chief Executive) der Sonderverwaltungszone Hongkong.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leung wurde 1954 in Hongkong geboren. Sein Vater war Polizeioffizier und wanderte in den 1930er Jahren aus der chinesischen Provinz Shandong in Hongkong ein.[1] Zuerst studierte er an der Polytechnischen Universität Hongkong Vermessungswesen, später in Großbritannien Immobilienmanagement. Ab 1977 arbeitete er in der renommierten Immobilienfirma Jones Lang Wootton (später JLL) in Hongkong. Dank des Baubooms wurde er bald Multimillionär.[2] 2006 wurde er größter Aktionär der an der Londoner Börse notierten Immobilienfirma Debenham Thouard Zadelhoff.[1]

Leung hat zusammen mit seiner Frau Ching Yee drei Kinder, alle mit der Abkürzung „CY“ (Sohn Chuen Yan und die Töchter Chai Yan und Chung Yan).[1]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 stieg Leung in die Politik ein und gehörte dem Beraterkomitee (Hong Kong Special Administrative Region Basic Law Consultative Committee) an, das eine Verfassung für Hongkong nach 1997 entwerfen sollte.[2] Nach der Übergabe Hongkongs an China wurde er Minister für den Wohnungsbau. Ab 1999 leitete er das Kabinett.[3]

Leung wurde am 25. März 2012 durch 689 Stimmen eines Wahlgremiums von 1'200 Männern und Frauen im ersten Wahlgang zum Regierungschef der Sonderverwaltungszone Hongkong für eine Amtsdauer von fünf Jahren gewählt.[3] Für die Bürgerrechtsbewegung steht 689 seither symbolisch für den verhassten Leung und seine angeblichen Drahtzieher in Peking.[2] Ihm wird vorgeworfen, seit langem ein geheimes Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas zu sein.[4], was er stets dementierte.[5]

Sein Amt als Regierungschef trat er am 1. Juli 2012 an. Im Oktober 2014 forderten die Demonstranten bei den Protesten in Hongkong ultimativ seinen Rücktritt.[4]

Zu seiner Nachfolgerin für die Amtsperiode bis 2022 wurde am 26. März 2017 Carrie Lam Cheng Yuet-ngor mit 777 Stimmen gewählt. Sie trat ihr Amt am 1. Juli 2017 an.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c e-Ping Chen: Who is Leung Chun-ying. Wallstreetjournal, 25. März 2012, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  2. a b c Felix Lee: Regierungschef von Pekings Gnaden. NZZ, 3. Oktober 2014, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  3. a b Andreas Lorenz: Bürgermeister-Wahl in Hongkong: Pekings Chamäleon. Spiegel Online, 25. März 2012, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  4. a b Ulrike Putze: Pekings "Vampir" in Hongkong. Spiegel Online, 1. Oktober 2014, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  5. Benedikt Voigt: Porträt:„Ich schätze Demokratie außerordentlich“. Der Tagesspiegel, 3. April 2012, abgerufen am 6. Oktober 2014.
  6. Austin Ramzy: Carrie Lam Is Sworn In as Hong Kong’s First Female Leader. In: The New York Times. 30. Juni 2017, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 1. Juli 2017]).
Chinesische Personennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Leung ist hier somit der Familienname, Chun-ying ist der Vorname.