Leutersdorf (Thüringen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Leutersdorf (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leutersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 31′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs­gemeinschaft: Dolmar-Salzbrücke
Höhe: 325 m ü. NHN
Fläche: 8,39 km2
Einwohner: 236 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036949
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 039
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchberg 1
98617 Leutersdorf
Webpräsenz: www.vg-dolmar-salzbruecke.de
Bürgermeister: Frank Ehrenberger (CDU)
Lage der Gemeinde Leutersdorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
AltersbachAschenhausenBelriethBenshausenBermbachBirxBreitungenBrotterode-TrusetalChristesDillstädtEinhausen (Thüringen)EllingshausenErbenhausenFambachFloh-SeligenthalFrankenheim/RhönFriedelshausenGrabfeldHenneberg (Thüringen)HümpfershausenKaltensundheimKaltenwestheimKühndorfLeutersdorfMehmelsMeiningenMelpersMetzelsNeubrunnOberhofOberkatzObermaßfeld-GrimmenthalOberschönauOberweidOepfershausenRhönblickRippershausenRitschenhausenRohrRosaRoßdorf (Thüringen)RotterodeSchmalkaldenSchwallungenSchwarzaSpringstilleSteinbach-HallenbergStepfershausenSülzfeldUnterkatzUntermaßfeldUnterschönauUnterweidUtendorfVachdorfViernauWahnsWallbachWalldorf (Werra)WasungenWölfershausenZella-MehlisThüringenKarte
Über dieses Bild

Leutersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Dolmar-Salzbrücke an, die ihren Verwaltungssitz in Schwarza hat. Leutersdorf liegt im Werragrund.

Evangelisch-Lutherische Kirche St. Vitus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 1057 erwähnt. Der Ort gehörte zunächst als Exklave zum Besitz des Hochstifts Würzburg in der Grafschaft Henneberg. 1435 verpfändete der Würzburger Bischof die Orte Leutersdorf und Vachdorf an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Das Pfand wurde erst 1495 wieder eingelöst. 1542 kam Leutersdorf als Teil der würzburgischen Exklave Meiningen im Tausch an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Nach deren Aussterben kam der Ort mit dem Amt Meiningen im Jahr 1583 an die Wettiner.

Leutersdorf besitzt eine Kirchenburg. Sie steht auf einem kleinen Bergsporn am hochgelegenen Westrand des Dorfes. Ein kleiner Torturm und Gaden sowie Reste der Mauer sind noch vorhanden.[2]

Leutersdorf war 1628–1685 von Hexenverfolgungen betroffen: Sieben Personen wurden in den Hexenprozessen angeklagt, mindestens drei hingerichtet, von drei Prozessen ist der Ausgang unbekannt. 1628 wurde als erstes Opfer Osanna, Barthel Herleins Frau, hingerichtet.[3]

Von 1680 bis 1918 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Meiningen und lag bis 1825 im Amt Meiningen und dann bis 1829 im Amt Maßfeld.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Leutersdorf setzt sich aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die letzte Kommunalwahl fand am 25. Mai 2014 statt. Das Ergebnis lautet wie folgt[4]:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Frank Ehrenberger wurde am 6. Juni 2010 gewählt und am 5. Juni 2016 in seinem Amt bestätigt[5].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 89 von Meiningen (ca. 15 km nordwestlich) in Richtung Themar (ca. 5 km östlich) und Hildburghausen (ca. 17 km südöstlich). Leutersdorf liegt nahe der Bahnstrecke Eisenach–Lichtenfels, hat aber keinen Haltepunkt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Schaub (–1685), ein „armer Junge“, Enkel des Pfarrers Wilhelm Schaub in Leutersdorf, in einem Hexenprozess enthauptet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 173.
  3. a b Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 191 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Leutersdorf, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 240–244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  4. Bekanntmachung zur Feststellung des Ergebnisses der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014, abgerufen am 19. Januar 2018
  5. Bekanntmachung zur Feststellung des Ergebnisses der Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters am 5. Juni 2016, abgerufen am 19. Januar 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leutersdorf (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien