Liste der Stolpersteine in Ueckermünde

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Die Stolpersteine in Ueckermünde sind besondere Pflastersteine in Gehwegen, die an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in der amtsfreien Hafenstadt Ueckermünde im mecklenburg-vorpommerschen Landkreis Vorpommern-Greifswald in Deutschland erinnern sollen.

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die während des Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Die Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in die Pflaster der Gehwege eingelassen. Mittlerweile gibt es über 56.000 Steine (Stand: Dezember 2015) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 18 weiteren europäischen Ländern. Die Stolpersteine sind das größte dezentrale Mahnmal der Welt.[1]

Verlegte Stolpersteine in Ueckermünde (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töpferstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August Senger


HIER WOHNTE / AUGUST SENGER / JG. 1865 / DEPORTIERT 1942 / TOT IN / THERESIENSTADT
In der Reichspogromnacht wurde August Senger aus seiner Wohnung geholt und musste unter Spott und Hohn am Schlosshof aus der Thora vorlesen.[2]

Ueckerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Daus


HIER WOHNTE / PHILIPP DAUS / JG. 1870 / DEPORTIERT 24.9.1942 / THERESIENSTADT / TOT 19.10.1942
Philipp Israel Daus wurde am 1. März 1870 in Polen geboren. Zuletzt wohnte der Schneider in der Düsseldorfer Straße 14 in Berlin-Wilmersdorf. Er kam mit dem Transport I/69, Nr. 8022 am 24. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt.[3]

Adolf Ruschin


HIER WOHNTE / ADOLF RUSCHIN / JG. 1893 / DEPORTIERT 19.10.1942 / RIGA / ERMORDET 22.10.1942
Adolf Ruschin wurde am 22. Oktober 1893 in Ritschenwalde (poln. Ryczywół) geboren. Vor seiner Deportation in das KZ Riga-Kaiserwald lebte Ruschin in der Dahlmannstraße 42 in Berlin-Charlottenburg.[4]

Alfred Ruschin


HIER WOHNTE / ALFRED RUSCHIN / JG. 1923 / FLUCHT 1939 / CHILE / ÜBERLEBT

Julius Simon


HIER WOHNTE / JULIUS SIMON / JG. 1886 / DEPORTIERT 1943 / ERMORDET IN AUSCHWITZ
Julius Simon zog 1936 mit seiner Frau Margarethe nach Berlin, von wo die beiden mit dem 27. Berliner Transport am 29. Januar 1943 in das KZ Auschwitz[5] deportiert und dort ermordet wurden.

Margarete Simon


HIER WOHNTE / MARGARETE SIMON / GEB. POLAJEWER / VERW. RUSCHIN / JG. 1892 / DEPORTIERT 1943 / ERMORDET IN / AUSCHWITZ / FÜR TOT ERKLÄRT
Die jüdische Geschäftsfrau Margarete Simon lebte bis 1936 in Ueckermünde. Danach zog sie mit ihrem Mann Julius Simon nach Berlin, von wo die beiden mit dem 27. Berliner Transport am 29. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Rönneper: Vor meiner Haustür. „Stolpersteine“ von Gunter Demnig. Ein Begleitbuch. Arachne-Verlag, Gelsenkirchen 2010, ISBN 978-3-932005-40-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Ueckermünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Nefzger: Der Spurenleger. In: FAZ.net. 7. Februar 2014, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  2. Marsch des Lebens als erste Gedenkveranstaltung der Stadt Ueckermünde, abgerufen am 23. Juli 2016
  3. Philipp Daus in der Opferdatenbank bei www.holocaust.cz
  4. Adolf Ruschin im Buch der Erinnerung
  5. Liste der Deportationszüge aus Berlin von 1941 bis 1945 auf www.berlin.de