Liste der Stolpersteine in Stralsund

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Die Liste der Stolpersteine in Stralsund führt die Stolpersteine und Stolperschwellen in Stralsund auf.[1] Die ersten Stolpersteine wurden im Oktober 2006 verlegt.

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Straße
Koordinaten
Inschrift Foto verlegt am Informationen zur Person
David Benjamin Langenstraße 27 Hier wohnte
David Benjamin
Jg. 1889
deportiert 1940
Piaski
ermordet
Stolperstein David Benjamin
Der am 20. August 1889 in Hamburg geborene David Benjamin war Lagerist. Er wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert und 1940/1941 in Piaski ermordet[2]. Benjamin war Witwer (seine Frau Berta Ebel lebte von 1896 bis 1937) und Vater zweier Kinder.[3]
Bärbel Beyer, geb. Cohn Frankenstraße 72 Hier wohnte
Bärbel Beyer
geb. Cohn
Jg. 1936
versteckt in
Stralsund
überlebt
Stolperstein Bärbel Beyer
Bärbel Beyer, geb. Cohn kam am 8. Dezember 1936 in Berlin zur Welt. Ihre Eltern waren Heinrich David (1900–1961) und Lucie Cohn, geb. Gentzen (1905–1953).[3] Ihr Vater stammte aus einer Familie, die in Stralsund das Modehaus „Max Keibel Nachfl.“ in der Ossenreyerstraße 21/22 betrieb. Er war an der Gründung der Ortsgruppe Stralsund der SPD beteiligt. Die Familie musste ihre Geschäfte aufgeben, sie zogen nach Berlin, wo Bärbel Cohn 1942 evangelisch getauft wurde. Ihre Eltern brachten sie in Stralsund unter, nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte die ganze Familie dorthin zurück, bevor sie 1950 nach Westberlin zog.[4][2]
Carl-Philipp Blach Heilgeiststraße 89 Hier wohnte
Carl-Philipp
Blach
Jg. 1887
Geschäft arisiert 1938
unfreiwillig verzogen
1938 Berlin
1942 Zwangsarbeit
befreit
Stolperstein Carl-Philipp Blach
9.11.2017 Der am 18. Mai 1887 in Stralsund geborene Carl-Philipp Blach war Lederwarenhändler. Er war seit dem 20. Oktober 1916 mit Louise Blach, geborene Körbchen (geboren am 26. April 1895 in Bremen, gestorben 1935 in Stralsund) verheiratet. Aus der Ehe stammte Hans Joachim Blach, geboren am 16. August 1917 in Stralsund, gestorben am 29. Oktober 1943 in Auschwitz[5]. Carl-Philipp Blach war der Vater von Friedrich Blach, Gerd Blach und Hans Blach.[5] Carl-Philipp Blach wurde 1942 zu Zwangsarbeit verpflichtet. Er überlebte die Shoah.
Blach, der in zweiter Ehe mit Liesbeth Krohn verheiratet war, starb am 16. Mai 1946 in Berlin.[3]
Gerd Blach Heilgeiststraße 89 Hier arbeitete
Gerd Blach
Jg. 1919
Geschäft arisiert 1938
unfreiwillig verzogen
1938 Berlin
deportiert 1943
ermordet in
Auschwitz
Stolperstein Gerd Blach
9.11.2017 Gerd Blach wurde am 14. Januar 1919 in Stralsund geboren,[3] er war Sohn von Carl-Philipp Blach und Bruder von Friedrich Blach und Hans Blach.[5] Wie sein Vater auch war er als Lederwarenhändler tätig. Er wurde am 24. August 1943 aus Berlin, wohin die Familie nach der zwangsweisen Schließung ihres Geschäfts 1938 umziehen musste, deportiert[3] und starb im selben Jahr in Auschwitz.
Hans Joachim Blach Heilgeiststraße 89 Hier arbeitete
Hans Joachim
Blach
Jg. 1917
Geschäft arisiert 1938
unfreiwillig verzogen
1938 Berlin
deportiert 1943
ermordet in
Auschwitz
Stolperstein Hans Joachim Blach
9.11.2017 Hans Joachim Blach wurde am 16. August 1917 in Stralsund geboren. Seine Eltern waren Carl-Philipp Blach und Louise Blach, geborene Körbchen (geboren am 26. April 1895 in Bremen, gestorben 1935 in Stralsund). Er war der Bruder von Friedrich Blach und Gerd Blach. Wie sein Vater arbeitete er als Lederwarenhändler. 1942 heiratete er Ruth Unger (geboren am 25. März 1922 in Berlin). Hans Joachim Blach konnte Ende September 1943 noch aus einem Deportationszug fliehen, wurde aber erneut am 29. Oktober 1943 aus Berlin, wohin die Familie nach der zwangsweisen Schließung ihres Geschäfts 1938 umziehen musste, deportiert[3] und starb am 29. Oktober 1943 in Auschwitz.[5]
Margarete Blach Ossenreyerstraße 53 Hier wohnte
Margarete Blach
Jg. 1876
deportiert 1940
Piaski
ermordet 30.7.1940
Stolperstein Margarete Blach
23.10.2014[6] Die am 30. August 1876 in Stralsund geborene, ledig gebliebene Margarete Blach wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit ihrer Schwester Paula Süssmann und deren Tochter Charlotte[3] deportiert und am 30. Juli 1940 in Piaski ermordet.[2] Ihre Eltern waren Julius und Selma (geb. Wallmann) Blach.[3]
Karl Böhm Alter Markt 1–3 Hier wohnte
Karl Böhm
Jg. 1879
deportiert 1940
ermordet in
Piasky
Stolperstein Karl Böhm
25.8.2006[6] Der am 16. Februar 1879 in Opole[3] geborene Karl Böhm (seine Eltern waren Samuel Böhm und Rosalie Rosenstein)[3] war Kaufmann in Stralsund.[1] Der auch mit Kurzwaren handelnde Kaufmann wurde auch „Puschenböhm“ genannt[7]. Am 12./13. Februar 1940 wurde er nach Piaski deportiert und dort am 30. Juli 1940 ermordet[2][8]
Bert Cohn Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Bert Cohn
Jg. 1930
Flucht 1938
Frankreich
USA
überlebt
Stolperstein Bert Cohn
Der am 3. Mai 1930 in Stralsund geborene Bert Cohn wurde noch vor den Novemberpogromen 1938 von seinen Eltern Fritz Adolf Wolf Cohn und Ilse Gerda Cohn, geb. Joseph, zusammen mit seinem Bruder Hans Crohn nach Frankreich in ein Kinderheim geschickt.[9] Später gelang ihm die Flucht über Frankreich in die USA und er überlebte[2] Er starb in Chicago.[3]
Fritz Cohn Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Fritz Cohn
Jg. 1899
deportiert 1943
ermordet in
Auschwitz
Stolperstein Fritz Cohn
25.8.2006[6] Der am 14. Februar 1899 in Stralsund geborene Fritz Adolf Wolf Cohn war ein Sohn von Siegfried Cohn (geboren am 11. Februar 1862, gestorben am 4. Oktober 1902) und Marta Bine Cohn, geborene Kempinski (geboren am 1. Dezember 1859, gestorben am 12. Juli 1927)[10]. Er hatte drei Geschwister: Charlotte (1897–1942), Heinrich David (1900–1961) und Ernst Nathan (1902–1974).[3] Er war ab dem 4. Dezember 1927 verheiratet mit Ilse Gerda Cohn, geb. Joseph[1], ihre Kinder waren Hans Cohn und Bert Cohn. Er war 1936 Vorsteher der Synagoge[11]. Cohn war Geschäftsführer eines Bekleidungsgeschäfts in der Ossenreyerstraße; auf Druck der Nationalsozialisten musste er das Geschäft zunächst verpachten und im August 1939 das Haus verkaufen. Er wurde am 11. Januar 1943[3] zusammen mit seiner Frau in Frankfurt am Main verhaftet, von Darmstadt aus deportiert[9] und am 10. Februar 1943 in Auschwitz ermordet[2].
Hans Cohn Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Hans Cohn
Jg. 1928
Flucht 1938
Frankreich
USA
überlebt
Stolperstein Hans Cohn
Der am 7. Mai 1928 in Stralsund geborene Hans Cohn wurde noch vor den Novemberpogromen 1938 von seinen Eltern Fritz Adolf Wolf Cohn und Ilse Gerda Cohn, geb. Joseph, zusammen mit seinem Bruder Bert Crohn nach Frankreich in ein Kinderheim geschickt; in den USA wurde er Soldat und später Dozent an einer Universität; er besuchte Stralsund nach mehr als 60 Jahren Abwesenheit[2][9]. Er starb in San Francisco.[3]
Hugo Cohn Mönchstraße 37 Hier wohnte
Hugo Cohn
Jg. 1899
deportiert 1940
ermordet 1940 in
Piaski
Stolperstein Hugo Cohn
2008[12] Der am 27. März 1899 in Damrau[3] geborene Hugo Cohn war Kaufmann. Seine Eltern waren David Cohn (1867–1928) und Martha Schönborn-Itzigsohn(1868–1940).[3] Er wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert und im selben Jahr in Piaski ermordet[2].
Ilse Cohn, geb. Joseph Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Ilse Cohn
geb. Joseph
Jg. 1902
deportiert 1943
ermordet in
Auschwitz
Stolperstein Ilse Cohn
25.8.2006[6] Die am 15. Dezember 1902 in Stralsund geborene Ilse Gerda Cohn, geborene Joseph, war die Tochter von Erich und Clara Bertha Joseph. Die als Kauffrau in Stralsund tätige war seit 4. Dezember 1927 verheiratet mit Fritz Adolf Wolf Cohn[13][1], ihre Kinder waren Hans Cohn und Bert Cohn. Sie wurde am 11. Januar 1943[3] zusammen mit ihrem Mann in Frankfurt am Main verhaftet, von Darmstadt aus deportiert[9] und am 23. Februar 1943 in Auschwitz ermordet.
Martha Cohn, geb. Schönborn Mönchstraße 37 Hier wohnte
Martha Cohn
geb. Schönborn
Jg. 1868
deportiert 1940
Piaski
ermordet 24.11.1940
Stolperstein Martha Cohn
2008[12] Die am 15. August 1868 oder 15. August 1971 in Nakel[3] geborene Martha Cohn, geb. Schönborn, war Geschäftsinhaberin. Sie heiratete um 1895 David Cohn (1867–1928); mit ihm hatte sie die Kinder Siegbert (1896), Hugo (1899), Martin (1900), Erich (1903) und Max (1909).[3] Sie wurde mitsamt ihrer Familie am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 24. November 1940 in Piaski ermordet[2].
Martin Cohn Mönchstraße 37 Hier wohnte
Dr. Martin Cohn
Jg. 1900
deportiert 1940
ermordet 1940 in
Piaski
Stolperstein Martin Cohn
2008[12] Der am 8. November 1900 in Damerau geborene Martin Cohn war ein Sohn von David Cohn (1867–1928) und Martha Schönborn-Itzigsohn (1868–1940).[3] Er besuchte das Gymnasium Stralsund, studierte in Greifswald, Rostock, Freiburg und Breslau[14] und wurde 1933 Arzt in Stralsund; er verlor die Approbation aufgrund der nationalsozialistischen Gesetze. Im November 1938 wurde er mit etwa 30 Stralsunder Juden in das KZ Sachsenhausen gebracht, kam wieder frei und kehrte nach Stralsund zurück.[3] Er wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert und im selben Jahr in Piaski ermordet[2].
Max Cohn Mönchstraße 37 Hier wohnte
Max Cohn
Jg. 1909
deportiert 1940
Piaski
ermordet 30.7.1940
Stolperstein Max Cohn
2008[12] Der am 13. Oktober 1909 in Bromberg geborene Max Cohn war ein Sohn von David Cohn (1867–1928) und Martha Schönborn-Itzigsohn (1868–1940).[3] Er wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert[2] und starb am 30. Juli 1940 im Ghetto Piaski.[3]
Siegbert Cohn Mönchstraße 37 Hier wohnte
Siegbert Cohn
Jg. 1896
deportiert 1940
ermordet 1940 in
Piaski
Stolperstein Siegbert Cohn
2008[12] Der am 5. August 1896 in Damerau geborene Siegbert Cohn war ein Sohn von David Cohn (1867–1928) und Martha Schönborn-Itzigsohn (1868–1940).[3] Der Kaufmann wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert und im selben Jahr in Piaski ermordet[2].
Edmund Dorn Carl-von-Essen-Straße 35
Stolperstein Edmund Dorn
6.2021 Edmund Dorn, geboren am 6. Februar 1905 in Breslau,[3] bewohnte mit seiner Ehefrau Herta Johanna Lesser (1890–1943) und der Tochter Eva (1930–1943) die erste Etage des Hauses Krauthofstraße 35. Die Familie wurde 1943 deportiert; alle drei Familienangehörigen starben 1943 im Konzentrationslager Auschwitz.[15]
Eva Dorn Carl-von-Essen-Straße 35
Stolperstein Eva Dorn
6.2021 Eva Dorn wurde am 15. April 1930 in Königsberg[3] geboren. Sie bewohnte mit ihren Eltern Edmund Dorn (1905–1943) und Herta Dorn (1890–1943) die erste Etage des Hauses Krauthofstraße 35. Im Jahr 1940 wurde sie, neun Jahre alt, von der Lambert Steinwich-Schule entlassen, die Schule vermerkte dazu "Laut Verfügung der Regierung entlassen, da jüdisch." Die Familie wurde 1943 deportiert; alle drei Familienangehörigen starben 1943 im Konzentrationslager Auschwitz.[15]
Herta Dorn Carl-von-Essen-Straße 35
Stolperstein Herta Dorn
6.2021 Die am 19. September 1890 in Jersitz geborene Herta Johanna Dorn, geb. Lesser, bewohnte mit ihrem Ehemann Edmund (1905–1943) und der Tochter Eva (1930–1943) die erste Etage des Hauses Krauthofstraße 35. Die Familie wurde 1943 deportiert; alle drei Familienangehörigen starben 1943 im Konzentrationslager Auschwitz.[15]
Sabine Eckdisch, geb. Brantwein (oder Brandwein[16]) Frankenstraße 11 Hier wohnte
Sabine Eckdisch
geb. Brantwein
Jg. 1885
deportiert 1940
ermordet 5.6.1941 in
Piaski
Stolperstein Sabine Eckdisch
Die am 30. Juli 1885 in Zamość als Tochter von Tochter Judko (1830–1922) Frieda Brandwein, geb. Fischel (1859–1942)[3] geborene Sabine Eckdisch, geb. Brantwein (oder Brandwein[16]), war verheiratet mit Salomon David Eckdisch[16] (1883–1940). Sie hatten drei Kinder: Pinkus (1909–2000), Max (1910–1984) und Martin (1916–1979);[3] ihr Sohn Max Eckdisch wanderte nach England aus[17]. Sabine Eckdisch wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit ihrem Ehemann deportiert und am 5. Juni 1941[2]/1940[3] in Piaski ermordet.
Salomon Eckdisch Frankenstraße 11 Hier wohnte
Salomon Eckdisch
Jg. 1883
deportiert 1940
ermordet in
Piaski
Stolperstein Salomon Eckdisch
Die Eltern des am 5. Dezember 1883 in Hrubieszów[3] geborenen Salomon David Eckdisch waren Pinkwas (1857–1902) und Perla Eckdisch (geb. 1859); er hatte sechs Geschwister: Aron Eckdisch (geb. 1878), Bina Dwojra (geb. 1881), Baila Zlata (geb. 1888), Abraham (geb. 1891), Jakob Zelman (1893–1894) und Szaja Wolf Eckdisch (1895–1896). Ab etwa 1908 war er in Stralsund ansässig.[3] Er war verheiratet mit Sabine Eckdisch, geborene Brantwein[18] (oder Brandwein[16]). Sie hatten drei Kinder: Pinkus (1909–2000), Max (1910–1984) und Martin (1916–1979);[3] ihr Sohn Max wanderte nach England aus[17]. Sein Pfandleihgeschäft in der Frankenstraße 11 war Ziel der Angriffe in der Reichspogromnacht. Salomon Eckdisch wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit seiner Ehefrau deportiert und am 3. September 1940[3] in Piaski ermordet[2].
Eugen Fenyves Ossenreyerstraße 41
Stolperstein Eugen Fenyves
6.2021 Eugen Fenyves, ein aus Budapest stammender Kapellmeister, leitete von 1920 bis 1927 das Philharmonische Orchester in Stralsund. Am 14. April 1920 heiratete er Helene Pietrula (geb. 28. September 1891, Tochter von Ignatz Pietrula und Marie Seiffert). Ihre Wohnung lag in der Ossenreyerstraße Nr. 41.[3] Er floh wegen der andauernden Verfolgung im NS-Staat nach Ungarn, wo er am 12. Januar 1945 von Anhängern der Pfeilkreuzler ermordet wurde.[15]
Cilly Fliesswasser Frankenstraße 30 Hier wohnte
Cilly
Fliesswasser
Jg. 1935
deportiert 1942
ermordet 1942 in
Auschwitz
Stolperstein Cilly Fliesswasser
Die am 7. September 1935 in Stralsund[3] geborene Cilly Fliesswasser hatte einen Bruder, Wolfgang (1928–2015), sowie die Halbgeschwister aus der ersten Ehe ihrer Mutter Jakob (1920/1930–1988), Bernhard (geb. 1922), Adolf/Ali Abraham (geb. 1925) und Cilly Regina (geb. 1929). 1938 sollte die Familie (Hermann, Nycha, Cilly Regina und Cilly) aus Deutschland nach Polen abgeschoben werden, wurde aber abgewiesen und floh nach Belgien; dort wurde die Familie später ins Sammellager Mechelen deportiert und von dort am 26. Septeberm 1942 nach Auschwitz. Cilly Fliesswasser wurde 1942 in Auschwitz ermordet.[2][3]
Hermann Fliesswasser Frankenstraße 30 Hier wohnte
Hermann
Fliesswasser
Jg. 1900
deportiert 1942
Auschwitz
ermordet 1.9.1942
Stolperstein Hermann Fliesswasser
Der am 12. Januar 1900 in Polen geborene Hermann Fliesswasser war Kaufmann. Hermann Fliesswasser war verheiratet mit Olga Fliesswasser, geb. Schwarz (1903/1908–9. Februar 1937). Mit ihr hatte er die Kinder Wolfgang (1928–2015) und Cilly (1935–1942). Er heiratete am 20. Dezember 1937 in Stralsund Nycha Grossmann,[3] geb. Kramkinal[19]. 1938 sollte die Familie (Hermann, Nycha, Cilly Regina und Cilly) aus Deutschland nach Polen abgeschoben werden, wurde aber abgewiesen und floh nach Belgien; dort wurde die Familie später ins Sammellager Mechelen deportiert und von dort am 26. Septeberm 1942 nach Auschwitz. Hermann Fliesswasser wurde am 1. September 1942 in Auschwitz ermordet.[2][3]
Nycha Fliesswasser, geb. Kramkinal, verw. Großmann Frankenstraße 30 Hier wohnte
Nycha
Fliesswasser
geb. Kramkinal
Jg. 1895
deportiert 1942
Auschwitz
ermordet 26.9.1942
Stolperstein Nycha Fliesswasser
Die am 18. oder 30. November 1895 in Warschau geborene Nycha (Gisela) Fliesswasser, geb. Kramkinal, war zunächst mit Benjamin Grossmann (1893–1936) verheiratet. Aus der Ehe stammen die Kinder Jakob (1920/1930–1988), Bernhard (geb. 1922), Adolf/Ali Abraham (geb. 1925) und Cilly Regina (geb. 1929). Am 20. Dezember 1937 heiratete sie in Stralsund Hermann Fliesswasser[19] (1900–1942). 1938 sollte die Familie (Hermann, Nycha, Cilly Regina und Cilly) aus Deutschland nach Polen abgeschoben werden, wurde aber abgewiesen und floh nach Belgien; dort wurde die Familie später ins Sammellager Mechelen deportiert und von dort am 26. Septeberm 1942 nach Auschwitz. Nycha Fliesswasser wurde am 28. September 1942 in Auschwitz ermordet.[2][3]
Adolph Gerson Tribseer Straße 22 Hier wohnte
Adolph Gerson
Jg. 1872
enteignet 1938
gedemütigt / drangsaliert
tot 1938
Stolperstein Adolph Gerson
25.8.2006[6] Der am 3. Juli 1872 (oder 4. Mai 1872[3]) in Stralsund geborene Adolf Gerson war Kaufmann und Kohlenhändler[1]. Er hatte drei Geschwister: Hermann, Helene und Hedwig. Die Familie Gerson war seit 1735 in Stralsund ansässig. Er besaß den Wohnsitz Knieperwall 14, den Speicher im Katharinenberg 30 und die Häuser Tribseer Straße 53, Henning-Mörder-Straße 3 und Tribseer Straße 22. Der Ehemann von Johanna Gerson, geb. Kuhnreuter (1885–1943), und Vater von Nathaniel (Natan) Heinrich (1920–1943) wurde im Jahr 1938 enteignet und starb am 18. November[3] 1938 an Herzversagen[2].
Johanna Gerson, geb. Kuhnreuter Tribseer Straße 22 Hier wohnte
Johanna Gerson
geb. Kuhnreuter
Jg. 1885
deportiert
Auschwitz
ermordet 1942
Stolperstein Johanna Gerson
Die am 30. August 1885 in Frankfurt am Main geborene Johanna Gerson, geb. Kuhnreuter, war ab 1919[3] die Ehefrau von Adolph Gerson und wurde 1920 Mutter von Nathaniel (Natan) Gerson. Nach der Enteignung und dem Tod ihres Mannes im Jahr 1938 blieb sie noch bis 1940 in Stralsund, floh dann mit dem Sohn nach Berlin. Sie wurde deportiert und im Jahr 1942 in Auschwitz ermordet[2]; eine andere Quelle nennt den 19. Februar 1943 als Datum der Deportation (die Kennkartennummern B00019 für Johanna und 738658 für Nathan und standen demnach auf der Liste des Transports Nr. 29 ab Berlin) und das Jahr 1943 als Todesjahr.[3]
Natan Gerson Tribseer Straße 22 Hier wohnte
Natan Gerson
Jg. 1920
deportiert
Auschwitz
ermordet 1942
Stolperstein Natan Gerson
Der am 27. Juli 1920 in Stralsund geborene Nathaniel (Natan) Heinrich Gerson war der Sohn von Adolph Gerson (1872–1938) und Johanna Gerson, geb. Kuhnreuter (1885–1942/1943). Nach der Enteignung und dem Tod seines Vaters im Jahr 1938 blieb er noch bis 1940 in Stralsund, floh dann mit der Mutter nach Berlin. Er wurde deportiert und im Jahr 1942 in Auschwitz ermordet[2]; eine andere Quelle nennt den 19. Februar 1943 als Datum der Deportation (die Kennkartennummern B00019 für Johanna und 738658 für Nathanund standen demnach auf der Liste des Transports Nr. 29 ab Berlin) und das Jahr 1943 als Todesjahr.[3]
Anna Guss, geb. Kempler Badenstraße 41 Hier wohnte
Anna Guss
geb. Kempler
Jg. 1904
deportiert 1940
Piaski
ermordet 5.6.1941
Stolperstein Anna Guss
Die am 3. Oktober 1904 in Krakau geborene Anna Guss, geb. Kempler, war die Ehefrau von Hirsch Guss (1901–1941) und Mutter von Vera Guss (1932–1941) und Ruth Guss (1936–1941). Sie wurde zusammen mit ihrer Familie am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 5. Juni 1941 in Piaski ermordet.[2] Auch ihre Mutter, Sara Kempler, geb. Pufeles (1878–1941), wurde nach Piaski deportiert, wo sie 1941 starb.[3]
Hirsch Guss Badenstraße 41 Hier wohnte
Hirsch Guss
Jg. 1901
deportiert 1940
Piaski
ermordet 5.6.1941
Stolperstein Hirsch Guss
Der am 12. Dezember 1901 in Chełm geborene Hans Hirsch Guss war der Ehemann von Anna Guss (1901–1941) und Vater von Vera Guss (1932–1941) und Ruth Guss (1936–1941). Der Kaufmann wurde zusammen mit seiner Familie am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 5. Juni 1941 in Piaski ermordet.[2][3]
Ruth Guss Badenstraße 41 Hier wohnte
Ruth Guss
Jg. 1936
deportiert 1940
Piaski
ermordet 5.6.1941
Stolperstein Ruth Guss
Die am 26. Februar 1936 in Stralsund geborene Ruth Guss war die Tochter von Hirsch Guss und Anna Guss, geb. Kempler, sowie Schwester von Vera Guss. Sie wurde zusammen mit ihrer Familie am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 5. Juni 1941 in Piaski ermordet.[2]
Vera Guss Badenstraße 41 Hier wohnte
Vera Guss
Jg. 1932
deportiert 1940
Piaski
ermordet 5.6.1941
Stolperstein Vera Guss
Die am 16. November 1932 in Stralsund geborene Vera Guss war die Tochter von Hirsch Guss und Anna Guss, geb. Kempler, sowie Schwester von Ruth Guss. Sie wurde zusammen mit ihrer Familie am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 5. Juni 1941 in Piaski ermordet.[2]
Johanna Guttmann, geb. Kiwi Tribseer Straße 26 Hier wohnte
Johanna Guttmann
geb. Kiwi

Jg. 1873
deportiert 1942
Piaski
ermordet
Stolperstein Julius Guttmann
Die am 29. April 1873 in Kempen[3] geborene Johanna Guttmann, geb. Kiwi, war seit 1896 die Ehefrau von Julius Guttmann. Das Paar hatte drei Söhne: Georg (1897), Jakob (1900) und Martin (1904–1976).[3] Johanna Guttmann wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit ihrem Ehemann deportiert und in Piaski ermordet[2].
Julius Guttmann Tribseer Straße 26 Hier wohnte
Julius Guttmann
Jg. 1872
deportiert 1942
Piaski
ermordet
Stolperstein Julius Guttmann
Der am 27. April 1872 in Kempen geborene Julius Guttmann, Sohn von Samuel Isaac Guttmann und Paula Gutmann, war Kaufmann; er besaß eine Glas-, Porzellan- und Steinguthandlung. Johanna Guttmann, geb. Kiwi, war seit 1896 seine Ehefrau. Das Paar hatte drei Söhne: Georg (1897), Jakob (1900) und Martin (1904–1976).[3] Ab 1911 lebte die Familie in Stralsund. Julius Guttmann wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit seiner Ehefrau deportiert und in Piaski ermordet[2].
Charlotte Gertrud Joseph, geb. Blach Ossenreyerstraße 53 Hier wohnte
Charlotte Gertud
Joseph
geb. Blach
Jg. 1878
deportiert
Sobibor
ermordet 23.7.1943
Stolperstein Charlotte Gertrud Joseph
23.10.2014[6] Die am 20. März 1878 in Berlin geborene Charlotte Gertrud Joseph, geb. Blach, Tochter von Julius und Selma Blach, geb. Wallmann, hatte fünf Geschwister: Paula, Ernst, Margarete, Else und Friedrich.[3] Am 6. Februar 1903 heiratete sie den Kaufmann Max Joseph und hatte mit ihm zwei Kinder: Martin (1903–1974) und Rosemarie (1910–2003). 1938 verließ die Familie Stralsund in Richtung Niederlande. Am 10. März 1939 flohen Gertrud, Max und Rosemarie Joseph von Den Haag nach Hilversum; das Ehepaar wurde allerdings nach Westerbork verbracht und später nach Sobibor deportiert, wo sie am 23. Juli 1943 in Sobibor ermordet wurden;[2] eine andere Quelle nennt den 20. Juni 1943 als Datum der Deportation und den 23. Juni 1943 als Todestag.[3]
Clara Bertha Joseph, geb. Heymann Langenstraße 69 Hier wohnte
Clara Bertha Joseph
geb. Heymann
Jg. 1886
deportiert 1940
Lublin
ermordet 15.4.1941
Stolperstein Clara Bertha Joseph
Die am 24. Juni 1886 (oder 1880) in Königsberg geborene Clara Bertha (auch: Klara Berta) Joseph, geb. Heymann, war seit 1901 die Ehefrau von Erich Joseph (1875–1940); das Paar hatte die Kinder Ilse-Gerda Cohn (1902–1943), Gerhard (1904–1905), Marianne Förster (1907–1991/1992), Ida-Charlotte (1910–1993), Herta Fraser (1917–2000/2011) und Hans-Wilhelm (1919–2000).[3] Sie wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit ihrem Ehemann deportiert und am 15. April 1941 in Lublin ermordet[2].
Erich Joseph Langenstraße 69 Hier wohnte
Erich Joseph
Jg. 1875
deportiert 1940
ermordet 1940 in
Piaski
Stolperstein Erich Joseph
Der am 21. August 1875 in Stralsund geborene Erich Joseph war der älteste Sohn von Moritz Joseph und dessen Ehefrau Ida Jacoby. Der Kaufmann betrieb im Haus Fährstraße 19 einen Großhandel mit technischen Ausrüstungen für den Lebensmittelhandel betrieb, nach dem Konkurs Ende der 1920er Jahre war er als Handelsvertreter tätig. Er war seit 1901 mit Clara Bertha Joseph, geb. Heymann verheiratet; das Paar hatte die Kinder Ilse-Gerda Cohn (1902–1943), Gerhard (1904–1905), Marianne Förster (1907–1991/1992), Ida-Charlotte (1910–1993), Herta Fraser (1917–2000/2011) und Hans-Wilhelm (1919–2000).[3] Er war Freimaurer in der Stralsunder Loge „Zur Sundia“. Das Haus An den Bleichen 31 musste die Familie Ende der 1938 verlassen. der Erich Joseph wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit seiner Ehefrau deportiert und im selben Jahr in Lublin ermordet[2].
Gertrud Joseph, geb. Leske Külpstraße 15 Hier wohnte
Gertrud Joseph
geb. Leske
Jg. 1880
deportiert
Piaski
ermordet 1942
Stolperstein Gertrud Joseph
Die am 10. Juli 1880 in Anklam geborene Gertrud(e) Joseph, geb. Leske, Tochter von Sally Leske, war verheiratet mit Eugen Joseph (1883–1915), der im Ersten Weltkrieg fiel. Sie hatten drei Kinder: Irmgard (1909), Kurt (1911) und Eugen (1915).[3] Sie starb 1941/1942 in Piaski.
Hans Wilhelm Joseph Langenstraße 69 Hier wohnte
Hans Wilhelm
Joseph
Jg. 1919
Flucht 1939
England
überlebt
Stolperstein Hans Wilhelm Joseph
Der am 7. April 1919 in Stralsund geborene Hans Wilhelm Joseph war Bäcker. Er war verheiratet mit Miriam Jacobs (geb. 1919), mit der er zwei Kinder hatte. Er flüchtete im Jahr 1939 nach England, überlebte die Shoah[2] und starb im Jahr 2000 in London.[3]
Max Joseph Ossenreyerstraße 53 Hier wohnte
Max Joseph
Jg. 1874
deportiert
Sobibor
ermordet 23.7.1943
Stolperstein Max Joseph
23.10.2014[6] Der am 4. August 1874 in Stralsund geborene Max Joseph war Kaufmann. Nach dem Tod seines Vaters Moritz Joseph (1844–1895) übernahm er das Familiengeschäft in der Ossenreyerstraße 53. Er war seit 6. Februar 1903 verheiratet und hatte mit seiner Frau Charlotte Gertrud Joseph, geb. Blach, zwei Kinder: Martin (1903–1974) und Rosemarie (1910–2003). 1938 verließ die Familie Stralsund in Richtung Niederlande. Am 10. März 1939 flohen Gertrud, Max und Rosemarie Joseph von Den Haag nach Hilversum; das Ehepaar wurde allerdings nach Westerbork verbracht und später nach Sobibor deportiert, wo sie am 23. Juli 1943 in Sobibor ermordet wurden;[2] eine andere Quelle nennt den 20. Juni 1943 als Datum der Deportation und den 23. Juni 1943 als Todestag.[3]
Max „Israel“ Kotljarski Mühlenstraße 24 Hier wohnte
Max Israel
Kotljarski
Jg. 1893
deportiert 1943
Auschwitz
überlebt
Stolperstein Max Israel Kotljarski
8.11.2010 Der am 15. Mai 1893 in Chodorkiw geborene Max Kotljarski war Schneidermeister. Er war seit 1920 mit Louise Möller (1899–1973) verheiratet und hatte zwei Kinder: Wolfgang „Israel“ Kotljarski und Margot (1923–2003). Nach einer Verhaftung nach der Reichspogromnacht wurde er ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht; nach seiner Rückkehr musste er Zwangsarbeit im Straßenbau leisten; ab 1939 war er in einer Uniformschneiderei eingesetzt. E überlebte nach seiner Deportation im Juli 1944[3] das Lager Auschwitz[20] und den Todesmarsch im Januar 1945 von Auschwitz nach Dachau. Nach der Befreiung des Lagers Dachau kam er nach Stralsund zurück,[2][21] wo er seine Werkstatt in der Mühlenstraße 24 wieder eröffnete. Er starb am 9. November 1973 und ist auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt.[3][20]
Wolfgang „Israel“ Kotljarski Mühlenstraße 24 Hier wohnte
Wolfgang „Israel“
Kotljarski
Jg. 1921
Flucht 1936
Tschechoslowakei
Verhaftet Oktober 1938. „Landesverrat“
Mehrere Arbeitslager
geflohen/überlebt
Stolperstein Wolfgang Kotljarski
14.6.2021 Sein Vater war Max „Israel“ (1895–1973), seine Mutter Louise Kotljarski, geb. Möller (1899–1973). Er hatte eine Schwester Margot (1923–2003).[3][22]
Charlotte Lesser, geb. Cohn Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Charlotte Lesser
geb. Cohn
Jg. 1897
deportiert 1942
Riga
erschossen 29.10.1942
Stolperstein Charlotte Lesser
Die am 8. Oktober 1897 in Stralsund geborene Charlotte Lesser, geb. Cohn, war Krankenschwester. Sie war verheiratet mit Georg Lesser (1890–1942) und hatte mit ihm ein Kind: Wolfgang Lesser (1923–1999). Sie wurde im Jahr 1942 zusammen mit ihrem Ehemann deportiert und am 29. Oktober 1942 in Riga ermordet;[2] eine andere Quelle gibt den 29. Oktober 1942 als Tag ihrer Deportation und den Tod im November 1942 an.[3]
Georg Lesser Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Georg Lesser
Jg. 1890
deportiert 1942
Riga
erschossen 29.10.1942
Stolperstein Georg Lesser
Der am 17. März 1890 geborene Georg Lesser war Kaufmann und Fotograf. Er war verheiratet mit Charlotte Lesser (1897–1942) und hatte mit ihm ein Kind: Wolfgang Lesser (1923–1999).[3] Er wurde im Jahr 1942 zusammen mit seiner Ehefrau deportiert und am 29. Oktober 1942 in Riga ermordet.[2]
Wolfgang Lesser Ossenreyerstraße 21/22 Hier wohnte
Wolfgang Lesser
Jg. 1923
Flucht 1938
England
überlebt
Stolperstein Wolfgang Lesser
Der am 31. Mai 1923 in Breslau geborene Wolfgang Lesser flüchtete im Jahr 1938 nach England und überlebte die Shoah.[2] Seine Eltern, Georg und Charlotte Lesser, wurden 1942 ermordet.[3]
Herbert Lewkowitz Sarnowstraße 26 Hier wohnte
Herbert Lewkowitz
Jg. 1927
tot 6.10.1944
Stolperstein Herbert Lewkowitz
Der am 22. Oktober 1927 geborene Herbert Lewkowitz, Sohn von Isidor und Margarethe Lewkowitz,[3] war Uhrmacherlehrling[23]. Er starb beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944.[2]
Isidor Lewkowitz Sarnowstraße 26 Hier wohnte
Isidor Lewkowitz
Jg. 1875
verhaftet 1940
Arbeitslager Pölitz
tot 20.4.1943
Stolperstein Isidor Lewkowitz
Der am 22. Oktober 1875 in Langenthal geborene Isidor Lewkowitz war Kaufmann und Geschäftsführer bei Leonhard Tietz. Er war verheiratet mit Margarethe, geb. Schumacher (1891),[3] mit der er einen Sohn, Herbert Lewkowitz (1927–1944), hatte. Er wurde im Jahr 1940 verhaftet. Am 6. März 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert[3] und starb am 20. April 1943 im KZ Auschwitz III Monowitz.[2]
Therese Neumann, geb. Räsener Frankenwall 9 Hier wohnte
Therese Neumann
geb. Räsener
Jg. 1883
deportiert 1940
Piaski
ermordet
Stolperstein Therese Neumann
Die am 20. November 1883 in Strasburg (Uckermark) geborene Therese Neumann, geb. Räsener, war die Tochter des Lehrers an der Stralsunder Synagoge, Julius Räsener (1815–1912), und dessen Frau Mathilde, geb. Glaser (1853–1939); sie hatte drei Geschwister: Arthur (gestorben 1920), Frieda und Hugo (1897–1918). Sie war Händlerin und bis 1938 Geschäftsinhaberin eines Konfektionsgeschäftes in der Wasserstraße 52.[24] Am 12./13. Februar 1940 wurde Therese Neumann über Stettin nach Piaski deportiert, wo sie starb.[2]
Adolf Polewoy Papenstraße 4 Hier wohnte
Adolf Polewoy
Jg. 1893
Flucht 1938
Frankreich
von Gestapo
verhaftet Mai 1940
interniert St. Cyprien
ermordet
Stolperstein Adolf Polewoy
Adolf (Idel) Polewoy wurde am 26. Juli 1893 in Targowica geboren. Sein Vater war Jankel (Undi) Israilowitsch Polewoy. Ab dem 10. Oktober 1919 war er als Schneider in Stralsund tätig. Mit Elise Wilhelmine Staack (1895–1975), die er 1926 in Stralsund heiratete, hatte er drei Söhne: Erich Heinz Salomon (1920–1981), Kurt (1921) und Karl-Heinz (1926). 1938 musste er sein Gewerbe aufgeben. Er flüchtete nach den Novemberpogromen 1938 im Dezember 1938 nach Belgien und Frankreich. In Bordeaux wurde er 1940 verhaftet, von dort in ein Sammellager nach Saint-Cyprien in Belgien gebracht, wo er mit den anderen Gefangenen in einen Steinbruch gebracht und dort am 19. Februar 1941 ermordet wurde. Sein Sohn Erich musste ab Januar 1945 Zwangsarbeit in den Arbeitslagern Rothenförde/Staßfurth und Wolmirsleben leisten. Seine Frau und die Kinder überlebten die Shoah.[24][2]
Edith Quietsch, geb. Gerson Mönchstraße 31 Hier wohnte
Edith Quietsch
geb. Gerson
Jg. 1911
gedemütigt/entrechtet
überlebt
Stolperstein Edith Quietsch
10.7.2008[6] Edith Quietsch, geb. Gerson, wurde am 17. Dezember 1911 in Stralsund geboren. Ihre Eltern waren Hermann (gestorben 1932) und Agnes Gerson, geb. Miethe (1886–1963); sie hatte zwei Brüder: Gerhard (1907–1942) und Felix (1908–1943), beide starben in der Shoah. Edith Gerson zog Ende der 1930er Jahre nach Berlin. Als sie dort 1937 Hans-Joachim Kelpe (gestorben 1947) heiraten wollte, wurde das Gesuch von den nationalsozialistischen Behörden wegen ihrer jüdischen Herkunft abgelehnt; sie heirateten nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Edith Gerson zog nach dem Tod ihres Mannes zurück nach Stralsund und heiratete Erich Quietsch. Sie musste sich in psychiatrische Behandlung begeben, wurde jedoch nicht geheilt. Am 14. Mai 1962 beging sie Suizid.[24][2]
Anna Riess, geb. Grünberg Tribseer Damm 54 Hier wohnte
Anna Riess
geb. Grünberg
Jg. 1890
deportiert 1940
Lublin
ermordet 1941
Stolperstein Anna Riess
Die am 2. März 1890 in Culm geborene Anna Riess, geb. Grünberg, war als Buchhalterin tätig. Sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann Julius Riess (1878–1941) am 12./13. Februar 1940 deportiert und im Jahr 1941 in Lublin ermordet.[2] Die gemeinsame Tochter Helma konnte am 26. Januar 1939 Palästina fliehen.[24]
Julius Riess Tribseer Damm 54 Hier wohnte
Julius Riess
Jg. 1878
deportiert 1940
Lublin
ermordet 1941
Stolperstein Julius Riess
Der am 5. April 1878 in Tribsees als Sohn von Georg und Gertrud Riess geborene Julius Riess zog 1934 nach Stralsund, wo er als Kaufmann tätig war. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau Anna Riess, geb. Grünberg (1890–1941), am 12./13. Februar 1940 deportiert und im Jahr 1941 in Lublin ermordet.[2] Die gemeinsame Tochter Helma konnte am 26. Januar 1939 Palästina fliehen.[24]
Jakob Schnauzer Frankenstraße 51 Hier wohnte
Jakob Schnauzer
Jg. 1890
deportiert
ermordet
Stolperstein Jakob Schnauzer
Jakob Schnauzer wurde am 17. Juli 1890 in Lemberg geboren. Er war verheiratet mit Pessi (Pepi) Kerzenbaum (geb. 1887), mit der er drei Kinder hatte: Rechel (1915–1916), Julius (geb. 1923) und Mannfried Abraham (1919–1997). In Stralsund arbeitete er als Altwarenhändler und Schneider. Er wurde, wie auch seine Ehefrau und Sohn Julius, am 26. Oktober 1938 nach Polen abgeschoben,[24] deportiert und ermordet.[2]
Julius Schnauzer Frankenstraße 51 Hier wohnte
Julius Schnauzer
Jg. 1923
deportiert
ermordet
Stolperstein Julius Schnauzer
Der am 11. Juni 1923 in Güstrow geborene Julius Schnauzer wurde, wie auch seine Mutter Pepi und sein Vater Jakob, am 26. Oktober 1938 nach Polen abgeschoben,[24] deportiert und ermordet.[2]
Pepi Schnauzer, geb. Kerzenbaum Frankenstraße 51 Hier wohnte
Pepi Schnauzer
geb. Kerzenbaum
Jg. 1889
deportiert
ermordet
Stolperstein Pepi Schnauzer
Pepi (Perl Lea/Pessi) Schnauzer, geb. Kerzenbaum wurde am 7. November 1889 in Drohobytsch geboren. Sie war verheiratet mit Pessi (Pepi) Kerzenbaum (geb. 1887), mit dem sie drei Kinder hatte: Rechel (1915–1916), Julius (geb. 1923) und Mannfried Abraham (1919–1997).wie auch ihr Ehemann Jakob und der Sohn Julius, am 26. Oktober 1938 nach Polen abgeschoben,[24] deportiert und ermordet.[2]
Isidor Segall Papenstraße 6 Hier wohnte
Isidor Segall
Jg. 1886
deportiert 1940
Piaski
ermordet 20.12.1941
Stolperstein für Isidor Segall
Der am 16. April 1886 in Posen als Sohn von Hirsch und Adelgard Segall, geb. Rosenberg,[24] geborene Isidor Segall war Kaufmann. Er wurde am 12./13. Februar 1940 deportiert und am 20. Dezember 1941 in Piaski ermordet.[2]
Paul Skalska Marienstraße 14 Hier wohnte
Paul Skalska
Jg. 1895
Zeuge Jehovas
verhaftet 1939
Sachsenhausen
entlassen 1941
Stolperstein Paul Skalska
9.2021 Der im Jahr 1895 geborene Paul Skalska war ein Anhänger der Zeugen Jehovas (bzw. der Bibelforscherbewegung); diese wurden in NS-Deutschland verfolgt. Er war von 1939 bis 1941 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Er kehrte nach Stralsund zurück, wo er 1986 verstarb.[25]
Amelie Steinfeld, geb. Pczysucher Frankenstraße 43 Hier wohnte
Amelie Steinfeld
geb. Pczysucher
Jg. 1887
deportiert 1940
Piaski
ermordet 7.3.1940
Stolperstein Amelie Steinfeld
Amelie (Amalia) Steinfeld, geb. Pczysucher, wurde am 10. Mai 1887 in Hohenburg an der Weichsel geboren. Sie war verheiratet mit Simon Steinfeld (1884–1940), mit dem sie zwei Kinder hatte: Berta (1912–1993) und Rosa (1910–1940).[24] Am 12./13. Februar 1940 wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann und der Tochter Rosa deportiert und am 7. März 1941 in Piaski ermordet.[2]
Simon Steinfeld Frankenstraße 43
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Hier wohnte
Simon Steinfeld
Jg. 1884
deportiert 1940
Piaski
ermordet 16.3.1941
Stolperstein Simon Steinfeld
Simon Steinfeld kam am 5. Februar 1884 in Bendzin zur Welt. Er war verheiratet mit Amalie Steinfeld (1887–1940), mit der er zwei Kinder hatte: Berta (1912–1993) und Rosa (1910–1940).[24] Simon Steinfeld wurde am 12./13. Februar 1940 zusammen mit seiner Ehefrau und der Tochter Rosa deportiert und am 16. März 1941 in Piaski ermordet.[2]
Charlotte Süssmann Ossenreyerstraße 53 Hier wohnte
Charlotte
Süssmann
Jg. 1899
deportiert 1940
Lublin
ermordet 17.3.1940
Stolperstein Charlotte Süssmann
23.10.2014[6] Charlotte Süssmann wurde am 3. Januar 1899 in Grabowo geboren. Ihre Eltern waren Bernhard und Paula Süssman, geb. Blach; sie hatte drei Geschwister: Walter (1897), Eva (1902) und Anne-Liese (1909). Die Familie zog 1909 nach Gera, wo Bernhard Süssman eine Fabrik betrieb. Nach dem Tod Bernhards zog die Familie 1935 nach Stralsund zur Tante von Charlotte, Charlotte Gertrud (1878–1943), und deren Mann Max Joseph (1874–1943) in die Ossenreyerstraße 53. Charlotte Süssman war Kauffrau. Sie wurde am 12./13. Februar 1940 ihrer Mutter Paula (1873–1941) und der Tante Margarete (1876–1940)[24] deportiert und am 17. März 1941 in Piaski ermordet.[2]
Paula Süssmann, geb. Blach Ossenreyerstraße 53 Hier wohnte
Paula Süssmann
geb. Blach
Jg. 1873
deportiert 1940
Piaski
ermordet 5.3.1941
Stolperstein Paula Süssmann
23.10.2014[6] Paula Süßmann, geb. Blach, wurde am 24. September 1873 in Stralsund geboren. Ihre Eltern waren Julius und Selma Blach geb. Wallmann; sie hatte fünf Geschwister: Ernst, Margarete, Gertrud, Else und Friedrich. Am 30. August 1896 heiratete sie Bernhard Süssman, mit dem sie vier Kinder bekam: Walter (1897), Charlotte (1899–1941), Eva (1902) und Anne-Liese (1909). Die Familie zog 1909 nach Gera, wo Bernhard Süssman eine Fabrik betrieb. Nach dem Tod Bernhards zog die Familie 1935 nach Stralsund zu Paulas Schwester Charlotte Gertrud (1878–1943) und deren Mann Max Joseph (1874–1943) in die Ossenreyerstraße 53. Paula Süssman war Hausfrau und Mutter. Sie wurde am 12./13. Februar 1940 mit ihrer Schwester Margarete (1876–1940) und ihrer Tochter Charlotte (1899–1941)[24] deportiert und starb am 5. März 1941 in Piaski an Tuberkulose.[2]

Stolperschwellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße
Koordinaten
Inschrift Foto verlegt am Informationen
Hauptbahnhof, Welt-Icon Landesheilanstalt Stralsund 1939
Von hier aus
wurden 1160 psychisch kranke Menschen abtransportiert
Nov. 1939 – Westpreussische Anstalt – Dez. 1939 – Ueckermünde – Lauenburg/Pommern – Treptow/Rega
ermordet in Plasnica und Opfer der Aktion T4
Stolperschwelle Hauptbahnhof
23.10.2014[6] Die "Stolperschwelle" soll an die 1160 psychisch kranken Frauen und Männer, die im November und Dezember 1939 von dort aus in den Tod geschickt wurden, erinnern. Die Frauen und Männer waren Patienten in der “Landesheilanstalt Stralsund” auf dem Gelände des heutigen Krankenhauses West. Initiiert wurde das Projekt vom Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Harald Freyberger, und dem Leitenden Oberarzt Jan Ambruster. Unterstützt wurde das Projekt von der Deutschen Bahn und der Stadt Stralsund. Verlegt hat die Schwelle Gunter Demnig.
Marienstraße 2–4, Welt-Icon Städtisches Krankenhaus Stralsund
Hier wurden 1934–1939
652 Menschen
in der chirurgisch-gynäkologischen Abteilung
zwangssterilisiert
Stolperschwelle Klinikum
26.5.2015 Die Stolperschwelle erinnert an die 652 Frauen und Männer, die zwischen 1934 und 1939 im Städtischen Krankenhaus unfruchtbar gemacht wurden[26].
Rostocker Chaussee 70, Krankenhaus West, Welt-Icon Landesheilanstalt Stralsund 1939
Von hier aus
wurden 1160 psychisch kranke Menschen abtransportiert
Nov. 1939 Westpreussische Anstalt – Dez. 1939 Ueckermünde – Lauenburg/Pommern – Treptow/Rega
Ermordet in Plasnica und Opfer der Aktion T4
Stolperschwelle Krankenhaus West
26.5.2015 Die "Stolperschwelle" erinnert an die 1160 psychisch kranken Frauen und Männer, die im November und Dezember 1939 von dort aus in den Tod geschickt wurden. Sie waren Patienten in der “Landesheilanstalt Stralsund” auf dem Gelände des heutigen Krankenhauses West.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stolpersteine in Stralsund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Stolpersteine in Mecklenburg-Vorpommern
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax Stolpersteinverlegungen in der Hansestadt Stralsund (Stand März 2015)
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm www.gedenkbuch-stralsund.de, Namensliste, abgerufen am 4. Januar 2022
  4. www.ostsee-zeitung.de, „Zeitzeugin Bärbel Beyer-Cohn berichtet“, 9. November 2018, abgerufen am 6. Januar 2022
  5. a b c d Carl Philipp BLACH, www.online-ofb.de
  6. a b c d e f g h i j k www.stolpersteine.eu/chronik/, abgerufen am 11. Januar 2022
  7. Ostsee-Zeitung Stralsund, 18. August 2006
  8. www.stolpersteine-mv.de zu Karl Böhm@1@2Vorlage:Toter Link/www.stolpersteine-mv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. a b c d „Eine Schuld, die nicht die seine ist“ (Memento vom 6. Mai 2013 im Internet Archive)
  10. online-ofb.de Fritz Cohn
  11. Willy Israel Cohn: Kein Recht, nirgends. Tagebuch vom Untergang des Breslauer Judentums, Band I, Seite 351
  12. a b c d e www.heiliger-bernhard.de, „Ökumenischer Gedenkgottesdienst“, 5. Februar 2021, abgerufen am 11. Januar 2022
  13. online-ofb.de Ilse Cohn
  14. Matrikel Uni Rostock
  15. a b c d Ostsee-Zeitung Stralsund, 8. Juni 2021
  16. a b c d Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich: Sabine BRANDWEIN *1879 +1941. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  17. a b Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich: Max ECKDISCH *1910. Abgerufen am 2. Januar 2018.
  18. online-ofb.de Salomon Eckdisch
  19. a b Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich
  20. a b Ostsee-Zeitung Stralsund, 9. November 2010
  21. Wolfgang Wilhelmus: Juden in Vorpommern, Beiträge zur Geschichte Mecklenburg-Vorpommern, Band 8, Friedrich-Ebert-Stiftung, Schwerin 2007, Seite 102
  22. www.jona-schule.de, abgerufen am 11. Juli 2021
  23. http://www.parow-info.de/
  24. a b c d e f g h i j k l m www.gedenkbuch-stralsund.de, Namensliste, abgerufen am 6. Januar 2022
  25. Ostseezeitung Stralsund, 1. Oktober 2021
  26. FOCUS Online: Neue Stolperschwellen für NS-Opfer in Stralsund. Abgerufen am 7. Oktober 2016.