Matthias Zimmer

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Matthias Zimmer (2014)
Zimmer auf dem CDU-Parteitag 2012

Matthias Rainer Zimmer (* 3. Mai 1961 in Marburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Publizist und Politiker (CDU).

Ausbildung und berufliche Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Gymnasium Traben-Trarbach (1980) studierte Matthias Zimmer Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Völkerrecht in Trier, an der Indiana University of Pennsylvania und an der LMU München. Nach seinem Abschluss als M.A. 1986 leistete er seinen Grundwehrdienst ab. 1991 wurde er bei Christian Hacke an der Universität der Bundeswehr, Hamburg zum Dr. rer. pol. promoviert. 2006 habilitierte er sich bei Thomas Jäger an der Universität zu Köln. 2013 wurde ihm auf Vorschlag der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät vom Rektor der Universität Köln die Bezeichnung Honorarprofessor verliehen.

1990 bis 1993 war Zimmer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Konrad-Adenauer-Stiftung, 1994 bis 1998 war er DAAD-Gastprofessor an der University of Alberta, 1998 bis 1999 Lehrbeauftragter an der TU Darmstadt. Von 1999 bis 2009 war er Angestellter der Stadt Frankfurt am Main.

Zimmer ist seit 1991 verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist seit Studienzeiten Mitglied der christlichen Studentenverbindung Münchener Wingolf.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zimmer ist seit 1979 Mitglied der CDU und seit 2003 Mitglied der CDA. Zimmer ist seit 2005 Kreisvorsitzender der CDA Frankfurt am Main. Er ist seit 2011 Landesvorsitzender der CDA Hessen und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDA. Er gewann bei der Bundestagswahl 2009, der Bundestagswahl 2013 und der Bundestagswahl 2017 das Direktmandat im Wahlkreis 182 (Frankfurt am Main I).

Zimmer ist seit 2009 Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, von 2013 bis 2017 war er Mitglied im Ältestenrat. Im Januar 2017 übernahm er den Vorsitz des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.

Zimmer setzte sich bereits 2006 für die Einführung eines Mindestlohnes ein.[2] In der Bundestagsdebatte über einen gesetzlichen Mindestlohn vom 16. Dezember 2010 sprach sich Zimmer für einen gesetzlichen Mindestlohn mit tariflicher Öffnungsklausel aus. Als Abschlussredner einer Debatte über die Auswirkungen eines gesetzlich festgelegten Mindestlohnes am 10. Februar 2011 brachte er eine Kopplung desselben mit der Rentenentwicklung als indiziertes Instrument in die Diskussion. Am 20. Januar 2012 bezeichnete Zimmer im Bundestag einen Gesetzesentwurf von SPD zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohn als „mindestlohnpolitisches Ermächtigungsgesetz“, weil es dem Ministerium die Befugnis einräumte, einen von einer Mindestlohnkommission vorgeschlagenen Mindestlohn zu verwerfen und einen eigenen festzusetzen.[3] Als Berichterstatter der CDU/CSU zum Mindestlohn bezeichnete er bei der Verabschiedung des Gesetzes am 3. Juli 2014 den Mindestlohn als eine Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft aus dem System der Sozialen Marktwirtschaft heraus.[4]

Seit dem Sommer 2012 setzte sich Zimmer zusammen mit zwölf weiteren Unions-Bundestagsabgeordneten öffentlich für die steuerliche Gleichstellung von Eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der Ehe ein.[5] Bei der Abstimmung über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare am 30. Juni 2017 stimmte Zimmer mit „Ja“.[6] Zusammen mit seinen Fraktionskollegen Marcus Weinberg und Andreas Nick warnte Zimmer im Oktober 2017 in einem Grundsatzpapier vor einem Rechtsruck der CDU.[7]

Aus Sicht des Publizisten und Fernsehmoderators Roger Willemsen, der ein Jahr lang im Deutschen Bundestag die Debatten beobachtet und darüber ein Buch geschrieben hat, hielt Zimmer 2013 die „beste Rede“: „Es ging um die Grenzen des Wachstums. Eine fast philosophische Rede im Bundestag, ein Glanzstück.“[8] Er relativierte in einem anderen Interview aber auch, dass er „da eine durchaus multiple Person lobe, denn derselbe Zimmer hat auch ein paar der hässlichsten Sachen gesagt.“[9]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nationales Interesse und Staatsräson. Zur Deutschlandpolitik der Regierung Kohl 1982–1989. Paderborn 1992
  • mit Udo Margedant: Eigentum und Freiheit. Eigentumstheorien im 17. und 18. Jahrhundert. Idstein 1993
  • als Hrsg.: Germany – Phoenix in Trouble? Edmonton 1997
  • als Hrsg. mit Angelika Sauer: A Chorus of Different Voices. German-Canadian Identities. New York 1998
  • Moderne, Staat und Internationale Politik. Wiesbaden 2008
  • mit Thomas Scheben: Der Hund am Fallschirm. Streifzüge durch die Frankfurter Geschichte. Frankfurt am Main 2009
  • als Hrsg. mit Michael Thielen: Die Zukunft der Arbeit. Christlich-Soziale Perspektiven. Berlin 2013
  • Nachhaltigkeit! Für eine Politik aus christlicher Grundüberzeugung. Freiburg 2015
  • Entfernte Verwandtschaft: Soziallehre und CDU. (Königswinterer Notizen, Heft 15). Königswinter 2016
  • Am Rande der Politik. Frankfurt am Main 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matthias Zimmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband Alter Wingolfiten e.V. (Hrsg.): Vademecum Wingolfiticum, 25. Aufl., Hannover 2012, S. 199.
  2. „Mindestlohn? Mindestlohn!“, Civis mit Sonde H. 4/ 2006, S. 78-82.
  3. Koalition lässt Anträge zu Mindestlohn durchfallen. merkur-online, 20. Januar 2012; abgerufen am 23. März 2013.
  4. http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/18/18046.pdf, S. 4109 /Aufruf 5. September 2014
  5. MdB Jens Spahn fordert mehr Rechte für Homosexuelle – Vorstoß zur Homo-Ehe stößt auf Skepsis, Westfälische Nachrichten vom 9. August 2012.
  6. hin/ds/göc/sew/bt/arz/dpa: Der Bundestag beschließt die Ehe für alle: Jubel, aber auch Bedenken. In: Frankfurter Neue Presse. (fnp.de [abgerufen am 27. Juli 2017]).
  7. Robin Alexander: Vierseitiges Dokument: CDU-Abgeordnete wehren sich gegen Rechtsruck der Partei. In: DIE WELT. 30. Oktober 2017 (welt.de [abgerufen am 5. November 2017]).
  8. Hamburger Abendblatt: Das Volk liebt den Stillstand vom 3. April 2014, abgerufen am 8. Oktober 2015
  9. Tagesspiegel: Die Kanzlerin chloroformiert das Land vom 8. Februar 2016, abgerufen am 9. Februar 2016