Morbio Superiore

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Morbio Superiore
Wappen von Morbio Superiore
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Mendrisiow
Gemeinde: Breggiai2
Postleitzahl: 6835
Koordinaten: 722873 / 80102Koordinaten: 45° 51′ 41″ N, 9° 1′ 15″ O; CH1903: 722873 / 80102
Höhe: 458 m ü. M.
Fläche: 2,8 km²
Einwohner: 687 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 245 Einw. pro km²
Website: www.comunebreggia.ch
Karte
Morbio Superiore (Schweiz)
www
Gemeindestand vor der Fusion am 24. Oktober 2009
Ehemaliges Zementwerk Saceba
Berg Sasso Gordona

Morbio Superiore war eine politische Gemeinde im Kreis Caneggio im Bezirk Mendrisio des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Ortskern liegt auf einem leicht ansteigenden Hang, etwa 450 m ü. M. Er wird von alten Tessiner Bürgerhäusern, Höfen und einigen Villen sowie den zwei Kirchen San Giovanni und Chiesa Sant’Anna gebildet. Letztere ist durch ihre Fresken aus der späten Barockzeit bekannt. In der Umgebung liegen einige Weinberge. An der Strasse nach Muggio ist in letzter Zeit ein Neubauviertel entstanden. Im Ort gibt es einen Kindergarten und eine Bibliothek. Die Schule müssen die Kinder im Nachbardorf Morbio Inferiore besuchen, auch der nächstgelegene Lebensmittelladen ist dort.

Auf dem Gebiet von Morbio Superiore liegt eine geologische Grabungsstelle mit fossilien Funden und freigelegten Erdschichten, die auch für Besucher zugänglich ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild (1964)

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1116 unter dem damaligen Namen Morbio de Supra, einer Gemeinde, die ursprünglich zu Balerna gehörte. 1591 bildete sie zusammen mit Sagno eine Unterpfarrei; dieses Dorf trennte sich 1802 davon.

Fusion im Tal der Breggia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. April 2008 wurde der Zusammenschluss der Gemeinden Bruzella, Cabbio, Caneggio, Morbio Superiore, Muggio und Sagno zur Gemeinde Breggia angekündigt. Die Gemeinde Muggio lehnte diese Fusion ab. Sie wurde jedoch vom Grossen Rat des Kantons Tessin verfügt, weshalb Muggio beim Bundesgericht eine Beschwerde einreichte. Nach der Niederlage vor dem Bundesgericht fand die Fusion am 25. Oktober 2009 statt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1643 1696 1723 1801> 1850 1900 1950 1990 2000[1] 2008
Einwohner 233 207 180 223 306 303 327 601 700 687

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche San Giovanni Evangelista und Beinhaus[2]
  • Einfamilienhaus, Architekt: Mario Botta[2]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Football Club Superiore 72[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Pozzi (* um 1510 in Morbio Superiore; † nach 1575 ebenda), Priester, Plebano für das Muggiotal[4]
  • Pietro Pozzi (* um 1785 in Morbio Superiore; † nach 1844 ebenda), Militär, Oberstkommandant der tessinischen Sicherheitskompagnie, Politiker, Tessiner Grossrat, Mitglied des Kantonsgericht[5]
  • Giuseppe Natale Ceppi (* 1821 in Morbio Superiore; † 1901 ebenda), Präsident der Ortsbürgergemeinde von Morbio Superiore[6]
  • Pietro, Giovanni, Ermenegildo und Giacomo Ceppi (* 1849, 1852, 1864, 1866 in Morbio Superiore), Söhne von Giuseppe Natale, sie emigrierten nach Santiago de Chile und waren dort Baumeister, Architekten und Marmorunternehmer[7]
  • Rolf Brem (1926–2014), Bildhauer, Zeichner, Grafiker mit Atelier in Morbio Superiore

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Morbio Superiore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefania Bianchi: Morbio Superiore. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. Dezember 2016.
  2. a b Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 478–480
  3. Football Club Superiore 72 (Memento des Originals vom 25. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mobile.football.ch
  4. Celestino Trezzini: Andrea Pozzi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5, Attinger, Neuenburg 1929, S. 476 (PDF Digitalisat), abgerufen am 12. Mai 2017.
  5. Celestino Trezzini: Pietro Pozzi. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5, Attinger, Neuenburg 1929, S. 476 (PDF Digitalisat), abgerufen am 12. Mai 2017.
  6. Eros Ceppi: La storia dei quattro fratelli Ceppi emigrati da Morbio Superiore in Cile. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana. Numero 25, Tipografia Menghetti, Poschiavo dicembre 2021,S. 7. (Foto)
  7. Eros Ceppi: La storia dei quattro fratelli Ceppi emigrati da Morbio Superiore in Cile. In: Bollettino Genealogico della Svizzera Italiana. Numero 25, Tipografia Menghetti, Poschiavo dicembre 2021, S. 7–30
  8. Louis Brem: Breggia. in portal.dnb.de (abgerufen am: 4. Juni 2016.)