Mykenische Kultur

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Als mykenische Kultur (auch mykenische Zeit oder mykenische Periode) wird die griechische Kultur der späten Bronzezeit des griechischen Festlands (Späthelladikum) bezeichnet, die von ca. 1680 (nach hoher Datierung, siehe unten) bzw. ca. 1600 v. Chr. (nach traditioneller Chronologie) bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. angesetzt wird. Sie ist die erste Hochkultur des europäischen Festlands. Einige Forscher nehmen an, dass das mykenische Griechenland mit dem in hethitischen Quellen genannten Land Achijawa gleichzusetzen ist, was sich durch die homerische Bezeichnung „Achaier“ für die Griechen herleiten lasse, doch ist diese These sehr umstritten.

Alter Orient im 13. Jahrhundert v. Chr. Spätmykenisch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnungen Mykener und mykenisch sind moderne Prägungen, die im Zusammenhang mit den Ausgrabungen üblich wurden, die unter anderem Heinrich Schliemann in der bronzezeitlichen Siedlung Mykene durchführte. Die Eigenbezeichnung der frühgriechischen Bevölkerung des Ägäisraums ist unbekannt, wenngleich teils vermutet wird, sie habe sich in den Achaiern Homers erhalten (siehe oben). Auf der Ortsnamenliste im Totentempel des ägyptischen Pharaos Amenophis III. aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. wird das griechische Festland – oder zumindest der Süden davon – Tanaja/Danaja genannt. Dies lässt sich etymologisch möglicherweise mit den Danaern (Δαναοί), eine von drei Bezeichnungen für die Griechen in den homerischen Epen, verbinden[1]. Die mykenische Periode wird auch in Frühmykenisch, Mittelmykenisch und Spätmykenisch unterteilt, was im Süden Griechenlands den späthelladischen Hauptphasen (SH I, II und III) entspricht. Auf den Inseln der Kykladen entspricht die mykenische Zeit der spätkykladischen Zeit innerhalb der Kykladenkultur.

Frühmykenische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mykenische Kultur wird als die erste Hochkultur des europäischen Festlandes angesehen. Im Gegensatz zu den Trägern der minoischen Kultur auf der Insel Kreta, deren Sprache unbekannt ist, sprachen die Bewohner des griechischen Festlandes, wie man erst seit der Entzifferung der Linear-B-Schrift in den 1950er Jahren weiß, eine frühe Form des Griechischen, also eine Indogermanische Sprache. Die mykenische Kultur tritt nach einer Periode kulturellen Rückgangs im Mittelhelladikum fast unvermittelt ab ca. 1680 v. Chr. (nach hoher Chronologie bzw. um 1600 v. Chr. nach traditioneller, s. u.) in Form von sehr reich ausgestatteten Schachtgräbern in der Argolis, vor allem in Mykene, hervor. Auch in anderen Gegenden Griechenlands werden Tote bald mit sehr reichen Grabbeigaben bestattet. Außerdem tritt zu Beginn des Späthelladikums erstmals mykenische Keramik auf. Sie ist hellgrundig mit dunklem Firnis und löst die mittelhelladische Mattbemalte Keramik und die graue minysche Ware ab. Beide mittelhelladischen Keramikarten kommen im Späthelladikum I allerdings noch vor, vor allem in Mittelgriechenland. Zunächst offenbart die mykenische Keramik einen sehr starken minoischen Einfluss. Kontakte gibt es aber nicht nur mit Kreta, sondern auch mit Ägypten. Die frühesten Funde mykenischer Keramik und anderer mit der mykenischen Kultur verbundenen Güter, sowie kostbarer Importe treten in der Argolis und in Lakonien ungefähr zeitgleich auf. Auch in Messenien wurden mykenische Keramik und Bernsteinschmuck in bereits frühmykenische Kontexten entdeckt.

Mittelmykenische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittelmykenischen Zeit (SH II, etwa 1500–1400 v. Chr.) werden die Schachtgräber teilweise von Tholos-Gräbern abgelöst. Die mykenische Kultur breitet sich nun in weitere Regionen Süd- und Mittelgriechenland aus, die bisher noch überwiegend mittelhelladischen Traditionen folgte, von begrenzten Importen mykenischer Keramik in frühmykenischer Zeit abgesehen.[2] In dieser Phase wird Kreta offenbar von Festlandsgriechen erobert, so dass die Träger der mykenischen Kultur die ganze Inselwelt mit Rhodos sowie Milet an der kleinasiatischen Westküste kontrollieren.

Spätmykenische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mykenisches Fresko
Mykenischer Eberzahnhelm

Die ersten beiden Phasen der spätmykenischen Zeit (SH IIIA und SH IIIB; circa 1400–1200 v. Chr.) stellen den Höhepunkt der mykenischen Kultur dar. Während es in früh- und mittelmykenischer Zeit an vielen Orten reich ausgestattete Gräber in der Nähe von größeren, meist befestigten Siedlungen gab, die auf viele lokale Fürsten/Kleinkönige schließen lassen, werden ab ca. 1400 v. Chr. einige Siedlungen stark ausgebaut und entwickeln sich zu überregionalen Zentren, während die bisherigen „Fürstensitze“ in der Region offenbar an Bedeutung verlieren, einige Nekropolen sogar nicht weiter genutzt werden. Diese Entwicklung konnte bisher in Attika, in der Argolis, in Messenien und Böotien beobachtet werden, wo mächtige Palastzentren entstanden (z. B. Mykene, der Palast des Nestor bei Pylos, Theben, Athen). In anderen Regionen, die meist zur sogenannten „Peripherie“ der mykenischen Welt gezählt werden, wie das westliche Achaia, Elis oder das westlichen Zentralgriechenland, wahrscheinlich auch Thessalien[3] bestanden dagegen offenbar weiterhin eine Fülle von kleineren Zentren, ohne dass sich ein Palastzentrum bildete.

Ob die mykenischen Staaten autonom waren, oder ob sie zu einem übergeordneten großen mykenischen Reich gehörten, dessen Hauptstadt Mykene oder eventuell auch Theben war, ist bis heute ungeklärt. Hethitische Dokumente des späten 15. bis späten 13. Jahrhunderts erwähnen oft ein Land Aḫḫijawa (in der frühesten Quelle Aḫḫija), das von der mittlerweile ganz herrschenden Meinung[4] mit einem mykenischen Reich gleichgesetzt wird,[5] dessen Hauptstadt von Kleinasien aus nur über das Meer zu erreichen war und wahrscheinlich auf dem griechischen Festland lag. Aḫḫijawa beherrschte aber bis zum dritten Viertel des 13. Jahrhunderts v. Chr. auch Vorposten im Westen Kleinasiens, darunter die Stadt Millawanda (höchstwahrscheinlich Milet, das eine mykenische Stadt war und erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts starke hethitische Einflüsse offenbart[6]). Auch die Tatsache, dass der König Aḫḫijaws als „Bruder“ angeredet wurde (wie im Tawgalawa-Brief), was nur bei Herrschern, die der hethitische Großkönig als gleichrangig ansah, erfolgte, weist darauf hin, dass mindestens ein größeres mykenisches Reich existierte. Die materielle Hinterlassenschaft der mykenischen Kultur zeigt im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. eine große Einheitlichkeit, regionale Unterschiede sind, z. B. in der bemalten Keramik und in anderen Bereichen der mykenischen Kunst, kaum auszumachen. Man spricht daher auch vom „Palaststil“. Erst ganz am Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. scheinen sich allmählich regionale Stile auszubilden. Gleichzeitig oder etwas früher, jedenfalls während der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr., werden eine Reihe von Zentren stark befestigt, bzw. es werden vorhandene Befestigungen stark ausgebaut, was auf unsichere Zeiten schließen lässt. Nach Ausweis von Tontafeln in Linear B, einer Silbenschrift, die aus der kretischen Schrift entwickelt wurde (siehe Linearschrift A), scheint es hingegen, zumindest um 1200 v. Chr., auf dem Festland mehrere unabhängige „Staaten“ (beispielsweise Pylos, Theben, Athen und Mykene) gegeben zu haben. In der Regel nimmt man an, dass diese „Staaten“ monarchisch organisiert waren, doch sind an dieser Position jüngst Zweifel geäußert worden. So hat etwa der Althistoriker Tassilo Schmitt 2009 die These publiziert, wa-na-ka sei nicht, wie meist vermutet, der Titel eines mykenischen Monarchen, sondern vielmehr der Name einer Gottheit gewesen.[7]

Mykenische Waren wurden in viele Gegenden des Mittelmeerraums exportiert. Neben intensiven Handelskontakten mit vielen Regionen des östlichen Mittelmeerraums scheint ab ca. 1400 v. Chr. auch der Handel mit dem Westen intensiviert worden zu sein. Davon zeugen viele Keramikfunde oder mykenische Einflüsse im Osten und Süden Siziliens (z. B. Thapsos und Cannatello), Apulien (vor allem am Scoglio del Tonno, in Roca Vecchia und Punta Meliso (Santa Maria di Leuca)), an der Küste Kalabriens, (z. B. Punta di Zambrone), Sardiniens (z. B. Umgebung der Nuraghe Antigori), Tunesien[8] und des nördlichen Adriaraums (z. B. Monkodonja in Istrien oder Frattesina in der Poebene) zeigen. Fragmente mykenischer Gefäße aus dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. wurden auch in Llanete de los Moros in der spanischen Provinz Córdoba entdeckt.[9] Auch Funde italischer Herkunft in Griechenland bezeugen intensivere Kontakte im 14.–12. Jahrhundert v. Chr. nach Westen.[10] Mykenische Waren verbreiteten sich auch weit nach Norden. So wurde in der befestigten Siedlung von Bresto, bei Banja (Bulgarien) ein fast vollständiges mykenisches Tongefäß aus dem 13. Jahrhundert entdeckt.[11]

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Kurz nach 1200 v. Chr. (am Ende SH III B2) werden viele mykenische Siedlungen, vor allem die Palastzentren, zerstört. Die genauen Ursachen und Abläufe dieser Umwälzungen hierfür sind nach wie vor ungeklärt. Die früher vertretene Theorie, die eine massive gewaltsame Einwanderung der Dorer für die Zerstörungen verantwortlich machte (s. Dorische Wanderung), wird mittlerweile in der Forschung ausgeschlossen. Denn in der Phase SH III C setzt sich die mykenische Kultur – wenn auch auf niedrigerem Niveau – eindeutig fort. Vor allem in der mykenischen Keramik wird die Tradition bruchlos fortgesetzt, und nicht alle größeren Siedlungen wurden zerstört. Zudem gibt es für diese Zeit keine klaren Indizien für in größerem Umfang zugewanderte Bevölkerung. Zeitgleich bricht das hethitische Großreich in Kleinasien zusammen, einige Jahre zuvor führt der hethitische Großkönig Šuppiluliuma II. Seegefechte gegen die „Feinde Alašijaa“ (Zyperns). Bedeutende Städte und Handelszentren in Syrien werden zerstört (z. B. Ugarit zwischen 1194 und 1186 v. Chr.) und schließlich muss sich Ägypten unter Ramses III. (um 1178 v. Chr.) Angriffen von Fremdvölkern erwehren, die in der modernen Forschung als „Seevölker“ bezeichnet werden und laut ägyptischen Quellen zuvor viele Regionen im östlichen Mittelmeerraum verwüstet haben. Ein zumindest indirekter Zusammenhang der einschneidenden Ereignisse im mykenischen Griechenland mit den Umwälzungen im östlichen Mittelmeerraum wäre somit denkbar. Möglich wäre, so neuere Theorien, dass die Zerstörungen im Orient (Ausfall von Handelspartnern) zu einer Ressourcenknappheit im Ägäisraum führten[12] und dann zu Verteilungskämpfen und inneren Kriegen geführt haben könnten. Pylos allerdings scheint nach Ausweis der Linear-B-Tafeln von See aus von äußeren Feinden zerstört worden zu sein. In der Forschung dominiert daher derzeit die Annahme, eine Vielzahl voneinander verstärkenden inneren und äußeren Faktoren, darunter etwa ein Erdbeben, habe zum weitgehenden Zusammenbruch im 12. Jahrhundert geführt.

Auch im Laufe der Phase SH III C kommt es auf dem Festland immer wieder zu Zerstörungen. Teilweise werden Siedlungen an unwirtlichen, aber gut geschützten Orten angelegt. Daneben werden auch die meisten Palastzentren, wie Tiryns und Mykene weiterbesiedelt. Vermutlich lebte in den Palästen eine neue Aristokratenschicht.[13] Schriftfunde aus dieser Zeit sind bislang nicht ans Licht gekommen, abgesehen von Linear-B-Zeichen auf einem einzelnen Gefäß, gefunden bei Milet, das in diese Phase datiert wird. Daher meinen viele Althistoriker und Archäologen, dass die Schriftlichkeit mit der Zerstörung der Zentren um 1190 v. Chr. verloren gegangen sei. Die Bedeutung der Phase SH III C tritt erst seit wenigen Jahrzehnten zu Tage. Jüngst wurden Vasenmalereien aus dieser Periode gefunden, die große Schiffe wiedergeben. Seehandel oder Unternehmungen zu See hat es in jener Zeit demnach gegeben. Einige Gelehrte vertreten die Auffassung, dass die Phase SH III C einen gewichtigen Einfluss auf die Ausbildung eines Teils der griechischen Sagen, so die Werke Homers, hatte.

Folgezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen etwa 1075 und 1025 v. Chr. geht die Periode SH III C in die submykenische Periode, definiert und nachweisbar durch das Auftreten Submykenischer Keramik, und dann in die protogeometrische Periode über. Gleichzeitig geht man immer mehr zur Brandbestattung über. In einigen Regionen Griechenlands ist die submykenische Periode bisher nicht nachgewiesen, dort scheint auf späte SH III C-Keramik direkt die protogeometrische Keramik zu folgen.

Zeittafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Archäologie konnte anhand der Keramik eine feine differenzierte relative Chronologie für Griechenland aufstellen, wobei regional verschiedene Kulturen mit zeitlichen Unterschieden existierten. Da für die ägäische Bronzezeit keine historischen Aufzeichnungen existieren, die eine absolute Chronologie ermöglichen, ist sie auf minoische und mykenische Funde im Nahen Osten und vor allem Ägypten angewiesen, wofür aber im Bereich der altorientalischen Chronologien mehrere voneinander abweichende Chronologien diskutiert werden und auch für die ägyptische Chronologie verschiedene Ansätze für diese Zeit leicht abweichende Daten ergeben. Für Griechenland von hohem Belang ist zudem die Datierung der Eruption von Thera, die aufgrund der in Akrotiri gefundenen Keramik ins späte Spätminoikum IA fällt. Die Eruption wurde daher durch Synchronisierung mit der ägyptischen Chronologie traditionell ins letzte Drittel des 16. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Naturwissenschaftliche Methoden ergeben seit den 1980ern aber wiederholt ein wesentlich früheres Datum für den Ausbruch, das zumeist in den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts liegt. Bisher konnten die Widersprüche nicht aufgelöst werden, was zur Folge hat, dass die Forschung gespalten ist und mit unterschiedlichen Daten arbeitet (dazu ausführlich der Abschnitt Bedeutung und Datierung im Artikel Minoische Eruption; vergleiche auch Chronologie der minoischen Kultur). Die folgende Tabelle folgt der hohen Datierung, d. h., sie nimmt das frühe, naturwissenschaftlich ermittelte Datum des Ausbruchs auf Thera an, was vor allem eine frühere Datierung der Phasen Späthelladisch I und II (= Früh- und Mittelmykenisch) zur Folge hat. Daten, die der traditionellen („niedrigen“) Chronologie folgen, s. Späthelladikum.

Periode Peloponnes &
Mittelgriechenland
Kreta Zeit Ereignisse in Griechenland archäologisch belegte Gleichzeitigkeiten
  Späthelladisch Spätminoisch v. Chr.    
Vorpalast-
zeit
SH I SM IA 1680–1600 Grabkreis A in Mykene
Eruption von Santorini
Hyksos (1648–1536)
SH IIA SM IB 1600–1520 minoische Paläste auf Kreta  
SH IIB SM II 1520–1420 „Kriegergräber“ in Knossos Thutmosis III. (1479–1424)
Palast-
zeit
SH IIIA1 SM IIIA1 1420–1370 Knossos alleiniger Palast auf Kreta Thutmosis IV. (1397–1388)
Amenophis III. (1388–1351)
SH IIIA2 SM IIIA2 1370–1300 Uluburun-Schiffwrack
älterer Palast in Pylos
Amarnazeit:
Echnaton (1351–1334)
SH IIIB1 SM IIIB1 1300–1250/25[14]   Ramses II. (1279–1213)
heftiges Erdbeben in der Peloponnes und auf Kreta  
SH IIIB2 SM IIIB2 1250/25–1190 Mauerbau am Isthmos  
  Zerstörung der Paläste von Theben, Mykene, Tiryns und Pylos Seevölker
Nachpalast-
zeit
SH III C SM IIIC 1190–1050/30 starker Bevölkerungsrückgang  

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Liste bekannter Mykenologen

Die mykenische Kultur und Geschichte wird von Althistorikern, Klassischen Archäologen und Prähistorikern erforscht, in jüngerer Zeit wird auch von der wissenschaftlichen Spezialdisziplin Mykenologie gesprochen. Dieses Fach steht zwischen der klassischen Archäologie, der Vor- und Frühgeschichte und der Alten Geschichte und beinhaltet auch die Erforschung der mykenischen Sprache und Schriftkultur, an der sich auch einige Altphilologen und Indogermanisten beteiligen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Günter Buchholz: Ägäische Bronzezeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987, ISBN 3-534-07028-3.
  • Rodney Castleden: Mycenaeans. Routledge, London 2005. ISBN 0-415-36336-5.
  • John Chadwick: The Mycenaean world. Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-29037-6, (Deutsch: Die mykenische Welt. Reclam, Stuttgart 1979. ISBN 3-15-010282-0).
  • Eric H. Cline: Contact and trade or Colonization? Egypt and the Aegean in the 14th–13th centuries B.C. In: Minos. Revista de Filología Egea 25, 1990, S. 7–36, (online).
  • Sigrid Deger-Jalkotzy (Hrsg.): Die neuen Linear-B-Texte aus Theben. Ihr Aufschlusswert für die mykenische Sprache und Kultur. Akten des internationalen Forschungskolloquiums an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 5.–6. Dezember 2002. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3640-4, (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Denkschriften, Philosophisch-Historische Klasse 338, ISSN 0029-8824), (Veröffentlichungen der Mykenischen Kommission 23), (Mykenische Studien 19), Inhalt.
  • Birgitta Eder: Überlegungen zur politischen Geographie der mykenischen Welt, oder: Argumente für die Überregionale Bedeutung Mykenes in der spätbronzezeitlichen Ägäis in: Geographia Antiqua XVIII, 2009, S. 5–46. - online
  • Alfred Heubeck: Aus der Welt der frühgriechischen Lineartafeln. Eine kurze Einführung in Grundlagen, Aufgaben und Ergebnisse der Mykenologie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1966, (Studienhefte zur Altertumswissenschaft 12).
  • Stefan Hiller, Oswald Panagl: Die frühgriechischen Texte aus mykenischer Zeit. 2. durchgesehene Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986, ISBN 3-534-06820-3 (Erträge der Forschung 49 ISSN 0174-0695).
  • James Thomas Hooker: Mycenaean Greece. Routledge & Kegan Paul, London, Boston 1976, ISBN 0-7100-8379-3.
  • Spyros Meletzis, Helen Papadakis: Korinth. Mykene. Tiryns. Nauplia. 2. Auflage. Schnell & Steiner, München 1978, ISBN 3-7954-0589-0, (Große Kunstführer 69/70).
  • Massimiliano Marazzi: The Mycenaeans in the Western Mediterranean (17th – 13th c. BC). In: Nicolas Chr. Stampolidis (Hrsg.): Sea Roues. From Sidon to Huelva. Interconnections in the Medeterranean 16th – 6th c. BC. Museum of Cycladic Art, Athen 2003, S. 108–115.
  • Tassilo Schmitt: Kein König im Palast. Heterodoxe Überlegungen zur politischen und sozialen Ordnung in der mykenischen Zeit. In: Historische Zeitschrift 288, 2009, ISSN 0018-2613, S. 281 ff.
  • Louise Schofield: Mykene: Geschichte und Mythos. Zabern-Verlag, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-8053-3943-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mykenisches Griechenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gustav Adolf Lehmann: Die 'politischen-historischen' Beziehungen der Agäis-Welt des 15.–13. Jhs. v. Chr. zu Vorderasien und Ägypten: einige Hinweise. In: Joachim Latacz (Hrsg.): Zweihundert Jahre Homerforschung. Rückblick und Ausblick (= Colloquium Rauricum. Band 2). Teubner, Stuttgart u. a. 1991, ISBN 978-3-519-07412-0, S. 107ff. Lehmann erwägt die Möglichkeit, dass sowohl Danaer (Tanaja) als auch Achäer (Aḫḫijawa) auf mykenischen Eigenbezeichnungen fußen, die aber ursprünglich nicht synonym verwendet wurden, sondern Mykener in unterschiedlichen Regionen/Reichen bezeichneten.
  2. Penelope A. Mountjoy, Mycenaean Pottery – An Introduction., Oxford 1993 (2. Aufl. 2001). ISBN 978-0-947816-36-0, S. 5; 9ff.
  3. Birgitta Eder: Überlegungen zur politischen Geographie der mykenischen Welt, oder: Argumente für die Überregionale Bedeutung Mykenes in der spätbronzezeitlichen Ägäis. in: Geographia Antiqua 18, 2009, S. 9, 31-33.
  4. Gary M. Beckman, Trevor Bryce, Eric H. Cline: The Ahhiyawa Texts. Society of Biblical Literature, Atlanta (GA) 2011, S. 3 f.
  5. Erstmals wurde eine Verbindung von Ahhijawa mit frühen Griechen von Emil O. Forrer: Vorhomerische Griechen in den Keilschrifttexten von Boghazköi. Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin 63, 1924, S. 1–24, besonders S. 9–15. online vertreten
  6. Wolf-Dietrich Niemeier: Griechenland und Kleinasien in der späten Bronzezeit. Der historische Hintergrund der homerischen Epen. In: Michael Meier-Brügger (Hrsg.): Homer, gedeutet durch ein großes Lexikon. Akten des Hamburger Kolloquiums vom 6.-8. Oktober 2010 zum Abschluss des Lexikons des frühgriechischen Epos (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge Band 21). De Gruyter, 2012, S. 166 f.
  7. Tassilo Schmitt: Kein König im Palast. Heterodoxe Überlegungen zur politischen und sozialen Ordnung in der mykenischen Zeit. In: Historische Zeitschrift. Bd. 288, Nr. 2, 2009, S. 281–346, doi:10.1524/hzhz.2009.0012.
  8. Eine mykenische Bügelkanne angeblich aus Le Kram bei Karthago, jedoch ist der genaue Fundort unsicher und die Fundumstände nicht mehr rekonstruierbar, siehe Gert Jan van Wijngaarden: Use and Appreciation of Mycenaean Pottery in the Levant, Cyprus and Italy (1600-1200 BC). Amsterdam University Press, 2002 S. 16 Anm. 50.
  9. Christian Podzuweit: Bemerkungen zur mykenischen Keramik von Llanete de los Moros, Montoro, Prov. Cordoba. Praehistorische Zeitschrift 65, 1990, S. 53–58.
  10. Zu mykenischen Funden in Süditalien, auf Sizilien und den Liparischen Inseln sowie Keramik und Schwertern (mutmaßlich) italischer Herkunft s. ausführlich: Reinhard Jung: ΧΡΟΝΟΛΟΓΙΑ COMPARATA. Vergleichende Chronologie von Südgriechenland und Süditalien von ca. 1700/1600 bis 1000 v. u. Z. Wien 2006. ISBN 978-3-7001-3729-0. Grundlegend zur mykenischen Keramik in Italien immer noch: Lord William Taylour: Mycenaean Pottery in Italy and adjacent areas. Cambridge 1958
  11. Mykenische Keramik in Bulgarien gefunden auf der Seite der Universität München
  12. Hinweise auf Rohstoffmangel gibt es in Pylos, am Menelaion und in Tiryns gemäß Karl-Wilhelm Welwei: Griechische Geschichte. Von den Anfängen bis zum Beginn des Hellenismus. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2011, S. 39
  13. Sigrid Deger Jalkotzy: Mykenische Herrschaftsformen ohne Paläste und die Griechische Polis. In: Aegaeum. Annales d'archéologie égéenne de l'Université de Liège Band 12, 1995, S. 375f.
  14. Penelope A. Mountjoy: Mycenaean Pottery. An Introduction., Oxford University School of Archaeology, 2. Aufl. 2001 (1. Auflage 1993), ISBN 0-947816-36-4, S. 4 Tabelle 1 gibt 1225 v. Chr. für den Übergang SH IIIB1 zu B2 an.