Nacht über Manhattan

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Filmdaten
Deutscher Titel Nacht über Manhattan
Originaltitel Night Falls on Manhattan
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sidney Lumet
Drehbuch Sidney Lumet
Produktion Josh Kramer
Thom Mount
Musik Mark Isham
Kamera David Watkin
Schnitt Sam O’Steen
Besetzung
Synchronisation

Nacht über Manhattan ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Sidney Lumet aus dem Jahr 1997. Es ist eine Verfilmung des Romans „Tainted Evidence“ von Robert Daley.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der frühere Polizist Sean Casey beendet sein Jurastudium. Er findet eine Anstellung als Staatsanwalt. Sein Vater Liam Casey ist Polizist und wird beim Versuch, den Drogenboss Washington festzunehmen, angeschossen. Zwei andere Polizisten werden von Washington getötet, ein weiterer von einem großen Polizeiaufgebot irrtümlicherweise erschossen.

Der Verdächtige Jordan Washington und sein Anwalt Sam Vigoda kündigen über die Medien an, dass Washington sich stellen wird. Sean Casey bekommt den Fall als Staatsanwalt und kann eine Verurteilung herbeiführen. Der gegnerische Anwalt jedoch hatte es beim Prozess auch auf die Korruption der Polizei abgesehen. Kurze Zeit später wird Sean zum District Attorney (Bundesstaatsanwalt) gewählt. Ein bei der Leiche eines Polizisten gefundenes Notizbuch deutet darauf hin, dass Washington zahlreiche Polizisten bestochen hatte, darunter Joey, den Partner von Liam Casey, der dies Sean gegenüber jedoch zunächst leugnet.

Als die korrupten Polizisten auffliegen, will Joey auspacken, um einen Deal mit Sean einzugehen, zeigt dabei jedoch keine Reue. Es stellt sich heraus, dass mehrere Polizisten bei dem Polizeieinsatz planten, Washington zu erschießen, da dieser ihnen kein höheres Schutzgeld zahlen wollte. Joey begeht schließlich Selbstmord.

Sean kommt seinem Vater Liam auf die Spur und dieser gesteht ihm, damals den Haftbefehl gegen Washington gefälscht zu haben, da er einen Tag zuvor abgelaufen war. Sean ist unentschlossen, was er tun soll, ebenso seine Freundin Peggy, die für den Verteidiger Washingtons arbeitet. Da der Vater Sean diesen Zwiespalt nicht mehr zumuten will, geht er zu einem Richter und gesteht es diesem. Der ruft jedoch Sean an und sagt ihm, dass er sich genau erinnere, damals einen neuen Haftbefehl ausgestellt zu haben und stellt gleichzeitig einen neuen rückdatierten aus, so dass Sean den gefälschten vernichten kann.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in New York City, in Tallahassee in Florida und in Marietta in Georgia gedreht.[1] Er feierte seine Premiere am 22. Oktober 1996 in London.[2] Im Oktober 1996 wurde der Film beim MIFED Filmfestival in Mailand vorgeführt.[2] In den USA war er erstmals am 16. Mai 1997 zu sehen, in Deutschland am 19. Juni 1997.[2] Er brachte an den US-Kinokassen 9,9 Millionen US-Dollar, davon gut 2,9 Millionen US-Dollar am Eröffnungswochenende.[3] An den deutschen Kinokassen wurden in der ersten Spielwoche knapp 21.000 Zuschauer gezählt.[3]

Die Rolle des Sam Vigoda orientiert sich lose an der Karriere des US-amerikanischen Bürgerrechtsanwalts William Kunstler.[4] Dieser vertrat den Drogendealer Larry Davis, der sechs Polizisten niederschoss, jedoch freigesprochen wurde, nachdem Kunstler anführte, sein Mandant müsse um sein Leben bangen, da die Polizei selber in den Drogenhandel verwickelt sei.[4]

Der Kameramann David Watkin ist in einem Cameo-Auftritt zu sehen, der einen schlafenden Richter darstellt.[4]

Es existiert ein alternatives Ende des Films, das jedoch auf Wunsch von Sidney Lumet zu Gunsten des in den Kinos gezeigten Variante geändert wurde.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films sah in dem Film „eine ohne spektakuläre Effekte perfekt inszenierte Mischung aus Polizeithriller und Gerichtsfilm, die Fragen nach Macht und Machtmißbrauch, Korruption und Korrumpierbarkeit, Recht und Gerechtigkeit stellt. Gute Darsteller, eine ebenso überzeugende wie einfühlsame Inszenierung und die wohlüberlegte Ausstattung tragen zum Gelingen des Kriminal-Kammerspiels bei.“[5] James Berardinelli schrieb, dass der Film die „triumphale Rückkehr“ des Regisseurs Sidney Lumet sei. Er verbinde diverse Filmgenres auf eine unerwartete Art. Das Drehbuch, die Figuren und die darstellerische Leistung von Andy García, Richard Dreyfuss und Ian Holm wurden gelobt.[6] Prisma schrieb, der Film sei „sensibel gespielt“ und critic.de meint, der Polizei- und Gerichtsthriller sei Lumets „bester Film der neunziger Jahre“.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andy Garcia wurde 1998 für den ALMA Award nominiert.[8]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller Deutscher Sprecher[9] Rolle
Andy García Stefan Fredrich Sean Casey
Richard Dreyfuss Norbert Gescher Sam Vigoda
Sir Ian Holm Friedrich Georg Beckhaus Liam Casey
James Gandolfini Hans-Jürgen Wolf Joey Allegretto
Lena Olin Heidrun Bartholomäus Peggy Lindstrom
Paul Guilfoyle (II) Frank-Otto Schenk McGovern
Ron Leibman Joachim Kerzel District Attorney Morgenstern
Jim Moody Helmut Gauß Bürgermeister Williams
John Randolph Jones Engelbert von Nordhausen Captain Lawrence
Colm Feore Till Hagen District Attorney Assistent Elihu Harrison
Shiek Mahmud-Bey Gerald Paradies Jordan Washington
Jude Ciccolella Gerhard Paul Lieutenant Wilson
Dominic Chianese Friedrich W. Bauschulte Richter Impelliteri
Anthony Alessandro Gerald Schaale Shmuel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drehorte laut Internet Movie Database
  2. a b c Starttermine laut Internet Movie Database
  3. a b Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  4. a b c d Hintergrundinformationen laut Internet Movie Database
  5. Nacht über Manhattan. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 7. Mai 2017.
  6. „Night Falls on Manhattan“ − A Film Review by James Berardinelli, 1997
  7. Nacht über Manhattan, bei critic.de
  8. Nominierungen und Auszeichnungen laut Internet Movie Database
  9. Nacht über Manhattan. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 15. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]