Nasser Al-Attiyah

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Nasser Al-Attiyah
Nasser Al-Attiyah (2011)
Rallye Dakar 2011
Nation: Katar Katar
Rallye-Weltmeisterschaft (WRC)
Erste Rallye: Rallye Schweden 2004
Beifahrer: Frankreich Matthieu Baumel
Italien Giovanni Bernacchini
Team: Yazeed Racing
Citroën Total World Rally Team
Barwa Rally Team
Fahrzeug: Ford Fiesta RRC
Citroën DS3 WRC
Škoda Fabia 2000
Subaru Impreza STi
Rallyes Siege Podien WP
73 1
Punkte: 50
Stand: Vor Rallye 13 von 13, Saison 2015
Intercontinental Rally Challenge (IRC)
Erste Rallye: Rallye Argentinien 2010
Beifahrer: Italien Giovanni Bernacchini
Team: Barwa Rally Team
Fahrzeug: Ford Fiesta Super 2000
Rallyes Siege Podien WP
3 1 1 6
Punkte: 10
Stand: Nach Rallye 11 von 11, Saison 2011

Nasser Salih Nasser Abdullah Al-Attiyah (arabisch ناصر صالح ناصر عبد الله العطية, DMG Nāṣir Ṣāliḥ Nāṣir ʿAbd Allāh al-ʿAṭṭīya; * 21. Dezember 1970 in Doha) ist ein katarischer Sportschütze und Rallyefahrer. 2011 gewann der Katarer gemeinsam mit dem Deutschen Timo Gottschalk die Autowertung der Rallye Dakar. 2015, 2019 und 2022 gewann er erneut mit seinem französischen Beifahrer Matthieu Baumel. Im Skeetwettbewerb der Olympischen Spiele 2012 gewann Al-Attiyah bei seiner fünften Olympiateilnahme die Bronzemedaille.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rallye-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nasser Al-Attiyah bestreitet seit 1989 Rallyes. Im Jahr 2004 nahm er erstmals an der Rallye-Weltmeisterschaft teil. 2006 gewann er die Produktionswagenklasse (PWRC) und siegte bei der Rallye Argentinien sowie bei der Rallye Griechenland. In den folgenden Jahren fuhr Al-Attiyah immer wieder sporadisch in der Rallye-Weltmeisterschaft mit mäßigem Erfolg. In der Saison 2012 startete er als dritter Werksfahrer für das Qatar World Rally Team, mit einem Citroën DS3 WRC, und belegte den 12. Rang in der Gesamtwertung.[1] In der Rallye-Weltmeisterschaft 2013 fuhr er für dasselbe Team, nun aber mit einem Ford Fiesta RS WRC. Nach insgesamt fünf Rennen belegte er den 11. Gesamtrang. Seine besten Ergebnisse waren drei fünfte Plätze.

Nasser Al-Attiyah und Giovanni Bernacchini auf dem Weg zum WRC2-Weltmeistertitel 2014

Weltmeister in der WRC2-Klasse 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den größten Erfolg in seiner bisherigen Rally-Karriere feierte Al-Attiyah in der WRC2-Weltmeisterschaft 2014, als er die Meisterschaft gewann. Insgesamt ergaben sich vier Siege und mit 118 Punkten holte er 3 Punkte mehr als sein nächster Konkurrent Jari Ketomaa. In der WRC-Klasse konnte er dreimal in die Punkteränge fahren und ließ sich in der Gesamtwertung vier Punkte gutschreiben.

Middle East Rally Championship[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 sowie von 2005 bis 2009 wurde er sechsmal Meister in der FIA-Middle East Rally Championship (MERC). 2011 gewann er diese Meisterschaft zum siebten Mal.

Rallye Raid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde Nasser Al-Attiyah Rallye Raid-Weltmeister. Seine Beifahrer waren zu dem Zeitpunkt Chris Patterson & Tina Thörner. In den Jahren 2015 & 2016 konnte er diesen Erfolg wiederholen.[2][3]

Rallye Dakar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Attiyah nimmt seit 2004 an der Rallye Dakar teil. 2007 konnte er im BMW X3 vom X-Raid-Team eine Etappe gewinnen und wurde Sechster in der Gesamtwertung. Bei der Rallye Dakar 2009 gelangen ihm mit Beifahrerin Tina Thörner zwei Etappensiege, jedoch wurde er nach der sechsten Etappe in Führung liegend disqualifiziert, da er zur Schonung seines beschädigten Fahrzeugs eine andere Route als vorgegeben fuhr und damit zu viele Kontrollpunkte verpasste.

Im selben Jahr erfolgte ein Wechsel in das Volkswagen Motorsport Team. Im Race Touareg 2 belegte er bei der Silk Way Rally und der Rally dos Sertoes jeweils den zweiten Platz. Sein Beifahrer war der Deutsche Timo Gottschalk.

Im Jahr 2010 nahm er für Volkswagen Motorsport mit einem VW Scirocco GT24 CNG mit Erdgasantrieb am ADAC-24-Stunden-Rennen am Nürburgring teil.

Bei der Rallye Dakar 2010 wurde er Zweiter mit 2:12 Minuten Rückstand auf Carlos Sainz senior.[4]

Bei der Rallye Dakar 2011 wurde er Erster mit 49:41 Minuten Vorsprung vor dem südafrikanisch-deutschen Duo Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz.

2012 musste er, diesmal mit dem Spanier Lucas Cruz als Beifahrer, auf der neunten Etappe wegen technischer Probleme an seinem Hummer aufgeben[5].

2013 fuhr Al-Attiyah für das neu gegründete Qatar Red Bull Rally Team, das auch Carlos Sainz senior verpflichtet hatte, einen Buggy von Demon Jefferies. Nach dem Gewinn von drei Etappen schied er in der neunten Etappe wegen eines Motorschadens aus. 2015 gewann er ebenfalls mit dem 'Qatar Red Bull Rally Team' die Rallye Dakar. 2019 und 2022 gewann er mit dem 'Toyota Team' die Rallye Dakar.

Silk Way Rally[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 siegte er bei der Silk Way Rally in der Autowertung und gewann mit seinem Beifahrer Mathieu Baumel auf Toyota dabei sämtliche Tagesabschnitte.[6]

Wurfscheibenschießen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nasser Al-Attiyah nimmt seit 1996 bei den Olympischen Spielen beim Wurfscheibenschießen in der Disziplin Skeet teil. Bei den Olympischen Spielen 2004 wurde er Vierter im Stechen um Bronze gegen Juan Miguel Rodríguez und verpasste nur knapp eine Medaille. Bei den Olympischen Spielen 2000 belegt er den sechsten Platz.

Bei den Asienspielen 2002 gewann er Gold in der Teamwertung. 2008 erreichte er Bronze im Einzel und wieder Gold in der Teamwertung. 2012 sicherte sich Nasser bei den Asien-Meisterschaften in Doha einen Olympia-Startplatz für London 2012 im Skeet und egalisierte dabei den Weltrekord von 150 abgeschossenen Tontauben.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann er im Stechen des Skeet-Wettbewerbes die Bronzemedaille gegen den russischen Schützen Waleri Schomin.[7] Es ist die dritte olympische Medaille für Katar nach der Bronzemedaille von Mohamed Suleiman beim 1500-Meter-Lauf in der Leichtathletik bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona und der Bronzemedaille seines Landsmannes Said Saif Asaad bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney im Gewichtheben.[8]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: 1. Gesamtrang in der Weltmeisterschaft WRC2
  • 2014: 1. Gesamtrang in der Weltmeisterschaft WRC2
  • 2006: 1. Gesamtrang in der Weltmeisterschaft PWRC

Einzelergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse WRC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
2004 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Neuseeland Zypern Republik Griechenland Turkei Argentinien Finnland Deutschland JapanJapan Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich ItalienItalien FrankreichFrankreich SpanienSpanien AustralienAustralien
DNS 32 DNF 20 DNS DNS DNS 14 DNS DNS DNS DNS DNS 22 DNS 13
2005 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Neuseeland ItalienItalien Zypern Republik Turkei Griechenland Argentinien Finnland Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich JapanJapan FrankreichFrankreich SpanienSpanien AustralienAustralien
DNS DNS DNS 16 DNS 18 16 DNS 17 DNS DNS 21 DNS DNS DNS 13
2006 Monaco SchwedenSchweden Mexiko SpanienSpanien FrankreichFrankreich Argentinien ItalienItalien Griechenland Deutschland Finnland JapanJapan Zypern Republik Turkei AustralienAustralien Neuseeland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
30 DNS 10 DNS DNS 15 DNS 17 DNS DNS DNS 19 DNS DNS 26 DNS
2007 Monaco SchwedenSchweden Norwegen Mexiko Portugal Argentinien ItalienItalien Griechenland Finnland Deutschland Neuseeland SpanienSpanien FrankreichFrankreich JapanJapan Irland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS 27 DNS DNF DNS DNF DNS 19 DNS DNS DNS DNS DNS DNS 17 DNS
2008 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Argentinien Jordanien ItalienItalien Griechenland Turkei Finnland Deutschland Neuseeland SpanienSpanien FrankreichFrankreich JapanJapan Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS 40 DNS DNF DNS DNS DNF 23 DNS DNS DNS DNS DNS DNS DNF
2009 Irland Norwegen Zypern Republik Portugal Argentinien ItalienItalien Griechenland Polen Finnland AustralienAustralien SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS DNS 11 16 8 9 DSQ DNS DNS DNS DNS DNF
2010 SchwedenSchweden Mexiko Jordanien Turkei Neuseeland Portugal Bulgarien Finnland Deutschland JapanJapan FrankreichFrankreich SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS DNF 18 DNS 13 25 DNS 29 DNS DNS DNS DNS DNS
2011 SchwedenSchweden Mexiko Portugal Jordanien ItalienItalien Argentinien Griechenland Finnland Deutschland AustralienAustralien FrankreichFrankreich SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS EX DNS DNF 11 DNS 16 DNS 16 DNS DNF 11 DNS
2012 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Portugal Argentinien Griechenland Neuseeland Finnland Deutschland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich FrankreichFrankreich ItalienItalien SpanienSpanien
DNS 21 6 4 9 DNF DNS DNS 8 10 DNF DNS DNS
2013 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Portugal Argentinien Griechenland ItalienItalien Finnland Deutschland AustralienAustralien FrankreichFrankreich SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
5 5 5 13 DNF

Ergebnisse WRC2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
2014 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Portugal Argentinien ItalienItalien Polen Finnland Deutschland AustralienAustralien FrankreichFrankreich SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
1 1 DNF 5 1 1 6
2015 Monaco SchwedenSchweden Mexiko Argentinien Portugal ItalienItalien Polen Finnland Deutschland AustralienAustralien FrankreichFrankreich SpanienSpanien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
1 1 5 DNF 4 1 3

Ergebnisse PWRC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8
2004 SchwedenSchweden Mexiko Neuseeland Argentinien Deutschland FrankreichFrankreich AustralienAustralien
7 DNF 7 3 DNS 7 5
2005 SchwedenSchweden Neuseeland Zypern Republik Turkei Argentinien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich JapanJapan AustralienAustralien
DNS 4 5 3 1 DNS 3 5
2006 Monaco Mexiko Argentinien Griechenland JapanJapan Zypern Republik AustralienAustralien Neuseeland
3 2 1 1 DNS 5 DNS 7
2007 SchwedenSchweden Mexiko Argentinien Griechenland Neuseeland JapanJapan Irland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
7 DNF DNF 5 DNS DNS 3 DNS
2008 SchwedenSchweden Argentinien Griechenland Turkei Finnland Neuseeland JapanJapan Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
17 DNF DNF 10 DNS DNS DNS DNF
2009 Norwegen Zypern Republik Portugal Argentinien ItalienItalien Griechenland AustralienAustralien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS 3 4 1 1 DNS DNS DNF

Ergebnisse SWRC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
2010 SchwedenSchweden Mexiko Jordanien Neuseeland Portugal Finnland Deutschland JapanJapan FrankreichFrankreich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
DNS DNF 4 5 7 7 DNS DNS DNS DNS
2011 Mexiko Jordanien ItalienItalien Griechenland Finnland Deutschland FrankreichFrankreich SpanienSpanien
EX DNF 4 6 DNS 2 DNF 2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nasser Al-Attiyah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Al-Attiyah mit Citroën-Cockpit (Memento vom 12. Januar 2012 im Internet Archive) (Rallye-Magazin.de am 16. Dezember 2011)
  2. Ergebnis des 2015 FIA Worldcup for Cross Country Rallys
  3. Ergebnis des 2016 FIA Worldcup for Cross Country Rallys
  4. Ergebnisliste der Dakar 2010
  5. Rallye Dakar 2012 - Etappe 9. Abgerufen am 19. August 2021.
  6. Silk Way Rally : le grand chelem de Nasser al-Attiyah - Rallye-raid - Silk Way. Abgerufen am 20. Oktober 2019 (französisch).
  7. US-Amerikaner Hancock holt Gold im Skeet. ARD, 31. Juli 2012, abgerufen am 31. Juli 2012.
  8. Al-Attiyah holt Olympia-Bronze im Tontaubenschießen. motorsport-total.com, 31. Juli 2012, abgerufen am 2. August 2012.