Sparkasse KölnBonn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo der Sparkassen  Sparkasse KölnBonn
Hauptverwaltung der Sparkasse KölnBonn, Hahnenstraße 57, Köln
Staat Deutschland
Sitz Hahnenstraße 57
50667 Köln
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 370 501 98[1]
BIC COLS DE33 XXX[1]
Gründung 1. Januar 2005
Verband Rheinischer Sparkassen- und Giroverband
Website www.sparkasse-koelnbonn.de
Geschäftsdaten 2014[2]
Bilanzsumme 27,547 Mrd. Euro
Einlagen 18,72 Mrd. Euro
Kundenkredite 19,342 Mrd. Euro
Mitarbeiter 4.536
Geschäftsstellen 148
Leitung
Verwaltungsrat Martin Börschel (Vorsitzender)
Vorstand Artur Grzesiek (Vorsitzender),
Joachim Schmalzl,
Christoph Siemons,
Ulrich Voigt
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Sparkasse KölnBonn ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Köln. Sie ist die größte kommunale Sparkasse in Deutschland und die zweitgrößte Sparkasse nach der Hamburger Sparkasse.

Geschichte[Bearbeiten]

Sparkasse der Stadt Köln[Bearbeiten]

Die Stadtsparkasse Köln ist aus dem Leihhaus der Armenverwaltung des Kölner Minoritenklosters hervorgegangen. Am 1. Januar 1826 wird sie als „Sparkasse zu Köln“ aus der Armenverwaltung herausgelöst und zur selbstständigen Anstalt mit der Stadt Köln als Gewährträger. Am Ende des ersten Geschäftsjahres gab es 87 Sparer mit 4800 Mark Einlagen.[3] Zusammen mit der Armenverwaltung zog die Sparkasse 1831 in das Gebäude An der Rechtschule 1. Der Ausbau des Kreditgeschäfts begann 1845, die Sparkasse wurde ein dem Mittelstand zugewandtes Kreditinstitut.[4] 1846 zieht sie in den Neubau der Armenverwaltung in der Cäcilienstraße 1a. Erst 1861 endete die organisatorische Verbindung zwischen Sparkasse und Armenverwaltung.[5] Im Jahre 1888 zog das Institut in neue Arbeitsräume im Spanischen Bau des Rathauses mit modernen Tresor- und elektrischen Sicherheitsanlagen um. Seit dem 1. April 1892 führt sie erste Zweigstellen in Deutz, Ehrenfeld und Nippes in Verbindung mit städtischen Zahl- und Steuerstellen. Seit dem 21. November 1899 ist die Stadtsparkasse zur Annahme von Mündelgeldern ermächtigt. Am 30. März 1907 wird während der Wirtschaftskrise bei der Stadtsparkasse der bargeldlose Gehaltszahlungsverkehr eingeführt, seit dem 20. April 1907 nutzt sie das Reichsbankgirokonto der Stadtkasse Köln. Bei der Stadt Köln wird ab 1. Oktober 1908 die Gehaltsüberweisung von der Sparkasse eingeführt. Am 1. April 1910 wurde die Stadt Kalk zu Köln eingemeindet. Die Sparkasse Kalk wurde deshalb übernommen und als Zweigstelle des Kölner Instituts weitergeführt.

Ab Februar 1911 übernahm die Stadtsparkasse Köln die Funktion der Girozentrale für die Rheinprovinz, die im Juni 1914 auf die Landesbank der Rheinprovinz übertragen wurde.[6] Am 3. April 1913 feierte die Hauptstelle im Neubau des Stadthauses an der Großen Sandkaul Einweihung. Die Sparkasse war hier baulich von den Räumen der Stadtverwaltung getrennt und erhielt einen eigenen Eingang.[7] Wegen der Eingemeindung der Stadt Mülheim am Rhein erfolgte am 18. Juni 1914 die Übernahme der Sparkasse Mülheim. Am 15. Juli 1923 erhielt die Stadtsparkasse die Zulassung zur Kölner Börse - die erste Börsenzulassung einer deutschen Sparkasse -, am 15. November 1923 wird erstmals die Rentenmark ausgegeben. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist am 2. März 1945 die Hauptstelle der Stadtsparkasse an der Großen Sandkaul und am Malzbüchel vollständig zerstört, sie wird am 4. April 1945 im Hause des Landratsamtes auf der St. Apernstraße 21 eingerichtet. Ab dem 15. Juni 1945 erlaubte die Militärregierung Ein- und Auszahlungen bis zu 100 Reichsmark, höchstens jedoch 500 Reichsmark je Konto und Monat. Im Jahre 1947 zog die Stadtsparkasse aus den Räumen der Kreisverwaltung in das gemietete Hochpfortenhaus in der Hohe Pforte 9-11. Nach der Grundsteinlegung am 6. März 1952 für das neue eigene Hauptstellengebäude am Habsburgerring 2-12 erfolgte am 25. November 1953 die Eröffnung des von Theodor Kelter geplanten Baus. Im Jahre 1955 werden Reiseschecks eingeführt, zudem beginnt das „Schulsparen“ mit Los-Gutscheinen für kleine Gewinne. Am 30. September 1957 eröffnete die Stadtsparkasse den deutschlandweit ersten Autoschalter,[8] im Jahre 1959 stellte sie mit der „Zweigstelle 55“ die erste fahrbare Zweigstelle in Nordrhein-Westfalen in Dienst und verfügte damit über insgesamt 52 Zweigstellen.[9] Der erste Geldautomat für Auszahlungen bis zu 500 DM wird 1969 an der Hauptstelle installiert. Seit Juni 1971 befanden sich eine Million Sparkassenbücher im Umlauf. Durch die Gebietsreform vom Januar 1975 erhielt die Stadtsparkasse von der Kreissparkasse Köln 26 Zweigstellen; das zugrunde liegende „Köln-Gesetz“ brachte die Auflösung der ehemaligen Landkreise Köln und Bergheim mit sich, die im Erftkreis aufgingen. Die Übertragung der nunmehr außerhalb des Gewährträgergebiets der Kreissparkasse liegenden Filialen wurde zum 30. Juni 1983 durch die Sparkassenaufsicht angeordnet. Beim Neubau der Hauptstelle durch die Architekten Hentrich, Petschnigg & Partner in der benachbarten Hahnenstraße 57 bildet seit 1992 eine Rotunde die zentrale und repräsentative Eingangs- und Verteilerhalle, davor erstreckt sich zur Hahnenstraße ein gegenüber dem Straßenniveau abgesenkter Vorplatz.

Sparkasse Bonn[Bearbeiten]

Am 14. Oktober 1844 wurde in Bonn die Städtische Sparkasse zu Bonn zusammen mit dem städtischen Leihhaus im heutigen Alten Rathaus eingerichtet. 1895 wurde die Kreissparkasse Bonn gegründet. Nachdem die Geschäftsräume der Städtischen Sparkasse zu klein geworden waren, zog sie 1913 in einen Neubau am Friedrichsplatz, dem heutigen Friedensplatz, um.

Nach dem Ersten Weltkrieg entschloss sich die Stadt Bad Godesberg zur Gründung einer eigenen Sparkasse. Die Stadtsparkasse Bad Godesberg begann 1919 in einer ehemaligen Villa an der Rheinallee mit ihrer Geschäftstätigkeit. Die Kreissparkasse Bonn erhielt im Jahr 1923 in einem Neubau am Bonner Hansaeck erneut größere Räumlichkeiten. Im Jahr 1928 expandierte die Städtische Sparkasse zu Bonn durch Schaffung von Zweigstellen in den Stadtteilen Kessenich, Endenich und Poppelsdorf.

1971 schlossen sich die Städtische Sparkasse Bonn, die Kreissparkasse Bonn und die Stadtsparkasse Bad Godesberg zur Sparkasse Bonn zusammen. 1982 wurden die ersten beiden Geldautomaten in Bonn installiert; 1985 wurden die ersten Personal Computer bei der Sparkasse Bonn eingesetzt.

Sparkasse KölnBonn[Bearbeiten]

Neubau der Sparkasse in Bonn, Friedensplatz (2014)

Die Sparkasse KölnBonn entstand am 1. Januar 2005 durch die Fusion der Stadtsparkasse Köln mit der Sparkasse Bonn. Die rechtliche Fusion wurde mit der Zusammenführung der Kunden- und Produktdaten der beiden Vorgängerinstitute am 5. Juni 2006 auch technisch abgeschlossen. Seither führt die Sparkasse KölnBonn die Bankleitzahl 370 501 98. Im Februar 2009 entschied sich die Sparkasse KölnBonn für einen kompletten Neubau ihrer Verwaltung mit Geschäftsstelle in Bonn, an der Stelle der bisherigen Niederlassung Bonn. Der Altbau wurde ab März 2010 geräumt und der Abriss im August 2010 begonnen. Von Februar 2012 bis Anfang 2014 entstand ein Neubau, der nicht nur von der Sparkasse genutzt wird. Die erste Abteilung der Sparkasse, die in den neuen Friedensplatz einzog, war das ImmobilienCenter.[10]

Rechtsgrundlagen[Bearbeiten]

Gesetzliche Grundlagen[Bearbeiten]

Als Kreditinstitut unterliegt die Sparkasse KölnBonn dem KWG, außerdem hat sie als Sparkasse die Bestimmungen des Sparkassengesetzes Nordrhein-Westfalen (SpkG NRW)[11] zu erfüllen. Maßgebend sind auch die Satzung des Zweckverbands und die Sparkassensatzung. Die Sparkasse KölnBonn besitzt eine Vollbanklizenz der BAFin unter der Nummer 100872.[12] und darf daher sämtliche Bankgeschäfte mit allen Kundengruppen betreiben. Während die vorgenannten Vorschriften die Geschäftstätigkeit der Sparkassen allgemein regeln, wird das Rechtsverhältnis der Sparkassen zu ihren Kunden durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Kreditinstitute geregelt, konkret bei der Sparkasse KölnBonn durch deren AGB.[13]

Organe[Bearbeiten]

Organe der Sparkasse KölnBonn sind:

  • Verwaltungsrat: nach § 4 der Satzung besteht der Verwaltungsrat aus dem Vorsitzenden und weiteren 17 Mitgliedern. Nach § 15 SpkG NRW bestimmt er die Richtlinien der Geschäftspolitik, bestellt und beruft Vorstandsmitglieder ab, stellt den Jahresabschluss fest und nimmt weitere Aufgaben wahr.
  • Vorstand: Er besteht nach § 5 der Satzung aus fünf Mitgliedern sowie zwei stellvertretenden Mitgliedern. Der Vorstand der Sparkasse KölnBonn leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung und vertritt die Sparkasse gerichtlich und außergerichtlich (§ 20 SpkG NRW).

Geschäftsgebiet und Regionalprinzip[Bearbeiten]

Dienstleistungszentrum in Köln, Adolf-Grimme-Allee 4

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse KölnBonn umfasst nach § 7 der Satzung grundsätzlich das Gebiet des Zweckverbands. Es umfasst die Stadtgebiete von Köln und Bonn sowie

Einlagensicherung[Bearbeiten]

Durch den Wegfall der Gewährträgerhaftung durch die Brüsseler Konkordanz vom Juli 2001 entfiel für die Gläubiger aller deutschen Sparkassen die subsidiäre und unbegrenzte Haftung der jeweiligen kommunalen Träger. Die Sparkasse KölnBonn unterliegt nunmehr – wie alle Sparkassen und Landesbanken - im Rahmen der S-Finanzgruppe einem Einlagensicherungsfonds, der wie bei den vergleichbaren Sicherungseinrichtungen der privaten Bankwirtschaft oder des Genossenschaftssektors die Funktion übernimmt, in eine finanzielle Krise geratene Kreditinstitute im Stützungsfalle vor Insolvenz zu schützen. Die S-Finanzgruppe stellt sicher, dass die Einlagen aller Kunden, auch der gewerblichen, bei der Sparkasse KölnBonn ohne betragliche Begrenzung zu 100 % sicher sind.

Träger[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Träger der Sparkasse KölnBonn ist der mit Wirkung vom 1. Januar 2005 zustande gekommene „Zweckverband Sparkasse KölnBonn“, einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen der Stadt Köln und der Stadt Bonn vom 28. Juni 2004, an dem die Städte Köln mit 70 % und Bonn mit 30 % beteiligt sind.

Geschäftsausrichtung und wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. In den klassischen Sparkassensegmenten Spargeschäft, Girogeschäft und Kreditgeschäft ist die Sparkasse KölnBonn in Köln und Bonn Marktführer. Im Verbundgeschäft arbeitet die Sparkasse KölnBonn unter anderem mit der Landesbausparkasse NRW, der Landesbank Hessen-Thüringen und der Versicherungsgesellschaft Provinzial Rheinland zusammen. Auf Nähe und Regionalität setzt das Institut mit seinen neuen HeilberufeCentern, in denen speziell Ärzte und Apotheker beraten werden. Als regionale Spezialität bietet die Sparkasse KölnBonn ihren Kunden Online-Banking auch „op Kölsch und Bönnsch“ an. Die GKS – Gesellschaft für KontoService mbH, Köln wurde 2003 von der Stadtsparkasse Köln (heute Sparkasse KölnBonn) gegründet und ist ein Unternehmen der SKB Kapitalbeteiligungsgesellschaft KölnBonn mbH. Es werden Dienstleistungen in Form eines KompetenzCenters für das gesamte Leistungsspektrum der Marktfolgetätigkeiten aus dem Bereich Passiv-/Dienstleistungen („rund ums Konto“) angeboten.

Ihr Ziel unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder, sich insbesondere in der in Köln etablierenden Medienbranche im Investment Banking zu betätigen, hat sich als besonders risikobehaftet herausgestellt. Mangelnde Expertise, sparkassenunübliches Engagement und zu geringe Kontrollen führten zu erheblichen Verlusten. Die Sparkasse KölnBonn stellte neben Krediten und der Unterstützung von Existenzgründungen ein Sonderkreditprogramm für die Medien- und Telekommunikationsbranche und mit der 1995 gegründeten Tochtergesellschaft TechnoMedia Köln TMK Wagniskapital zur Verfügung. So schrieb Mediabiz bereits im Juni 1998: „Zu einer der ersten Adressen in Sachen Filmfinanzierung mit Risikokapital hat sich die Stadtsparkasse Köln entwickelt.“[14] Im Jahre 2000 lag die Stadtsparkasse Köln mit einem Finanzierungsvolumen von rund einer Milliarde DM für TV und Film an zweiter Stelle hinter der HypoVereinsbank AG.[15]

  • TechnoMedia beteiligte sich unter anderem an der Finanzierung des Films The 13th Floor (Deutschland-Premiere: 25. November 1999) über Centropolis Entertainment (der Produktionsgesellschaft von Regisseur Roland Emmerich).[16]
  • Die Sparkasse war seit Januar 1993 über die Westdeutsche Medienbeteiligungsgesellschaft am Spartensender VOX beteiligt. VOX gehörte bei Gründung Bertelsmann (über UFA; 24,9 %), Süddeutscher Verlag (20 %), Westdeutsche Medienbeteiligungsgesellschaft (WestLB, Stadtsparkasse Köln, Kreissparkasse Köln und Stadtwerke Köln; 25,1 %), Holzbrinck-Verlag (14,5 %), dctp (11,5 %) und Mittelständische Unternehmens-Kapitalbeteiligungsgesellschaft (MUK Köln; 4 %). Die von den Gesellschaftern zu tragenden Anlaufverluste betrugen im ersten Geschäftsjahr 1994 knapp 390 Millionen DM.[17]
  • Coloneum: Im September 1997 verkaufte die Stadt Köln das Grundstück für 17,6 Millionen Mark über die Zwischenkäuferin Stadtsparkasse Köln an den Immobilienfonds „Ossendorf I“. Die Stadtsparkasse finanzierte den Anteilsinhabern des Fonds den Erwerb der Fondsanteile mit Krediten über rund 700 Millionen Euro. Zudem gehört die Sparkasse mit 25,42 % (über die Tochter SKB Kapitalbeteiligungsgesellschaft KölnBonn mbH) zu den Gründungsgesellschaftern der Betreiber-Gesellschaft Magic Media Company (MMC). Die Gesellschafter übernahmen quotale Mietgarantien zu Gunsten des Oppenheim-Esch-Fonds. Die Sparkaase stellte zunächst ab November 2000 RTL von den Verpflichtungen aus der Mietgarantie frei. Dafür zahlte der Sender 7,4 Millionen DM und verpflichtete sich, für 10 Jahre Studiokapazitäten der MMC in Höhe von 68,8 Millionen DM zu mieten. ProSiebenSat.1 kaufte sich 2005 mit einer Einmalzahlung von 7 Millionen Euro aus der Mietgarantie frei. Auch die beiden MMC-Gründer Gebrüder Breuer zogen sich zurück. Zunächst übernahm eine der Stadtsparkasse Köln nahestehende Firma namens Lana Beteilígungsgesellschaft mbH die Beteiligung der Gebrüder Breuer und zahlte die Verpflichtungen aus der Mietgarantie gegenüber dem Oppenheim-Esch-Fonds. Dafür erhielt die Lana im Dezember 2001 von der Sparkasse Kredite über 11 Millionen DM, die später abgeschrieben werden mussten. Mit Schreiben vom 4. August 2005[18] stellte die Sparkasse die beiden MMC-Gründer „über die Lana Beteiligungsgesellschaft mbH“ endgültig frei von „sämtlichen Verpflichtungen, die Sie im Rahmen Ihrer früheren Beteiligung an der MMC eingegangen sind“. Insgesamt habe die Sparkasse die übrigen MMC-Gesellschafter zwischen 1998 und 2007 von Garantierisiken in Höhe von 60 Millionen Euro befreit.[19]
  • Die Sparkasse beteiligte sich im Juli 2000 am Börsengang der VIVA Deutschland unter Führung von Merrill Lynch und Commerzbank (Konsorten: Stadtsparkasse Köln und das Bankhaus Sal. Oppenheim) und betätigte sich damit - sparkassenuntypisch - im Investment Banking.
  • Neubau Nordhallen der Kölnmesse: Stadt Köln und KölnMesse verkauften im Dezember 2003 ein Grundstück zum Preis von 70 Millionen Euro an den Oppenheim-Esch-Fonds, um hierauf neue Ausstellungshallen errichten zu lassen. Es entstanden vier Messehallen (Baukosten 260 Millionen Euro). Ein Vertrag vom 7. Dezember 2004 zwischen der Josef Esch Fonds Projekt GmbH (JEFP) und der SK-Kapitalbeteiligungs GmbH (SBK) - einer Tochter der SSK - sicherte dieser ein Honorar von 9,9 Millionen Euro für den Fall, dass der Fonds zum Zuge komme. Bereits am 18. Dezember 2003 entschied sich die Stadt Köln für eine Lösung, bei der Oppenheim-Esch zum Zuge kam. Die Fondsgesellschaft der Investoren erhielt langfristig sichere Mietzahlungen,[20] weil die Stadt Köln offiziell als Mieterin fungierte und an die Kölnmesse untervermietete.
  • Der Golfclub Gut Lärchenhof ist seit 2002 eine 100-prozentige Beteiligung der Sparkasse (40 Millionen DM). Das unrentable Engagement brachte der Sparkasse seit 1997 insgesamt 10,5 Millionen Euro Verlust und wurde im September 2009 verkauft.
  • Rheinhallen: Im September 2005 begannen umfangreiche Sanierungs- und Neubauarbeiten, um die Gebäude nach den Vorstellungen des Hauptmieters RTL Group zu gestalten. Dieselbe Struktur mit dem Oppenheim-Esch-Fonds, Bauverzögerungen, erhöhte Baukosten, überhöhte Mietgarantien und die Abwicklung über den sparkasseneigenen Vermieter RheinEstate brachten der Sparkasse bis 2010 aus dem Rheinhallen-Engagement mindestens 277 Millionen Euro Verlust ein.[21]

Kritik wurde auch an Beraterverträgen für Lokalpolitiker der CDU laut. Im Jahr 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen den Politiker und ehemaligen Verwaltungsratsvorsitzenden Rolf Bietmann und Gustav Adolf Schröder wegen Untreue bzw. Beihilfe zur Untreue. Im Juni 2014 hat die Sparkasse mit Zustimmung des Verwaltungsrates entschieden, einen Vergleich mit ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder zu schließen. Herr Schröder wird zur Herstellung des Rechtsfriedens ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine angemessene finanzielle Leistung an die Sparkasse KölnBonn erbringen.[22]

Da das Eigenkapital der Sparkasse deutlich gesunken war, musste dem Institut im Jahre 2009 Genußrechtskapital von € 300 Millionen durch den Rheinischen Sparkassen- und Giroverband und € 350 Millionen als Stille Einlage der Städte Köln und Bonn zugeführt werden. Die Stille Einlage sollte mit einem Zinssatz von 7,25 % über dem 12 Monats-Euribor verzinst werden. Da die Sparkasse jedoch für das Geschäftsjahr 2008 einen Verlust von fast € 200 Mio. auswies, erfolgte keine Zinszahlung, die Stille Einlage nahm am Verlust teil und wurde herabgesetzt. Im Jahr 2010 leisteten die Städte eine weitere Stille Einlage über € 144,9 Mio, die mit 8 % p.a. verzinst werden sollte. Erst mit Abschluss des Geschäftsjahres 2012 waren die Verluste auf die Stillen Einlagen wieder aufgeholt.

Bankbetriebliche Daten[Bearbeiten]

Mit Vorstellung des Geschäftsergebnisses 2013 wies die Sparkasse erstmals eine Zinszahlung zum Nennwert auf die Stille Einlage aus, nachdem im Vorjahr lediglich 0,7 Mio. Zinsen an die Stillen Gesellschafter gezahlt worden waren.[23] Nach den Bedingungen der Einlagen ist keine Nachholung der nicht gezahlten Zinsen für die Jahre 2009 bis 2012 erfolgt. Die Sparkasse KölnBonn wies im Geschäftsjahr 2014 eine Bilanzsumme von 27,547 Mrd. Euro aus und verfügte über Kundeneinlagen von 18,72 Mrd. Euro. Gemäß der Sparkassenrangliste 2014 liegt sie nach Bilanzsumme auf Rang 2. Sie unterhält 148 Filialen/SB-Standorte und beschäftigt 4.536 Mitarbeiter.[24] Sie ist damit die größte kommunale Sparkasse Deutschlands und verstand sich seit jeher als mittelstandsorientierte Sparkasse. Das kommt auch im Kreditvolumen zum Ausdruck, welches zu 62 % auf Firmenkunden und zu 32 % auf Privatkunden entfällt (2013). Die Bruttozinsspanne lag 2013 bei 3,4 % und die Nettozinsspanne bei 1,6 %. Für das Einzelinstitut ergibt sich eine regulatorische Gesamtkapitalquote von 13,69 % bei einer Kernkapitalquote von 9,35 % (2013).

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Die Sparkasse KölnBonn fördert kulturelle, soziale und gesellschaftliche Zwecke in der Region Köln und Bonn. Des Weiteren fördert das Kreditinstitut die Region mit neun eigenen Stiftungen. Hierzu zählen unter anderem in Köln die SK Stiftung Kultur sowie in Bonn die Stiftung Ludwig van Beethoven der Sparkasse in Bonn.

Mit ihrer Stiftung Kunst fördert die Sparkasse kulturelle Aktivitäten, etwa das Museumsforum im Kunstmuseum Bonn oder Sonderausstellungen (zum Beispiel Natura Artis Magistra. Moderne Kunst trifft Naturgeschichte, eine Kunstausstellung der Künstlergruppe Tripolar (Ines Braun, Anja Schindler und Iris Stephan) 2010/2011) im Bonner Museum Koenig.[25]

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Beraten und verkauft – Wie Politiker und Investoren bei der Sparkasse KölnBonn abkassierten. Dokumentation, Deutschland, 2009, 45 Min., Buch und Regie: Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann, Produktion: WDR, Erstsendung: 9. März 2009, vom WDR

Hinweis: Bei WDR.de nicht mehr verfügbar, aber bei www.dokus4.me

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Sparkassenrangliste 2014 (PDF) Abgerufen am 5. Mai 2015.
  3. Eberhard Gothein/Georg Neuhaus, Die Stadt Köln im ersten Jahrhundert unter Preußischer Herrschaft 1815-1915, 1915, S. 513
  4. Anno Mersmann/Bodo Hombach, Reformführer NRW: Soziale Bewegungen, Sozialreform und ihre Bauten, 1991, S. 200
  5. Adolf Klein, Köln im 19. Jahrhundert: Von der Reichsstadt zur Großstadt, 1992, S. 138
  6. Hans Pohl, Die rheinischen Sparkassen, 2001, S. 96
  7. Zentralblatt der Bauverwaltung, Das neue Stadthaus in Köln, Nr. 92 vom 19. November 1913, S. 621 ff.
  8. Chronik-Verlag, Chronik Köln, 1997, S. 46
  9. Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, Band 13, Sparkasse der Stadt Köln, 1960, S. 238
  10. General-Anzeiger vom 23. Dezember 2013
  11. recht.nrw.de, Sparkassengesetz
  12. BAFin, Liste der zugelassenen Kreditinstitute vom 15. Dezember 2014
  13. AGB der Sparkasse KölnBonn, Stand März 2014
  14. „mediabiz“ vom 10. Juni 1998, Medienengagement der Stadtsparkasse Köln
  15. Klaus Janowitz, Kulturwirtschaftsbericht Köln: Medienwirtschaft, 2000, S. 48
  16. Kölner Stadt-Anzeiger vom 28. Oktober 1997 „Auf zum Weltmarkt“
  17. Die Zeit Nr. 12 vom 18. März 1994, „Fernsehen ohne Esprit“
  18. vorschriftswidrig nur vom Sparkassenvorstand Gustav Adolf Schröder unterschrieben
  19. DER SPIEGEL 45/2007 vom 5. November 2007, Schröders Alleingang, S. 110 ff.
  20. Stadtrevue Ausgabe 2/2010, Der lange Schatten der Messe
  21. Zeit.Online vom 11. Mai 2012, Das Kölner Spiel ist aus
  22. Pressemitteilung der Sparkasse KölnBonn
  23. Markt & Meinungen - Finanzen vom 4. November 2009, EU-Kommission leitet Untersuchung gegen die Sparkasse KölnBonn ein
  24. Sparkassenrangliste 2014 (PDF) Abgerufen am 5. Mai 2015.
  25. Ausstellungsankündigung auf der Homepage des museums koenig

50.9349616.940729Koordinaten: 50° 56′ 6″ N, 6° 56′ 27″ O