Nina Queer

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Nina Queer bei ihrer Party Irrenhouse in Berlin, 2018

Nina Queer, Geburtsname: Daniel Wegscheider[1] (* 1985 nach eigenen Angaben auf der Website[2], laut Buch Dauerläufig * 1984[3]), ist das Pseudonym eines Dance-Musik-Sängers, DJs, Entertainers, Schauspielers und Travestiekünstlers, der vor allem in einer gegengeschlechtlichen Rolle als Drag Queen auftritt und bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Wegscheider zog 2000 von Kärnten nach Berlin, wo er zunächst in einem Imbiss am Wittenbergplatz arbeitete. Er finanzierte damit seine Schulmädchenreport-Partys, bei denen er als „Star-Transe“ auftrat.[4] Seitdem wurde er in der Travestierolle der Nina Queer als Partyqueen, DJane, Sängerin und Entertainerin einem größeren Publikum bekannt.

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nina Queer wirkte Wegscheider in etlichen Talkshows und diversen Fernsehsendungen mit, unter anderem in Frauentausch[5], Mission Traumhaus und Endlich Urlaub in Marokko. Bei TIER.TV moderiert Nina Queer die Sendung Star Radar. Nina Queer moderierte fünfmal den Christopher Street Day für den Sender rbb Fernsehen und vier MTV-Masters. Wegscheider wirkte in seiner Rolle auch mit bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten, K11 – Kommissare im Einsatz und Candy Girls und war neben Jim Reeves, Ross Antony und Katja Mitchell Jurymitglied der dreiteiligen Castingsendung Village Boys – Die große Lips Casting Show, die im Sommer 2009 bei TIMM ausgestrahlt wurde.[6] 2010 spielte sie zusammen mit Debbie Rochon unter der Regie von Marcel Walz in dem deutschen Amateurfilm Avantgarde und in dem Musikvideo „Night People“ von The Human League, welches auch in ihrer Bar gedreht wurde.[7] 2013 synchronisierte Nina Queer in dem Film Fliegende Liebende die Rolle von Normas Assistentin.[8]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nina Queer veröffentlichte mehrere Singles. Im März 2009 erschien das Debüt-Album Discopony.[9] Mit der ersten Single-Auskopplung Fickifickiauaaua war Nina Queer bei Germany’s next Showstars zu sehen, wo sie bereits in der ersten Runde ausschied.[10]

Seit 2010 ist Nina Queer mit ihrer satirischen Kolumne Promispalte fester Bestandteil der ENERGY Toastshow auf Energy Berlin, seit 2013 täglich.[11] Queer ist Kolumnistin u. a. für das Szenemagazin blu, die Zeitschrift DU&ICH, queer.de und schreibt für die BILD-Zeitung den Blog Darf's ein bisschen queer sein?.[12]

Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bar zum schmutzigen Hobby in Berlin, die Nina Queer von 2005[13] bis 2014[14] betrieb, veranstaltete sie jeden Mittwoch das Glamourquiz.[15] Zudem veranstaltet das „Urgestein der Berliner Szene“[16] monatlich die Party Irrenhouse, die zunächst im Bastard@Prater stattfand, später im Friedrichshainer GeburtstagsKlub in Berlin und inzwischen im Kreuzberger Comet Club, bei der unter anderem auch schon Justin Timberlake, Heidi Klum oder Daniel Brühl als Gäste auftauchten.[17]

Anderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2011 erschien Nina Queers erster Roman Dauerläufig. Im Mai 2020 erschien Nina Queers zweiter Roman Sie ist wieder da.

Im Juli 2015 führte Nina Queer eine medienwirksame Hochzeitszeremonie zwischen Helmut Berger und dem 37 Jahre jüngeren Florian Wess, Sohn eines der beiden Botox-Boys, durch. Die Zeremonie fand auf einer Finca in Spanien in kleinem Rahmen von 15 Gästen, u. a. Christina Lugner, statt.[18]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nina Queer wurde in den 2010er Jahren mehrfach wegen rassistischer Äußerungen kritisiert. Erstmals erhob die CDU im Wahlkampf 2016 entsprechende Vorwürfe gegen Queer als damalige "Toleranzbotschafterin" der SPD und verwies auf eine Kolumne aus dem Jahre 2011, in dem Queer mit Sätzen wie "Schwarze Männer verehren einen dicken weißen Weiberarsch wie der Inder eine heilige Kuh." rassistische und kolonialistische Stereotypen reproduziere. Queer und die SPD verteidigten die Äußerungen als erkennbare Satire.[19] Nachdem Queer im Folgejahr nach einem homophoben Angriff in einem Statement die Abschiebung der Täter in ein Kriegsgebiet beschwor, flammten erneut Vorwürfe auf, diesmal auch aus der queeren Szene und der SPD, die sich daraufhin von Queer in ihrer Funktion als Toleranzbotschafterin trennte.[20][21][22]

Zu einem weiteren Zwischenfall kam es 2020. Der Journalist und Autor Johannes Kram wies darauf hin, dass Queer 2013 ein Statement auf Facebook postete, aus dem er zitierte „In meiner Frauengruppe muss mindestens einmal mit einem N. (Unkenntlichmachung des im Post ausgeschriebenen N-Worts von mir) geschlafen zu haben, um den Vorwurf des Rassismus wirkungsvoll entgegen zu treten“ und Queer eine „rassistische und sexistische Provokateurin“ nannte.[23] Kram konfrontierte auch die Veranstalter des Berliner CSD mit diesem Posting, da Queer in Rahmenprogramm des CSD eine Veranstaltung anbot. Nachdem sich auch weitere prominente Aktivisten gegen Queers Äußerungen positionierten, folgte der Vorstand des CSD Berlin mit einer distanzierenden Presseerklärung.[24][25]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Sex (als DaniL.)
  • 2007: Haben Sie Mich Schon
  • 2008: HimalayaJennifer Rostock feat. Nina Queer Remix
  • 2009: Fickifickiauaaua
  • 2009: Beautiful
  • 2009: R U Ready
  • 2009: Ich schau in Dein Gesicht – Nina Queer & DJ Divinity
  • 2011: I give you love
  • 2012: Hat hier irgendjemand ne Nutte bestellt?
  • 2012: Bukakke
  • 2012: Wund im Mund
  • 2014: Lover? Friend?
  • 2015: Hacken & Ziehen – Nina Queer & DJ Divinity

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Discopony
  • 2012: Hat hier irgendjemand ne Nutte bestellt?
  • 2017: Wer hat an der Hur(e) gedreht?

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: Dauerläufig (Roman)
  • 2020: Sie ist wieder da (Roman)

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nina Queers neues schmutziges Hobby. In: Berliner Zeitung, 28. Januar 2011.
  2. Nina Queer I Offizielle Homepage. Abgerufen am 3. August 2018 (deutsch).
  3. Nina Queer (Memento des Originals vom 3. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ninaqueer.com; zum Geburtsjahr gibt es folgende Nachweise: Tagesspiegel von 2005: „25jährige“; Berliner Zeitung von 2005: „Kam 2000 mit Anfang 20 nach Berlin“.
  4. Schulmädchenreport präsentiert knappe Fummel und bunte Perücken. In: Berliner Morgenpost, 3. Januar 2003
  5. Frauentausch Folge 90, 2007. fernsehserien.de, abgerufen am 22. April 2015. (Website zu Sendung)
  6. Village Boys – Die große Lips Casting Show. TIMM.de, archiviert vom Original am 10. Mai 2009; abgerufen am 5. Juli 2009. (Website zu Sendung)
  7. energy.de (Memento des Originals vom 29. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.energy.de
  8. Come fly with me. (PDF) siegessaeule.de, S. 22
  9. Diskopony-Hof. Tagesspiegel, 7. März 2009, abgerufen am 24. November 2014.
  10. Busen-Blitzer – DJ BoBo bringt Nina Queer auf die Palme. Express.de, 5. Juni 2009, abgerufen am 20. Mai 2017.
  11. ENERGY Berlin: Neue Morgenshow. radioszene.de, 18. Dezember 2012, abgerufen am 2. Mai 2015.
  12. „Bild“ feiert den schwulen Selbsthass — BILDblog. Abgerufen am 22. Februar 2018 (deutsch).
  13. Mein schmutziges Hobby Drag-Queen Nina Queer empfängt jetzt in ihrer Bar. Der Tagesspiegel, 22. August 2005, abgerufen am 26. September 2009.
  14. Martin: Sie steigt aus dem Betrieb aus – Zapfenstreich: Nina Queer beendet Bar-Karriere. promiflash, 5. April 2014, abgerufen am 2. Mai 2015.
  15. Kneipenquiz: Bier und Spiele. Stern, 15. November 2005, abgerufen am 20. Juli 2009.
  16. Mit schmutzigen Hobbys zum Erfolg. Spiegel Online, 22. August 2005, abgerufen am 5. Juli 2009.
  17. Andreas Merkel: Große Frau mit schmutzigem Hobby. In: Berliner Zeitung, 20. Juli 2005
  18. Helmut Berger & sein Botox-Boy: So verrückt war die Hochzeit. PromiFlash, 11. Juli 2015
  19. queer.de: Wahlkampf: CDU wirft Nina Queer Rassismus vor - queer.de, Zugriff am 11. August 2020
  20. queer.de: Rassismus-Vorwürfe gegen Nina Queer - queer.de, Zugriff am 11. August 2020
  21. bz-berlin.de: Zoff um wütendes Facebook-Statement von Nina Queer – B.Z. Berlin, Zugriff am 11. August 2020
  22. tagesspiegel.de: (8) SPD-Aushängeschild: Rassismus-Debatte um Dragqueen Nina Queer - Queer - Gesellschaft - Tagesspiegel, Zugriff am 11. August 2020
  23. nollendorfblog.de: „Black Lives Matter“: CSD Berlin möchte rassistischer und sexistischer Provokateurin Plattform bietenIch hab ja nichts gegen Schwule, aber, Zugriff am 11. August 2020
  24. nollendorfblog.de: Nina Queer entschuldigt sich für rassistisches Posting und fällt Berliner CSD-Vorständen in den RückenIch hab ja nichts gegen Schwule, aber, Zugriff am 11. August 2020
  25. tagesspiegel.de: (9) „Wir haben Sorge vor einer Sogwirkung“: Wie der Berliner CSD in diesem Jahr Corona-konform feiern will - Queer - Gesellschaft - Tagesspiegel, Zugriff am 11. August 2020
  26. gerald-backhaus.de
  27. Eine Nacht mit Nina: „Ficki Ficki Aua Aua – Der Film“. In: Siegessäule (Zeitschrift), 9. Juli 2016
  28. UglyDolls. Abgerufen am 27. September 2019.