Osternienburg

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Osternienburg
Wappen von Osternienburg
Koordinaten: 51° 47′ 35″ N, 12° 1′ 52″ O
Höhe: 74 m
Fläche: 12,66 km²
Einwohner: 1839 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06386
Vorwahl: 034973

Osternienburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Osternienburger Land im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Kirche Osternienburg

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osternienburg liegt zwischen Dessau-Roßlau und Köthen (Anhalt) am Rande des Biosphärenreservates Mittelelbe.

2006-06 Osternienburg 1.jpg

Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren ausgewiesen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1205 wurde Osternienburg das erste Mal urkundlich erwähnt.[1]

Seit 1875 wurde in der Grube Wilhelm Braunkohle abgebaut. Hierfür wurden Arbeitskräfte aus Westpreußen angeworben. 40 dieser Arbeiter gründeten zum 7. Januar 1900 den St.-Barbara-Verein.[2]

1898 nahm die Solvay GmbH eine der ersten Anlagen zur Chloralkali-Elektrolyse in Betrieb. Die Firma errichtete auch eine Arbeiterkolonie nahe dem alten Bauerndorf.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Osternienburg, Chörau, Diebzig, Dornbock, Drosa, Elsnigk, Großpaschleben, Kleinpaschleben, Libbesdorf, Micheln, Zabitz, Reppichau, Trinum und Wulfen zur Einheitsgemeinde Osternienburger Land zusammen.[3] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg, zu der diese Gemeinden gehörten, aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[1]
1807 396
1867 554
1900 1.550
1960 3.500
1989 2.600
2013 2.169

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für drei unbekannte und einen namentlich bekannten Sowjetbürger, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • OdF-Denkmal in der Wilhelm-Feuerherdt-Straße für die Opfer des Faschismus
  • Gedenktafel von 1992 in der Rudolf-Breitscheid-Straße zur Erinnerung an die Toten der Kriege und die Opfer von Gewaltherrschaft

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Osternienburgs

Blasonierung: „Geteilt und halbgespalten, oben in Rot ein goldener Pflug, unten links in Blau ein achtstrahliger goldener Stern, unten rechts ein schwarzes Bergmannsgezähe.“

Das Wappen wurde 1996 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Der Stern wurde einem historischen Bildsiegel des Ortes entnommen; Pflug sowie Schlägel und Eisen symbolisieren die wichtigsten Wirtschaftszweige.

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Osternienburg ist Gold (Gelb)-Blau längsgestreift. Das Wappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osternienburg ist bekannt als das „deutsche Hockeydorf“. Trotz der geringen Einwohnerzahl spielt der Osternienburger HC in der Hallenhockey-Bundesliga (Herren) und Damen. Der Verein stellte über Jahre das Gros der Hockeynationalmannschaft der DDR.

Osternienburg besitzt auch einen Fußballverein: der ,,FC Hertha Osternienburg" spielt derzeit in der Kreisliga des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

Im Feuerwehrwettkampfsport sind einige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Osternienburg tätig. Sie treten gemeinsam mit Kameraden aus anderen Orten für das ,,Feuerwehrsport Team Klietzen" an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gründerzeitlichen Industrieunternehmen sind bereits seit Jahrzehnten geschlossen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt durch die Gemarkung verläuft die Bundesstraße 187a von Zerbst/Anhalt nach Köthen (Anhalt). Südlich der Gemeinde führt die Bundesstraße 185 von Bernburg (Saale) über Köthen (Anhalt) nach Dessau-Roßlau vorbei.

Osternienburg hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Dessau–Köthen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osternienburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b MZ: Osternienburger Geschichte – Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte
  2. Der polnische Sankt-Barbara-Verein Osternienburg: Verein für Anhaltische Landeskunde, April 2006
  3. Destatis: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010